{"id":161264,"date":"2025-04-09T07:35:00","date_gmt":"2025-04-09T05:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=161264"},"modified":"2025-04-10T22:43:39","modified_gmt":"2025-04-10T20:43:39","slug":"fraunhofer-auf-der-hannover-messe-2025-kunststoffe-aus-verpackungsabfallen-besser-recyceln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/fraunhofer-auf-der-hannover-messe-2025-kunststoffe-aus-verpackungsabfallen-besser-recyceln\/","title":{"rendered":"Fraunhofer auf der Hannover Messe 2025: Kunststoffe aus Verpackungsabf\u00e4llen besser recyceln"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/04\/3D-druck-rezyklate-kunststoffabfaelle-1024x683.jpg\" alt=\"Aufbereitetes Material f\u00fcr die additive Fertigung: Die Post- Consumer-Abf\u00e4lle werden zu Filament f\u00fcr den 3D-Drucker.\" class=\"wp-image-161293\" style=\"aspect-ratio:1.499267935578331;width:793px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/04\/3D-druck-rezyklate-kunststoffabfaelle-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/04\/3D-druck-rezyklate-kunststoffabfaelle-300x200.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/04\/3D-druck-rezyklate-kunststoffabfaelle-150x100.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/04\/3D-druck-rezyklate-kunststoffabfaelle-768x512.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/04\/3D-druck-rezyklate-kunststoffabfaelle-400x267.jpg 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/04\/3D-druck-rezyklate-kunststoffabfaelle.jpg 1440w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Aufbereitetes Material f\u00fcr die additive Fertigung: Die Post- Consumer-Abf\u00e4lle werden zu Filament f\u00fcr den 3D-Drucker. \u00a9 Fraunhofer IFAM<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>J\u00e4hrlich landen deutschlandweit etwa 5,6 Millionen Tonnen Kunststoffverpackungen nach einmaliger Nutzung im Haushaltsm\u00fcll \u2013 weniger als ein Drittel davon l\u00e4sst sich bisher recyceln. Gemeinsam mit der Hochschule Bremen m\u00f6chte das Fraunhofer-Institut f\u00fcr Fertigungstechnik und Angewandte Materialfor-schung IFAM den verschmutzen M\u00fcll in hochwertige Produkte aus dem 3D-Drucker verwandeln.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Menge an Kunststoffm\u00fcll steigt, in den vergangenen 30 Jahren hat sie sich deutschlandweit etwa verdreifacht. Besonders Verpackungen aus dem gelben Sack tragen dazu bei: Fielen im Jahr 1994 in Deutschlands Privathaushalten noch 2,1 Millionen Tonnen Kunststoffm\u00fcll an, waren es 2023 bereits 5,6 Millionen Tonnen. Umso wichtiger ist es, die Einmalprodukte, die gr\u00f6\u00dftenteils auf Basis von Erd\u00f6l hergestellt werden, aufzubereiten.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbEs ist allerdings deutlich schwieriger, die sogenannten Post-Consumer-Abf\u00e4lle wiederzuverwerten als etwa Kunststoffreste aus der Produktion\u00ab, erkl\u00e4rt <strong>Dr. Silke Eckardt<\/strong>, Professorin f\u00fcr zukunftsf\u00e4hige Energiesysteme und Ressourceneffizienz an der <strong>Hochschule Bremen<\/strong>. <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Denn diese seien nicht nur sehr heterogen, sondern meist auch stark verunreinigt. Um den Produktkreislauf dennoch zu schlie\u00dfen, m\u00f6chte die Hochschule Bremen gemeinsam mit Forschenden des Fraunhofer IFAM auch die schwer verwertbaren Kunststoffe aus den Privathaushalten aufbereiten und anschlie\u00dfend in der additiven Fertigung nutzen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Aus Rezyklaten wird Filament f\u00fcr den 3D-Drucker<\/h3>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbDa die Abf\u00e4lle als Rezyklat im 3D-Druck zum Einsatz kommen sollen, m\u00fcssen sie, etwa hinsichtlich ihrer Reinheit, Form und Gr\u00f6\u00dfe, besonders hohe Anforderungen erf\u00fcllen\u00ab, erkl\u00e4rt <strong>Dr. Dirk Godlinski<\/strong>, Projektleiter in der Arbeitsgruppe Composite Technology am <strong>Fraunhofer IFAM.<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Daf\u00fcr wurde im Rahmen einer Machbarkeitsstudie der Hochschule Bremen und des Fraunhofer IFAM das Ausgangsmaterial einer Sortieranlage f\u00fcr Leichtverpackungen aus Polypropylen genutzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Um eine ausreichende Reinheit sicherzustellen, bereiteten Silke Eckardt und ihr Team den Output aus der Sortieranlage anschlie\u00dfend weiter auf: Im Kreislaufwirtschafts- Labor der Hochschule Bremen zerkleinerten sie die Kunststoffe, wuschen sie und separierten ungewolltes Material in einem Aggregat der Schwimm-Sink-Trennung vom Hauptstrom. Mittels Nahinfratottechnologie identifizierte das Team verbleibende Fremdkunststoffe und entfernte diese ebenfalls. Danach zerkleinerten die Forschenden das Material erneut auf die erforderliche Korngr\u00f6\u00dfe f\u00fcr die Compoundierung und trockneten es abschlie\u00dfend. Durch die Aufbereitung konnten Reinheiten von \u00fcber 99,8 Prozent erreicht werden.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/04\/filamente-3D-druck-leichtverpackungsabfall-1024x683.jpg\" alt=\"Am Fraunhofer IFAM werden die gereinigten Kunststoffabf\u00e4lle im Compounder gemischt, aufgeschmolzen und extrudiert\" class=\"wp-image-161292\" style=\"aspect-ratio:1.499267935578331;width:782px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/04\/filamente-3D-druck-leichtverpackungsabfall-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/04\/filamente-3D-druck-leichtverpackungsabfall-300x200.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/04\/filamente-3D-druck-leichtverpackungsabfall-150x100.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/04\/filamente-3D-druck-leichtverpackungsabfall-768x512.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/04\/filamente-3D-druck-leichtverpackungsabfall-400x267.jpg 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/04\/filamente-3D-druck-leichtverpackungsabfall.jpg 1440w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Am Fraunhofer IFAM werden die gereinigten Kunststoffabf\u00e4lle im Compounder gemischt, aufgeschmolzen und extrudiert \u00a9 Fraunhofer IFAM<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>An dieser Stelle \u00fcbernahm das Fraunhofer IFAM: \u00bbIm Projekt haben wir aus den aufbereiteten Abf\u00e4llen homogenes Polypropylen produziert\u00ab, so <strong>Dirk Godlinski<\/strong>. \u00bbDabei handelt es sich um einen vielf\u00e4ltig einsetzbaren Kunststoff, der langlebig, bruchfest und relativ flexibel ist.\u00ab<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Der Wissenschaftler und sein Team stellten daf\u00fcr einen festen Kunststoffstrang her: Sie verarbeiteten die Flakes des Polypropylen-Rezyklats in einem Industrieextruder am Fraunhofer IFAM. Dort wurde das Material zusammengef\u00fchrt, mittels unterschiedlicher Extruderschneckengeometrien durchmischt, bei Temperaturen von mehr als 200 Grad aufgeschmolzen und extrudiert.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbDas Know-how besteht darin, entlang des Herstellungsprozesses jeweils die diversen mechanischen Schnecken, Temperaturen, Dr\u00fccke und Geschwindigkeiten exakt so einzustellen, dass am Ende homogenes Polypropylen entsteht\u00ab, erkl\u00e4rt<strong> Godlinski<\/strong>. <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>So m\u00fcsse etwa f\u00fcr die Weiterverarbeitung im 3D-Druck der Durchmesser des Strangs \u00fcber die gesamte L\u00e4nge hinweg rund und konstant sein, die Oberfl\u00e4che glatt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Vorhaben gelang den Forschenden: Der etwa zwei Millimeter dicke, graue Kunststoffstrang lie\u00df sich direkt im 3D-Drucker als Filament nutzen. Erste Bauteile wie Kappen hat das Team um Dirk Godlinski bereits erfolgreich gedruckt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Machbarkeitsstudie haben die Hochschule Bremen und das Fraunhofer IFAM damit abgeschlossen, aktuell optimieren die Forschenden den Produktionsprozess. Ideen f\u00fcr Folgeprojekte existieren bereits: Laut Dirk Godlinski lie\u00dfen sich Kunststoffe etwa weiter veredeln, wenn beim Compoundieren zus\u00e4tzliche Additive wie Glasfasern erg\u00e4nzt w\u00fcrden. So k\u00f6nne man selbst \u00e4u\u00dferst hochwertige Bauteile produzieren, etwa f\u00fcr die Luftfahrt- sowie die Automobilindustrie.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgrund gesetzlicher Vorgaben steigt der Bedarf an Rezyklaten ebenfalls: Gem\u00e4\u00df der EU-Verpackungsverordnung muss die Rezyklateinsatzquote f\u00fcr Verpackungen bis 2030 bei 10 bis 35 Prozent liegen \u2013 je nach Kunststoffart und Produkt, Medizin- und Arzneiprodukte ausgenommen. Bis 2035 ist ein Rezyklatanteil von 25 bis 65 Prozent gefordert. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbEs ist wichtig, die Nachfrage von Rezyklaten zu steigern\u00ab, ist <strong>Silke Eckardt<\/strong> \u00fcberzeugt. \u00bbGerade in Hinblick auf den Klimawandel m\u00fcssen wir uns \u00fcber die Ressourceneffizienz Gedanken machen. Die Kreislaufwirtschaft wird immer wichtiger.\u00ab <strong>Dirk Godlinski<\/strong> stimmt zu: \u00bbJe mehr Abf\u00e4lle wir wiederverwerten, desto mehr Energie und Ressourcen sparen wir ein\u00ab<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<div style=\"height:13px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u00dcber die Fraunhofer-Gesellschaft<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Fraunhofer-Gesellschaft mit Sitz in Deutschland ist eine der f\u00fchrenden Organisationen f\u00fcr anwendungsorientierte Forschung. Im Innovationsprozess spielt sie eine zentrale Rolle \u2013 mit Forschungsschwerpunkten in zukunftsrelevanten Schl\u00fcsseltechnologien und dem Transfer von Forschungsergebnissen in die Industrie zur St\u00e4rkung unseres Wirtschaftsstandorts und zum Wohle unserer Gesellschaft. Die 1949 gegr\u00fcndete Organisation betreibt in Deutschland derzeit 76 Institute und Forschungseinrichtungen. Die gegenw\u00e4rtig knapp 32 000 Mitarbeitenden, \u00fcberwiegend mit natur- oder ingenieurwissenschaftlicher Ausbildung, erarbeiten das j\u00e4hrliche Finanzvolumen von 3,4 Mrd. \u20ac. Davon fallen 3,0 Mrd. \u20ac auf den Bereich Vertragsforschung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>J\u00e4hrlich landen deutschlandweit etwa 5,6 Millionen Tonnen Kunststoffverpackungen nach einmaliger Nutzung im Haushaltsm\u00fcll \u2013 weniger als ein Drittel davon l\u00e4sst sich bisher recyceln. 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