{"id":159763,"date":"2025-03-17T07:23:00","date_gmt":"2025-03-17T06:23:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=159763"},"modified":"2025-03-11T12:01:18","modified_gmt":"2025-03-11T11:01:18","slug":"carbon-cycle-lab-industrielle-rohstoffe-aus-abfallen-herstellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/carbon-cycle-lab-industrielle-rohstoffe-aus-abfallen-herstellen\/","title":{"rendered":"Carbon Cycle Lab: Industrielle Rohstoffe aus Abf\u00e4llen herstellen"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/03\/2025_013_Carbon-Cycle-Lab_72dpi-1024x576.jpg\" alt=\"Sebastian Finger und Pia Schokatz, Institut f\u00fcr Technische Chemie, in der Pyrolyseanlage Styx\" class=\"wp-image-159775\" style=\"aspect-ratio:1.7777777777777777;width:780px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/03\/2025_013_Carbon-Cycle-Lab_72dpi-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/03\/2025_013_Carbon-Cycle-Lab_72dpi-300x169.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/03\/2025_013_Carbon-Cycle-Lab_72dpi-150x84.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/03\/2025_013_Carbon-Cycle-Lab_72dpi-768x432.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/03\/2025_013_Carbon-Cycle-Lab_72dpi-400x225.jpg 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/03\/2025_013_Carbon-Cycle-Lab_72dpi.jpg 1230w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Sebastian Finger und Pia Schokatz, Institut f\u00fcr Technische Chemie, in der Pyrolyseanlage Styx. \u00a9 Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Steigende Energiekosten, knappe Ressourcen, wachsende Abfallmengen \u2013 die Menschheit hat ein M\u00fcllproblem. Mit dem <a href=\"https:\/\/www.elab.kit.edu\/cclab.php\">Carbon Cycle Lab (CCLab)<\/a> haben Forschende des Karlsruher Instituts f\u00fcr Technologie (KIT) eine neue Entwicklungsplattform f\u00fcr eine nachhaltigere Kreislaufwirtschaft geschaffen. Unter anderem wird das chemische Recycling von Kunststoffabf\u00e4llen erforscht und in den Pilotma\u00dfstab \u00fcberf\u00fchrt. Ziel ist es, bisher nicht verwertbare Abf\u00e4lle wieder in den Stoffkreislauf einzubinden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Weltweit ist die Kunststoffproduktion in den letzten 70 Jahren stark gestiegen \u2013 auf etwa 414 Millionen Tonnen im Jahr 2023. Die Recyclingquote betr\u00e4gt allerdings nur zehn Prozent. Da die Kosten f\u00fcr Energie absehbar weiter steigen und Ressourcen knapper werden, gilt es im Zeichen der Transformation der Industrie, h\u00f6here Recyclingquoten zu erzielen. Das KIT tr\u00e4gt dazu mit der neuen Forschungsplattform Carbon Cycle Lab (CCLab) bei. Zuvor war es Forschenden des KIT mit dem bioliq<sup>\u00ae<\/sup>-Projekt bereits gelungen, einen vollst\u00e4ndigen Verwertungsprozess f\u00fcr biologische Reststoffe zu entwickeln. Mit dem CCLab wird diese Arbeit auf chemisches Recyceln von Kunststoffabf\u00e4llen erweitert. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eF\u00fcr eine klimaneutrale Kreislaufwirtschaft m\u00fcssen wir die Abf\u00e4lle aus Industrie und Gewerbe, aus Haushalten sowie aus der Land- und Forstwirtschaft wieder in den Stoffkreislauf zur\u00fcckf\u00fchren und daf\u00fcr erneuerbare Energien einsetzen\u201c, sagt <strong>Professor Dieter Stapf, Leiter des Instituts f\u00fcr Technische Chemie des KIT<\/strong>. Den Kohlenstoffkreislauf zu schlie\u00dfen, schone die Umwelt und spare knappe Ressourcen. \u201eWir sind ein Land, in dem Energie und Rohstoffe knapp und teuer sind\u201c, so <strong>Stapf<\/strong>. \u201eUnsere zuk\u00fcnftigen Rohstoffe sind die Abf\u00e4lle. Sie zu recyceln, ist effizient und g\u00fcnstig. Recycling tr\u00e4gt dazu bei, unabh\u00e4ngiger von Importen fossiler Rohstoffe zu werden, was vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise besonders dringlich geworden ist.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Das Carbon Cycle Lab profitiert von bioliq<sup>\u00ae<\/sup>-Erkenntnissen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Das KIT erforscht bereits umfassend den Einsatz biogener Reststoffe und nachwachsender Rohstoffe f\u00fcr die Erzeugung nachhaltiger chemischer Produkte und Kraftstoffe. In dem Ende letzten Jahres abgeschlossenen bioliq\u00ae-Projekt errichteten Forschende und Partner eine Pilotanlage, mit der es erstmals im Tonnen-Ma\u00dfstab gelang, Benzin aus Stroh herzustellen. <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.kit.edu\/img\/pi\/2025_013_Carbon%20Cycle%20Lab%20Aussenansicht_72dpi.jpg\" alt=\"Das Carbon Cycle Lab umfasst auch Technologien der fr\u00fcheren bioliq\u00ae-Anlage zur Verarbeitung biogener Reststoffe und nachwachsender Rohstoffe\" style=\"aspect-ratio:1.7751479289940828;width:600px;height:auto\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das Carbon Cycle Lab umfasst auch Technologien der fr\u00fcheren bioliq<sup>\u00ae<\/sup>&#8211; Anlage zur Verarbeitung biogener Reststoffe und nachwachsender Rohstoffe. \u00a9 Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eVieles, was wir bei bioliq\u00ae gelernt haben, nehmen wir mit in das CCLab\u201c, so <strong>Professor Frederik Scheiff, Leiter des Bereichs chemische Energietr\u00e4ger am Engler-Bunte-Institut des KIT<\/strong>. \u201eSo konnten wir in der letzten Betriebskampagne zum ersten Mal Kunststoff\u00f6le in chemische Rohstoffe umwandeln und damit bereits die Perspektive f\u00fcr die Zukunft aufzeigen. Das hat bis jetzt so noch niemand hinbekommen\u201c, so <strong>Scheiff<\/strong>. \u201eWir haben gelernt, wie man solche Technologien entwickelt und skaliert, und wir konnten zeigen, dass sie auch nutzbar sind, um komplexe, bisher nicht recycelbare Kunststoffabf\u00e4lle in Chemierohstoffe umzuwandeln.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Verwerten bisher nicht recycelbarer Abf\u00e4lle<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die neue Forschungsplattform CCLab setzt den mit bioliq<sup>\u00ae\u00a0<\/sup>begonnenen Weg der Verwertung von Abfallstoffen konsequent fort. Aufgrund der chemischen Zusammensetzung und der Verunreinigungen kann der gr\u00f6\u00dfte Teil der Kunststoffprodukte heute nicht hochwertig recycelt werden. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eIm CCLab arbeiten wir daran, das zu recyceln, was heute verbrannt oder deponiert wird und damit Treibhausgasemissionen erzeugt\u201c, sagt Stapf. Die am KIT entwickelten neuen Technologien erm\u00f6glichen es, am Ende aus Kunststoffabf\u00e4llen wieder neue Kunststoffe zu synthetisieren, ohne Erd\u00f6l oder Erdgas einzusetzen. Die enthaltenen Schad- und St\u00f6rstoffe werden dabei zerst\u00f6rt, beziehungsweise abgetrennt. Dann werden die Produkte weiter zu Rohstoffen f\u00fcr die Herstellung neuer Kunststoffe aufbereitet. Im CCLab wollen Forschende \u00a0die gesamte Wertsch\u00f6pfungsketten demonstrieren. \u201eDas Carbon Cycle Lab ist eine wichtige Entwicklungsplattform f\u00fcr die nachhaltige Kreislaufwirtschaft. Hier \u00fcberf\u00fchren wir neue Technologien aus der Forschung am KIT und in der Helmholtz-Gemeinschaft in den Pilotma\u00dfstab\u201c, so <strong>Stapf<\/strong>.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Gro\u00dfer Bedarf an Recycling<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Derartige Technologien sind dringend notwendig: Die Recyclingziele der EU sehen vor, dass europaweit bis 2035 zus\u00e4tzlich zehn Millionen Tonnen Kunststoffe pro Jahr recycelt werden. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>F\u00fcr Deutschland, das ein Drittel aller Kunststoffe in Europa produziert, hie\u00dfe das zwei bis drei Millionen Tonnen mehr pro Jahr, betont <strong>Stapf<\/strong>: \u201eMit dem European Green Deal will die Europ\u00e4ische Union den \u00dcbergang zu einer ressourceneffizienten, klimaneutralen und wettbewerbsf\u00e4higen Wirtschaft schaffen. Das CCLab liefert wichtige Erkenntnisse dar\u00fcber, wie das im industriellen Ma\u00dfstab funktionieren kann.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Am CCLab beteiligen sich am KIT unter anderem das Institut f\u00fcr Katalyseforschung und Technologie, das Engler-Bunte-Institut sowie das Institut f\u00fcr Technische Chemie. Au\u00dferdem bestehen Kooperationen zum Technologietransfer mit vielen Industrieunternehmen. Der Bund f\u00f6rdert die Forschungsplattform als Teil der Helmholtz-Gemeinschaft.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:12px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.energie.kit.edu\/\"><strong>Details zum KIT-Zentrum Energie<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:12px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u00dcber das KIT<\/h3>\n\n\n\n<p>Als \u201eDie Forschungsuniversit\u00e4t in der Helmholtz-Gemeinschaft\u201c schafft und vermittelt das KIT Wissen f\u00fcr Gesellschaft und Umwelt. Ziel ist es, zu den globalen Herausforderungen ma\u00dfgebliche Beitr\u00e4ge in den Feldern Energie, Mobilit\u00e4t und Information zu leisten. Dazu arbeiten rund 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer breiten disziplin\u00e4ren Basis in Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts- sowie Geistes- und Sozialwissenschaften zusammen. Seine 22.800 Studierenden bereitet das KIT durch ein forschungsorientiertes universit\u00e4res Studium auf verantwortungsvolle Aufgaben in Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft vor. Die Innovationst\u00e4tigkeit am KIT schl\u00e4gt die Br\u00fccke zwischen Erkenntnis und Anwendung zum gesellschaftlichen Nutzen, wirtschaftlichen Wohlstand und Erhalt unserer nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen. Das KIT ist eine der deutschen Exzellenzuniversit\u00e4ten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Steigende Energiekosten, knappe Ressourcen, wachsende Abfallmengen \u2013 die Menschheit hat ein M\u00fcllproblem. Mit dem Carbon Cycle Lab (CCLab) haben Forschende des Karlsruher Instituts f\u00fcr Technologie (KIT) eine neue Entwicklungsplattform f\u00fcr eine nachhaltigere Kreislaufwirtschaft geschaffen. Unter anderem wird das chemische Recycling von Kunststoffabf\u00e4llen erforscht und in den Pilotma\u00dfstab \u00fcberf\u00fchrt. 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