{"id":158962,"date":"2024-12-20T07:22:00","date_gmt":"2024-12-20T06:22:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=158962"},"modified":"2025-02-25T15:53:52","modified_gmt":"2025-02-25T14:53:52","slug":"wie-die-deutsche-industrie-bis-2045-zukunftsfahig-werden-kann-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wie-die-deutsche-industrie-bis-2045-zukunftsfahig-werden-kann-2\/","title":{"rendered":"Wie die deutsche Industrie bis 2045 zukunftsf\u00e4hig werden kann"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"200\" height=\"200\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/02\/csm_Getty_496402539-Industrie_76ab2e4c8b.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-159006\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/02\/csm_Getty_496402539-Industrie_76ab2e4c8b.jpg 200w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/02\/csm_Getty_496402539-Industrie_76ab2e4c8b-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Die deutsche Wirtschaft steckt in einer Krise, gleichzeitig versch\u00e4rft sich die globale Klimakrise. Damit sich die deutsche Industrie zukunftsf\u00e4hig aufstellen kann, muss ihre Wettbewerbsf\u00e4higkeit gest\u00e4rkt werden. Dies geht einher mit der Chance, international eine Vorreiterstellung im Bereich der klimaneutralen Zukunftstechnologien einzunehmen. Daf\u00fcr haben das Wuppertal Institut und die Universit\u00e4t Kassel im Rahmen der Agora-Studie <a href=\"https:\/\/www.agora-energiewende.de\/publikationen\/klimaneutrales-deutschland-szenariopfade\">&#8220;Klimaneutrales Deutschland \u2013 Von der Zielsetzung zur Umsetzung&#8221;<\/a> einen Zielpfad f\u00fcr die Transformation des Industriesektors erarbeitet: Die Forschenden skizzieren, wie die Produktion in Deutschland bis 2045 klimapositiv werden kann.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Deutschland befindet sich mitten im \u00dcbergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft. Doch w\u00e4hrend im Energiesektor in den letzten Jahren schon gro\u00dfe Erfolge erzielt werden konnten, steht die Transformation des Industriesektors noch vergleichsweise am Anfang \u2013 und findet derzeit in einem herausfordernden Umfeld statt: Infrastrukturen m\u00fcssen z\u00fcgig um- und aufgebaut werden, die ben\u00f6tigten \u00f6ffentlichen Investitionen sind angesichts der angespannten Haushaltslage ungewiss und geopolitische Spannungen sowie Ank\u00fcndigungen aus den USA zur Einf\u00fchrung von Z\u00f6llen, beziehungsweise zu deutlichen Erh\u00f6hungen, k\u00f6nnten dazu beitragen, dass der weltweite Handel zuk\u00fcnftig weiter eingeschr\u00e4nkt wird.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ein Fahrplan, um die deutsche Industrie klimapositiv umzugestalten<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die nun erschienene Vertiefung der Szenariopfade der Agora-Studie &#8220;Klimaneutrales Deutschland \u2013 Von der Zielsetzung zur Umsetzung&#8221; zeichnet Wege, wie die deutsche Industrie das Klimaschutzziel f\u00fcr 2030 erreichen kann und gleichzeitig Kurs auf eine klimapositive Produktion bis 2045 nimmt. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>&#8220;Wesentlich f\u00fcr das Gelingen einer industriellen Transformation ist Planungssicherheit und damit ein belastbares Zukunftsbild, das Orientierung bez\u00fcglich des notwendigen Wandels bietet \u2013 und ein klares Leitbild f\u00fcr Investitionen und politische Rahmenbedingungen,&#8221; sagt <strong>Dr. Georg Holtz, Senior Researcher im Forschungsbereich Sektoren und Technologien am Wuppertal Institut<\/strong>, der an der Studie mitgewirkt hat.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>In ihrem Studien-Szenario betrachten die Forschenden daf\u00fcr nicht nur die Produktionsprozesse in der Grundstoffindustrie, sondern auch die gesamten Wertsch\u00f6pfungsketten und Materialfl\u00fcsse sowie die M\u00f6glichkeiten, Stoffkreisl\u00e4ufe zu schlie\u00dfen, was sowohl einen Beitrag zum Klimaschutz als auch zur Versorgungssicherheit leistet. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>&#8220;Die Potenziale f\u00fcr den zuk\u00fcnftigen Einsatz recycelter Materialien konnten wir durch eine detaillierte Modellierung von Produktionsketten robuster ermitteln als in bisherigen Studien und damit ihren zentralen Beitrag zu Klimaschutz und Wettbewerbsf\u00e4higkeit aufzeigen,&#8221; erg\u00e4nzt <strong>Dr. Clemens Schneider<\/strong>, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Sustainable Technology Design und im Kassel Institute for Sustainability der <strong>Universit\u00e4t Kassel<\/strong>, der ebenfalls an der Studie mitwirkte.\u00a0<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Zu den zentralen Erkenntnissen aus dem Industrie-Szenario z\u00e4hlen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Prozessw\u00e4rme-Bereitstellung kann und sollte weitgehend elektrifiziert werden, insbesondere durch den Einsatz von W\u00e4rmepumpen f\u00fcr niedrige Temperaturbereiche. Der Stromverbrauch der Industrie w\u00fcrde sich so zwar verdoppeln, aber gleichzeitig lie\u00dfe sich der Erdgasverbrauch bis 2040 auf nahezu Null senken.<\/li>\n\n\n\n<li>Biomasse sollte vor allem stofflich genutzt werden \u2013 oder, zur Sicherung von Negativemissionen, in Kombination mit CO<sub>2<\/sub>-Abscheidung und -Speicherung (Carbon Capture and Storage, CCS). F\u00fcr die Chemieindustrie bietet Biomasse als Kohlenstofftr\u00e4ger eine Alternative zu fossilen Rohstoffen.<\/li>\n\n\n\n<li>Kunststoffabf\u00e4lle und Nebenprodukte aus Chemieparks k\u00f6nnen verst\u00e4rkt recycelt werden und so ebenfalls fossile Rohstoffe der Chemieindustrie ersetzen.<\/li>\n\n\n\n<li>Der Ausstieg aus der traditionellen Hochofen-Technologie in der Stahlindustrie k\u00f6nnte durch eine Umstellung auf Direktreduktionsanlagen bereits bis 2035 erreicht werden.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Verwendung von CO<sub>2<\/sub>-intensivem Zementklinker kann gem\u00e4\u00df der Studienergebnisse langfristig um mehr als 40 Prozent reduziert werden.\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>CCS leistet einen notwendigen Beitrag zur Klimaneutralit\u00e4t und sollte prim\u00e4r im Verbund mit technisch unvermeidbaren CO<sub>2<\/sub>-Str\u00f6men in der Zement- und Kalkindustrie sowie der Abfallwirtschaft zur Anwendung kommen. Auch bei einzelnen Punktquellen der Stahl- und chemischen Industrie kann CCS mittelfristig zur schnellen CO<sub>2<\/sub>-Minderung beitragen \u2013 sowie langfristig, in Kombination mit Biomasse, zur Sicherung von Negativemissionen. Ein zu starker Fokus auf fossiles CCS in diesen Branchen birgt jedoch Risiken f\u00fcr Lock-In-Effekte und Wettbewerbsf\u00e4higkeit.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Die Agora Think Tanks werden die Studie als Grundlage f\u00fcr weitere Untersuchungen sowie f\u00fcr die Diskussion politischer Strategien und Ma\u00dfnahmen nutzen. Sie kann einen wichtigen Beitrag zur Orientierung f\u00fcr die laufenden Strategieprozesse auf Bundesebene leisten: zur Kreislaufwirtschaft, zur nachhaltigen Nutzung von Biomasse, zum Carbon Management, zu negativen Emissionen \u2013 und nicht zuletzt auch f\u00fcr die wettbewerbsf\u00e4hige und versorgungssichere Aufstellung der deutschen Industrie.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wissenschaftliche Kontakt<\/strong>e<\/h3>\n\n\n\n<p>Wuppertal Institut<br>Dr. Georg Holtz<br>E-Mail:\u00a0<a href=\"mailto:georg.holtz@wupperinst.org\">georg.holtz@wupperinst.org<\/a><br>Tel: +49 202 2492-313<\/p>\n\n\n\n<p>Universit\u00e4t Kassel<br>Dr. Clemens Schneider<br>Tel: +49 561 804-7090<br>E-Mail:\u00a0<a href=\"mailto:clemens.schneider@uni-kassel.de\">clemens.schneider@uni-kassel.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Weitere Informationen<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.agora-energiewende.de\/publikationen\/klimaneutrales-deutschland-szenariopfade\" target=\"_blank\"><strong>Studie: Klimaneutrales Deutschland \u2013 Von der Zielsetzung zur Umsetzung<\/strong><\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/wupperinst.org\/p\/wi\/p\/s\/pd\/2384\"><strong>KNDE-Update 2024 &#8211; Klimaneutrales Deutschland \u2013 von der Zielsetzung zur Umsetzung<\/strong><\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die deutsche Wirtschaft steckt in einer Krise, gleichzeitig versch\u00e4rft sich die globale Klimakrise. Damit sich die deutsche Industrie zukunftsf\u00e4hig aufstellen kann, muss ihre Wettbewerbsf\u00e4higkeit gest\u00e4rkt werden. Dies geht einher mit der Chance, international eine Vorreiterstellung im Bereich der klimaneutralen Zukunftstechnologien einzunehmen. Daf\u00fcr haben das Wuppertal Institut und die Universit\u00e4t Kassel im Rahmen der Agora-Studie &#8220;Klimaneutrales [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":159007,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","nova_meta_subtitle":"Klimaneutrales Deutschland 2045: Studie bietet schl\u00fcssiges Zukunftsbild und kann als Grundlage f\u00fcr eine l\u00f6sungsorientierte Diskussion dienen","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[10681,10744,15355,15357,11841,16523],"supplier":[1833,832],"class_list":["post-158962","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-bio-based","tag-biomasse","tag-carboncapture","tag-emissionen","tag-klima","tag-kreislaufwirtschaft","tag-zement","supplier-universitaet-kassel","supplier-wuppertal-institut-fuer-klima-umwelt-energie-gmbh"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/158962","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=158962"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/158962\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/159007"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=158962"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=158962"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=158962"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=158962"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}