{"id":156748,"date":"2025-01-22T07:32:00","date_gmt":"2025-01-22T06:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=156748"},"modified":"2025-01-20T14:35:18","modified_gmt":"2025-01-20T13:35:18","slug":"elektromobilitat-prognosemodell-fur-den-reifenabrieb-im-lieferverkehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/elektromobilitat-prognosemodell-fur-den-reifenabrieb-im-lieferverkehr\/","title":{"rendered":"Elektromobilit\u00e4t: Prognosemodell f\u00fcr den Reifenabrieb im Lieferverkehr"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.kit.edu\/img\/pi\/2024_107_Elektromobilitaet-Prognosemodell-fuer-den-Reifenabrieb-im-Lieferverkehr_72dpi.jpg\" alt=\"Menge an Gummipartikeln, die durch typischen Reifenabrieb entsteht, im Vergleich zu einer 1-Cent-M\u00fcnze\" style=\"aspect-ratio:1.777456647398844;width:717px;height:auto\" title=\"Martin Gie\u00dfler, KIT\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Gummiabrieb bei typischer Reifenverschlei\u00dfrate (30 g pro 1000 km) \u2013 im Projekt RAMUS untersuchen Forschende Entstehungsfaktoren und Einflussgr\u00f6\u00dfen. \u00a9 Martin Gie\u00dfler, KIT&nbsp;<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Beim Kontakt zwischen Reifen und Fahrbahn entstehen nach Sch\u00e4tzung des Umweltbundesamtes in Deutschland j\u00e4hrlich mindestens 100.000 Tonnen Reifenabrieb. Das entspricht etwa einem Drittel der j\u00e4hrlich freigesetzten Mikroplastik-Emissionen in Deutschland. Durch ihr h\u00f6heres Gewicht verursachen Fahrzeuge mit Elektroantrieb oft mehr Reifenabrieb als solche mit Verbrennungsmotor. Das Entstehen der Abriebmenge bei elektrifizierten Fahrzeugen untersuchen Forschende des Karlsruher Instituts f\u00fcr Technologie (KIT) und des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Techno- und Wirtschaftsmathematik im Projekt RAMUS (steht f\u00fcr: Reifenabriebsmessung und Simulation). Um ein Prognosemodell f\u00fcr Reifenabrieb zu entwickeln, testen sie Reifen an einem Pr\u00fcfstand in Betriebszyklen, die das reale Nutzungsverhalten in geraffter Form abbilden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der elektrifizierte Lieferverkehr spielt eine Schl\u00fcsselrolle bei der klimaneutralen Mobilit\u00e4t, doch der Reifenabrieb bleibt dabei eine Herausforderung. Die Fahrzeuge lassen durch das Gewicht der Batterie sowie hohe Anfahrmomente eine im Vergleich zu konventionell angetriebenen Fahrzeugen grunds\u00e4tzlich die Freisetzung h\u00f6herer Mengen an Reifenpartikeln in Form von Mikroplastik erwarten, die in der Luft als Feinstaub, in Gew\u00e4ssern als Sediment und in B\u00f6den als Verunreinigungen auffindbar sind. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eIm Gegensatz zu bisher im Fokus stehenden Verschmutzungsquellen wie Abgasen sind die Einfl\u00fcsse auf den Entstehungsprozess noch wenig erforscht\u201c, erl\u00e4utert <strong>Dr. Martin Gie\u00dfler vom Institut f\u00fcr Fahrzeugsystemtechnik (FAST) des KIT,<\/strong> der dort die Arbeitsgruppe \u201eReifen-Rad-Fahrbahn\u201c leitet.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Forschung mit realen Verkehrsdaten<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Durch die Euro-7-Norm werden nun erstmals Grenzwerte f\u00fcr den Reifenabrieb eingef\u00fchrt, die f\u00fcr neue Reifentypen ab 1. Juli 2028 f\u00fcr PKW, ab 1. April 2030 f\u00fcr leichte Nutzfahrzeuge und ab 1. April 2032 f\u00fcr schwere Nutzfahrzeuge und Busse gelten. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eUm den Abrieb reduzieren und die neuen Grenzwerte einhalten zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir genauer erforschen, wie Abrieb entsteht und wie sich beispielsweise das Gewicht des Fahrzeugs oder die Reifenart auf die Menge des Abriebs auswirken\u201c, sagt <strong>Gie\u00dfler<\/strong>. <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Zu den m\u00f6glichen Einflussgr\u00f6\u00dfen z\u00e4hlen aber auch das Fahrverhalten wie Beschleunigen und Bremsen, die Stra\u00dfenbedingungen wie Temperatur und N\u00e4sse oder die Verkehrsbedingungen wie Stau.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eWir nutzen Mobilit\u00e4tsdaten und Fahrprofile vom elektrifizierten Lieferverkehr, mit deren Hilfe wir geraffte Betriebsprofile f\u00fcr die Abriebtests am Reifenpr\u00fcfstand definieren. Die so gewonnenen Daten verwenden wir f\u00fcr die Entwicklung eines simulationsgest\u00fctzten Prognosemodells\u201c, so <strong>Gie\u00dfler<\/strong>. <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die Forschenden statten hierf\u00fcr einen Reifenpr\u00fcfstand mit einem realen Asphaltbelag aus und vermessen den Reifen hinsichtlich seines Kraft\u00fcbertragungs- und Abriebverhaltens unter verschiedenen Betriebsbedingungen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Reifen- und Prognosemodell f\u00fcr Vorhersage des Abriebs<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus wollen die Forschenden auf Basis von Pr\u00fcfstandtests und Simulationen ein Reifenmodell entwickeln, das gro\u00dfe Datenmengen zum Verschlei\u00df von virtuellen Reifen liefern soll. Die gewonnenen Daten aus den realen und virtuellen Untersuchungen flie\u00dfen anschlie\u00dfend in ein Prognosemodell ein: Dieses soll vorhersagen, wie verschiedene Faktoren \u2013 die Art des Reifens, die Belastung, das Fahrzeug oder die Fahrweise \u2013 den Reifenabrieb beeinflussen. Um die Ergebnisse des Projekts f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich zu machen, wird das Konsortium die Methode in Publikationen vorstellen und die gewonnenen Daten auf einer frei zug\u00e4nglichen Plattform bereitstellen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u00dcber RAMUS<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Innerhalb der Innovationsinitiative mFUND f\u00f6rdert das Bundesministerium f\u00fcr Digitales und Verkehr&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/bmdv.bund.de\/SharedDocs\/DE\/Artikel\/DG\/mfund-projekte\/ramus.html\" target=\"_blank\">RAMUS<\/a>&nbsp;mit insgesamt 199.738 Euro. Neben dem KIT als Koordinator ist das Fraunhofer-Institut f\u00fcr Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM involviert. Das Projekt startete im Dezember 2024 und l\u00e4uft bis 2026.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u00dcber das KIT<\/h3>\n\n\n\n<p>Als \u201eDie Forschungsuniversit\u00e4t in der Helmholtz-Gemeinschaft\u201c schafft und vermittelt das KIT Wissen f\u00fcr Gesellschaft und Umwelt. Ziel ist es, zu den globalen Herausforderungen ma\u00dfgebliche Beitr\u00e4ge in den Feldern Energie, Mobilit\u00e4t und Information zu leisten. Dazu arbeiten rund 10 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer breiten disziplin\u00e4ren Basis in Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts- sowie Geistes- und Sozialwissenschaften zusammen. Seine 22 800 Studierenden bereitet das KIT durch ein forschungsorientiertes universit\u00e4res Studium auf verantwortungsvolle Aufgaben in Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft vor. Die Innovationst\u00e4tigkeit am KIT schl\u00e4gt die Br\u00fccke zwischen Erkenntnis und Anwendung zum gesellschaftlichen Nutzen, wirtschaftlichen Wohlstand und Erhalt unserer nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen. Das KIT ist eine der deutschen Exzellenzuniversit\u00e4ten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim Kontakt zwischen Reifen und Fahrbahn entstehen nach Sch\u00e4tzung des Umweltbundesamtes in Deutschland j\u00e4hrlich mindestens 100.000 Tonnen Reifenabrieb. Das entspricht etwa einem Drittel der j\u00e4hrlich freigesetzten Mikroplastik-Emissionen in Deutschland. Durch ihr h\u00f6heres Gewicht verursachen Fahrzeuge mit Elektroantrieb oft mehr Reifenabrieb als solche mit Verbrennungsmotor. 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