{"id":156280,"date":"2025-01-14T07:26:00","date_gmt":"2025-01-14T06:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=156280"},"modified":"2025-01-09T12:27:38","modified_gmt":"2025-01-09T11:27:38","slug":"bei-innovationen-in-der-biookonomie-konnte-ostafrika-vorreiter-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bei-innovationen-in-der-biookonomie-konnte-ostafrika-vorreiter-sein\/","title":{"rendered":"Bei Innovationen in der Bio\u00f6konomie k\u00f6nnte Ostafrika Vorreiter sein"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p>Ostafrika verf\u00fcgt \u00fcber gro\u00dfe landwirtschaftliche Fl\u00e4chen, eine reiche biologische Vielfalt und eine junge Bev\u00f6lkerung &#8211; Faktoren, die die Region zu einem Vorreiter in Sachen Bio\u00f6konomie machen k\u00f6nnten. Um das Potenzial der Bio\u00f6konomie voll auszusch\u00f6pfen, muss die Region dringend die fehlende Infrastruktur, Finanzierungsengp\u00e4sse sowie das schwache politische Umfeld angehen.\u00a0<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"945\" height=\"532\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/01\/csm_Cassava_Thailand_ae18f859a3-2.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-156300\" style=\"aspect-ratio:1.7763157894736843;width:671px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/01\/csm_Cassava_Thailand_ae18f859a3-2.webp 945w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/01\/csm_Cassava_Thailand_ae18f859a3-2-300x169.webp 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/01\/csm_Cassava_Thailand_ae18f859a3-2-150x84.webp 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/01\/csm_Cassava_Thailand_ae18f859a3-2-768x432.webp 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/01\/csm_Cassava_Thailand_ae18f859a3-2-400x225.webp 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 945px) 100vw, 945px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Maniok oder Cassava dient in den Tropen als Grundnahrungsmittel. F\u00fcr die Bio\u00f6konomie gewinnt die Nutzpflanze an Bedeutung durch die St\u00e4rke nicht essbarer Sorten, die f\u00fcr die Herstellung von Bioethanol oder Kleb- und S\u00fc\u00dfstoffen dienen kann. \u00a9 Thamizhpparithi Maari via Flickr<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>In den vergangenen zehn Jahren verzeichnete Ostafrika eine robuste wirtschaftliche Entwicklung. Mit einem Wachstum von \u00fcber 5% im Jahr 2023 und wahrscheinlich auch 2024 weist es die st\u00e4rkste&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.afdb.org\/sites\/default\/files\/2024\/06\/06\/aeo_2024_-_chapter_1.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Wirtschaftsleistung des Kontinents<\/a>&nbsp;auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz dieser Erfolge steht die Region weiterhin vor gro\u00dfen Herausforderungen: Die Armutsraten sind zwar gesunken, aber die absolute Zahl der Armen ist nach wie vor hoch. Das Wirtschaftswachstum hat zudem nicht zu mehr Chancengleichheit gef\u00fchrt, soda\u00df viele junge Menschen, vor allem in l\u00e4ndlichen Gebieten, keinen Zugang zu stabilen Arbeitspl\u00e4tzen haben. Diese steigende Jugendarbeitslosigkeit \u00fcbt einen enormen Druck auf die Arbeitsm\u00e4rkte und die Wirtschaft aus. Eine weitere gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr die Entwicklung der Region ist die Abh\u00e4ngigkeit von der landwirtschaftlichen Prim\u00e4rproduktion. Produkte werden nur begrenzt weiter verarbeitet und wertsch\u00f6pfungsketten sind zu schwach oder fehlen ganz.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Versprechen der modernen Bio\u00f6konomie<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Bio\u00f6konomie bietet wichtige Entwicklungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Ostafrika. Ein zentrales Merkmal der Bio\u00f6konomie ist, dass wissenschaftliche Forschung, Wissen und Innovation nicht nur f\u00fcr die Produktion von Lebensmitteln, Futtermitteln, Fasern und Kraftstoffen eingesetzt werden k\u00f6nnen, sondern auch f\u00fcr die Herstellung einer breiten Palette von agroindustriellen Produkten und Produkten mit Mehrwert. Die Wertsch\u00f6pfung erm\u00f6glicht es den Landwirten, verarbeitete oder umgewandelte Produkte zu h\u00f6heren Preisen zu verkaufen als die urspr\u00fcnglichen Rohwaren.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiteres entscheidendes Element der Bio\u00f6konomie ist die Wertsch\u00f6pfung aus lokalen Bioressourcen, indem alle Bestandteile von Prim\u00e4rerzeugnissen und deren Produkte maximiert und genutzt werden. Eine moderne Bio\u00f6konomie ist daher der Schl\u00fcssel zur Entwicklung eines biobasierten Wachstums. Sie schafft Arbeitspl\u00e4tze auf der Grundlage erneuerbarer Ressourcen, der Widerstandsf\u00e4higkeit von \u00d6kosystemen, einer zirkul\u00e4ren &nbsp;Bioabfallwirtschaft sowie der Effizienz und Wertsch\u00f6pfung der Biomasseproduktion.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/www.welthungerhilfe.de\/fileadmin\/pictures\/fachjournalwelternaehrung\/_6_24\/Biobased_building_on_Zanzibar_3.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.welthungerhilfe.de\/fileadmin\/_processed_\/3\/a\/csm_Biobased_building_on_Zanzibar_3_375734afa0.jpg\" alt=\"Biobasierte Baumaterialien aus lokaler Produktion k\u00f6nnen den Bausektor in Ostafrika ver\u00e4ndern.\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Biobasierte Baumaterialien aus lokaler Produktion k\u00f6nnen den Bausektor in Ostafrika ver\u00e4ndern. \u00a9 SEI<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bio\u00f6konomie &#8211; eine Chance f\u00fcr Ostafrika<\/h3>\n\n\n\n<p>Mehr als 65% der Bev\u00f6lkerung in Ostafrika sind heute auf biologische Ressourcen zur Versorgung mit Nahrungsmitteln, Energie und Medikamenten angewiesen. Die Landwirtschaft erwirtschaftet \u00fcber 30% des Bruttoinlandsprodukts. Die L\u00e4nder der Region verf\u00fcgen \u00fcber eine reiche, aber weitgehend unerforschte biologische Vielfalt und eine starke Produktionsbasis f\u00fcr biologische Ressourcen.<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings war die Region bisher nur in begrenztem Ma\u00dfe in der Lage, Technologien und Know-how einzusetzen, die die landwirtschaftliche Produktion, die Bioverarbeitung und die Wertsch\u00f6pfung modernisieren k\u00f6nnten. Der geringe Grad an biologischer Verarbeitung, bei der biologische Systeme wie Mikroorganismen eingesetzt werden, um Prim\u00e4rerzeugnisse und Bioabf\u00e4lle zu veredeln und wertvolle Produkte herzustellen, erschwert es der Region, ihre Bioressourcen als Motor f\u00fcr wirtschaftliches Wachstum zu mobilisieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Erfreulicherweise bietet das l\u00e4ndliche Ostafrika viele M\u00f6glichkeiten f\u00fcr eine Ausweitung der Wertsch\u00f6pfung aus Biomasse. Dazu geh\u00f6ren die Herstellung von Biokraftstoffen, neuartigen Lebensmittelzutaten, Bioverpackungen und Bioverbundwerkstoffen. Sie schaffen neue M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Wertsch\u00f6pfung und die Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen zu vernachl\u00e4ssigbaren Opportunit\u00e4tskosten. Degradierte B\u00f6den k\u00f6nnten verbessert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Region hat sich zunehmend auch f\u00fcr st\u00e4rkere Universit\u00e4ten, Forschungseinrichtungen und Innovationskapazit\u00e4ten eingesetzt, mit einer wachsenden Zahl gut ausgebildeter Wissenschaftler und Unternehmer. Die L\u00e4nder haben Cluster und Plattformen zur F\u00f6rderung der agroindustriellen Entwicklung als Basis f\u00fcr die Expansion biobasierter Unternehmen eingef\u00fchrt oder sind dabei, diese zu erproben.<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt bietet die Entwicklung einer modernen Bio\u00f6konomie in Ostafrika ein erhebliches Potenzial zur Unterst\u00fctzung mehrerer wichtiger Ziele:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><em><strong>Nachhaltige Industrialisierung, Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen und gr\u00fcnes Wachstum<\/strong><\/em>, Belebung der Wertsch\u00f6pfungsketten f\u00fcr Bioverarbeitung und Biomasse und F\u00f6rderung von Produktionssystemen der Kreislaufwirtschaft durch produktive und effiziente Nutzung von Bioabf\u00e4llen.<\/li>\n\n\n\n<li><em><strong>H\u00f6here Ern\u00e4hrungssicherheit<\/strong><\/em>&nbsp;durch verbesserte Wertsch\u00f6pfungsketten und Verarbeitung, F\u00f6rderung einer sichereren und widerstandsf\u00e4higeren Nahrungsmittelversorgung und Beitrag zu nachhaltiger, gesunder, erschwinglicher und nahrhafter Nahrung f\u00fcr die wachsende Bev\u00f6lkerung.<\/li>\n\n\n\n<li><em><strong>Anbindung von Kleinbauern<\/strong><\/em>&nbsp;an Verarbeitungsm\u00f6glichkeiten, Wertsch\u00f6pfungsketten und neue M\u00e4rkte.<\/li>\n\n\n\n<li><em><strong>Bessere Gesundheit<\/strong><\/em>&nbsp;durch die Nutzung der biologischen Vielfalt zur Entwicklung kosteng\u00fcnstiger biopharmazeutischer Produkte, die auf spezifische gesundheitliche Probleme zugeschnitten sind.<\/li>\n\n\n\n<li><em><strong>Schaffung neuer biobasierter Produkte<\/strong><\/em>, einschlie\u00dflich Biomaterialien f\u00fcr das Bauwesen, Bio-Inputs f\u00fcr die Landwirtschaft, Enzyme f\u00fcr die Industrie und biobasierte Rohstoffe (z.B. f\u00fcr Verpackungen), um Produkte aus der Petrochemie zu ersetzen oder die wachsende Nachfrage nach funktionellen Lebensmitteln, besonderen Ern\u00e4hrungsbed\u00fcrfnissen und neuartigen Gesundheitsprodukten zu befriedigen.<\/li>\n\n\n\n<li><em><strong>Schaffung neuer Formen sauberer, nachhaltiger und moderner Bioenergie<\/strong><\/em>, z.B. Biokraftstoffe f\u00fcr Transport, Kochen und Stromerzeugung aus Bioabf\u00e4llen und industriellen Nebenprodukten, um den Klimawandel und den massiven Verbrauch von Brennholz (und der Abholzung von W\u00e4ldern) zu mindern.<\/li>\n\n\n\n<li><em><strong>Schutz der Umwelt<\/strong><\/em>&nbsp;durch Umwandlung von Abf\u00e4llen, die heute \u00d6kosysteme und S\u00fc\u00dfwasserressourcen bedrohen, in n\u00fctzliche Produkte.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bio\u00f6konomie-Initiativen in Ostafrika<\/h3>\n\n\n\n<p>In der Region sind Forschung und Entwicklung erheblich gewachsen, um die Chancen der Bio\u00f6konomie zu nutzen. Die wichtigste politische Ma\u00dfnahme ist die 2022 verabschiedete&nbsp;<em><a href=\"https:\/\/easteco.org\/policy_strategy\/eac-regional-bioeconomy-strategy\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bio\u00f6konomie-Strategie der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC)<\/a><\/em>. Sie konzentriert sich weitgehend darauf, wie Bioressourcen, einschlie\u00dflich Bioabfall, verwertet werden k\u00f6nnen. Die Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen, die Anbindung von Landwirten und Biounternehmern an neue Wertsch\u00f6pfungsketten und Marktchancen sind ebenfalls wichtige Bestandteile der Strategie. Dem regionalen Beispiel folgend entwickeln mehrere L\u00e4nder (\u00c4thiopien, Uganda, Ruanda und Burundi) derzeit ihre eigenen Bio\u00f6konomiestrategien.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das enorme Potenzial von Maniok freisetzen<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/www.welthungerhilfe.de\/fileadmin\/_processed_\/5\/5\/csm_cassava_d8fc58603c.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.welthungerhilfe.de\/fileadmin\/_processed_\/5\/5\/csm_cassava_93c5ed3a80.jpg\" alt=\"Die Maniokproduktion in Ostafrika k\u00e4mpft mit Sch\u00e4dlingen und Krankheiten, minderwertigem Pflanzmaterial und hohen Nachernteverlusten.\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Maniokproduktion in Ostafrika k\u00e4mpft mit Sch\u00e4dlingen und Krankheiten, minderwertigem Pflanzmaterial und hohen Nachernteverlusten. \u00a9 SEI<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Der Bericht zur&nbsp;<em><a href=\"https:\/\/bioinnovate-africa.org\/the-state-of-the-bioeconomy-in-eastern-africa-2024\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Lage der Bio\u00f6konomie in Ostafrika: 2024<\/a><\/em>, der vom Stockholmer Umwelt Institut zusammen mit BioInnovate Africa ver\u00f6ffentlicht wurde, enth\u00e4lt einige Fallstudien, die das Potenzial der Bio\u00f6konomie in der Region aufzeigen. Der Gro\u00dfteil der in Ostafrika produzierten Grundnahrungsmittel, wie beispielsweise Maniok (Cassava), wird nur geringf\u00fcgig verarbeitet, w\u00e4hrend es viele M\u00f6glichkeiten gibt, ihren Mehrwert zu steigern.<\/p>\n\n\n\n<p>Maniok, auch bekannt als \u201eKulturpflanze des armen Mannes\u201c, die mit ihren st\u00e4rkehaltigen Wurzelknollen auf marginalen B\u00f6den gut gedeiht, ist eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel der Region. Rund 60 Prozent der Produktion sind f\u00fcr den privaten Verbrauch und 40 Prozent f\u00fcr die Vermarktung bestimmt. Die Maniokproduktion in Ostafrika k\u00e4mpft allerdings mit gro\u00dfen Problemen, wie Sch\u00e4dlingen und Krankheiten, Mangel an hochwertigem Pflanzmaterial, schlecht funktionierenden Saatgutsystemen und hohen Nachernteverlusten.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch gibt es viele Wertsch\u00f6pfungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Maniok, von der Lebensmittelverarbeitung bis hin zu erneuerbaren Energien und nachhaltigen Verpackungen, die zu Wirtschaftswachstum und Nachhaltigkeit in der Region beitragen k\u00f6nnten. Dazu geh\u00f6rt die Verarbeitung von Maniok zu hochwertigem Mehl, das in Backwaren, Snacks und S\u00fc\u00dfigkeiten verwendet werden kann. Die Bioethanol-Produktion aus Maniok kann die Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Brennstoffen verringern, wenn die ostafrikanischen L\u00e4nder den Markt f\u00fcr erneuerbare Energien erschlie\u00dfen, indem sie die Maniok-Fermentations- und Destillationsprozesse nutzen. Nebenprodukte wie Schalen und Kuchen k\u00f6nnen zu hochwertigem Tierfutter verarbeitet werden, und die Ern\u00e4hrung und Produktivit\u00e4t von Vieh verbessern. Biologisch abbaubare Verpackungsmaterialien aus Maniokst\u00e4rke k\u00f6nnen die Umwelt schonen und die Verpackungsindustrie nachhaltiger gestalten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Umwandlung von Bioabfall in Energie<\/h3>\n\n\n\n<p>Die j\u00e4hrlich rund 40 Millionen Tonnen Bioabf\u00e4lle in wertvolle Produkte umzuwandeln bietet eine weitere wirtschaftlich bedeutende Chance, das biobasierte Wirtschaftswachstum in der Region zu f\u00f6rdern. Derzeit bleibt ein Gro\u00dfteil dieser Bioabf\u00e4lle ungenutzt und verschmutzt die Umwelt. Wenn nur ein Teil davon wiederverwendet w\u00fcrde, k\u00f6nnten Bioenergiequellen wie Biogas und Bioethanol sowie Biod\u00fcnger und Tierfutter hergestellt werden, was sowohl \u00f6kologische als auch wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/www.welthungerhilfe.de\/fileadmin\/pictures\/fachjournalwelternaehrung\/_6_24\/Biobased_building_on_Zanzibar_1.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.welthungerhilfe.de\/fileadmin\/_processed_\/3\/c\/csm_Biobased_building_on_Zanzibar_1_aea158c8f1.jpg\" alt=\"Die Verwendung von Holz in Sansibar kann das Bauwesen revolutionieren.\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Verwendung von Holz in Sansibar kann das Bauwesen revolutionieren. \u00a9 SEI<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Stahl und Beton durch Massivholz ersetzen<\/h3>\n\n\n\n<p>Ein weiteres Beispiel ist die Entwicklung und Verwendung neuartiger und moderner biobasierter Baumaterialien aus lokaler Produktion, die den Bausektor in Ostafrika ver\u00e4ndern k\u00f6nnten. Da die Bev\u00f6lkerung in der Region w\u00e4chst und die Verst\u00e4dterung zunimmt, ist umweltfreundliches Bauen von entscheidender Bedeutung. Baustoffe auf Biobasis bieten eine nachhaltige Alternative zu herk\u00f6mmlichen Baumaterialien, sie verringern den CO2-Fu\u00dfabdruck und f\u00f6rdern die \u00f6kologische Nachhaltigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Neue Produkte wie Brettsperrholz (CLT) und gro\u00dfe verleimte Sperrholzplatten (MPP), oft auch als Massivholz bezeichnet, bilden starke, tragende Strukturelemente und gelten als Baumaterial der Zukunft. Anders als Beton, der erheblich zu den Treibhausgasemissionen beitr\u00e4gt, bindet Massivholz Kohlenstoff, und erm\u00f6glicht eine neue integrierte Bautechnologie, die die Verwendung von Holz im Bauwesen revolutioniert.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/www.welthungerhilfe.de\/fileadmin\/pictures\/fachjournalwelternaehrung\/_6_24\/Biobased_building_on_Zanzibar_2.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.welthungerhilfe.de\/fileadmin\/_processed_\/8\/d\/csm_Biobased_building_on_Zanzibar_2_846ee9992e.jpg\" alt=\"Neubau auf Sansibar. Brettsperrholz gilt als das Baumaterial der Zukunft.\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Neubau auf Sansibar. Brettsperrholz gilt als das Baumaterial der Zukunft. \u00a9 SEI<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Massivholz und komprimierte Holzplatten sind in mehrfacher Hinsicht vorteilhaft: Sie sind st\u00e4rker als Stahl, sowie leichter und thermisch effizient. Die heimische Massivholzproduktion in Ostafrika kann schnell wachsende Arten wie Bambus verwenden, die nachhaltig geerntet und zu Holzwerkstoffen verarbeitet werden. Die Regierungen in der Region sollten Anreize f\u00fcr die Verwendung von biobasierten Materialien schaffen, indem sie die Leistung und Kosteneffizienz von Baumaterialien durch entsprechende Ma\u00dfnahmen und Vorschriften verbessern.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Herausforderungen z\u00fcgig bew\u00e4ltigen<\/h3>\n\n\n\n<p>Es gibt wichtige Herausforderungen, denen sich die ostafrikanischen L\u00e4nder stellen m\u00fcssen, um die Versprechungen der Bio\u00f6konomie f\u00fcr ihre Region voll auszusch\u00f6pfen. Dazu geh\u00f6ren:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Unzureichende Infrastruktur<\/strong>, einschlie\u00dflich eines Mangels an Bioraffinerien, agrotechnischen Anlagen, guten Stra\u00dfen, Lagerm\u00f6glichkeiten und Logistik, was die Wertsch\u00f6pfung einschr\u00e4nkt und die Kleinbauern von den biobasierten Wertsch\u00f6pfungsketten abkoppelt.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Unzureichende Ausbildung und Wissensl\u00fccken<\/strong>. Fehlende technische Kenntnisse \u00fcber moderne Bioverarbeitung, den Aufbau von Biounternehmen und den Aufbau zirkul\u00e4rer Bioressourcenstr\u00f6me.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Schwache oder l\u00fcckenhafte Politiken<\/strong>: Es fehlt an einer koh\u00e4renten Bio\u00f6konomiepolitik und klaren Vorschriften, die die Umsetzung von Bio\u00f6konomiestrategien leiten und Investitionen anlocken.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Finanzierungsengp\u00e4sse<\/strong>: Begrenztes Risikokapital und wenige finanzielle Anreize wie Steuererleichterungen oder Subventionen behindern die Ausweitung und den Markteintritt von biobasierten Innovationen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Potenzielle Ressourcenzuteilung und Umweltkonflikte<\/strong>: Die \u00dcbernutzung nat\u00fcrlicher Ressourcen f\u00fcr die Biomasseproduktion kann zu Bodenverschlechterung, Abholzung, Verlust der biologischen Vielfalt, Wasserknappheit und einer Verschlechterung der Ern\u00e4hrungssicherheit f\u00fchren.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Unzureichender Marktzugang und -integration<\/strong>: Der Marktzugang f\u00fcr biobasierte Produkte wird durch fehlende Zertifizierungen und Standards erschwert, und die Fragmentiertung der regionalen M\u00e4rkte behindert die Entwicklung der Wertsch\u00f6pfungskette.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Ostafrika k\u00f6nnte sein Potenzial f\u00fcr ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum, die Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen, den Umweltschutz und die soziale Inklusion voll entfalten, wenn es unverz\u00fcglich Ma\u00dfnahmen ergreift, um die Entwicklung der Bio\u00f6konomie energisch zu f\u00f6rdern. Entscheidend f\u00fcr den Erfolg werden die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren und koordinierte Bem\u00fchungen um eine gemeinsame Vision f\u00fcr eine dynamische Bio\u00f6konomie sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ostafrika verf\u00fcgt \u00fcber gro\u00dfe landwirtschaftliche Fl\u00e4chen, eine reiche biologische Vielfalt und eine junge Bev\u00f6lkerung &#8211; Faktoren, die die Region zu einem Vorreiter in Sachen Bio\u00f6konomie machen k\u00f6nnten. Um das Potenzial der Bio\u00f6konomie voll auszusch\u00f6pfen, muss die Region dringend die fehlende Infrastruktur, Finanzierungsengp\u00e4sse sowie das schwache politische Umfeld angehen.\u00a0 In den vergangenen zehn Jahren verzeichnete Ostafrika [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":156303,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","nova_meta_subtitle":"Das Potenzial ist gro\u00df, aber begrenzte Mittel f\u00fcr den Einsatz neuer Technologien und Know-how in landwirtschaftlicher Produktion oder Bioverarbeitung sind ein Hemmschuh","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[5839,7667,10681,23238,10608,13790,12987,11841,12344],"supplier":[25488,25489,5653],"class_list":["post-156280","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-bio-based","tag-bioethanol","tag-biokraftstoffe","tag-biomasse","tag-biomaterialien","tag-biooekonomie","tag-biotreibstoffe","tag-holzbau","tag-kreislaufwirtschaft","tag-verpackungen","supplier-bioinnovate-africa","supplier-east-african-community","supplier-stockholm-environment-institute"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/156280","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=156280"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/156280\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/156303"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=156280"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=156280"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=156280"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=156280"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}