{"id":156208,"date":"2025-01-15T07:26:00","date_gmt":"2025-01-15T06:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=156208"},"modified":"2025-01-10T12:31:48","modified_gmt":"2025-01-10T11:31:48","slug":"indien-will-in-der-biookonomie-zur-spitze-gehoren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/indien-will-in-der-biookonomie-zur-spitze-gehoren\/","title":{"rendered":"Indien will in der Bio\u00f6konomie zur Spitze geh\u00f6ren"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p>Die Bio\u00f6konomie gewinnt weltweit erheblich an Dynamik. Das&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.naturefinance.net\/resources-tools\/global-bioeconomy-g20-stocktake\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Welt-Bio\u00f6konomie Forum<\/a>&nbsp;sch\u00e4tzt das Volumen des Sektors auf etwa 4 Billionen Dollar, er k\u00f6nnte bis 2050 auf sch\u00e4tzungsweise&nbsp;<a href=\"https:\/\/birac.nic.in\/webcontent\/IBER_2024.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">30 Billionen<\/a>&nbsp;Dollar wachsen. Zunehmend investieren Staaten in biobasierte Innovationen, um in den Bereichen Energie, Ern\u00e4hrungssicherheit, Gesundheit, Klimaschutz und Klimaanpassung neue L\u00f6sungen zu finden. Indien ist einer der Spitzenreiter beim weltweiten Wachstum der Bio\u00f6konomie. Es wird erwartet, da\u00df der heimische Wirtschaftszweig bis 2030 einen Wert von 300 Mrd. Dollar erreichen wird.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"945\" height=\"532\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/01\/csm_India_bangalore_airport_2c1075783e-1.webp\" alt=\"Der mit \u00fcppigem Gr\u00fcn geschm\u00fcckte neue Flughafen von Bangalore gilt als Sinnbild der politischen Ziele f\u00fcr den Ausbau der Kreislaufwirtschaft und der Bio\u00f6konomie.\" class=\"wp-image-156236\" style=\"aspect-ratio:1.7763157894736843;width:738px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/01\/csm_India_bangalore_airport_2c1075783e-1.webp 945w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/01\/csm_India_bangalore_airport_2c1075783e-1-300x169.webp 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/01\/csm_India_bangalore_airport_2c1075783e-1-150x84.webp 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/01\/csm_India_bangalore_airport_2c1075783e-1-768x432.webp 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2025\/01\/csm_India_bangalore_airport_2c1075783e-1-400x225.webp 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 945px) 100vw, 945px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der mit \u00fcppigem Gr\u00fcn geschm\u00fcckte neue Flughafen von Bangalore gilt als Sinnbild der politischen Ziele f\u00fcr den Ausbau der Kreislaufwirtschaft und der Bio\u00f6konomie. \u00a9 Anjali Taneja&nbsp;<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Warum Bio\u00f6konomie?<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Bio\u00f6konomie erg\u00e4nzt die Revolution der sauberen Technologien. Sie ber\u00fccksichtigt die Grundprinzipien der Kreislaufwirtschaft, d.h. Wiederverwendung, Reparatur, Aufarbeitung und Recycling, um die Ressourcennutzung zu optimieren und die Abfallmengen zu verringern.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Recycling und die Wiederverwendung biologischer Ressourcen senken den Bedarf an neuen Materialien und verringern damit den Druck auf die \u00d6kosysteme und die Zerst\u00f6rung von Lebensr\u00e4umen. Durch die Reparatur und Wiederverwendung werden die mit den Produktions- und Entsorgungsprozessen verbundenen Emissionen reduziert. Die&nbsp;<a href=\"https:\/\/cstep.in\/publications-details.php?id=2763\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">zirkul\u00e4re Bio\u00f6konomie<\/a>&nbsp;leistet also einen wichtigen Beitrag, um Abf\u00e4lle zu verringern und effizienter zu nutzen, Luft- und Wasserverschmutzung zu reduzieren und die biologische Vielfalt zu erhalten. Sie ist ein Eckpfeiler auf dem Weg zu einer kohlenstoffarmen, klimaresistenten und naturvertr\u00e4glichen Zukunft.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bio\u00f6konomie in Indien: Potenzial und Initiativen<\/h3>\n\n\n\n<p>I<a href=\"https:\/\/birac.nic.in\/webcontent\/IBER_2024.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ndiens Bio\u00f6konomie<\/a>&nbsp;ist von 10 Mrd. Dollar im Jahr 2014 auf 151 Mrd. Dollar im Jahr 2023 gewachsen, das sind mehr als 4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Indien hat im August 2024 die erste&nbsp; Biotechnologiepolitik eingef\u00fchrt, die&nbsp;<em>Biotechnology for Economy, Environment and Employment (<\/em><a href=\"https:\/\/pib.gov.in\/PressReleasePage.aspx?PRID=2050369\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><em>BioE3<\/em><\/a><em>) Policy<\/em>. Sie zielt darauf ab, eine leistungsstarke industrielle Bioproduktion in Bereichen wie biobasierte Chemikalien, intelligente Proteine, Pr\u00e4zisions-Biotherapeutika und klimaresistente Landwirtschaft zu f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<p>Konkret strebt die BioE3-Politik in Indien ein gr\u00fcnes Wachstum an, indem sie Zentren f\u00fcr die Bioproduktion und f\u00fcr biok\u00fcnstliche Intelligenz (Bio-KI) aufbaut, die regionale Entwicklung f\u00f6rdert, lokale Ressourcen nutzt, Spitzentechnologien integriert sowie Arbeitspl\u00e4tze schafft. Sie legt zudem den Schwerpunkt auf regulatorische Reformen und internationale Zusammenarbeit, um die Wettbewerbsf\u00e4higkeit Indiens im globalen Bio\u00f6konomie-Sektor zu st\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Dies sind die Sektoren:<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.welthungerhilfe.de\/fileadmin\/_processed_\/9\/1\/csm_4_pillars-2_93fbc1096b.png\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.welthungerhilfe.de\/fileadmin\/_processed_\/9\/1\/csm_4_pillars-2_41e1096f34.png\" alt=\"\" style=\"aspect-ratio:1.7763157894736843;width:745px;height:auto\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n<p><em><strong>BioIndustrial<\/strong><\/em>: Mit 72,6 Mrd. Dollar macht sie etwa 50 Prozent der gesamten indischen Bio\u00f6konomie aus. Dazu geh\u00f6ren Biokraft- und -kunststoffe, biobasierte Chemikalien und industrielle Enzyme. Dieses Segment ist ein Eckpfeiler der indischen Bio\u00f6konomie.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>BioAgri<\/strong><\/em>: Wert: 12,4 Mrd. Dollar (etwa 8 Prozent des Gesamtvolumens). Der Schwerpunkt liegt auf landwirtschaftlicher Biotechnologie wie Bt-Baumwolle, sowie auf Biod\u00fcngern, Biopestiziden und Pr\u00e4zisionslandwirtschaft, zur Steigerung der Produktivit\u00e4t und Resilienz.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>BioPharma<\/strong><\/em>: Wert: 53,8 Mrd. Dollar (35,6 Prozent des Gesamtvolumens). Der Schwerpunkt liegt auf erschwinglichen L\u00f6sungen in den Bereichen Pharmazeutika, Biologika, Diagnostika und medizinische Ger\u00e4te.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>BioIT<\/strong><\/em>\/Forschungsdienstleistungen: Mit 12,1 Mrd. Dollar bewertet (6,11 Prozent des Gesamtvolumens). Hervorzuheben ist das Fachwissen in den Bereichen Auftragsforschung, klinische Versuche, Bioinformatik, Biotech-Software und Bio-Bildung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Biokraftstoffe sind der Schl\u00fcssel<\/h3>\n\n\n\n<p>Indiens Bio\u00f6konomie-Strategie setzt au\u00dferdem auf eine st\u00e4rkere Nutzung von Biokraftstoffen. Beim&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/pib.gov.in\/PressReleasePage.aspx?PRID=2036867\" target=\"_blank\">G20-Gipfel 2023<\/a> hat Indien deshalb zusammen mit den USA, Brasilien, Italien, Argentinien, Singapur, Bangladesch, Mauritius und den Vereinigten Arabischen Emiraten die Globale Allianz f\u00fcr Biokraftstoffe ins Leben gerufen. Gest\u00fctzt auf eine solide politische Unterst\u00fctzung und starke Nachfrage hat Bioethanol \u2013 eine erneuerbare Energiequelle, die aus Biomasse durch die Fermentation von Zuckerrohr, Zuckerr\u00fcben, pflanzlicher St\u00e4rke, Mais, Gerste, Weizen und Schwarzlauge gewonnen wird \u2013 in den letzten Jahren einen wachsenden Trend verzeichnet. Der Biokraftstoff wird vor allem f\u00fcr Fahrzeuge und die Stromerzeugung in landwirtschaftlichen Betrieben eingesetzt und f\u00f6rdert die \u00f6kologische wie auch die wirtschaftliche Nachhaltigkeit.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/www.welthungerhilfe.de\/fileadmin\/_processed_\/f\/6\/csm_India_G20_biofuel_kl_971182648f.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.welthungerhilfe.de\/fileadmin\/_processed_\/f\/6\/csm_India_G20_biofuel_kl_e021e65bc8.jpg\" alt=\"\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Indien startete als eine Priorit\u00e4t seiner G20-Pr\u00e4sidentschaft 2023 eine Globale Biosprit-Allianz, u.a. mit Brasilien und den USA. \u00a9 G20 via Flickr<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>F\u00fcr die Bauern hat die Bioethanolerzeugung einen zus\u00e4tzlichen Markt f\u00fcr \u00fcbersch\u00fcssiges Getreide und Zucker geschaffen. \u00dcbersteigt deren Angebot die Nachfrage, bietet die Umwandlung in Bioethanol eine Alternative. Dies hilft, Verschwendung zu minimieren und sichert den Landwirten bessere Ertr\u00e4ge. Sollte allerdings die Nachfrage nach Getreide und Zucker h\u00f6her als das Angebot sein, w\u00fcrde akut die Ern\u00e4hrungssicherheit leiden. Dieses Problem lie\u00dfe sich entsch\u00e4rfen, wenn lokale Wertsch\u00f6pfungsketten st\u00e4rker unterst\u00fctzt und die Wiederverwendung und das Recycling von Lebensmittelressourcen gef\u00f6rdert w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p>Jede Diskussion \u00fcber Indiens Nahrungsgetreide w\u00e4re unvollst\u00e4ndig ohne einen Blick auf Reis oder Paddy (ungesch\u00e4lter Reis). Reis macht \u00fcber 23 Prozent der indischen Bruttoanbaufl\u00e4che aus. Das Land erzeugt j\u00e4hrlich rund 490 Millionen Tonnen an Reis-Nebenprodukten, davon 38 Prozent Reisstroh, 20 Prozent Reish\u00fclsen und 8 Prozent Reiskleie. F\u00fcr die Bio\u00f6konomie ist die Verarbeitung und Wertsteigerung dieser Produkte von gro\u00dfem Interesse.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">BioAgri mit Fokus auf landwirtschaftliche Biotechnologie<\/h3>\n\n\n\n<p>Auch BioAgri gewinnt in Indien langsam an Bedeutung. Dieser Teilsektor umfasst gentechnisch ver\u00e4nderte (GV) Pflanzen; eines der bekanntesten Beispiele ist die Produktion von <em>Bacillus thuringiensis<\/em> (Bt)-Baumwolle. Sie ist derzeit die einzige gentechnisch ver\u00e4nderte Kulturpflanze, die in Indien f\u00fcr den kommerziellen Anbau zugelassen ist. In den Jahren 2023-24 hat&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/birac.nic.in\/webcontent\/IBER_2024.pdf\" target=\"_blank\">Bt-Baumwolle<\/a>&nbsp;trotz versp\u00e4teter Monsune und anderer klimatischer Widrigkeiten die Baumwollproduktion erheblich gesteigert. Die gentechnisch ver\u00e4nderte Pflanze ist widerstandsf\u00e4higer gegen Sch\u00e4dlinge und Klimaeinfl\u00fcsse, tr\u00e4gt zu h\u00f6heren Ertr\u00e4gen bei und verringert die Abh\u00e4ngigkeit von chemischen D\u00fcngern und Pestiziden. So konnte die Baumwollproduktion von 6,8 Millionen Tonnen im Jahr 2022 auf 7,6 Millionen Tonnen im Jahr 2023 gesteigert werden.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/www.welthungerhilfe.de\/fileadmin\/_processed_\/c\/c\/csm_Indien_Baumwolle_b0abfa6af8.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.welthungerhilfe.de\/fileadmin\/_processed_\/c\/c\/csm_Indien_Baumwolle_10a208a4e1.jpg\" alt=\"Gentechnisch ver\u00e4nderte Bt-Baumwolle wird in in Indien seit mehr als 20 Jahren angebaut\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Gentechnisch ver\u00e4nderte Bt-Baumwolle wird in in Indien seit mehr als 20 Jahren angebaut. \u00a9 ISAAA<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Besonders f\u00fcr Kleinbauern kann das eine h\u00f6here Produktivit\u00e4t und Rentabilit\u00e4t bedeuten. Au\u00dferdem sinkt die Umweltbelastung, und die Bauern werden weniger sch\u00e4dlichen Chemikalien ausgesetzt. Folglich hat der BioAgri-Sektor nicht nur das Einkommen der Landwirte gest\u00e4rkt, sondern auch M\u00f6glichkeiten f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Investitionen und Gewinne im Bereich der Biotechnologie er\u00f6ffnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Zugleich z\u00e4hlt auch die allgemeine \u00f6ffentliche Wahrnehmung. Ein Mangel an Kenntnis sch\u00fcrt die Skepsis der Menschen, so ist die gesellschaftliche Akzeptanz so gering wie die Nutzung von gentechnisch ver\u00e4nderten Pflanzen \u2013 insbesondere wegen der damit verbundenen Risiken und unsicheren Umweltauswirkungen. Um diese Risiken zu vermeiden, ist eine intensivere Forschung \u00fcber die Fortschritte der Biotechnologie erforderlich. Auch k\u00f6nnten gezielte Aufkl\u00e4rungskampagnen zur Erl\u00e4uterung der Vor- und Nachteile solcher Pflanzen hilfreich sein. Robuste Sicherheitsma\u00dfnahmen und gestraffte Regulierungsverfahren k\u00f6nnten eine z\u00fcgige Einf\u00fchrung erleichtern.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Herausforderungen, Risiken und m\u00f6gliche L\u00f6sungen<\/h3>\n\n\n\n<p>Das Potenzial der indischen Bio\u00f6konomie scheint zwar vielversprechend, doch m\u00fcssen einige inh\u00e4rente Herausforderungen und Risiken bew\u00e4ltigt werden, um es voll aussch\u00f6pfen zu k\u00f6nnen. So geh\u00f6ren zu den grundlegenden Problemen des noch jungen indischen Bio\u00f6konomiesektors die Defizite an qualifizierten Arbeitskr\u00e4ften, eine unzureichende Finanzierung und mangelnde gesellschaftliche Akzeptanz. Der Personalmangel behindert beispielsweise in Bereichen der Biotechnologie, Bioinformatik, synthetischer Biologie und Bioproduktion die Innovation. Deshalb sind Bildung, Fortbildung und Mentoring \u00e4u\u00dferst wichtig. Spezielle Programme an Hochschulen, Kooperationsinitiativen zwischen Industrie und Universit\u00e4ten sowie Schulungen f\u00fcr Studenten, Forscher und Unternehmer k\u00f6nnten die Qualifizierung f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Hohe Volatilit\u00e4t erschwert Investitionen&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<p>Um das Wachstum der Bio\u00f6konomie in Indien zu f\u00f6rdern, bedarf es eines Zuflusses regelm\u00e4\u00dfiger Investitionen. Der Sektor unterliegt jedoch starken Schwankungen und ist finanziellen Risiken ausgesetzt, z.B. unsicheren Renditen und unbestimmten Saatgutpreisen. Dies macht den Wirtschaftszweig f\u00fcr Investoren und Landwirte weniger attraktiv.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend Forschung und Innovation gedeihen, bleibt die Umsetzung vom Labor in kommerziell nutzbare Produkte eine Herausforderung. Die Einrichtung von Bioproduktionszentren, Biofoundries (Technologieplattformen f\u00fcr synthetische Biologie), oder Bio-KI-Zentren erfordert Infrastruktur, Finanzmittel und Fachwissen. Viele Erwartungen richten sich auf \u00f6ffentlich-private Partnerschaften, wenn es um die notwendige Unterst\u00fctzung f\u00fcr Startkapital geht, um Risiken zu teilen und Ressourcen zu b\u00fcndeln.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Innovation f\u00fcr h\u00f6here Selbstversorgung<\/h3>\n\n\n\n<p>Ein weiteres Anwendungsgebiet der Bio\u00f6konomie ist die St\u00e4rkung der lokalen Liefer- und Wertsch\u00f6pfungsketten, um die Abh\u00e4ngigkeit Indiens von weltweiten Importen zu verringern. Dies umfasst beispielsweise das Verbrennen von Reisstoppeln. Wohl steht die Wertsch\u00f6pfungskette beim Reis beim \u00dcbergang zur Bio\u00f6konomie vor einigen H\u00fcrden, weil beispielsweise die Zeitspanne zwischen der Ernte der Monsun- und der Winterkulturen sehr kurz ist. Das Einpfl\u00fcgen von Reisstroh in den Boden, wie es im Rahmen des indischen&nbsp;<a href=\"https:\/\/iiss.icar.gov.in\/eMagazine\/v1i1\/15.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Happy-Seeder-Programms<\/a>&nbsp;gef\u00f6rdert wird, unterstreicht derweil die Idee eines bioregenerativen Ansatzes, durch den Materialien zur Verbesserung der Bodenqualit\u00e4t beitragen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.welthungerhilfe.de\/fileadmin\/_processed_\/3\/d\/csm_rice_straw_99561b3a5f.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.welthungerhilfe.de\/fileadmin\/_processed_\/3\/d\/csm_rice_straw_616d9df737.jpg\" alt=\"Als biogene Ressource birgt Reisstroh als Nebenprodukt gro\u00dfes Potenzial\" style=\"aspect-ratio:1.6878402903811252;width:712px;height:auto\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Als biogene Ressource birgt Reisstroh als Nebenprodukt gro\u00dfes Potenzial. \u00a9 International Rice Research Institute (IRRI) via Flickr<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Neue Zwischentechnologien wie f\u00fcr Strohballenpressung sowie der systematische Austausch von Wissen und Forschungsergebnissen \u00fcber gemischte Anbaumethoden k\u00f6nnten ebenfalls dazu beitragen, Ver\u00e4nderungen zu bewirken. Gleichzeitig ben\u00f6tigt die einheimische Produktion wichtiger Inputs und Materialien (z.B. Enzyme und Spezialger\u00e4te) der F\u00f6rderung, um&nbsp; Eigenst\u00e4ndigkeit zu st\u00e4rken. Die staatliche Unterst\u00fctzung durch steuerliche Anreize, Zusch\u00fcsse und Subventionen k\u00f6nnte weitere Innovationssch\u00fcbe ausl\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Unbeabsichtigte Umweltgefahren vermeiden<\/h3>\n\n\n\n<p>Bei der F\u00f6rderung der Bio\u00f6konomie gilt es vorrangig, die vollst\u00e4ndige Nachhaltigkeit, d.h. die Erhaltung von Land, Wasser und biologischer Vielfalt, sicherzustellen. Auch wenn der Schwerpunkt auf der zirkul\u00e4ren Bio\u00f6konomie liegt, k\u00f6nnen einige biotechnologische Prozesse durchaus unbeabsichtigte \u00f6kologische Folgen haben. So k\u00f6nnte die gro\u00df angelegte Produktion von biobasierten Materialien zu Abholzung, Monokulturen und \u00fcberm\u00e4\u00dfigem Wasserverbrauch f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die unsachgem\u00e4\u00dfe Entsorgung von Bioabf\u00e4llen oder Nebenprodukten k\u00f6nnte nat\u00fcrlichen \u00d6kosystemen schaden, was sich nachteilig auf die Lebensgrundlagen lokaler Gemeinschaften auswirken kann. Deshalb bedarf es sorgf\u00e4ltiger Planung und strikter Umweltvorschriften, um diese Risiken zu begrenzen. Eine proaktive Regierungsf\u00fchrung und ein regelm\u00e4\u00dfiger Austausch mit Gemeinschaften und Interessengruppen k\u00f6nnten sicherstellen, die Bio\u00f6konomie-Strategie integrativ und nachhaltig zu machen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Indien an einer kritischen Schwelle<\/h3>\n\n\n\n<p>Soll der \u00dcbergang zur Bio\u00f6konomie reibungslos gelingen, ist ein kooperativer Ansatz erforderlich. Dazu geh\u00f6ren einheitliche Rahmenbedingungen, die sich auf einen Konsens zwischen den verschiedenen Interessengruppen (Prim\u00e4rerzeugern, Logistikdienstleistern, Forschern und politischen Entscheidungstr\u00e4gern) st\u00fctzen k\u00f6nnen. Sie sind von entscheidender Bedeutung. Sie setzen voraus:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Ein transparentes und unterst\u00fctzendes politisches Umfeld, das Investitionen anregt, Vorschriften vereinfacht und Inklusivit\u00e4t und nachhaltige Praktiken f\u00f6rdert.<\/li>\n\n\n\n<li>Starke Allianzen zwischen Regierung, Industrie, Wissenschaft und Verbrauchern, um Innovationen voranzutreiben und Wachstum integrativ zu gestalten.<\/li>\n\n\n\n<li>Ausbildungsprogramme f\u00fcr qualifizierte Arbeitskr\u00e4fte und Aufkl\u00e4rungskampagnen, um die gesellschaftliche Akzeptanz f\u00fcr biobasierte Produkte zu verbessern.<\/li>\n\n\n\n<li>Kontinuierliche Forschung und Entwicklung, um kosteng\u00fcnstige und ausbauf\u00e4hige L\u00f6sungen zu entwickeln.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Indien befindet sich an einer kritischen Schwelle auf seinem Weg zur Bio\u00f6konomie. Durch die F\u00f6rderung von Innovationen, die St\u00e4rkung lokaler Kapazit\u00e4ten und die Ber\u00fccksichtigung von Kreislaufprinzipien k\u00f6nnte das Land eine entscheidende Rolle beim globalen \u00dcbergang zu einer biobasierten Zukunft spielen. Dieser Wandel bietet nicht nur eine weitere Gelegenheit f\u00fcr Wachstum, sondern ist ein Weg, um eine sichere, integrative und nachhaltige Zukunft zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.welthungerhilfe.de\/fileadmin\/_processed_\/b\/4\/csm_Anjali_Taneja_pic_36c693783c.jpeg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Taneja Anjali<\/strong>&nbsp;<strong>Center for Study of Science, Technology and Policy (CSTEP)<\/strong>&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.welthungerhilfe.de\/welternaehrung\/people-of-welthungerhilfe\/taneja-anjali\">Alle Artikel von Taneja Anjali&nbsp;<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.welthungerhilfe.de\/fileadmin\/_processed_\/4\/2\/csm_Khushboo_Garg_pic_00b96bd808.jpeg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Khushboo Garg<\/strong>&nbsp;<strong>Center for Study of Science, Technology and Policy (CSTEP)<\/strong>&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.welthungerhilfe.de\/welternaehrung\/people-of-welthungerhilfe\/khushboo-garg\">Alle Artikel von Khushboo Garg&nbsp;<\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Weiterf\u00fchrende Literatur:<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>CSTEP\u2019s White Paper on Circular Bioeconomy 2024 &#8211;&nbsp;<a href=\"https:\/\/cstep.in\/publications-details.php?id=2763\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Growing the circular bioeconomy, with a focus on the Global South<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>India Bioeconomy Report 2024 by BIRAC &#8211;&nbsp;<a href=\"https:\/\/birac.nic.in\/webcontent\/IBER_2024.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">IBER_2024.pdf<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Agricultural Bioeconomy 2023 (Innovation and Foresight in the post-COVID Era) &#8211;<a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/book\/9780323905695\/agricultural-bioeconomy\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.sciencedirect.com\/book\/9780323905695\/agricultural-bioeconomy<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>The Bioeconomy and Food System Transformation 2023 &#8211;&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/books\/NBK599635\/#:~:text=Bioeconomy%20offers%20support%20for%20the,and%20recycling%20of%20food%20resources\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/books\/NBK599635\/#:~:text=Bioeconomy%20offers%20support%20for%20the,and%20recycling%20of%20food%20resources<\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li>Changing Agricultural Stubble Burning Practices in the Indo-Gangetic Plains: is the Happy Seeder a Profitable Alternative 2020 &#8211;&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/14735903.2020.1834277\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/14735903.2020.1834277<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bio\u00f6konomie gewinnt weltweit erheblich an Dynamik. 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