{"id":155788,"date":"2025-01-06T07:29:00","date_gmt":"2025-01-06T06:29:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=155788"},"modified":"2024-12-19T14:51:25","modified_gmt":"2024-12-19T13:51:25","slug":"biookonomie-bericht-deutschland-braucht-zu-viel-flache-im-ausland-fur-die-landwirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biookonomie-bericht-deutschland-braucht-zu-viel-flache-im-ausland-fur-die-landwirtschaft\/","title":{"rendered":"Bio\u00f6konomie-Bericht: Deutschland braucht zu viel Fl\u00e4che im Ausland f\u00fcr die Landwirtschaft"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p><strong>Deutschland braucht 2,8-mal so viel landwirtschaftliche Fl\u00e4che wie im eigenen Land verf\u00fcgbar, um die Nachfrage zu decken. Dies zeigt ein neuer Bericht, der vom <a href=\"https:\/\/www.uni-kassel.de\/forschung\/en\/cesr\/start\">Center for Environmental Systems Research (CESR)<\/a> koordiniert und von der Universit\u00e4t Kassel ver\u00f6ffentlicht wurde. Es gibt jedoch auch positive Entwicklungen.<\/strong>\u00a0<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.uni-kassel.de\/uni\/files\/_processed_\/2\/8\/csm_Beck_OBrian_86f8eeb64e.jpeg\" alt=\"\" style=\"aspect-ratio:1.776;width:713px;height:auto\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Landwirtschaftliche Fl\u00e4che ist ein knappes Gut.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Der Bericht pr\u00e4sentiert neue Daten \u00fcber die Leistung der deutschen Bio\u00f6konomie. Er zeigt wie viel Biomasse aus Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei im Jahr 2020 f\u00fcr verschiedene Zwecke produziert, gehandelt und verbraucht wurde. Dabei wurden auch die Auswirkungen unter anderem auf Arbeitspl\u00e4tze, biologische Vielfalt und Potenziale der Kreislaufwirtschaft bewertet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Biomassenutzung in der Bio\u00f6konomie wird intelligenter. Zum Beispiel ist in den letzten drei Jahren eine deutliche Verschiebung von konventionellen Biokraftstoffen hin zu fortschrittlichen Biokraftstoffen aus Abf\u00e4llen, Reststoffen und Nebenprodukten zu beobachten. Gleichzeitig werden 80% der Biokraftstoffe importiert. Der Wettbewerb um Abfall- und Reststoffe nimmt zu, da auch innovative Verwendungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr z.B. Textilien und Chemikalien gefunden werden. Dies deutet auf eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen f\u00fcr die Politik bei der Umsetzung der Bio\u00f6konomie hin, die der Bericht identifiziert: die Bew\u00e4ltigung von Zielkonflikten. Synergien und Widerspr\u00fcche zwischen verschiedenen Nutzungsoptionen m\u00fcssen daher sorgf\u00e4ltig gepr\u00fcft werden, zum Beispiel zwischen stofflicher und energetischer Nutzung, so der Bericht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Noch keine ausgewogene Entwicklung der Bio\u00f6konomie<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die nachhaltige Verf\u00fcgbarkeit von Biomasse h\u00e4ngt von den Umweltauswirkungen und den M\u00f6glichkeiten f\u00fcr ein Wirtschaften innerhalb \u00f6kologischer Grenzen ab. Eine ausgewogene Bio\u00f6konomie im Einklang mit den globalen Nachhaltigkeitszielen erfordert eine Balance zwischen Verbrauch und nachhaltiger Versorgung. Mehr als 60% der f\u00fcr den deutschen Konsum genutzten landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen sind Gr\u00fcnland und dienen der Ern\u00e4hrung von Nutztieren, um den hohen Fleischkonsum zu decken, der mindestens dreimal so hoch ist wie empfohlen. 16% des deutschen Wasserverbrauchs f\u00fcr die Bio\u00f6konomie stammen aus Regionen mit hoher Wasserknappheit, haupts\u00e4chlich aus dem Nahen Osten. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnten zunehmende Waldst\u00f6rungen mittelfristig zu Erntedefiziten bei Nadelholzarten f\u00fchren. Eine sorgf\u00e4ltige Planung ist daher unerl\u00e4sslich, um die zuk\u00fcnftige Versorgung sicherzustellen und die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Dazu geh\u00f6rt eine effiziente, suffiziente, gerechte und sichere Nutzung von Biomasse.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Verbesserungsoptionen und Zukunftsperspektive&nbsp;<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Umweltfu\u00dfabdr\u00fccke wurden sowohl auf der Grundlage eines Referenzszenarios als auch in Form eines einfachen &#8220;Was-w\u00e4re-wenn&#8221;-Szenarios bis zum Jahr 2050 modelliert. Das Referenzszenario schreibt die Trends der wichtigsten Einflussfaktoren der Bio\u00f6konomie fort. Es zeigt, dass mehrere Fu\u00dfabdr\u00fccke abnehmen, zum Teil als Folge der Energiewende und des allm\u00e4hlichen R\u00fcckgangs des Fleischkonsums. Eine Umstellung auf eine ges\u00fcndere Ern\u00e4hrung k\u00f6nnte aber noch weiter dazu beitragen, diese Trends zu verst\u00e4rken. Wenn der Fleischkonsum pro Kopf in Deutschland auf 300 Gramm pro Woche reduziert w\u00fcrde, k\u00f6nnten der landwirtschaftliche Biomasse-Fu\u00dfabdruck, der landwirtschaftliche Fl\u00e4chen-Fu\u00dfabdruck und der Klima-Fu\u00dfabdruck im Jahr 2050 um 13%, 14% bzw. 17% verringert werden im Vergleich zum Referenzszenario. Dieses Szenario ber\u00fccksichtigt Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ganzheitliche Betrachtung der Bio\u00f6konomie<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Der Bericht pr\u00e4sentiert verschiedene Indikatoren, Trends und Szenarien zur deutschen Bio\u00f6konomie und betrachtet dabei verschiedene Nachhaltigkeitsaspekte. Durch die Kombination verschiedener Methoden und Analysen wird eine systemische Perspektive auf die Bio\u00f6konomie geschaffen. Durch die umfassende Betrachtung kann Politik Problemverlagerungen vermeiden. Langfristig soll der Bericht als Grundlage f\u00fcr die Weiterentwicklung eines regelm\u00e4\u00dfigen Monitorings der Bio\u00f6konomie in Deutschland dienen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Weitere Informationen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Bericht: \u2018Monitoring the German Bioeconomy: Status, performance, trends and implications for a sustainable transition\u2019, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/kobra.uni-kassel.de\/items\/9f870f42-edfc-410b-bb9d-391b2e645461\" target=\"_blank\">https:\/\/kobra.uni-kassel.de\/items\/9f870f42-edfc-410b-bb9d-391b2e645461<\/a><br><br>Deutsche Zusammenfassung: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/kobra.uni-kassel.de\/items\/6f174669-7554-4707-b2ad-ead4b9076931\" target=\"_blank\">https:\/\/kobra.uni-kassel.de\/items\/6f174669-7554-4707-b2ad-ead4b9076931<\/a><br><br>Englische Zusammenfassung: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/kobra.uni-kassel.de\/items\/dddc0ff2-88bd-4406-ae05-66ba8613c8c1\" target=\"_blank\">https:\/\/kobra.uni-kassel.de\/items\/dddc0ff2-88bd-4406-ae05-66ba8613c8c1<\/a><br>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Zentrale Plattform zum Monitoring der Bio\u00f6konomie in Deutschland:\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.monitoring-biooekonomie.de\/\" target=\"_blank\">https:\/\/www.monitoring biooekonomie.de\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Das Forschungsprojekt an der Universit\u00e4t Kassel:&nbsp;<a href=\"https:\/\/symobio.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/symobio.de\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutschland braucht 2,8-mal so viel landwirtschaftliche Fl\u00e4che wie im eigenen Land verf\u00fcgbar, um die Nachfrage zu decken. 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