{"id":155201,"date":"2024-12-16T07:23:00","date_gmt":"2024-12-16T06:23:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=155201"},"modified":"2024-12-10T15:11:57","modified_gmt":"2024-12-10T14:11:57","slug":"biotechnologen-forschen-an-neuartigen-stoffen-fur-leichtere-e-autos-und-grunen-wasserstoff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biotechnologen-forschen-an-neuartigen-stoffen-fur-leichtere-e-autos-und-grunen-wasserstoff\/","title":{"rendered":"Biotechnologen forschen an neuartigen Stoffen f\u00fcr leichtere E-Autos und gr\u00fcnen Wasserstoff"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p><strong>Gr\u00fcner Wasserstoff und leichtere \u2013 also sparsamere \u2013 Elektroautos verbindet man nicht unbedingt mit holzzersetzenden Bakterien. Und doch k\u00f6nnten solche Bakterien irgendwann dabei helfen, sauberen Wasserstoff zu erzeugen und leichtere E-Autos zu bauen. Wie das gehen k\u00f6nnte, erforscht ein internationales Forschungskonsortium aus Industrie und Wissenschaft. Mit dabei in dem EU-Forschungsprojekt ist auch der Biotechnologe Christoph Wittmann von der Universit\u00e4t des Saarlandes und sein Team.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"480\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/12\/csm_von_Strunck-Janz_f94691a82a-1.jpg\" alt=\"Doktorand Hagen von Str\u00fcnck und Doktorandin Franka Janz erforschen, wie holzzersetzende Bakterien dabei helfen k\u00f6nnen, sauberen Wasserstoff und leichtere Elektroautos herzustellen.\" class=\"wp-image-155235\" style=\"aspect-ratio:1.3333333333333333;width:319px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/12\/csm_von_Strunck-Janz_f94691a82a-1.jpg 640w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/12\/csm_von_Strunck-Janz_f94691a82a-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/12\/csm_von_Strunck-Janz_f94691a82a-1-150x113.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/12\/csm_von_Strunck-Janz_f94691a82a-1-360x270.jpg 360w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Doktorand Hagen von Str\u00fcnck und Doktorandin Franka Janz erforschen, wie holzzersetzende Bakterien dabei helfen k\u00f6nnen, sauberen Wasserstoff und leichtere Elektroautos herzustellen. \u00a9&nbsp;Universit\u00e4t des Saarlandes\/Thorsten Mohr<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Wie h\u00e4ngen Birkenw\u00e4lder aus dem Baltikum, das Corynebacterium glutamicum und Elektroautos zusammen? Na, gar nicht nat\u00fcrlich, m\u00f6chte man meinen. F\u00fcr Laien mag das auch so sein, Christoph Wittmann hingegen wird hier sagen: \u201eSehr viel\u201c. Denn der Professor f\u00fcr Biotechnologie an der Universit\u00e4t des Saarlandes ist gemeinsam mit seiner Doktorandin Franka Janz, Doktorand Hagen von Str\u00fcnck und Bioingenieur Dr. Michael Kohlstedt Teil eines Konsortiums von 13 Partnern. Die Firmen und Forschungseinrichtungen m\u00f6chten herausfinden, wie man aus Holzresten leichtere Elektroautos und gr\u00fcnen Wasserstoff produzieren kann \u2013 ganz vereinfacht gesagt nat\u00fcrlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Um der Antwort auf diese Frage n\u00e4her zu kommen, f\u00f6rdert die Europ\u00e4ische Union das Projekt in den kommenden vier Jahren mit rund f\u00fcnf Millionen Euro. 471.000 Euro davon gehen an die Universit\u00e4t des Saarlandes. Mit dem Geld m\u00f6chten Christoph Wittmann und sein Team herausfinden, wie sie das Bodenbakterium&nbsp;<em>Corynebacterium glutamicum<\/em> dazu bringen k\u00f6nnen, die passenden \u201eAusscheidungsprodukte\u201c herzustellen, die wiederum als Grundstoffe f\u00fcr die Industrie verwendet werden k\u00f6nnen \u2013 also etwa als Bestandteil von Leichtbauteilen von E-Autos oder auch von speziellen Membranen, die bei der gr\u00fcnen Wasserstoffproduktion helfen, Wasser in seine Bestandteile Sauerstoff und Wasserstoff zu zerlegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bakterien wie<em>&nbsp;Corynebacterium glutamicum<\/em>&nbsp;sind die Werkzeuge der Saarbr\u00fccker Biotechnologen. Wenn es ihnen gelingt, die Mikroben gezielt so zu manipulieren, dass ihr Stoffwechsel Substanzen produziert, die im industriellen Ma\u00dfstab nutzbar sind, k\u00f6nnten sie dabei helfen, eine nachhaltige \u201eKreislaufwirtschaft\u201c zu etablieren. Im Idealfall werden dabei alle Produkte vom Beginn der Herstellungskette bis zum fertigen Produkt CO<sub>2<\/sub>-neutral und wiederverwertbar hergestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Forschungsprojekt \u201eBIOPYRANIA\u201c stehen Pyrazin-Hochleistungskunststoffe im Fokus der Konsortialpartner. Aus diesen lassen sich vielerlei Endprodukte herstellen. <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"197\" height=\"237\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/12\/Bildschirmfoto-2024-12-10-um-14.53.27.png\" alt=\"Prof. Dr. Christoph Wittmann\" class=\"wp-image-155236\" style=\"aspect-ratio:0.8312236286919831;width:178px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/12\/Bildschirmfoto-2024-12-10-um-14.53.27.png 197w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/12\/Bildschirmfoto-2024-12-10-um-14.53.27-125x150.png 125w\" sizes=\"auto, (max-width: 197px) 100vw, 197px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Prof. Dr. Christoph Wittmann \u00a9&nbsp;Michael Simon<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eUnser Anteil besteht darin, dass wir den Bakterien das Holz schmackhaft machen m\u00fcssen, um aus dessen Bestandteilen die gew\u00fcnschten Biobausteine f\u00fcr die Polymere herstellen zu k\u00f6nnen\u201c, erl\u00e4utert <strong>Christoph Wittmann.<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Hier kommt das Birkenholz aus dem Baltikum ins Spiel. Denn in Tallinn, der Hauptstadt Estlands, steht eine gro\u00dfe Bioraffinerie, in der das Birkenholz in Zucker- und Ligninfraktionen aufgespalten wird. Lignin, der feste Bestandteil des Holzes, ist seit vielen Jahren im Fokus der Arbeitsgruppe von Christoph Wittmann. Franka Janz und Hagen von Str\u00fcnck erforschen nun, wie Holz-Zucker und Lignin von den Bakterien verwertet werden k\u00f6nnen, so dass sie nutzbare Biobausteine daraus synthetisieren.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eWenn uns das gelingt, werden weitere Partner dieses Verfahren dann auf gro\u00dfe Ma\u00dfst\u00e4be skalieren. An der Universit\u00e4t Maastricht, die das Projekt leitet, werden dann aus den Bausteinen Pyrazin-Polymere hergestellt, die bei geringem Gewicht extrem belastbar sein sollen\u201c, fasst <strong>Christoph Wittmann <\/strong>die Ziele des Forschungsverbundes zusammen.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Was hier im Prinzip so sch\u00f6n einfach klingt, ist in Wirklichkeit nat\u00fcrlich alles andere als trivial. Dass am Ende der F\u00f6rderperiode, im Oktober 2028, bereits irgendwo eine Fabrikationsstra\u00dfe steht, die derart nachhaltig tausende Tonnen der neuen Polymere herstellt, ist illusorisch. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eAber ich bin guter Dinge, dass wir bis dahin entscheidende Grundlagen daf\u00fcr gelegt haben, dass diese Vision mittelfristig tats\u00e4chlich Realit\u00e4t wird. Es geht uns in diesem Projekt vor allem darum, die technische Machbarkeit zu demonstrieren und zu zeigen, wie die Produktion auf industrielle Ma\u00dfst\u00e4be skaliert werden kann\u201c, erl\u00e4utert <strong>Christoph Wittmann.<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Doch auch bis dahin ist es noch ein langer Weg. Das wird auch beim Blick auf das komplexe Geflecht der Partner klar: 13 Firmen und Forschungseinrichtungen aus neun L\u00e4ndern, von Estland bis Israel, sind an \u201eBIOPYRANIA\u201c beteiligt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Projekt wird<\/strong>&nbsp;von der Initiative&nbsp;<em>Circular Bio-based Europe Joint Undertaking<\/em>&nbsp;(CBE-JU) im Rahmen des europ\u00e4ischen Programms f\u00fcr Innovation und Forschung \u201eHorizon Europe 2021-2027\u201c (HE) gef\u00f6rdert.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Webseite F\u00f6rderprogramm:&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.cbe.europa.eu\/projects\/biopyrania\" target=\"_blank\">www.cbe.europa.eu\/projects\/biopyrania<\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Webseite Projekt:&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/biopyraniaproject.eu\/\" target=\"_blank\">http:\/\/biopyraniaproject.eu\/<\/a>&nbsp;<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kontakt<\/h3>\n\n\n\n<p>Prof. Dr. Christoph Wittmann<br>Tel.: (0681) 30271971<br>E-Mail:&nbsp;<a href=\"christoph.wittmann@uni-saarland.de\">christoph.wittmann@uni-saarland.de&nbsp;<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gr\u00fcner Wasserstoff und leichtere \u2013 also sparsamere \u2013 Elektroautos verbindet man nicht unbedingt mit holzzersetzenden Bakterien. 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