{"id":155039,"date":"2024-12-11T07:32:00","date_gmt":"2024-12-11T06:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=155039"},"modified":"2024-12-06T14:38:27","modified_gmt":"2024-12-06T13:38:27","slug":"mit-biobasierten-klebstoffen-die-kreislaufwirtschaft-starken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/mit-biobasierten-klebstoffen-die-kreislaufwirtschaft-starken\/","title":{"rendered":"Mit biobasierten Klebstoffen die Kreislaufwirtschaft st\u00e4rken\u00a0"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.wki.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/2024\/presseinfo_2024-21_mit-biobasierten-klebstoffen-die-kreislaufwirtschaft-staerken\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textwithinlinedimage\/imageComponent1\/image.img.4col.large.jpg\/1732018079326\/Plant-based-FUTURE-Kleben-PR-c-Fraunhofer-WKI-Manuela-Lingnau.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.wki.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/2024\/presseinfo_2024-21_mit-biobasierten-klebstoffen-die-kreislaufwirtschaft-staerken\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textwithinlinedimage\/imageComponent1\/image.img.jpg\/1732018079326\/Plant-based-FUTURE-Kleben-PR-c-Fraunhofer-WKI-Manuela-Lingnau.jpg\" alt=\"Das Foto zeigt zwei verklebte Holzkl\u00f6tze in der Zugpr\u00fcfmaschine. \" style=\"aspect-ratio:1.5;width:605px;height:auto\" title=\"Building a plant-based future: Mit biobasierten Klebstoffen die Kreislaufwirtschaft st\u00e4rken \"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Building a plant-based future:\u00a0Das Fraunhofer WKI entwickelt biobasierte Klebstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe und biogener Reststoffe. \u00a9 Fraunhofer WKI \/ Manuela Lingnau<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Forschende am Fraunhofer WKI entwickeln biobasierte Klebstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe und biogener Reststoffe. Klebstoffe mit ihren vielf\u00e4ltigen Einsatzm\u00f6glichkeiten sind eine Schl\u00fcsseltechnologie, um Materialien zu verbinden und damit endliche Ressourcen zu schonen. Aufgrund ihres breiten Anwendungsspektrums sind Klebstoffe ein Wachstumsmarkt. Die Substitution konventioneller Klebstoffe durch biobasierte Klebstoffe leistet einen wichtigen Beitrag zur Realisierung einer biobasierten Kreislaufwirtschaft.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Unz\u00e4hlige Produkte, die uns im Alltag begegnen, werden mit Hilfe von Klebstoffen hergestellt. Beispiele sind B\u00fccher, Handys, Matratzen, Autos oder Etiketten auf Flaschen. Die Klebtechnik als F\u00fcgetechnologie erm\u00f6glicht das sichere, fl\u00e4chige und kraftschl\u00fcssige Verbinden von Materialien, ohne deren Eigenschaften zu ver\u00e4ndern.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ein wichtiges Einsatzgebiet f\u00fcr Klebstoffe ist unter anderem der Leicht- und Hybridbau. Durch geschickte Kombination von Werkstoffen kann Gewicht eingespart werden. Leichte Werkstoffe, Bauteile, gegebenenfalls mit kombinierten Eigenschaften, und Produkte ben\u00f6tigen weniger Transportenergie und oft auch weniger Rohstoffe. Dar\u00fcber hinaus erm\u00f6glichen schaltbare Klebstoffe eine deutliche Verbesserung der Recyclingf\u00e4higkeit durch einfache Materialtrennung nach der Nutzungsphase. Klebverbindungen dieser Varianten werden ein- und nach Gebrauch wieder ausgeschaltet, so dass die einzelnen Bauteile sinnvoll wiederverwendet werden k\u00f6nnen. Aber auch Produkte mit traditionellen Klebfugen lassen sich in vielen F\u00e4llen leicht trennen oder wiederverwenden.<\/p>\n\n\n\n<p>Forschende des Fraunhofer WKI entwickeln biobasierte Klebstoffe, also synthetisch hergestellte Klebstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Ein Beispiel daf\u00fcr ist ein neuartiger formaldehydfreier Klebstoff auf Basis von Lignin und Zuckeraldehyden. In einem anderen Projekt testen die Forschenden, ob sich Humine zum Kleben von Holz eignen. Die verwendeten Humine sind Reststoffe, die bei der Produktion der PET-Alternative Polyethylenfuranoat (PEF) anfallen und derzeit noch keine Anwendung finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Holzfaserplatte der Zukunft k\u00f6nnte ganz ohne herk\u00f6mmlichen Klebstoff auskommen. Stattdessen werden in einem neu gestarteten Projekt die nat\u00fcrlichen Bindekr\u00e4fte des Holzes genutzt: Zuerst werden diese Kr\u00e4fte von den Forschenden aktiviert und dann f\u00fcgen sie biobasierte \u00bbPr\u00e4adh\u00e4sive\u00ab hinzu. W\u00e4hrend des Hei\u00dfpressens bildet sich der Klebstoff direkt auf der Oberfl\u00e4che der Holzfasern.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickeln auch biologische Klebstoffe, die auf Pilzen, also lebenden, wachsenden Organismen basieren. Die Forschenden nutzen das organisch wachsende Pilzmyzel als nat\u00fcrliches Bindemittel, um aus pflanzlichen Reststoffen D\u00e4mmstoffe herzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit k\u00fcnstlich hergestellten Klebstoffen, die Prinzipien aus der Natur nachahmen, so genannten bioinspirierten Klebstoffen, finden die Forschenden heraus, ob sich diese als F\u00fcgetechnologie f\u00fcr Leichtbauteile im Mobilit\u00e4tssektor eignen. Der biobasierte schaltbare PU-Fl\u00e4chenklebstoff erm\u00f6glicht es, plattenf\u00f6rmige Schichtwerkstoffe aus Holz oder Holz-Metall herzustellen, die erst im weiteren Verlauf der Prozesskette zu 3D-Bauteilen umgeformt werden. Zudem lassen sich durch die wiederl\u00f6sbare Klebverbindung Holz und Metall nach der Nutzungsdauer sortenrein und schadensfrei voneinander trennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bauen aus und mit Holz leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Durch die Kombination mit Beton erweitert sich der Einsatzbereich von Holzkonstruktionen und Substrate k\u00f6nnen besser hinsichtlich ihrer Eigenschaften ausgenutzt werden. Eine vom Fraunhofer WKI mitentwickelte Klebetechnologie erm\u00f6glicht die beschleunigte Herstellung von Holz-Beton-Verbundelementen (HBV-Elementen). Ziel ist es, das Bauen mit HBV-Elementen im mehrgeschossigen Hochbau als wettbewerbsf\u00e4hige Alternative zu reinen Stahlbetonfertigteilen zu etablieren. Die Forschung tr\u00e4gt dazu bei, den Anteil nachwachsender Rohstoffe im Bauwesen zu erh\u00f6hen und damit Klima- und Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie gut sich Holz kleben l\u00e4sst, h\u00e4ngt unter anderem von den holzeigenen Extraktstoffen ab. Gemeinsam mit Partnern untersuchen die Forschenden des Fraunhofer WKI in einem weiteren Projekt den Extraktstoffgehalt verschiedener H\u00f6lzer und deren Einfluss auf die Verklebungseigenschaften. Damit schaffen sie die Grundlage f\u00fcr holzartenspezifische Klebstoffsysteme oder Zusatzstoffe wie Primer in der Bauindustrie &#8211; auch f\u00fcr Laubh\u00f6lzer, die in Zukunft voraussichtlich vermehrt eingesetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Forschenden besch\u00e4ftigen sich auch mit der Frage, wie borkenk\u00e4fergesch\u00e4digtes Fichtenkalamit\u00e4tsholz unter anderem f\u00fcr die Herstellung von Holzwerkstoffen und geklebten Massivholzprodukten f\u00fcr die Bau- und M\u00f6belindustrie genutzt werden kann, auch wenn dieses f\u00fcr bestimmte Zeit stehend im Wald oder in speziellen Trockenlagern gelagert wird. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen die entsprechenden Holzqualit\u00e4ten zur Herstellung langlebiger Bauprodukte oder Holzwerkstoffe. Mit einem Leitfaden wollen sie zudem Waldbesitzenden und der Holzindustrie konkrete Handlungsempfehlungen geben.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u00dcber die Pr\u00fcfstelle \u00bbStrukturelles Kleben\u00ab und \u00bbEignungsnachweise Kleben\u00ab<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Pr\u00fcfstelle \u00bbStrukturelles Kleben\u00ab des Fraunhofer WKI ist f\u00fcr alle wesentlichen Klebstoffsysteme des tragenden Holzbaus nach ISO\/IEC 17025 akkreditiert und nach Nieders\u00e4chsischer Landesbauordnung (LBO) anerkannt. Somit ist das Fraunhofer WKI ein kompetenter Partner f\u00fcr die Entwicklung und Pr\u00fcfung von Klebstoffen und verklebten Produkten sowohl des konstruktiven als auch des nicht-tragenden Holzbaus.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Schreiben vom 30. September 2021 wurde das Fraunhofer WKI vom Nieders\u00e4chsischen Ministerium f\u00fcr Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz als Pr\u00fcfstelle f\u00fcr die \u00dcberpr\u00fcfung der \u00bbEignung zur Ausf\u00fchrung von Klebarbeiten zur Herstellung tragender Holzbauteile und von Brettschichtholz\u00ab anerkannt und kann Bescheinigungen \u00fcber diese Eignung, auch genannt \u00bbLeimgenehmigungen\u00ab, ausstellen. F\u00fcr die Pr\u00fcf-, \u00dcberwachungs- und Zertifizierungsstelle (P\u00dcZ) des Fraunhofer WKI, aber auch f\u00fcr den gesamten Holzbau in Deutschland ist dies ein Meilenstein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Forschende am Fraunhofer WKI entwickeln biobasierte Klebstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe und biogener Reststoffe. Klebstoffe mit ihren vielf\u00e4ltigen Einsatzm\u00f6glichkeiten sind eine Schl\u00fcsseltechnologie, um Materialien zu verbinden und damit endliche Ressourcen zu schonen. 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