{"id":153274,"date":"2024-11-08T07:26:00","date_gmt":"2024-11-08T06:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=153274"},"modified":"2024-11-04T12:43:28","modified_gmt":"2024-11-04T11:43:28","slug":"7-konferenz-zur-nachhaltigen-chemischen-konversion-in-der-industrie-bildet-offiziellen-abschluss-der-zweiten-forderphase-des-verbundprojekts-carbon2chem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/7-konferenz-zur-nachhaltigen-chemischen-konversion-in-der-industrie-bildet-offiziellen-abschluss-der-zweiten-forderphase-des-verbundprojekts-carbon2chem\/","title":{"rendered":"7. Konferenz zur nachhaltigen chemischen Konversion in der Industrie bildet offiziellen Abschluss der zweiten F\u00f6rderphase des Verbundprojekts Carbon2Chem\u00ae"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p><strong>Die Idee von Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>&nbsp;funktioniert! Jetzt gilt es, die entwickelten Technologien zu industrialisieren und zu kommerzialisieren \u2013 und das idealerweise in einer im Januar 2025 beginnenden dritten Phase des Verbundprojektes. So lautete die Quintessenz der 7. Konferenz zur nachhaltigen chemischen Konversion in der Industrie mit \u00fcber 200 virtuell und analog Teilnehmenden. Pr\u00e4sentiert wurden Ergebnisse aus acht Jahren Forschung zur Nutzung von CO<sub>2<\/sub>&nbsp;aus Prozessgasen der Industrie als Kohlenstoffquelle f\u00fcr die Synthese von Chemieprodukten.<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/pressemitteilungen\/2024\/carbon2chem-konferenz-nachbericht\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textblockwithpics_co\/imageComponent1\/image.img.4col.large.jpg\/1728489036638\/240930-c2c-konferenz-Schloegl-Oles-Deerberg.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/pressemitteilungen\/2024\/carbon2chem-konferenz-nachbericht\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textblockwithpics_co\/imageComponent1\/image.img.jpg\/1728489036638\/240930-c2c-konferenz-Schloegl-Oles-Deerberg.jpg\" alt=\"Begr\u00fc\u00dfung durch die Carbon2Chem\u00ae-Koordinatoren: Prof. Robert Schl\u00f6gl, Dr. Markus Oles und Prof. G\u00f6rge Deerberg.\" style=\"aspect-ratio:1.3333333333333333;width:758px;height:auto\" title=\"Carbon2Chem\u00ae-Konferenz 2024 | Begr\u00fc\u00dfung\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Begr\u00fc\u00dfung durch die Carbon2Chem\u00ae-Koordinatoren (v.l.): Prof. Robert Schl\u00f6gl, Dr. Markus Oles und Prof. G\u00f6rge Deerberg. <br>\u00a9 Fraunhofer UMSICHT\/Christopher Schmidt<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbIm Verbundprojekt Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>\u00a0wollen wir sowohl was f\u00fcr den Klimaschutz tun als auch die Wirtschaft f\u00f6rdern \u2013 und zwar mit Hilfe von Carbon Capture und Utilization (CCU).\u00ab <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Zur Er\u00f6ffnung der Konferenz in Berlin stellte Prof. G\u00f6rge Deerberg nochmal die Zielsetzung der insgesamt 22 Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft heraus, die in dem vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung gef\u00f6rderten Vorhaben zusammenarbeiten. Bei der Begr\u00fc\u00dfung unterst\u00fctzt wurde er von seinen beiden Mitkoordinatoren: Dr. Markus Oles und<strong> Prof. Robert Schl\u00f6gl<\/strong>, der direkt die erste Keynote beisteuerte.<a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/content\/dam\/umsicht\/de\/dokumente\/fokusthemen\/carbonmanagement\/c2c-konferenz\/2024-poster\/2024-c2c-konferenz-L-kolbe.pdf\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbUnsere Erkenntnis aus zwei Phasen Forschungsarbeit: Die Idee von Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>\u00a0funktioniert!\u00ab, fasste er zusammen. \u00bbDas von uns hergestellte Methanol ist beispielsweise genauso gut wie das, das Sie in der Flasche kaufen.\u00ab Trotzdem: Ein Bisschen h\u00e4tte man noch zu tun. \u00bbWir m\u00fcssen unsere Beobachtungen in Raum und Zeit verl\u00e4ngern.\u00ab <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Dazu geh\u00f6re auch, gr\u00f6\u00dfere Anlagen zu bauen, um die Qualit\u00e4t der bisherigen Ergebnisse in anderen Dimensionen zu beweisen.<\/p>\n\n\n\n<p>In eine \u00e4hnliche Richtung gingen die folgenden Vortr\u00e4ge. \u00bbAngesichts des voranschreitenden Klimawandels gibt es keine Alternative zu Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>\u00ab, zeigte sich Dr. Cetin Nazikkol von der thyssenkrupp AG \u00fcberzeugt. Die entwickelten Technologien in die industrielle Anwendung zu bringen sei allerdings eine Riesenaufgabe, f\u00fcr die man Unterst\u00fctzung in Form sowohl von finanzieller F\u00f6rderung als auch von Early Movern brauche. Diesem Ruf nach Gro\u00dfskalierung und F\u00f6rderung schloss sich Dr. Tina Buchholz vom VCI e.V. an. Dabei stellte sie die Rolle der chemischen Industrie als CO<sub>2<\/sub>-verwertenden Partner heraus. \u00bbSchlie\u00dflich sind wir trotz angestrebter Defossilisierung weiterhin auf Kohlenstoff als Grundfaktor f\u00fcr unsere Produkte angewiesen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Die Bedeutung der Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>-L\u00f6sungen f\u00fcr Chemie, Stahl- und Zementproduktion sowie die Abfallwirtschaft hob auch Ministerialdirektor <strong>Stefan M\u00fcller vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung<\/strong> in den Vordergrund. Ein gro\u00dfer Vorteil in seinen Augen: \u00bbW\u00e4hrend Carbon Capture and Storage (CCS) Geld kostet, l\u00e4sst sich mit CCU gegebenenfalls Geld verdienen.\u00ab Allerdings brauche die Industrie L\u00f6sungen, die auf Herz und Nieren gepr\u00fcft seien. Sonst w\u00fcrden Investitionen ausbleiben. \u00bbSie k\u00f6nnen stolz auf die beeindruckenden Ergebnisse sein, die Sie bislang im Projekt erreicht haben\u00ab, lautete sein Feedback an die Projektpartner. <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Jetzt m\u00fcsse man auf die Umsetzung schauen und weiter an den F\u00f6rderantr\u00e4gen f\u00fcr die dritte Phase von Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>\u00a0arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenfalls Teil des ersten Veranstaltungstages: eine Diskussionsrunde zu&nbsp;<strong><a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/content\/dam\/umsicht\/de\/dokumente\/fokusthemen\/carbonmanagement\/c2c-konferenz\/2024-poster\/2024-c2c-konferenz-C-simulation-community-tenhumberg.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">regulatorischen Rahmenbedingungen<\/a><\/strong>mit&nbsp;Malte Bornkamm (Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Klimaschutz), Matthias Brey (EY Consulting), Dr. Eric Maiser (VDMA) und Prof. Ulrich Seifert (Fraunhofer UMSICHT).<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/pressemitteilungen\/2024\/carbon2chem-konferenz-nachbericht\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textblockwithpics_co\/imageComponent2\/image.img.4col.large.jpg\/1728489036638\/240930-c2c-konferenz-deerberg-mueller-buchholz-schloegl-nazikkol-oles.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/pressemitteilungen\/2024\/carbon2chem-konferenz-nachbericht\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textblockwithpics_co\/imageComponent2\/image.img.jpg\/1728489036638\/240930-c2c-konferenz-deerberg-mueller-buchholz-schloegl-nazikkol-oles.jpg\" alt=\"Die Vortragenden des ersten Themenblocks \u00bbErfolgsstory Carbon2Chem\u00ae\u00ab\" style=\"aspect-ratio:1.3333333333333333;width:763px;height:auto\" title=\"Carbon2Chem\u00ae-Konferenz 2024 | Erfolgsstory Carbon2Chem\u00ae\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Vortragenden des ersten Themenblocks \u00bbErfolgsstory Carbon2Chem\u00ae\u00ab (v.l.): Prof. G\u00f6rge Deerberg, Ministerialdirektor Stefan M\u00fcller, Dr. Tina Buchholz, Prof. Robert Schl\u00f6gl, Dr. Cetin Nazikkol und Dr. Markus Oles.\u00a0\u00a9 Fraunhofer UMSICHT\/Christopher Schmidt<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Systemintegration und Fach-Communities<\/h3>\n\n\n\n<p>Im Fokus des zweiten Veranstaltungstages standen Ergebnisse. Den Anfang machte das Teilprojekt&nbsp;<strong>Systemintegration<\/strong>. Dr. Florian Haakmann (thyssenkrupp Steel Europe AG) stellte zun\u00e4chst die Zielsetzung vor: die Verkn\u00fcpfung der Ergebnisse aller Projektpartner zu einem Gesamtkonzept mit Hilfe von Modellierung und Simulation. Um das zu erreichen, werden Prozesskonzepte entwickelt sowie deren Validit\u00e4t durch die Resultate und Erfahrungen aus den \u00fcbrigen Teilprojekten und Fach-Communities gepr\u00fcft. In Summe hat man sowohl die Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>-Prinzipien als auch Wirtschaftlichkeit und Effizienz der entwickelten cross-industriellen L\u00f6sungen unter Beweis stellen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ins Detail gingen die anschlie\u00dfend Vortragenden. Sie pr\u00e4sentierten Ergebnisse aus den vier Fach-Communities Simulation, Prozessdesign, Kostenkalkulation und Life Cycle Assessment. Dr. Florian Dignath (thyssenkrupp Transrapid GmbH) stellte beispielsweise heraus, dass in der Community&nbsp;<strong><a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/content\/dam\/umsicht\/de\/dokumente\/fokusthemen\/carbonmanagement\/c2c-konferenz\/2024-poster\/2024-c2c-konferenz-C-simulation-community-dignath.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Simulation<\/a><\/strong>&nbsp;innovative Netzwerksimulationsmodelle und -werkzeuge entstanden sind und erfolgreich mit Experimenten im Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>-Technikzentrum validiert wurden. Dar\u00fcber hinaus sind der prognostizierte Verbrauch sowie die Produktion von Gasen, Wasserstoff, Produkten, Prozesswasser, Dampf und Energie systematisch aufgef\u00fchrt worden, um eine Grundlage f\u00fcr die weitere Verarbeitung sowie f\u00fcr \u00f6kologische und wirtschaftliche Bewertungen zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Mittelpunkt der Community&nbsp;<strong><a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/content\/dam\/umsicht\/de\/dokumente\/fokusthemen\/carbonmanagement\/c2c-konferenz\/2024-poster\/2024-c2c-konferenz-C-simulation-community-krueger.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Prozessdesign<\/a><\/strong>&nbsp;steht die technische und mechanische Konstruktion einer Prozessanlage auf Grundlage von Simulationsdaten und vordefinierten Randbedingungen, f\u00fchrte Dr. Matthias Kr\u00fcger (thyssenkrupp Uhde GmbH) aus. Im Rahmen des Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>-Projekts wurde dabei ein modularer Werkzeugkasten f\u00fcr Prozesseinheiten erstellt, mit dem Prozessdaten f\u00fcr verschiedene Prozessschritte schnell abgesch\u00e4tzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Community&nbsp;<strong><a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/content\/dam\/umsicht\/de\/dokumente\/fokusthemen\/carbonmanagement\/c2c-konferenz\/2024-poster\/2024-c2c-konferenz-C-simulation-community-paschke.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Kostenkalkulation<\/a><\/strong>&nbsp;wurde der Aufwand f\u00fcr die Methanol- und Harnstoffproduktion in verschiedenen Prozesskonzepten gesch\u00e4tzt, so Lars Paschke (Fraunhofer UMSICHT). Dabei lieferte die Untersuchung verschiedener Szenarien hinsichtlich der Hauptkostenfaktoren (z. B. Strom- und Wasserstoffkosten) einen \u00dcberblick \u00fcber die durchschnittlichen Kosten von Methanol. Eines der Ergebnisse: Die Elektrolyse macht in den meisten Szenarien \u00fcber 50 Prozent der Durchschnittskosten aus. Bei hohen Strompreisen k\u00f6nnen bis zu 80 Prozent der Durchschnittskosten auf die Wasserelektrolyse zur\u00fcckgef\u00fchrt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Einblicke in die Arbeit der Community&nbsp;<strong><a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/content\/dam\/umsicht\/de\/dokumente\/fokusthemen\/carbonmanagement\/c2c-konferenz\/2024-poster\/2024-c2c-konferenz-C-simulation-community-gaikwad.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Life Cycle Assessment<\/a><\/strong>&nbsp; gew\u00e4hrte Ankur Gaikwad (Fraunhofer UMSICHT). Sie versteht sich in erster Linie als Plattform f\u00fcr alle Projektpartner, um Ideen, Ergebnisse und Perspektiven mit Bezug zur \u00d6kobilanzierung zu diskutieren. Das durch den Austausch gewonnene Know-how floss u.a. in die Modellierung und Interpretation von Life Cycle Assessments ein.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">CO<sub>2<\/sub>-Quellen und Wasserstoff<\/h3>\n\n\n\n<p>Es folgten Vortr\u00e4ge rund um CO<sub>2<\/sub>-Quellen und Wasserstoff. Dr. Nina Kolbe (thyssenkrupp Steel Europe AG) pr\u00e4sentierte Ergebnisse aus dem Teilprojekt \u00bb<strong><a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/content\/dam\/umsicht\/de\/dokumente\/fokusthemen\/carbonmanagement\/c2c-konferenz\/2024-poster\/2024-c2c-konferenz-L-kolbe.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">CO<sub>2<\/sub>-Quellen und Infrastruktur<\/a><\/strong>\u00ab und erkl\u00e4rte: In der Stahlindustrie kann der Gro\u00dfteil des CO<sub>2<\/sub>&nbsp;vermieden werden, indem die Hochofenroute durch eine Kombination aus H<sub>2<\/sub>-basierter Direktreduktion und einem erh\u00f6hten Schrottanteil ersetzt wird. Etwa f\u00fcnf bis zehn Prozent der CO<sub>2<\/sub>-Bildung sind aus metallurgischen Gr\u00fcnden unvermeidbar, k\u00f6nnen aber in Zukunft aus biogenem Kohlenstoff stammen. In der Kalkindustrie dagegen sind zwei Drittel der gesamten CO<sub>2<\/sub>-Bildung auf die Zersetzung von Kalkstein zur\u00fcckzuf\u00fchren und unvermeidbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie die&nbsp;<strong>Kalkindustrie<\/strong>&nbsp;mit dieser Herausforderung umgeht, erl\u00e4uterte Dr. Martin Volmer (Lhoist Germany Rheinkalk GmbH) am Beispiel seines Unternehmens. Zur Diskussion stehen u.a. neue Technologien f\u00fcr die Kalkproduktion, eine Transformation der Energieversorgung und der Einsatz von CCU. Technisch, so betonte er, ist es m\u00f6glich, eine Kalkfabrik zu defossilisieren. Allerdings gibt es noch viele H\u00fcrden \u2013 angefangen bei hohen Investitionskosten bis zum noch nicht existenten Regulierungsrahmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Um die Bereitstellung von Wasserstoff drehte sich der Vortrag von Dr. Jens Kuhlmann (thyssenkrupp nucera AG). Er befasste sich vor allem mit der Arbeit an der&nbsp;<strong>alkalischen Wasserelektrolyse<\/strong>&nbsp;und ihrem bevorstehenden Scale-up. Dabei m\u00fcssen, hob er hervor, vor allem die Punkte Sicherheit, Zuverl\u00e4ssigkeit, Leistung und Preis ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der&nbsp;<strong>Speicherung von Wasserstoff<\/strong>&nbsp;in unterirdischen Salzkavernen setzte sich Maurice Schlichtenmayer (ESK GmbH) auseinander. Sie gew\u00e4hrleiste Speicherkapazit\u00e4ten zu niedrigen spezifischen Kosten \u2013 also genau das Richtige, um das schwankende Wasserstoffangebot und die konstante Nachfrage gro\u00dfer Verbraucher wie einer Methanolanlage aus dem Projekt Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>&nbsp;auszugleichen. Konkret beschrieb er die geologische und technische Machbarkeit f\u00fcr die Entwicklung von bis zu 168 Mio. m3 (n.c.) oder 595 GWh Arbeitsgaskapazit\u00e4t bis 2040 an einem Standort in der Niederrheinischen Bucht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Analytik und Gasbehandlung<\/h3>\n\n\n\n<p>Der n\u00e4chste Themenblock war&nbsp;<strong><a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/content\/dam\/umsicht\/de\/dokumente\/fokusthemen\/carbonmanagement\/c2c-konferenz\/2024-poster\/2024-c2c-konferenz-L-ruland.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Analytik<\/a><\/strong>&nbsp;und Gasbehandlung gewidmet. Erstere \u2013 so betonte Dr. Holger Ruland (Max-Planck-Institut f\u00fcr Chemische Energiekonversion) in seinem Vortrag \u2013 ist einer der Schl\u00fcssel zur Entwicklung und zum Verst\u00e4ndnis der Gasreinigung und -anwendung. Um Prozessgase der Stahlproduktion als Edukte f\u00fcr die Synthese von Chemikalien wie Methanol zu nutzen, muss bekannt sein, welche Spurenbestandteile die Rohgase enthalten. Das geschieht im Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>-Technikum in Duisburg: Die Gase werden auf Basis von Katalysatoren und Sorptionsmitteln von Clariant im sogenannten H\u00fcGaProp-Container analysiert und nach der Reinigung in einem Labor untersucht. Eine der Erkenntnisse: Sowohl bei Hochofengas als auch bei Sauerstoffaufblasgas ist die Zusammensetzung der Hauptkomponenten vor und nach dem Reinigungsprozess \u00e4hnlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Frage, wie die\u00a0<strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/content\/dam\/umsicht\/de\/dokumente\/fokusthemen\/carbonmanagement\/c2c-konferenz\/2024-poster\/2024-c2c-konferenz-L-zeidler.pdf\" target=\"_blank\">Gasreinigung<\/a><\/strong>\u00a0im Verbundprojekt aussieht, beantworteten Dr. Barbara Zeidler-Fandrich (Fraunhofer UMSICHT) und Dr. Olaf von Morstein (thyssenkrupp Uhde GmbH). Auf der Suche nach kosteneffizienten und zuverl\u00e4ssigen L\u00f6sungen f\u00fcr die Reinigung von Hochofen-, Gicht- und Koksofengas haben die Forschenden verschiedene Konzepte f\u00fcr die Auslegung von Gasbehandlungsanlagen beleuchtet \u2013 u.a. mit Blick auf die Auswahl von Katalysatoren, die Adsorbentien und die Abfolge von Behandlungsschritten. Am Ende stand eine Pilotanlage zur Gasbehandlung mit echten Stahlwerksgasen. Ihr Betrieb mit \u00fcber mehr als 44.000 Betriebsstunden hat die Machbarkeit des ausgew\u00e4hlten Konzepts der Gasbehandlungsschritte zur Erzeugung eines sauberen Synthesegases f\u00fcr die Herstellung von Methanol und Ammoniak bewiesen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Synthesen und Produkte<\/h3>\n\n\n\n<p>Im letzten Themenblock der Konferenz ging es dann um Synthesen und Produkte \u2013 darunter die Erforschung und Entwicklung neuer (Teil-)Verfahren zur Herstellung von Polycarbonaten, pr\u00e4sentiert von Dr. Stephanie Eiden (Covestro Deutschland AG). In ihrem Vortrag \u00bb<strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/content\/dam\/umsicht\/de\/dokumente\/fokusthemen\/carbonmanagement\/c2c-konferenz\/2024-poster\/2024-c2c-konferenz-L-eiden.pdf\" target=\"_blank\">Carbon2Polymers<\/a><\/strong>\u00ab erl\u00e4uterte sie, wie der katalytische Mechanismus und die Katalysatorstabilit\u00e4t der CO-Umwandlung in einer Laboranlage und einer Pilotanlage untersucht wurden. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbWir haben die Verwendung von CO aus dem Konvertergas in allen Prozessschritten bewertet und bisher wurde kein Hindernis identifiziert\u00ab, fasste sie zusammen. \u00bbDaher gehen wir derzeit davon aus, dass CO aus dem Gas-Konverter in Zukunft auch im industriellen Ma\u00dfstab verwendet werden kann.\u00ab<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Auf das\u00a0<strong>Beispielprodukt Methanol<\/strong>\u00a0konzentrierte sich <strong>Dr. Andreas Menne (Fraunhofer UMSICHT)<\/strong> in seinem Vortrag. Es wird seit Sommer 2023 in einer Demonstrationsanlage am Stahlwerk der thyssenkrupp Steel Europe AG in Duisburg produziert \u2013 betrieben mit Gasen der laufenden Stahlproduktion. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Bisherige Erkenntnisse: \u00bbWir k\u00f6nnen Methanol gem\u00e4\u00df industriellen Spezifikationen herstellen, und sowohl die Gasreinigung als auch die Katalysatoren laufen stabil\u00ab, so<strong> Andreas Menne<\/strong>. \u00bbZudem konnten wir keinen Unterschied zwischen dem Betrieb mit synthetischen Gasen oder gereinigtem Hochofengas feststellen.\u00ab <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>In der Konsequenz gilt es nun, die Anlage auf industriellen Ma\u00dfstab hochzuskalieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Einen potenziellen Abnehmer des Methanols stellte Oliver Obrist (OBRIST DE GmbH) dar. Er pr\u00e4sentierte im letzten Vortrag der Konferenz unter dem Titel \u00bb<strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/content\/dam\/umsicht\/de\/dokumente\/fokusthemen\/carbonmanagement\/c2c-konferenz\/2024-poster\/2024-c2c-konferenz-L-obrist.pdf\" target=\"_blank\">Herausforderung Anwendung<\/a><\/strong>\u00ab das eMethanol-Auto \u2013 den Beweis, dass das bei Carbon2Chem<sup>\u00ae<\/sup>\u00a0entwickelte Methanol in Personenkraftwagen genutzt werden kann. Konkret hat OBRIST einen 2-Zylinder-Methanolmotor entwickelt und in zehn Fahrzeuge eingebaut. Zwei davon standen vor Ort in Berlin, und viele Teilnehmenden der Konferenzen nutzten die Pausenzeiten f\u00fcr eine Probefahrt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/pressemitteilungen\/2024\/carbon2chem-konferenz-nachbericht\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textblockwithpics_co\/imageComponent3\/image.img.4col.large.jpg\/1728489036638\/240930-c2c-konferenz-partner.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/pressemitteilungen\/2024\/carbon2chem-konferenz-nachbericht\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textblockwithpics_co\/imageComponent3\/image.img.jpg\/1728489036638\/240930-c2c-konferenz-partner.jpg\" alt=\"Die Partner im Verbundprojekt Carbon2Chem\u00ae\" style=\"aspect-ratio:1.5003663003663004;width:764px;height:auto\" title=\"Carbon2Chem\u00ae-Konferenz 2024 | Projektpartner\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Partner im Verbundprojekt Carbon2Chem\u00ae<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/pressemitteilungen\/2024\/carbon2chem-konferenz-nachbericht\/postersession.html\"><strong>Weitere Ergebnisse finden Sie in der Postersession!\u00a0<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Idee von Carbon2Chem\u00ae&nbsp;funktioniert! Jetzt gilt es, die entwickelten Technologien zu industrialisieren und zu kommerzialisieren \u2013 und das idealerweise in einer im Januar 2025 beginnenden dritten Phase des Verbundprojektes. So lautete die Quintessenz der 7. Konferenz zur nachhaltigen chemischen Konversion in der Industrie mit \u00fcber 200 virtuell und analog Teilnehmenden. 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