{"id":152775,"date":"2024-10-30T07:05:00","date_gmt":"2024-10-30T06:05:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=152775"},"modified":"2024-10-25T14:47:12","modified_gmt":"2024-10-25T12:47:12","slug":"mikrobielles-recycling-eine-losung-fur-mehrschichtige-kunststoff-verpackungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/mikrobielles-recycling-eine-losung-fur-mehrschichtige-kunststoff-verpackungen\/","title":{"rendered":"Mikrobielles Recycling &#8211; eine L\u00f6sung f\u00fcr mehrschichtige Kunststoff-Verpackungen?\u00a0"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.uni-kassel.de\/uni\/files\/_processed_\/c\/d\/csm_BioLoop-Plastikverpackung_ca0f435910.jpg\" alt=\"Das Foto zeigt In Folien verpackte Lebensmittel.\" style=\"width:600px\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00a9 Universit\u00e4t Kassel<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>F\u00fcr ein neues Forschungsprojekt arbeiten das Fachgebiet Ressourcenmanagement und Abfalltechnik und das Fachgebiet Kunststofftechnik der Universit\u00e4t Kassel sowie das Fachgebiet Mikrobiologie und Biotechnologie der Universit\u00e4t Hamburg an einem gemeinsamen Ziel: Sie wollen mithilfe von mikrobiellem Recycling eine Methode entwickeln, die mehrschichtige Folien umweltvertr\u00e4glich wieder in ihre urspr\u00fcnglichen Bestandteile zur\u00fcckf\u00fchrt, sodass diese erneut f\u00fcr qualitativ hochwertige Anwendungen eingesetzt werden k\u00f6nnen. Das Projekt wird von der VolkswagenStiftung mit knapp 1,2 Millionen Euro gef\u00f6rdert.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der \u00dcbergang zu einer Kreislaufwirtschaft, in der Kunststoffe in ihrem wertvollsten Zustand erhalten werden, ist dringend notwendig, um die Umweltauswirkungen der Kunststoffnutzung zu verringern. Folien sind einer der wichtigsten Anwendungsbereiche von Kunststoffen. In deutschen Haushalten bilden sie fast die H\u00e4lfte der Einweg-Kunststoffverpackungen ab. Insbesondere die besonders h\u00e4ufig in der Lebensmittelindustrie eingesetzten Mehrschichtfolien werden beim derzeit angewandten werkstofflichen Recycling als St\u00f6rstoffe betrachtet und k\u00f6nnen nur zu minderwertigen Produkten weiterverarbeitet werden. W\u00e4re es jedoch m\u00f6glich, diese Materialien mit hoher Qualit\u00e4t stofflich verwerten zu k\u00f6nnen, g\u00e4be es ein enormes Potenzial, um Kunststofffolien in geschlossenen Materialkreisl\u00e4ufen zu f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Um dieses Ziel zu erreichen, verdeutlicht <strong>Prof. Dr. David Laner, Leiter des Fachgebiets Ressourcenmanagement und Abfalltechnik der Universit\u00e4t Kassel<\/strong>, die Notwendigkeit einer neuen innovativen Recyclingtechnologie: \u201eDie derzeitigen mechanischen Recyclingverfahren f\u00fcr Kunststofffolien sind durch die Verschlechterung von Produkteigenschaften und uneinheitliche Produktqualit\u00e4ten nicht in der Lage, in gro\u00dfem Ma\u00dfstab hochwertige Recyclingprodukte zu erzeugen. Eine andere Option stellt das chemische Recycling dar, das zwar auch f\u00fcr Kunststoffabf\u00e4lle mit niedrigem Reinheitsgrad geeignet ist, jedoch durch die hohe Energieintensit\u00e4t und geringe Produktausbeute der unterschiedlichen Verfahren, die Kunststoffmaterialien in ihre Bestandteile zerlegen, weniger attraktiv ist\u201c. Aus diesem Grund stellen sich die am Projekt beteiligten Fachgebiete der Herausforderung, eine neue Recyclingmethode zu entwickeln, um mehrschichtige Kunststofffolien erneut zu hochwertigen Produkten zu verarbeiten: Das mikrobielle Recycling.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir wollen eine neue und \u00f6kologisch optimale Recyclingtechnik f\u00fcr Polyethylen (PE)-Folien und PE-Polyethylenterephthalat (PET)-Mehrschicht-Folien entwickeln, die \u00fcber die enzymatische Depolymerisation von PE und anschlie\u00dfender reaktiver Extrusion von kurzkettigen Bausteinen (Oligomeren) zu hochwertigen Recyclingprodukten f\u00fchrt\u201c, erl\u00e4utert <strong>Prof. Dr. Wolfgang Streit, Leiter des Fachgebiets Mikrobiologie und Biotechnologie der Universit\u00e4t Hamburg<\/strong>. \u201eDenn PE ist in fast jeder mehrschichtigen Folie enthalten, aber bislang nicht enzymatisch entschl\u00fcsselt wie etwa PET.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Prof. Dr.-Ing. Hans-Peter Heim, Leiter des Fachgebiets Kunststofftechnik an der Universit\u00e4t Kassel<\/strong>, erg\u00e4nzt: \u201eObwohl dieses Projekt aufgrund des v\u00f6llig neuen Ansatzes riskant ist, k\u00f6nnte es den Weg ebnen f\u00fcr ein mehrschichtiges Recycling mit Fokus auf den mikrobiellen Abbau f\u00fcr technische Kunststoffe und dazu beitragen, die von der Europ\u00e4ischen Kommission festgelegten Recyclingziele zu erreichen.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die Projektergebnisse werden schlie\u00dflich nicht nur f\u00fcr die Lebensmittel- und Verpackungsindustrie interessant sein, sondern auch beispielsweise f\u00fcr den Automobil- oder Textilsektor. Hier handelt es sich zwar nicht um Kunststofffolien, aber die gro\u00dfe Vielfalt der in Autos verwendeten Kunststoffe, die Dominanz schwarzer Kunststoffe und die Vielfalt der F\u00fcllstoffe stellen eine gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr herk\u00f6mmliche mechanische Recyclingverfahren dar und k\u00f6nnten das mikrobielle Recycling sehr attraktiv machen. Das Gleiche gilt f\u00fcr Textilien, f\u00fcr die die Vielfalt der Materialien das Faser-zu-Faser-Recycling mit etablierten Technologien erschwert.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Projekt \u201eBioLoop: Micro-biologically enhanced material cycle for closing PE and PE-PET multilayer plastic foil Loops\u201c mit einer Laufzeit von vier Jahren wird von der VolkswagenStiftung mit knapp 1,2 Millionen Euro gef\u00f6rdert. Thematisch schlie\u00dft das Projekt auch an die wissenschaftlichen Aktivit\u00e4ten des Kasseler Forschungsclusters \u201eBiTWerk \u2013 Biologische Transformation technischer Werkstoffe\u201c unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Thomas Niendorf und Prof. Dr.-Ing Hans-Peter Heim an<strong> ( <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.uni-kassel.de\/go\/bitwerk\" data-type=\"link\" data-id=\"www.uni-kassel.de\/go\/bitwerk\" target=\"_blank\">www.uni-kassel.de\/go\/bitwerk<\/a> )<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr ein neues Forschungsprojekt arbeiten das Fachgebiet Ressourcenmanagement und Abfalltechnik und das Fachgebiet Kunststofftechnik der Universit\u00e4t Kassel sowie das Fachgebiet Mikrobiologie und Biotechnologie der Universit\u00e4t Hamburg an einem gemeinsamen Ziel: Sie wollen mithilfe von mikrobiellem Recycling eine Methode entwickeln, die mehrschichtige Folien umweltvertr\u00e4glich wieder in ihre urspr\u00fcnglichen Bestandteile zur\u00fcckf\u00fchrt, sodass diese erneut f\u00fcr qualitativ hochwertige [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":114,"featured_media":152777,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","nova_meta_subtitle":"Der \u00dcbergang zu einer Kreislaufwirtschaft, in der Kunststoffe in ihrem wertvollsten Zustand erhalten werden, ist dringend notwendig, um die Umweltauswirkungen der Kunststoffnutzung zu verringern","footnotes":""},"categories":[17143],"tags":[12018,11841,22484,10453,13184],"supplier":[1195,1833,23829],"class_list":["post-152775","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-recycling","tag-forschung","tag-kreislaufwirtschaft","tag-kunststoffrecycling","tag-recycling","tag-verpackung","supplier-universitaet-hamburg","supplier-universitaet-kassel","supplier-volkswagenstiftung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/152775","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/114"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=152775"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/152775\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/152777"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=152775"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=152775"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=152775"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=152775"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}