{"id":148529,"date":"2024-07-24T07:32:00","date_gmt":"2024-07-24T05:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=148529"},"modified":"2024-07-19T11:25:37","modified_gmt":"2024-07-19T09:25:37","slug":"zement-recycling-ein-gunstiger-und-effizienter-weg-zu-tieferen-emissionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/zement-recycling-ein-gunstiger-und-effizienter-weg-zu-tieferen-emissionen\/","title":{"rendered":"Zement-Recycling \u2013 ein g\u00fcnstiger und effizienter Weg zu tieferen Emissionen"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p><strong>Das Recycling von Zementstein ist eine der billigsten und effizientesten M\u00f6glichkeiten, um die Emissionen aus der Zementproduktion zu senken, wie eine <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1073\/pnas.2313475121\">k\u00fcrzlich im Fachjournal <em>PNAS<\/em> ver\u00f6ffentlichte Studie<\/a> zeigt. <a href=\"https:\/\/www.imperial.ac.uk\/news\/254793\/recycling-cement-paste-cheap-efficient-reduce\/\">Die von Forschenden des \u00abImperial College London\u00bb geleitete Studie<\/a>, an der auch Wissenschaftler der Empa und der EPFL beteiligt sind, zeigt, dass die CO<sub>2<\/sub>-Mineralisierung von Zementabf\u00e4llen eine kosteng\u00fcnstige M\u00f6glichkeit zur Verringerung der Zementemissionen darstellt.<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"870\" height=\"489\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/Betonabfall-unsplash-stopper.jpg\" alt=\"Abbruchmaterial Beton: Eine neue Studie zeigt, dass die CO2-Mineralisierung von Zementabf\u00e4llen eine kosteng\u00fcnstige M\u00f6glichkeit zur Verringerung der Zementemissionen darstellt.\" class=\"wp-image-148541\" style=\"aspect-ratio:1.7791411042944785;width:805px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/Betonabfall-unsplash-stopper.jpg 870w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/Betonabfall-unsplash-stopper-300x169.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/Betonabfall-unsplash-stopper-150x84.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/Betonabfall-unsplash-stopper-768x432.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/Betonabfall-unsplash-stopper-400x225.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 870px) 100vw, 870px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abbruchmaterial Beton: Eine neue Studie zeigt, dass die CO<sub>2<\/sub>-Mineralisierung von Zementabf\u00e4llen eine kosteng\u00fcnstige M\u00f6glichkeit zur Verringerung der Zementemissionen darstellt. \u00a9 Unsplash<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Die Studie zeigt, dass die CO<sub>2<\/sub>-Mineralisierung \u2013 ein Prozess, bei dem emittiertes und atmosph\u00e4risches CO<sub>2<\/sub>&nbsp;reduziert wird, indem es in Infrastrukturen wie Beton, Ziegeln, Pflastersteinen und Klinkerersatzstoffen absorbiert wird \u2013 das Potenzial hat, die Emissionen aus der Zementproduktion um rund 15% zu senken, was 0,8% der globalen Treibhausgasemissionen im Jahr 2020 entspricht.<\/p>\n\n\n\n<p>Von den zehn untersuchten Technologien zur CO<sub>2<\/sub>-Mineralisierung fanden die Forscher heraus, dass recycelter Zementstein aus Abriss-Beton am effektivsten und wirtschaftlichsten ist. Zementstein \u2013 oder Zementleim im nicht-erh\u00e4rteten Zustand \u2013 ist eine leim\u00e4hnliche Substanz, die Materialien wie Sand oder Kies miteinander verbindet und so Beton erzeugt. Rezyklierter Zementstein stammt in der Regel aus alten Infrastrukturen wie abgerissenen Geb\u00e4uden.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Der Hauptautor <strong>Rupert J. Myers vom \u00abDepartment of Civil and Environmental Engineering\u00bb am \u00abImperial College\u00bb<\/strong> sagt: \u00abIm Kampf gegen den Klimawandel ist es eine Herausforderung, die Emissionen aus der Zementherstellung und der Bauindustrie im Allgemeinen zu reduzieren. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass CO<sub>2<\/sub>-mineralisierter Zement eine f\u00fchrende Technologie sein k\u00f6nnte, die uns bei der Dekarbonisierung des Sektors hilft.\u00bb<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Unternehmensangaben unter der Lupe<\/h3>\n\n\n\n<p>Baumaterialien sind f\u00fcr etwa 13% der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich \u2013 der gr\u00f6sste Teil davon stammt aus der Herstellung von Beton und Stahl. Beton ist nach Wasser das am zweith\u00e4ufigsten nachgefragte Material auf unserem Planeten, und es wird erwartet, dass dieser Bedarf k\u00fcnftig noch weiter steigt. Aus diesem Grund suchen Wissenschaftler weltweit nach L\u00f6sungen, um die Emissionen aus der Herstellung und Verwendung von Beton und Zement zu verringern.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die PNAS-Studie untersuchten die Forschenden zehn verschiedene Technologien, die eine wirksame Mineralisierung von CO<sub>2<\/sub>&nbsp;im Zement erm\u00f6glichen sollen. Sie fanden heraus, dass nur zwei der Technologien wirksam und wirtschaftlich bei der Reduzierung der CO<sub>2<\/sub>-Emissionen bei der Zementherstellung sind.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die meisten anderen Technologien gab es kaum oder nur begrenzte Belege daf\u00fcr, dass sie die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen in der Praxis verringern k\u00f6nnen, obwohl die Unternehmen ihre Wirksamkeit beteuern.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Forschungsteam stellte ausserdem fest, dass wirtschaftliche Technologien auf der Grundlage der CO<sub>2<\/sub>-Mineralisierung etwa zwei- bis f\u00fcnfmal kosteng\u00fcnstiger sind als Technologien zur Abscheidung und Speicherung von Kohlenstoff (\u00abCarbon Capture and Storage\u00bb, CCS), bei denen atmosph\u00e4rischer Kohlenstoff unterirdisch gelagert wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Vorteil der CO<sub>2<\/sub>-Mineralisierung ist, dass es sich dabei um eine dauerhafte L\u00f6sung handelt, die relativ einfach zu handhaben ist. Baumaterialien k\u00f6nnen CO<sub>2<\/sub>&nbsp;f\u00fcr Hunderte von Jahren in der Infrastruktur speichern, m\u00f6glicherweise noch l\u00e4nger, wenn abgerissene Materialien recycelt werden.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Co-Autor <strong>Justin D. Driver vom \u00abDepartment of Chemical Engineering\u00bb am \u00abImperial College\u00bb<\/strong> sagt: \u00abObwohl diese Ergebnisse vielversprechend sind, muss man sich dar\u00fcber im Klaren sein, dass die CO<sub>2<\/sub>-Mineralisierung keine Patentl\u00f6sung f\u00fcr alles ist. Es gibt nur eine begrenzte Anzahl von Rohstoffen, die CO<sub>2<\/sub>\u00a0absorbieren k\u00f6nnen, was bedeutet, dass das Potenzial dieser Technologie, Emissionen in allen Sektoren zu reduzieren, ebenfalls begrenzt ist.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p>Und <strong>Ellina Bernard, Mitautorin und Wissenschaftlerin am Empa<\/strong>-Labor f\u00fcr Beton und Asphalt, erg\u00e4nzt: \u00abDie Studie zeigt, dass eine breitere Anwendung der CO<sub>2<\/sub>-Mineralisierung durch Altbeton oder andere Industrieabf\u00e4lle auf Kalziumbasis durch die Menge des zu karbonisierenden Materials begrenzt wird. CO<sub>2<\/sub>-Einsparungen von 15% bei der Herstellung von Baumaterialien sind allerdings nicht zu vernachl\u00e4ssigen.\u00bb Man m\u00fcsse unbedingt weiterhin daran forschen, einerseits um die Kosten zu senken, aber auch um die Technologien zur CO<sub>2<\/sub>-Abscheidung und -Verwertung (CCU) weiter zu optimieren. CCU steht auch im Zentrum der neuen Empa-Forschungsinitiative \u00abMining the Atmosphere\u00bb.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Verringerung des Kohlenstoff-Fussabdrucks von Zement<\/h3>\n\n\n\n<p>Das Team, dem auch Forschende der Empa und der EPFL angeh\u00f6ren, definierte auch einige wichtige Schwerpunktbereiche f\u00fcr politische Entscheidungstr\u00e4ger, Investoren, Forschende und andere Interessengruppen, die sich um eine Verringerung der Emissionen aus der Zementherstellung bem\u00fchen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Entwicklung von Strategien zur Unterst\u00fctzung des Recyclings von Betonabbruch, der dann f\u00fcr CO<sub>2<\/sub>-Mineralisierungstechnologien verwendet werden kann, was die Emissionsreduzierung steigert<\/li>\n\n\n\n<li>Fokussierung auf diejenigen CO<sub>2<\/sub>-Mineralisierungstechnologien, die sich als wettbewerbsf\u00e4hig erwiesen haben \u2013 der Aufwand f\u00fcr nicht-wettbewerbsf\u00e4hige Technologien k\u00f6nnte gar kontraproduktiv sein, um die Klimakrise zu bew\u00e4ltigen<\/li>\n\n\n\n<li>Transparenz in Bezug auf die Wettbewerbsf\u00e4higkeit dieser Technologien auf der Grundlage der Produktionskosten, der Nachfrage nach dem Produkt, des Marktanteils und der Anwendungsf\u00e4lle sowie Bereitstellung von Informationen, die leicht verst\u00e4ndlich sind und Investoren einen Vergleich zwischen verschiedenen Technologien erm\u00f6glichen<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Referenz<\/h3>\n\n\n\n<p>JG Driver, E Bernard, P Patrizio, PS Fennell, K Scrivener, RJ Myers; Global decarbonization potential of CO<sub>2<\/sub>mineralization in concrete materials; <em>PNAS (2024)<\/em>; doi:\u00a0<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1073\/pnas.2313475121\">https:\/\/doi.org\/10.1073\/pnas.2313475121<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Recycling von Zementstein ist eine der billigsten und effizientesten M\u00f6glichkeiten, um die Emissionen aus der Zementproduktion zu senken, wie eine k\u00fcrzlich im Fachjournal PNAS ver\u00f6ffentlichte Studie zeigt. 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