{"id":148383,"date":"2024-07-22T07:23:00","date_gmt":"2024-07-22T05:23:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=148383"},"modified":"2024-07-16T15:40:59","modified_gmt":"2024-07-16T13:40:59","slug":"nachhaltige-chemie-auf-der-woche-der-umwelt-nachhaltig-mit-mehr-service-und-weniger-material","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nachhaltige-chemie-auf-der-woche-der-umwelt-nachhaltig-mit-mehr-service-und-weniger-material\/","title":{"rendered":"Nachhaltige Chemie auf der Woche der Umwelt: Nachhaltig mit mehr Service und weniger Material"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p>Auf der Woche der Umwelt im Juni in Berlin im Schloss Bellevue war nachhaltige Chemie auch ein Thema. Die Diskussion zeigte, nachhaltige Chemie bedeutet mehr, als einzelne Chemikalien oder Produkte effizient herzustellen und nachwachsende oder recycelte Rohstoffe einzusetzen. Chemie nachhaltig zu betreiben, bedeutet auch, Stoffstr\u00f6me drastisch zu verringern.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/UF_o_wdu_chemie_A-1-1200x675-1-1024x576.jpg\" alt=\"Bundespr\u00e4sident Walter Steinmeier er\u00f6ffnet die Woche der Umwelt 2024 im Schloss Bellevue in Berlin.\" class=\"wp-image-148398\" style=\"aspect-ratio:1.7777777777777777;width:773px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/UF_o_wdu_chemie_A-1-1200x675-1-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/UF_o_wdu_chemie_A-1-1200x675-1-300x169.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/UF_o_wdu_chemie_A-1-1200x675-1-150x84.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/UF_o_wdu_chemie_A-1-1200x675-1-768x432.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/UF_o_wdu_chemie_A-1-1200x675-1-400x225.jpg 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/UF_o_wdu_chemie_A-1-1200x675-1.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bundespr\u00e4sident Walter Steinmeier er\u00f6ffnet die Woche der Umwelt 2024 im Schloss Bellevue in Berlin.\u00a0\u00a9 Ahrens<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Nachhaltiges Wirtschaften ist zum Teil bereits in Wirtschaft und Gesellschaft angekommen: Die Energiewende kommt langsam voran, der Wert der biologischen Vielfalt wird mehr und mehr erkannt. Wie sieht es jedoch mit der materiellen Seite aus? Den Produkten, Abf\u00e4llen, Chemikalien? Hier steckt die Diskussion um Nachhaltigkeit noch in ihren Anf\u00e4ngen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir m\u00fcssen uns auch um die physischen Grundlagen unseres Wirtschaftens k\u00fcmmern\u201c, sagt daher Klaus K\u00fcmmerer, Professor f\u00fcr Nachhaltige Chemie und Stoffliche Ressourcen an der Leuphana Universit\u00e4t in L\u00fcneburg, auf der Diskussionsrunde \u201eNachhaltige Chemie f\u00fcr eine nachhaltige Welt\u201c auf der Woche der Umwelt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"nachhaltige-chemie-ist-gruen\">Nachhaltige Chemie ist gr\u00fcn, \u2026&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<p>Die \u201egr\u00fcne Chemie\u201c ist gut bekannt. Sie fokussiert auf die Synthese von Chemikalien. Ein Ziel gr\u00fcner Chemie ist, Stoffe m\u00f6glichst effizient, also mit m\u00f6glichst wenig Energie und m\u00f6glichst wenig Abfall herzustellen. Auch der Einsatz nachwachsender Rohstoffe kann Chemie gr\u00fcner machen. Gr\u00fcne Chemie ist damit lediglich ein Teil der nachhaltigen Chemie, sie l\u00e4sst aber ethische Fragen und Stakeholder au\u00dfen vor und adressiert kein Recycling und keine Stoff- und Materialstr\u00f6me, die sich in einer Gesellschaft und weltweit aufsummieren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Auf die Herausforderung der steigenden Stoffstr\u00f6me verwies Henning Friege von der N<sup>3<\/sup>\u00a0Nachhaltigkeitsberatung aus Voerde in Nordrhein-Westfalen auf der Woche der Umwelt mit zwei Zahlen: Der Bedarf an Kunststoffen kann sich von 460\u00a0Mio.\u00a0t in 2019 auf mehr 1\u00a0300\u00a0Mio.\u00a0t bis 2060 fast verdreifachen \u2013 nachzulesen im \u201eGlobal Plastics Outlook\u201c-Bericht der Organisation f\u00fcr \u00f6konomische Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) von 2022 <sup>[1]<\/sup>. Und 2050 k\u00f6nnen weltweit 3,8\u00a0Mrd.\u00a0t Siedlungsabf\u00e4lle anfallen, das sind 80% mehr als die 2,1\u00a0Mrd.\u00a0t in 2023. So steht es im \u201eGlobal Waste Management Outlook 2024\u201c des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (Unep) <sup>[2]<\/sup>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"zirkulaer\">\u2026 zirkul\u00e4r \u2026<\/h3>\n\n\n\n<p>Zirkul\u00e4re Chemie ist ein weiterer Schritt in die Richtung Nachhaltigkeit. Doch K\u00fcmmerer beobachtet hier das gleiche Denken wie in der linearen Wirtschaft. \u201eEs werden keine Grenzen gesehen, obwohl sie naturgesetzlich vorgegeben sind.\u201c Das Credo der Kreislaufwirtschaft lautet: Zirkuliert es, ist alles gut.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In jeder Kreislaufwirtschaft gebe es zudem unvermeidlich Verluste an Qualit\u00e4t und Quantit\u00e4t, betont K\u00fcmmerer. Ein Beispiel: Es werden vier Recyclingschritte mit einer sehr guten Effizienz von jeweils 95% ben\u00f6tigt. Die Gesamteffizienz liegt dann aber lediglich bei rund 80%. Ein knappes F\u00fcnftel geht also verloren und muss ersetzt werden. Zudem wird f\u00fcr jeden Schritt Energie ben\u00f6tigt. Und die Materialstr\u00f6me k\u00f6nnen trotzdem vielf\u00e4ltiger werden und steigen, betont der Chemiker K\u00fcmmerer. Das hei\u00dft, zirkul\u00e4re Chemie ist auch noch nicht das Ende der Geschichte.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"und-senkt-stoffstroeme\">\u2026 und senkt Stoffstr\u00f6me<\/h3>\n\n\n\n<p>Bei nachhaltiger Chemie geht es auch darum, Stoffstr\u00f6me zu verringern. Werden etwa Produkte l\u00e4nger genutzt und lassen sich einfacher reparieren, wird weniger Neuware ben\u00f6tigt. Und nicht immer ist eine chemische L\u00f6sung nachhaltig und auf Herstellung und Einsatz von Chemikalien kann durchaus mal verzichtet werden.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00fcmmerer empfiehlt daher eine andere Herangehensweise. \u201eWir m\u00fcssen anfangen, vom Service und der Funktion zu denken und dann die Materialien ausw\u00e4hlen.\u201c Danach komme erst, wenn n\u00f6tig, die zirkul\u00e4re Chemie und danach die Synthese, also die gr\u00fcne Chemie. \u201eDann kann Chemie auf nachhaltige Weise zur Nachhaltigkeit beitragen\u201c, so K\u00fcmmerer. Er wei\u00dft aber auch, das ist nicht immer einfach, zudem m\u00fcsse immer genau hingeschaut werden. Einige Beispiele m\u00f6gen dies illustrieren.&nbsp;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"421\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/UF_o_wdu_chemie_B1.jpg\" alt=\"Fast ein Suchbild: Welche Milcht\u00fcte kommt bei gleichem Service mit weniger Material und weniger unterschiedlichem Material aus, spart dadurch Ressourcen und erleichtert das Recycling?\u00a0\" class=\"wp-image-148397\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/UF_o_wdu_chemie_B1.jpg 640w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/UF_o_wdu_chemie_B1-300x197.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/UF_o_wdu_chemie_B1-150x99.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/UF_o_wdu_chemie_B1-400x263.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Fast ein Suchbild: Welche Milcht\u00fcte kommt bei gleichem Service mit weniger Material und weniger unterschiedlichem Material aus, spart dadurch Ressourcen und erleichtert das Recycling?\u00a0\u00a9 Klaus K\u00fcmmerer<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><a href=\"https:\/\/www.ingenieur.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/UF_o_wdu_chemie_B1.jpg\"><\/a>Beispiel synthetische Kraftstoffe<\/h3>\n\n\n\n<p>Aus Kohlendioxid oder Wasser lassen sich mit Strom viele Chemikalien herstellen. Doch das ist nicht immer sinnvoll. Werden auf diese Weise etwa synthetische Kraftstoffe synthetisiert, kommen am Ende etwa 10% der eingesetzten Energie auf der Stra\u00dfe an. Der Grund: Kohlendioxid und Wasser sind Endprodukte von Verbrennungen, also sehr energiearm. Diese Energie muss erst wieder reingesteckt werden. Synthetische Kraftstoffe mithilfe erneuerbarer Energien herzustellen, sei f\u00fcr K\u00fcmmerer daher vielleicht gr\u00fcn, aber nicht nachhaltig. Der n\u00f6tigte Wasserstoff ist in Sachen CO<sub>2<\/sub>-Reduktion in der Eisen-, Stahl- und Zementindustrie viel notwendiger und effizienter, ebenso der gr\u00fcne Strom in der chemischen Industrie.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"beispiel-schadorganismen\">Beispiel Schadorganismen<\/h3>\n\n\n\n<p>Gegen Ratten werden oft Blutgerinnungshemmer eingesetzt. Diese Stoffe haben Nebeneffekte: Sie werden in der Natur nur langsam abgebaut, reichern sich an, sind auch f\u00fcr andere Organismen wie den Menschen giftig. Auch leiden die Tiere, wenn sie an diesen Giften sterben, und gegen einige Blutgerinnungshemmer haben sich Resistenzen gebildet.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Stefanie Wieck vom Umweltbundesamt sind Rattengifte nur die letzte Option. Zuerst sollte gefragt werden: Warum sind die Tiere dort? Finden sie Nahrung und Nistm\u00f6glichkeiten? Beispiel Kanalisation. Werden keine Lebensmittel \u00fcber Toiletten in die Kanalisation gesp\u00fclt und sind die Kan\u00e4le gut in Schuss, gibt es etwa keine leeren Rohre, fehlt den Ratten der Lebensraum. Die Stadt Erfurt verzichtet auf diese Weise auf Rattengifte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWichtig ist, die Perspektive zu wechseln\u201c, erkl\u00e4rt Wieck und bei Schadorganismen generell zu fragen, wo und warum sind diese ein Problem und dann zu fragen, wie sich am besten damit umgehen l\u00e4sst. Sie verweist hierzu auf die OECD, die im Dezember 2023 den Bericht \u201e10 general principles for a Sustainable Management of Harmful Organisms (SuMaHO)\u201c ver\u00f6ffentlicht hat. Das Umweltbundesamt hat diese SuMaHO-Prinzipien, also die \u201e10 allgemeinen Grunds\u00e4tze f\u00fcr ein nachhaltiges Management von Schadorganismen\u201c, \u00fcbersetzt <sup>[3]<\/sup>.\u00a0<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"512\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/UF_o_wdu_chemie_B2-1024x512.jpg\" alt=\"Solche Plakate werben seit Juni 2023 f\u00fcr ein nachhaltiges Ratten-Management. Dieses und weitere \u00e4hnliche Motive sind beim Umweltbundesamt unter der Webseite \u201ewww.umweltbundesamt.de\/rattenmanagement\u201c kostenlos erh\u00e4ltlich. \u00a9 Stefanie Wieck\" class=\"wp-image-148396\" style=\"aspect-ratio:2;width:783px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/UF_o_wdu_chemie_B2-1024x512.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/UF_o_wdu_chemie_B2-300x150.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/UF_o_wdu_chemie_B2-150x75.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/UF_o_wdu_chemie_B2-768x384.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/UF_o_wdu_chemie_B2-400x200.jpg 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/UF_o_wdu_chemie_B2.jpg 1417w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Solche Plakate werben seit Juni 2023 f\u00fcr ein nachhaltiges Ratten-Management. Dieses und weitere \u00e4hnliche Motive sind beim Umweltbundesamt unter der Webseite \u201ewww.umweltbundesamt.de\/rattenmanagement\u201c kostenlos erh\u00e4ltlich. \u00a9 Stefanie Wieck<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><a href=\"https:\/\/www.ingenieur.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/UF_o_wdu_chemie_B2.jpg\"><\/a>Beispiel Bodenbel\u00e4ge\u00a0<\/h3>\n\n\n\n<p>Friege von der N<sup>3<\/sup>-Nachhaltigkeitsberatung verglich drei Bodenbel\u00e4ge unter Nachhaltigkeitsaspekten: Bel\u00e4ge aus Vinyl, also weichem Polyvinylchlorid (PVC), Laminat und Parkett. Unter Klimagesichtspunkten stehen PVC-B\u00f6den am schlechtesten da, weil sie nicht aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. Zudem enth\u00e4lt PVC auch deutlich mehr Zusatzstoffe wie Weichmacher und F\u00fcllstoffe. Laminate hingegen nur Klebstoffe und Harze, Parkett Wachs. Weich-PVC l\u00e4sst sich auch nicht hochwertig verwerten und wird thermisch entsorgt. Gebrauchtes Laminat und Parkett lassen sich hingegen trotz der Zusatzstoffe zu Spanplatten oder faserbasierten Produkten verarbeiten, bevor das Holz am Ende einer Verwertungskaskade energetisch genutzt werden kann.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"beispiel-einweg-versus-mehrweg\">Beispiel Einweg versus Mehrweg<\/h3>\n\n\n\n<p>Aus Zerlegebetrieben werden gro\u00dfe St\u00fccke eingeschwei\u00dftes Frischfleisch in Beh\u00e4ltern zu Superm\u00e4rkten, Restaurants und Hotels transportiert. Diese Beh\u00e4lter m\u00fcssen einige Anforderungen erf\u00fcllen: Die K\u00fchlkette muss stimmen und die Beh\u00e4lter m\u00fcssen stabil sein, damit sie gestapelt werden k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Aktuelle nutzen Zerlegebetriebe hierzu Kartonagen, also Pappe mit und ohne Polyethylen-Beschichtung. Aus hygienischen Gr\u00fcnden werden die Kartons nur einmal benutzt. Eine wiederverwendbare Alternative hierzu sind zusammenklappbare Beh\u00e4lter, die \u00fcberwiegend aus Polypropylen-Rezyklaten bestehen. Diese wurde im Projekt \u201eAll-Polymer\u201c im Rahmen der F\u00f6rderma\u00dfnahme \u201eRessourceneffiziente Kreislaufwirtschaft \u2013 Innovative Produktkreisl\u00e4ufe (ReziProK)\u201c des Bundesforschungsministeriums entwickelt. Diese neuen Transportbeh\u00e4lter bestehen \u00fcberwiegend aus recyceltem Polypropylen. Da diese allerdings nicht stabil genug sind, werden sie mit besonderen sogenannten unidirektionalen Faserb\u00e4ndern aus recyceltem Polypropylen stabilisiert. Diese B\u00e4nder lassen sich bei leicht h\u00f6heren Temperaturen gut abl\u00f6sen und erneut einsetzen. Im Ergebnis lassen sich mit den neuen Transportbeh\u00e4ltern und den stabilisierenden B\u00e4ndern CO<sub>2<\/sub>-\u00c4quivalente einsparen: n\u00e4mlich bei 40 Uml\u00e4ufen rund 260&nbsp;kg.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"512\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/UF_o_wbu_chemie_B3-1024x512.jpg\" alt=\"Ein faltbarer Stapelbeh\u00e4lter unter anderem f\u00fcr Frischfleisch aus Zerlegebetrieben verst\u00e4rkt mit unidirektionalen Faserb\u00e4ndern aus recyceltem Polypropylen.\" class=\"wp-image-148395\" style=\"aspect-ratio:2;width:800px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/UF_o_wbu_chemie_B3-1024x512.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/UF_o_wbu_chemie_B3-300x150.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/UF_o_wbu_chemie_B3-150x75.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/UF_o_wbu_chemie_B3-768x384.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/UF_o_wbu_chemie_B3-400x200.jpg 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/UF_o_wbu_chemie_B3.jpg 1446w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ein faltbarer Stapelbeh\u00e4lter unter anderem f\u00fcr Frischfleisch aus Zerlegebetrieben verst\u00e4rkt mit unidirektionalen Faserb\u00e4ndern aus recyceltem Polypropylen.\u2002\u00a9 Infinex-Group<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><a href=\"https:\/\/www.ingenieur.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/UF_o_wbu_chemie_B3.jpg\"><\/a>Fazit<\/h3>\n\n\n\n<p>Nachhaltig mit Chemikalien umzugehen, verlangt einen umfassenden Ansatz: Die erste Frage lautet: Was soll erreicht werden und welcher Service wird ben\u00f6tigt? Und dann sollten dazu zuerst die passenden Gesch\u00e4ftsmodelle, dann die passenden Produkte, falls welche notwendig sind, geplant werden und diese erst dann synthetisiert und genutzt werden, bei deren Herstellung und Verarbeitung etwa wenig Treibhausgase frei werden, die zudem langlebig sind und sich gut im Kreis f\u00fchren lassen. Stoffe, Materialien und Produkte, die in die Umwelt gelangen, m\u00fcssen f\u00fcr schnelle und vollst\u00e4ndige Mineralisierung geplant werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit mehr Service die ben\u00f6tigen Funktionen erf\u00fcllen und dabei letztlich mit weniger Material auskommen. Immer wieder wird es dabei sogar m\u00f6glich sein, auf Produkte der Chemie zu verzichten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"literatur\">Literatur<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><sup>(1)<\/sup> <a href=\"https:\/\/www.oecd-ilibrary.org\/sites\/aa1edf33-en\/index.html?itemId=\/content\/publication\/aa1edf33-en\">www.oecd-ilibrary.org\/sites\/aa1edf33-en\/index.html?itemId=\/content\/publication\/aa1edf33-en<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><sup>(2)<\/sup> <a href=\"https:\/\/www.unep.org\/resources\/global-waste-management-outlook-2024\">www.unep.org\/resources\/global-waste-management-outlook-2024<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><sup>(3)<\/sup> <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/themen\/chemikalien\/biozide\/nachhaltiger-umgang-schadorganismen\/sumaho-prinzipien-fuer-management\">www.umweltbundesamt.de\/themen\/chemikalien\/biozide\/nachhaltiger-umgang-schadorganismen\/sumaho-prinzipien-fuer-management<\/a><\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf der Woche der Umwelt im Juni in Berlin im Schloss Bellevue war nachhaltige Chemie auch ein Thema. 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