{"id":148357,"date":"2024-02-21T07:22:00","date_gmt":"2024-02-21T06:22:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=148357"},"modified":"2024-07-16T11:36:20","modified_gmt":"2024-07-16T09:36:20","slug":"ein-produkt-mit-zukunft-wiesengras","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/ein-produkt-mit-zukunft-wiesengras\/","title":{"rendered":"Ein Produkt mit Zukunft: Wiesengras"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p>Die Menschheit steckt in einem Dilemma: Die Bev\u00f6lkerung auf der Welt nimmt zu, sie verbraucht gleichzeitig immer mehr, und zwar zu viele endliche Ressourcen wie fossile Brennstoffe. Genau hier setzt Biowert Industrie GmbH an, wie Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Jens Meyer zu Drewer erkl\u00e4rt, denn das Unternehmen bietet einen nachhaltigen Rohstoff aus Wiesengras, den es zudem in Kreislaufwirtschaft produziert. Energieerzeugung statt Energieverbrauch, so sieht f\u00fcr Biowert die Zukunft aus.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/Biowert_Rohstoff_Gras-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-148361\" style=\"aspect-ratio:1.7777777777777777;width:761px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/Biowert_Rohstoff_Gras-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/Biowert_Rohstoff_Gras-300x169.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/Biowert_Rohstoff_Gras-150x84.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/Biowert_Rohstoff_Gras-768x432.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/Biowert_Rohstoff_Gras-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/Biowert_Rohstoff_Gras-400x225.jpg 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/Biowert_Rohstoff_Gras.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00a9 Biowert<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wirtschaftsforum<\/strong>: F\u00fcr Biowert sind 100% nachhaltige Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen die Zukunft. Wie kam es zu dieser Fokussierung auf Wiesengras als nachhaltigen Rohstoff mit hohem Potenzial?<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Jens Meyer zu Drewer<\/strong>: Wir betreiben seit 2005 die Biogasanlage und sind seit circa 15 Jahren mit Gras, beziehungsweise Grasfasern am Markt und haben uns seitdem best\u00e4ndig weiterentwickelt. Schon fr\u00fch haben wir auf die Kreislaufwirtschaft gesetzt. Uns zeichnet aus, dass wir wirklich ernst damit gemacht haben, quasi von der Wiege zur Wiege. Unsere DNA sind der Einsatz von ausschlie\u00dflich Materialien, die sich bereits oberhalb der Erde befinden. Wir geben ihnen ein zweites Leben und machen sie somit zu einer endlosen Ressource. Schon fr\u00fch haben wir erkannt, dass fossile Brennstoffe wie Erd\u00f6l endlich sind und wir deshalb ihren Anteil bei Kunststoffen ersetzen m\u00fcssen. Wir m\u00fcssen also zum einen Erd\u00f6l in Kunststoff substanziell ersetzen und uns zum anderen um Ersatzprodukte k\u00fcmmern, die in der Kreislaufwirtschaft hergestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wirtschaftsforum<\/strong>: Wir sprechen hier von Wiesengras?<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Jens Meyer zu Drewer<\/strong>: Genau. Wir produzieren und vertreiben grasfaserverst\u00e4rkte Kunststoffe. Unser neuartiger Kunststoff hat einen Grasanteil von 30 bis 40%, dieser Anteil kann bis auf 75% ansteigen, je nach Verarbeitungsverfahren. So wird aktiv Erd\u00f6l in Kunststoffen eingespart und zwar ein recht hoher Anteil.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wirtschaftsforum<\/strong>: Wichtig bei der Herstellung des Materials ist Ihre Biogasanlage, die 2005 in Betrieb genommen wurde?<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Jens Meyer zu Drewer<\/strong>: Sie liefert sowohl Strom als auch W\u00e4rme f\u00fcr die Produktion. Mit dem entstandenen Biogas werden zwei Blockheizkraftwerke gespeist. Mit der Abw\u00e4rme der Blockheizkraftwerke werden neben der Temperierung des Fermenters und der Hygienisierung auch die Trocknung unserer Grasfasern \u00fcbernommen. Es besteht eine enge Verbindung zwischen unseren beiden Standbeinen, der Biosgasanlage f\u00fcr die Stromproduktion und der Herstellung von Grasfasern und naturfaserverst\u00e4rkten Kunststoffen. Wir nutzen f\u00fcr die Anlage ausschlie\u00dflich Recyclingmaterialien aus der Lebensmittel\u00fcberproduktion wie Essenreste und keine nachwachsenden Rohstoffe wie Mais.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wirtschaftsforum<\/strong>: Woher kommt das Gras, das Sie verarbeiten?<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Jens Meyer zu Drewer<\/strong>: Das Gras wird von einer Erzeugergemeinschaft in der Region angeliefert, dann durch uns siliert, gewaschen, ausgepresst, sodass eine reine Zellulosefaser \u00fcberbleibt. Diese wird, wie gesagt, durch die Abw\u00e4rme der Blockheizkraftwerke getrocknet. So k\u00f6nnen wir interne Energie sinnvoll nutzen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wirtschaftsforum<\/strong>: K\u00f6nnen Sie einige Worte zur Struktur von Biowert sagen?<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Jens Meyer zu Drewer<\/strong>: Am Standort Brensbach mit 13 Mitarbeitern setzen wir unsere Kreislaufwirtschaft in unserer Grasfabrik um. Die Anlagentechnik k\u00f6nnen wir deutschland- und europaweit aufbauen. Unsere Produktion grasfaserverst\u00e4rkter Kunststoffe ist stark gestiegen. Ende 2021 haben wir mit der Fertigstellung einer neuen Produktionshalle unsere Kapazit\u00e4t vervierfacht. Noch ein Wort zum Thema Kreislaufwirtschaft: Bei allen Materialien, die in die Biogasanlage gehen, wird der organische Anteil in Biogas, also Methan, umgesetzt und die nicht organischen Anteile wie Stickstoff, Phosphor und Kalium, also die Grundbausteine eines jeden D\u00fcngers, kommen wieder heraus und werden auf die Felder und Wiesen aufgebracht. So kommt der Grassaft als D\u00fcnger wieder zur\u00fcck auf die gleichen Felder.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wirtschaftsforum<\/strong>: Was sind Ihre Erwartungen?<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Jens Meyer zu Drewer<\/strong>: Wir sind aktiv auf der Suche nach neuen Anwendungsfeldern. Derzeit fokussieren wir uns auf die Produktion und den Vertrieb des naturfaserverst\u00e4rkten Kunststoffs, und der kann in vielen Branchen mit langlebigen Wirtschaftsprodukten zum Einsatz kommen, man denke etwa an Gebrauchsg\u00fcter, M\u00f6belzulieferer oder die Bau- und Automobilindustrie.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wirtschaftsforum<\/strong>: Was sind Gr\u00fcnde f\u00fcr Biowerts Erfolg?<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Jens Meyer zu Drewer<\/strong>: Uns zeichnet eine gewisse Einzigartigkeit aus. Der grasfaserverst\u00e4rkte Kunststoff ist unser Alleinstellungsmerkmal. Wir sind schon lange dabei und haben auch Pfade beschritten, die nicht erfolgreich waren, aus diesen haben wir gelernt. Insgesamt haben wir die richtigen Signale gesetzt. Wir m\u00f6chten den Kunststoffabsatz mit biologischen F\u00fcllstoffen substanziell erweitern. Wir k\u00f6nnen wachsen und auf potenzielle Kunden zugehen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wirtschaftsforum<\/strong>: Wie sehen Sie die Zukunft?<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Jens Meyer zu Drewer<\/strong>: Wir wollen den Basisrohstoff Gras erweitern und haben dazu auch ein Entwicklungsprojekt mit einer Hochschule angesto\u00dfen. In Deutschland sind gen\u00fcgend Gr\u00fcnfl\u00e4chen vorhanden, sodass die Grasfasern aus vielen Quellen nutzbar w\u00e4ren und diese mit anderen Rohmaterialien biologischen Ursprungs kombiniert werden k\u00f6nnen. Ganz wichtig ist, dass wir auf Recyclingmaterialien setzen, die dem Material eine zweite Chance geben. Das ist effektiver, als B\u00e4ume anzupflanzen und das Holz zu verarbeiten. Auch mit der Entwicklung eines Projektes mit alternativen Zusatzstoffen biologischen Ursprungs sind wir besch\u00e4ftigt. Es gibt also noch viele M\u00f6glichkeiten f\u00fcr uns und unsere nachwachsenden Produkte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Menschheit steckt in einem Dilemma: Die Bev\u00f6lkerung auf der Welt nimmt zu, sie verbraucht gleichzeitig immer mehr, und zwar zu viele endliche Ressourcen wie fossile Brennstoffe. 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