{"id":147328,"date":"2024-07-02T07:26:00","date_gmt":"2024-07-02T05:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=147328"},"modified":"2024-07-02T08:31:23","modified_gmt":"2024-07-02T06:31:23","slug":"textilrecycling-raus-aus-der-greenwashing-falle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/textilrecycling-raus-aus-der-greenwashing-falle\/","title":{"rendered":"Textilrecycling: Raus aus der Greenwashing-Falle"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p>Alle wollen ihre Textilien recyceln, faktisch tut es aber kaum jemand. Das deutsche Unternehmen Turns will das \u00e4ndern und bietet Unternehmen an, f\u00fcr Altkleider den bestm\u00f6glichen Recyclingweg zu finden und damit echtes Recycling voranzubringen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"701\" height=\"443\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/Bildschirmfoto-2024-07-01-um-09.53.23-1.png\" alt=\"Altkleider Recycling ist sehr komplex\" class=\"wp-image-147344\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/Bildschirmfoto-2024-07-01-um-09.53.23-1.png 701w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/Bildschirmfoto-2024-07-01-um-09.53.23-1-300x190.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/Bildschirmfoto-2024-07-01-um-09.53.23-1-150x95.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/Bildschirmfoto-2024-07-01-um-09.53.23-1-400x253.png 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 701px) 100vw, 701px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Altkleider Recycling ist sehr komplex.&nbsp;\u00a9 Ecotextile.com<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Recycling hat sich in den letzten Jahren zu einem Minenfeld f\u00fcr Unternehmen entwickelt. Ob H&amp;M oder Nike, immer wieder wurden Recycling-Initiativen als Greenwashing entlarvt und endeten f\u00fcr die Unternehmen in einem \u00f6ffentlichkeitswirksamen Desaster. Da k\u00f6nnte man zu dem Schluss kommen, dass es in der Textilindustrie noch kein echtes Recycling gibt, und tats\u00e4chlich belegen die Zahlen dies auch. Wie steht es also um die Kreislaufwirtschaft, von der die Branche seit Jahren spricht? Wo hakt es? Es ist nicht einfach, von den Modeunternehmen ehrliche Ausk\u00fcnfte zu bekommen, auch weil sie oft selbst nicht genau wissen, wohin die gesammelten Altkleider tats\u00e4chlich verschwinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Problem kennt auch die Textilbetriebswirtin Katja Wagner, die gemeinsam mit der Ingenieurin Angelique Thummerer das Unternehmen Turns Faserkreislauf im bayerischen Schillingsf\u00fcrst gegr\u00fcndet hat. Turns sorgt daf\u00fcr, dass Textilien den bestm\u00f6glichen Recyclingweg nehmen und dokumentiert f\u00fcr Unternehmen transparent, was damit passiert. Das Ziel: Das komplexe Thema Recycling aufzubrechen, den Faserkreislauf endlich aufzubauen und mit mehr Transparenz die vielen H\u00fcrden zu \u00fcberwinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Interview erkl\u00e4rt Katja Wagner, wie Turns funktioniert, welche Probleme es derzeit beim Recycling gibt und wie lange es noch dauern wird, bis wir es endlich haben.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Frau Wagner, was genau macht Turns? Inwiefern besch\u00e4ftigen Sie sich mit Faserkreisl\u00e4ufen?<\/h3>\n\n\n\n<p>Katja Wagner: Mit unseren Recycling-Garnen aus Altkleidern haben wir gezeigt, was textiltechnisch schon heute m\u00f6glich ist. Egal ob Loungewear, Shirts oder Heimtex: unsere Qualit\u00e4t erm\u00f6glicht viele Einsatzm\u00f6glichkeiten. Im Turns Faserkreislauf k\u00f6nnen Unternehmen aktiv ihren Kreislauf schlie\u00dfen und Alttextilien abgeben. Wir f\u00fchren sie dem bestm\u00f6glichen Recyclingweg zu und stellen im Idealfall neue Garne daraus her. Dabei fokussieren wir uns darauf, Unternehmen genau offenzulegen, was mit der Ware passiert. So bilden wir das notwendige Fundament, um gemeinsam in der Branche zu diskutieren, wie uns allen Kreislaufwirtschaft gelingt.<\/p>\n\n\n\n<p>Kreislaufwirtschaft ist ein sehr komplexes Thema und Recycling von Textilien bedeutet nicht nur die Herstellung von Garn oder Putzlappen. Wir brauchen effiziente Sammel- und Sortierstrukturen und neue Produktideen, damit es \u00f6konomisch funktioniert.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind letztes Jahr im April mit dem Ziel gestartet, die Sortierung auf das Re-Spinning auszurichten. Hochwertiges Textilrecycling kann nur funktionieren, wenn wir die Sortierung auch an die Anforderungen f\u00fcr Recycling anpassen. Das gibt es bisher nicht. Ebenso wenig wie die transparente Entsorgung von Alttextilien.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ist den Unternehmen diese Offenlegung wichtig? Ich denke da an die vielen Greenwashing Skandale im Bereich Recycling. Haben die Unternehmen Angst, sich angreifbar zu machen?<\/h3>\n\n\n\n<p>Ja, das ist der gr\u00f6\u00dfte Kritikpunkt, den wir immer wieder h\u00f6ren. Die Firmen wissen meist gar nicht, was mit den Textilien, die recycelt werden sollen, genau passiert und wo sie landen. Das ist f\u00fcr die Unternehmen \u2013 auch in der Kommunikation \u2013 extrem schwierig.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Warum ist es noch f\u00fcr Firmen interessant, mit Ihnen zusammenzuarbeiten?<\/h3>\n\n\n\n<p>Unternehmen entsorgen ihre Alttextilien transparent und halten Ressourcen im Kreislauf. Sie erhalten Informationen \u00fcber die Art der Alttextilien und lernen so, was im Design for Recycling noch passieren muss. Gemeinsam mit unseren Kund:innen verfolgen wir das Ziel, eigene Produkte oder Zwischenprodukte zu gewinnen. Das kann beispielsweise auch mal eine Ladentheke aus Recyclingfasern sein, weil wir auch damit darauf aufmerksam machen k\u00f6nnen, dass wir textile Kreislaufwirtschaft etablieren m\u00fcssen. Es ist wichtig, das Thema auf allen Stufen aufzubrechen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">F\u00fcr welche Art von Unternehmen arbeiten Sie?<\/h3>\n\n\n\n<p>Es gibt drei Kategorien: Da sind zum einen nachhaltige Brands, die noch kaum Alttextilien von ihren Kund:innen zur\u00fcckbekommen. Sie sind aber intrinsisch motiviert f\u00fcr die End-of-Life Kosten aufzukommen. Dann gibt es die etablierten Fashion Brands, die an unsere Erfahrungen ankn\u00fcpfen k\u00f6nnen, um gemeinsam Kreislaufkonzepte aufzubauen. Und dann gibt es den Bereich Berufskleidung, insbesondere Gro\u00dfw\u00e4schereien. Sie haben die allermeisten Alttextilien, die aber aus Datenschutzgr\u00fcnden \u2013 beispielsweise Firmenuniformen \u2013 bisher immer thermisch verwertet werden. Auch deren Kund:innen erwarten zunehmend Transparenz und freuen sich \u00fcber Bestrebungen der W\u00e4schereien, mehr aus Alttextilien zu machen, als sie zu verbrennen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wie gehen Sie vor, damit das Recycling \u00f6konomisch doch funktioniert?<\/h3>\n\n\n\n<p>Wir m\u00fcssen Absatzm\u00e4rkte und Nachfrage nach Produkten aus Recyclingfasern schaffen. Hier ist der erste Schritt Aufmerksamkeit f\u00fcr das Thema zu gewinnen. Gemeinsam m\u00fcssen wir ein funktionierendes Recyclingsystem f\u00fcr Textilien schaffen, das Alttextil als Rohstoff f\u00fcr neue Produkte bereitstellt. Im besten Fall gelingt uns das, bevor gesetzliche Regelungen auf europ\u00e4ischer und nationaler Ebene Strukturen verlangen, die schwer umzusetzen sind und Unternehmen vor weitere Herausforderungen stellen. Wenn wir als Branche Vorreiter sind und gemeinsam praktische L\u00f6sungen erarbeiten, k\u00f6nnen wir langfristig alle profitieren. Jetzt proaktiv den ersten Schritt zu gehen, kann der Weg aus der Greenwashing-Falle sein. Wir testen gerade das Konzept der freiwilligen \u201eTextilneutralisation\u201c, das die Endverbraucher:innen aktiv in diesen Wandel einbinden soll. Nicht nur Hersteller, sondern auch Konsument:innen k\u00f6nnen die Verantwortung f\u00fcr ihren Fashion-Konsum tragen und beim Kauf neuer Kleidung freiwillig die Kosten f\u00fcr das Textilrecycling \u00fcbernehmen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Sie wollen, dass die Konsument:innen daf\u00fcr bezahlen? Wie l\u00f6sen das andere L\u00e4nder?<\/h3>\n\n\n\n<p>Wir denken, ohne Share of Costs wird es nicht funktionieren. In Frankreich beispielsweise m\u00fcssen die Brands eine Abgabe f\u00fcrs Recycling zahlen. Ebenso in den Niederlanden, wo Textilien zus\u00e4tzlich zur\u00fcckgenommen werden m\u00fcssen. Bis wir auch hier in Deutschland eine Regelung haben, halten wir es f\u00fcr unwahrscheinlich, dass Brands aus komplett eigenen Mitteln die hohen Garnpreise und Recyclingkosten tragen k\u00f6nnen. Innovation braucht Investitionen. Durch die unklare gesetzliche Lage sto\u00dfen wir auf viel Zur\u00fcckhaltung. Die Einbindung der Kund:innen ist unsere Idee, diesem Teufelskreis des Stillstandes zu entkommen. Ich glaube, wir brauchen da mehr Ehrlichkeit. Auch unseren Kund:innen gegen\u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Einige Hersteller kommunizieren ja bereits recht hohe Quoten an Recyclingmaterial in den Kollektionen \u2013 auch jenseits von den recycelten PET-Flaschen, die ja kein Textilrecycling sind. Wie kommt das?<\/h3>\n\n\n\n<p>Man muss wissen &#8211; und das ist die T\u00fccke an der Recycling-Erz\u00e4hlung \u2013 der Begriff Recycling ist nicht auf die Wiederverwendung der Ressourcen am End-of-Life eines Endproduktes, das sonst auf den M\u00fcll geworfen worden w\u00e4re, beschr\u00e4nkt. Wenn ich eine Baumwollproduktion habe und die Elemente, die beim ersten Produktionsschritt als Ausschuss gewertet werden, wieder einsetze, dann k\u00f6nnen Firmen das bereits als Recycling deklarieren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das ist im eigentlichen Sinne also kein Recycling?<\/h3>\n\n\n\n<p>Nachdem Recycling kein definierter Begriff ist, ist auch das Recycling. Recycling des Rohstoffes in diesem Fall. Verwirrend ist das, weil wir im allgemeinen Sprachgebrauch vom Recycling des Fertigproduktes ausgehen w\u00fcrden. Eine weitere Form von Recycling, die inzwischen viel angewendet wird, ist postindustrielles Recycling. Hier werden die Stoffreste aus dem Zuschnitt und der Produktion recycelt. Diese Art von Ressourcenschutz und -Wiederverwendung ist genauso essenziell. In unserem Fall erschwert es die Kommunikation \u00fcber die Innovation des Altkleider-Recyclings. Wir m\u00fcssen lernen: Recycling ist nicht gleich Recycling.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Warum spielt die Sortierung so eine gro\u00dfe Rolle?<\/h3>\n\n\n\n<p>Recycling setzt sich erst dann durch, wenn wir konstante und vorhersagbare Qualit\u00e4ten erreichen. Der gr\u00f6\u00dfte Hebel liegt hierbei in einer homogenen Eingangsware. Das durch eine \u00f6konomische Sortierung zu erreichen und dadurch dem Markt einen definierten Rohstoff zur Verf\u00fcgung zu stellen, hat noch keiner so wirklich gel\u00f6st. Warum? Weil wir die qualit\u00e4tsrelevanten Sortierkriterien f\u00fcr Recycling noch gar nicht vollumf\u00e4nglich kennen. Jede Recycling-Technologie hat andere Anforderungen. Viele, gerade chemische Recycling-Technologien sind in der Entstehung. Das hei\u00dft, aktuell kann noch keiner verbindlich sagen, wie Textilien beschaffen sein m\u00fcssen, damit hochwertiges Recycling funktioniert. Die Absatzm\u00e4rkte sind noch nicht erschlossen, welche Technologie sich durchsetzt, weiterhin unklar. Es gibt noch viele Unsicherheiten, von denen die Anforderungen an die Sortierung abh\u00e4ngen. Trotzdem ist textiltechnisch schon viel m\u00f6glich, und wir konnten relevantes Wissen \u00fcber Sortierkriterien sammeln. <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"550\" height=\"367\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/Bildschirmfoto-2024-07-01-um-09.56.09.png\" alt=\"Kleidung wird vor allem per Hand sortiert.\u00a0Credits: Photo by Alicia Reyes Sarmiento for FashionUnited\" class=\"wp-image-147340\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/Bildschirmfoto-2024-07-01-um-09.56.09.png 550w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/Bildschirmfoto-2024-07-01-um-09.56.09-300x200.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/Bildschirmfoto-2024-07-01-um-09.56.09-150x100.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/Bildschirmfoto-2024-07-01-um-09.56.09-400x267.png 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Kleidung wird vor allem per Hand sortiert.&nbsp;\u00a9 Alicia Reyes Sarmiento for FashionUnited<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wie weit ist das chemische Recycling?<\/h3>\n\n\n\n<p>Die M\u00f6glichkeiten des chemischen Recyclings er\u00f6ffnen eine neue Welt an Qualit\u00e4ten. Aber auch hier brauchen wir eine auf die Technologie angepasste Vorsortierung. Projekte, die wir im chemischen Umfeld kennen, sind investmentgetrieben und auf Pilotprojektebene umsetzbar.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bieten Sie Ihren Kunden chemisches Recycling an?<\/h3>\n\n\n\n<p>Serienm\u00e4\u00dfig nein. Hier fehlt uns noch ein Partner, der die Art von Ware, die wir haben, verarbeiten kann. Au\u00dferdem ist chemisches Recycling im Zusammenhang mit den Anforderungen f\u00fcr uns heute nicht kostendeckend abbildbar. Wenn man beispielsweise noch Knopfleisten entfernen muss, kostet das in Deutschland pro Kilo 60 Cent. Dazu kommen noch Logistikkosten, und eine hohe Materialmenge, damit der Prozess \u00fcberhaupt anlaufen kann. Das funktioniert als Entwicklungsprojekt sehr gut, aber nicht, wenn das ein Textilhersteller in seiner Produktkalkulation unterbringen will.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Welche Recyclingl\u00f6sungen k\u00f6nnen Sie Ihren Brands also anbieten?<\/h3>\n\n\n\n<p>Genau deshalb sagen wir, dass es derzeit nur den Weg zum mechanischen Recycling gibt. Es ist die beste Alternative, solange St\u00f6rstoffe im chemischen Recycling eine so gro\u00dfe Rolle spielen. Das chemische Recycling funktioniert dann, wenn wir jetzt unsere Design-for-Recycling-Hausaufgaben machen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wann glauben Sie, k\u00f6nnte das soweit sein?<\/h3>\n\n\n\n<p>Ich glaube, in f\u00fcnf bis zehn Jahren. Heute sind wir ja schon froh, wenn wir \u00fcberhaupt mechanisch recyceln k\u00f6nnen. Also, wenn die Teile nicht aus f\u00fcnf Komponenten bestehen, sondern nur aus zwei, wenn nicht 30 Prozent Elasthan enthalten sind, und wenn das Material dann auch nach den REACH-Kriterien schadstofffrei ist. Denn man bekommt diese Fasern oft gar nicht in ein neu hergestelltes Textil, weil heute andere Schadstoffverordnungen gelten, die meisten Altkleider aber noch aus der Zeit davor stammen. Es sind noch viele Stellschrauben zu drehen, damit daraus wirklich ein \u00f6konomischer, massenf\u00e4higer Prozess wird.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Es gibt hierzulande ja bereits eine Sortierung, aber eben nur nach Secondhand-Verwertbarkeit. Warum sortieren die Altkleiderbetriebe nicht auch nach Zusammensetzung?<\/h3>\n\n\n\n<p>Ich denke, es muss erst einmal klar werden, dass der massenweise Export von Altkleidern oder Secondhandkleidern nicht die L\u00f6sung aller Dinge ist. Wir m\u00fcssen uns am Ort der Entstehung um die Altkleider k\u00fcmmern. Und dann m\u00fcssen sich Wirtschaft, Unternehmen, Verbraucher:innen und Forschung zusammentun und \u00fcberlegen, was man hier machen kann und was sich hier wirtschaftlich lohnt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wie viel teurer ist eine Recycling-Faser im Vergleich zu einer neuen?<\/h3>\n\n\n\n<p>Also wenn wir es ehrlich berechnen &#8211; und das tut fast niemand &#8211; sind wir mindestens beim Doppelten. Im Moment ist es noch so, dass keiner seine Recycling-Faser zu einem echten Preis in Verkehr bringt. Jede:r dr\u00fcckt seinen Preis und subventioniert ihn.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Virgin Polyester mit seinen 80 Cent pro Kilo ist es in Europa fast unm\u00f6glich mitzuhalten. Bei uns in Deutschland kostet es schon circa 1,80 Euro, ein Kilogramm Textilien zu recyceln. Hinzu kommen noch die Kosten f\u00fcr Transporte und Sortierung. Bei diesen unfassbar g\u00fcnstigen Rohstoffpreisen von heute, egal ob Polyester oder Baumwolle, kommen europ\u00e4ische Post-Consumer Recyclingfasern kaum mit.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Haben wir in Europa \u00fcberhaupt noch die Garnhersteller, um Recyclingfasern aus europ\u00e4ischen Altkleidern herzustellen?<\/h3>\n\n\n\n<p>In Europa schon. Sogar in Deutschland. Wir arbeiten beispielsweise mit zwei kleinen Betrieben zusammen. Auch in den Niederlanden gibt es einen Betrieb, der sich nur auf Recyclinggarne spezialisiert hat. Genauso haben wir in Spanien, in der T\u00fcrkei und in Portugal Spinnereien. Textilherstellung in Europa ist m\u00f6glich, und es entwickelt sich auch sehr gut. Das Problem in Deutschland ist eher, dass wir hier zu wenig unterschiedliche Recyclingm\u00f6glichkeiten haben und deshalb Altkleider, auch zur Lohnfertigung, in andere L\u00e4nder transportieren m\u00fcssen. Und das wird zus\u00e4tzlich noch zolltechnisch aufw\u00e4ndig.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wieso bekommt man Probleme mit dem Zoll?<\/h3>\n\n\n\n<p>Weil man in gewisse L\u00e4nder keine Altkleider liefern darf. Korrekt deklariert handeln wir ja mit Abfall und nicht mit Secondhand. Somit ist unser Ziel, dass man in Deutschland die Faser herstellt. Fasern k\u00f6nnen wieder in die ganze Welt geschickt werden.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"549\" height=\"543\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/Bildschirmfoto-2024-07-01-um-09.59.40.png\" alt=\"Das erste TURNS\u00ae One Third Garn\" class=\"wp-image-147341\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/Bildschirmfoto-2024-07-01-um-09.59.40.png 549w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/Bildschirmfoto-2024-07-01-um-09.59.40-300x297.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/Bildschirmfoto-2024-07-01-um-09.59.40-150x148.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/07\/Bildschirmfoto-2024-07-01-um-09.59.40-273x270.png 273w\" sizes=\"auto, (max-width: 549px) 100vw, 549px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das erste TURNS\u00ae One Third Garn.&nbsp;\u00a9 Turns<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wie sieht es mit der Ware aus, die beispielsweise nach Afrika geht. Wird die als Secondhand deklariert oder als Altkleider?<\/h3>\n\n\n\n<p>Das ist vornehmlich Secondhand, um Aufw\u00e4nde gering zu halten. Deswegen steht auch in allen Statistiken, dass 62 Prozent der Altkleider, die hierzulande gesammelt werden, als Secondhand Ware weitergegeben werden. Wieviel Prozent dieser Secondhand Ware tats\u00e4chlich im Reuse ist, wieviel im Up\/Downcycling und wieviel auf freien Deponien landet, ist objektiv schwer zu sagen. Daf\u00fcr fehlt es an meinungsfreien Datengrundlagen \u2013 die Bilder von Kleiderdeponien in Chile und Afrika zeigen aber, dass die Menge an Export als Secondhand nicht die finale L\u00f6sung unserer \u00dcberhangware sein kann.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Sie glauben also nicht, dass das nur Secondhand Ware ist? Immerhin sieht es ja so aus, als h\u00e4tte Afrika Interesse daran, diese Altkleider aus dem Westen zu bekommen. Die H\u00e4ndler dort zahlen ja daf\u00fcr.<\/h3>\n\n\n\n<p>Wir sind mit einer Sammelorganisation in Afrika in Kontakt. Das ist eine der ersten Organisationen, die Sammelpunkte f\u00fcr Altkleider in Afrika aufgebaut hat. Sie sagen, dass die Ware aus anderen L\u00e4ndern &#8211; und Deutschland ist ja immerhin viertgr\u00f6\u00dfter Exporteur von Altkleidern auf der Welt &#8211; tendenziell von der Materialit\u00e4t her gut ist. Aber die Gr\u00f6\u00dfen und Styles passen nicht. Das hei\u00dft, ein Teil der exportieren Ware geht dort in den tats\u00e4chlichen Secondhand Markt und der andere Teil liegt irgendwo in der Landschaft, weil es kein funktionierendes Abfallwirtschaftssystem gibt und nat\u00fcrlich auch kein Textilrecycling. Aber die H\u00e4ndler, die diese Rohware zum ersten Mal bekommen, verdienen mit dem Verkaufsanteil ihr Geld. Die haben keine intrinsische Motivation, sich um den Rest zu k\u00fcmmern. W\u00fcrde das jemand tun, den Rest sammeln, sortieren und daneben eine Recyclinganlage platzieren, w\u00fcrden sich die Kosten der Exporte \u00e4ndern und sicherlich auch unattraktiver werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was sagen denn die hiesigen Textilsammler zu dem Vorwurf? Da sind ja auch karitative Einrichtungen wie das Rote Kreuz dabei.<\/h3>\n\n\n\n<p>Leider gibt es zum Beispiel aus Afrika keine verl\u00e4sslichen Zahlen. Greenpeace behauptet das eine, karitative Einrichtungen zum Beispiel etwas ganz anderes. \u00d6konomisch kann ich das nat\u00fcrlich nachvollziehen. Der Textilverkauf ist ein gro\u00dfer Umsatzzweig f\u00fcr karitative Einrichtungen. Ich w\u00fcrde mir aber dennoch w\u00fcnschen, dass auch die sozialen Einrichtungen ehrlich sagen w\u00fcrden, dass sie wissen, dass sie nicht alles irgendwohin exportieren k\u00f6nnen. Oder sie sollen sich in den Empf\u00e4ngerl\u00e4ndern an den Kosten f\u00fcr den Aufbau von Recycling beteiligen. Das w\u00e4re ja auch eine M\u00f6glichkeit. Aber im Moment haben wir noch kein Commitment, dass es ein Problem gibt, und dass wir dieses Problem l\u00f6sen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Von welchen Preisen reden wir denn? Wie unterscheiden sich die Preise, die Altkleidersammler f\u00fcr ihre Altkleider haben wollen zu denen, die Recycler daf\u00fcr zahlen w\u00fcrden?<\/h3>\n\n\n\n<p>Eine karitative Einrichtung hier im Raum verkauft beispielsweise Alttextilien f\u00fcr 23 Cent pro Kilo. Das bezahlt kein Recycler daf\u00fcr. Und wenn wir dieses Material an einen gro\u00dfen Recycler geben w\u00fcrden, dann br\u00e4uchte er komplett vorsortierte Ware. Der Aufwand des Sortierens k\u00e4me also noch hinzu. Der Recycler bezahlt aber nur acht Cent f\u00fcr das Kilo. Das ist der durchschnittliche Preis f\u00fcr Altkleider, die ins Downcycling gehen. Die Preise schwanken nat\u00fcrlich. Klar wird an den Beispielen jedoch, dass die Verh\u00e4ltnisse nicht stimmen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was k\u00f6nnte hierzulande getan werden, damit die Ware hierbleibt?<\/h3>\n\n\n\n<p>Ich traue den Sammelunternehmen zu, ein Gef\u00fchl daf\u00fcr entwickeln zu k\u00f6nnen, was auch in Afrika nicht verkauft wird und dort also als M\u00fcll endet. Man m\u00fcsste Anreize f\u00fcr die Sammelbetriebe schaffen, die Ware hier zu behalten, damit sie nach Material sortiert wird und damit man die Mengen an Altkleidern zusammenbringt, die f\u00fcr Recyclinganlagen n\u00f6tig sind. Das ist machbar, aber eben ein Kostenpunkt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Sind RFID-Chips eine gute Idee, um die Textilien am Ende besser sortieren zu k\u00f6nnen? Gerade in Frankreich setzen einige Marken die schon ein.<\/h3>\n\n\n\n<p>Ja, in der Theorie schon, aber RFID-Chips haben das Problem, dass sie die Prozesse im mechanischen Recycling und in Recyclinganlagen auf sehr negative Art beeinflussen, weil man diese Chips aus den Textilien rausbekommen muss, bevor es in den Recyclingprozess geht. Das hei\u00dft, es ist ein theoretisch gutes Konzept, aber in der Praxis der Recyclingbetriebe ist es noch nicht zufriedenstellend gel\u00f6st. Spannender sind Tracer-Fibers, die mit markierten Pigmenten in der Farbe arbeiten und dar\u00fcber Informationen mitgeben.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Vom Altkleiderverband kam die Frage, warum so zwingend am Textile-to-Textile Recycling festgehalten wird? Bei den Chemiefasern geht es um Kunststoffrecycling, und daraus k\u00f6nnen auch wieder ganz andere Dinge entstehen, die vielleicht nicht die Reinheit von Textilien brauchen. Warum ist es w\u00fcnschenswert, dass Textilien aus Textilien entstehen?<\/h3>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcrde nicht sagen, dass immer wieder Textilien daraus gemacht werden m\u00fcssen. Diesen Ansatz haben wir auch nicht. Nat\u00fcrlich lohnt es sich nicht, ein T-Shirt mit drei Euro Verkaufspreis und einer schlechten Eingangsqualit\u00e4t der Faser gleichwertig zu recyclen. Das wird immer ins Downcycling gehen. Ich denke nur, es muss klar sein, was damit passiert. Wir sagen aber nicht, dass wir Recycling nicht brauchen, weil wir schon immer downcyceln. Das w\u00e4re ein falscher Ansatz, der uns als Textilindustrie auch nicht helfen wird. Unsere Lieblingsfaser Baumwolle hat ein enormes Wasserproblem, das sich in Zukunft noch verst\u00e4rken wird. Dem k\u00f6nnten wir in Europa entgegenwirken, indem wir unsere Ressourcen sinnvoll wiederverwenden und einen neuen Rohstoff ins Spiel bringen. Denn es gibt ja ebenso Massen an hochwertig hergestellten Textilen, mit langstapeligen Fasern, die viel zu schade sind, um verbrannt, deponiert oder ungenutzt zu bleiben. Ich glaube, dieses Abstraktionslevel brauchen wir viel mehr in der Diskussion. Es muss und kann nicht alles gleichwertig recycelt werden, aber reines Downcycling ohne Einhaltung einer Abfallpyramide und der Export von rund 60 Prozent der Ware sind keine L\u00f6sung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wie steht es um das Recycling von Neuware? Da wird in Br\u00fcssel ja gerade verhandelt, ob Recycling mit Zerst\u00f6rung gleichzusetzen ist oder nicht?<\/h3>\n\n\n\n<p>Das ist eine sehr spannende Frage, und ich muss sagen, dass wir daf\u00fcr die meisten Anfragen bekommen. Die meisten Unternehmen, die aktiv auf uns zukommen, haben unverkaufte (Rand)Warenbest\u00e4nde oder ein Qualit\u00e4tssicherungsproblem in ihren Produktionsl\u00e4ndern. Und es scheint so, als w\u00e4re es f\u00fcr die meisten Unternehmen einfacher, f\u00fcrs Recycling Geld zu bezahlen, als die internen Prozesse zu \u00fcberarbeiten. So kann man auf den Gedanken kommen, dass es gut w\u00e4re, wenn Recycling im Gesetz nicht als Zerst\u00f6rung deklariert wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir von unseren Herstellern Neuware bekommen, dann dokumentieren wir das f\u00fcr die Brands und machen valide, wieviel Ware im Laufe des Jahres zusammengekommen ist. Damit wir endlich mal wissen, um wieviel Ware es sich hier \u00fcberhaupt handelt. Das fordert eine neue Dimension an Transparenz von den Brands. Im Moment kann sich hier jeder sehr gut verdeckt halten, weil die Zahlengrundlage fehlt. Am Ende muss das Ziel selbstverst\u00e4ndlich sein, diese Menge zu minimieren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Um es nochmal zusammenzufassen: Was brauchen wir also f\u00fcr ein funktionierendes Recycling?<\/h3>\n\n\n\n<p>Im hier und jetzt ben\u00f6tigen wir mehr Transparenz, Standards und eine Antwort auf die Frage, wie man den Prozess f\u00fcr Kreislaufwirtschaft ganzheitlich aufbaut, damit er \u00f6konomisch funktioniert. F\u00fcr welche Textilien lohnt sich dieser ganze Aufwand eigentlich? Welche Vorbeugungsma\u00dfnahmen m\u00fcssen getroffen werden, damit weniger Textilabfall anf\u00e4llt? Wie etablieren wir eine textile Abfallpyramide und schaffen Strukturen und Systeme, diese auch einzuhalten? F\u00fcr unser aller Morgen ben\u00f6tigen wir die Bereitschaft aller Akteure, einen echten strukturellen Wandel umzusetzen: \u00fcber recyclingf\u00e4hige Designs, \u00fcber die Kosten\u00fcbernahme f\u00fcr End-of-Life, \u00fcber den Einsatz von Recyclingfasern oder Recyclinggarnen. Wir als Turns sehen uns als vorausgehender Teil dieses Wandels. Wirklichkeit wird es aber nur, wenn alle Akteure ihren Beitrag dazu leisten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alle wollen ihre Textilien recyceln, faktisch tut es aber kaum jemand. Das deutsche Unternehmen Turns will das \u00e4ndern und bietet Unternehmen an, f\u00fcr Altkleider den bestm\u00f6glichen Recyclingweg zu finden und damit echtes Recycling voranzubringen. Recycling hat sich in den letzten Jahren zu einem Minenfeld f\u00fcr Unternehmen entwickelt. 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