{"id":146992,"date":"2024-07-03T07:20:00","date_gmt":"2024-07-03T05:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=146992"},"modified":"2024-06-26T10:47:32","modified_gmt":"2024-06-26T08:47:32","slug":"kunststoffrecycling-ist-klimaschutz-aber-die-nachfrage-nach-rezyklaten-ist-nach-wie-vor-schwach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/kunststoffrecycling-ist-klimaschutz-aber-die-nachfrage-nach-rezyklaten-ist-nach-wie-vor-schwach\/","title":{"rendered":"Kunststoffrecycling ist Klimaschutz, aber die Nachfrage nach Rezyklaten ist nach wie vor schwach"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"396\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/06\/0624-pk-kuta-dresden-bvse.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-147006\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/06\/0624-pk-kuta-dresden-bvse.jpg 600w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/06\/0624-pk-kuta-dresden-bvse-300x198.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/06\/0624-pk-kuta-dresden-bvse-150x99.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/06\/0624-pk-kuta-dresden-bvse-400x264.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00a9 bvse<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Die Tagung stand in diesem Jahr unter der \u00dcberschrift &#8220;Kunststoffrecycling ist Klimaschutz\u201c und zeigte die besondere Nachhaltigkeit auf, die durch das Kunststoffrecycling erm\u00f6glicht wird. Umso \u00e4rgerlicher ist es, dass die Nachfrage nach Rezyklaten nach wie vor schlecht ist.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><strong>Dirk Textor, Vorsitzender des bvse-Fachverbandes Kunststoffrecycling<\/strong>: &#8220;Das Kunststoffrecycling lohnt sich kaum noch, weil nach wie vor die preiswerte Neuware die Kunststoffrezyklate verdr\u00e4ngt.&#8221; <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Zus\u00e4tzlich gelange billige Off-Spec-Ware, (nicht spezifikations-gerechte Neuware), \u00a0aus Fernost, die auch als Rezyklate angeboten werden, in die europ\u00e4ischen M\u00e4rkte.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber auch die Lizenzierung schaffe h\u00e4ufig falsche Marktanreize zulasten der Rezyklate, so Dirk Textor. So werden LVP-Verpackungen aus Glas, Verbundstoffen, Wei\u00dfblech und Aluminium bevorteilt, aber Kunststoffe mit Strafaufschl\u00e4gen versehen.<\/p>\n\n\n\n<p>bvse-Vizepr\u00e4sident Herbert Snell wies darauf hin, dass die Alternativen zu den Kunststoffverpackungen h\u00e4ufig einen h\u00f6heren CO<sub>2<\/sub>-Footprint aufweisen. Hinzu komme, dass bei den Papier-Kunststoff-Verbunden die Kunststoffschichten in der Regel nicht rezyklierbar sind. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><strong>Herbert Snell<\/strong>: &#8220;Um es ganz klar zu sagen: Faserverbunde sind Greenwashing.&#8221;<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>In diesem Zusammenhang wurde seitens des bvse in Dresden kritisiert, dass Verpackungen bisher nicht nach deren CO<sub>2<\/sub>-Bilanz bewertet werden. Das f\u00fchrt dazu, dass Neuware zwar einen gro\u00dfen \u00f6kologischen Rucksack aufweise, aber auch deshalb meist billiger als Rezyklate sei und sich so im Markt durchsetze, betonte bvse-Referent Thomas Probst.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht zufrieden zeigt sich der bvse-Fachverband Kunststoffrecycling auch mit der Novellierung der EU-Verpackungsverordnung sowie der Novellierung der EU-Altfahrzeugverordnung. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>&#8220;Hier werden vors\u00e4tzlich neue B\u00fcrokratiemonster geschaffen&#8221;, bef\u00fcrchtet <strong>bvse-Referent Thomas Probst<\/strong> die europ\u00e4ische Gesetzgebung und machte deutlich: &#8220;Recycler sind gefordert, gute Rezyklate in die M\u00e4rkte zu bringen und nicht, um der \u00fcberbordenden B\u00fcrokratie gerecht zu werden.&#8221;<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die wichtige Rolle der Kreislaufwirtschaft bei der Dekarbonisierung der Industrie, betonte Johanna Wiechen, Referentin f\u00fcr Industrietransformation und Kreislaufwirtschaft bei Germanwatch e.V. Sie machte in ihrem Statement vor der Presse deutlich, dass die mittelst\u00e4ndische Recyclingbranche essenziell f\u00fcr das Funktionieren einer europ\u00e4ischen Circular Economy ist.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>&#8220;Leider wird das bisher bei der Dekarbonisierung der Industrie noch unzureichend mitgedacht. Aktuell wird sehr viel Geld in die Hand genommen, um die Industrie klimaneutral und nachhaltig zu transformieren. Wir sollten dieses Gelegenheitsfenster des Umbaus und der Investitionen in langlebige Industrieanlagen unbedingt nutzen, um den sehr wirksamen und damit subventionssparenden Hebel der Kreislaufwirtschaft effektiv zu nutzen&#8221;, erkl\u00e4rte <strong>Johanna Wiechen<\/strong>.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die Frage stelle sich, inwiefern die aktuelle Industriepolitik auch ein Etablieren der Kreislaufwirtschaft im Blick hat und aktiv f\u00f6rdere. Als ein sehr wichtiges F\u00f6rderinstrument auf dem Weg zur Klimaneutralit\u00e4t sieht sie vor allem die sogenannten Klimaschutzvertr\u00e4ge. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>&#8220;Allerdings ber\u00fccksichtigen sie in ihren F\u00f6rderrichtlinien bisher nicht die M\u00f6glichkeiten der Emissionsreduktion durch Kreislaufwirtschaft, obwohl die Treibhausgas-Einsparpotenziale enorm sind&#8221;, betonte <strong>Wiechen<\/strong>. <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Germanwatch setzt sich daher daf\u00fcr ein, dass eine Investitionsentscheidung hin zu mehr Kreislaufwirtschaft f\u00f6rderf\u00e4hig werden sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Bundesf\u00f6rderung Industrie und Klimaschutz (BIK) und selbst F\u00f6rderprogramme wie die Bundesf\u00f6rderung f\u00fcr Energie- und Ressourceneffizienz (EEW) des BMWK f\u00f6rdern fast ausschlie\u00dflich Energieeffizienzma\u00dfnahmen und keine Reduktion in Materialverbr\u00e4uchen, kritisiert die Expertin. Das Problem: Positive Klimaeffekte k\u00f6nnen meist nicht dem Antragsteller direkt zugerechnet werden, denn Kreislaufwirtschaft wirkt systemisch und entfaltet ihren Beitrag entlang der gesamten Kette.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>&#8220;Hierf\u00fcr ist es dringend n\u00f6tig, im Rahmen des EU-Beihilferechts L\u00f6sungen zu finden. Speziell Artikel 47 der AGVO zu \u201eInvestitionsbeihilfen f\u00fcr Ressourceneffizienz und zur Unterst\u00fctzung des \u00dcbergangs zu einer Kreislaufwirtschaft\u201c muss daf\u00fcr \u00fcberarbeitet werden&#8221;, forderte <strong>Johanna Wiechen von Germanwatch<\/strong> und f\u00fchrte weiter aus: &#8220;Wenn wir konsequent sein wollen, m\u00fcssen wir auch bei der Debatte um Strompreiserleichterungen f\u00fcr die Industrie insbesondere auch jene Industrie mitdenken, die Sekund\u00e4rkunststoffe bereitstellt. Bei einer Verstetigung der Strompreissenkung nach 2025 sollte diese an Ma\u00dfnahmen f\u00fcr den Klimaschutz gekn\u00fcpft werden. Das hei\u00dft: Dekarbonisierung und Flexibilisierung als notwendige Bedingung sowie eine \u00d6ffnung f\u00fcr mittelst\u00e4ndische Unternehmen, die der Kreislaufwirtschaft dienen.&#8221;<\/p>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Tagung stand in diesem Jahr unter der \u00dcberschrift &#8220;Kunststoffrecycling ist Klimaschutz\u201c und zeigte die besondere Nachhaltigkeit auf, die durch das Kunststoffrecycling erm\u00f6glicht wird. Umso \u00e4rgerlicher ist es, dass die Nachfrage nach Rezyklaten nach wie vor schlecht ist. 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