{"id":146899,"date":"2024-07-02T07:32:00","date_gmt":"2024-07-02T05:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=146899"},"modified":"2024-06-25T15:17:21","modified_gmt":"2024-06-25T13:17:21","slug":"kunststoff-aus-gerstenstarke-soll-das-plastikproblem-verringern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/kunststoff-aus-gerstenstarke-soll-das-plastikproblem-verringern\/","title":{"rendered":"Kunststoff aus Gerstenst\u00e4rke soll das Plastikproblem verringern"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p>Plastik dominiert unser Leben. Von Verpackungen \u00fcber Kleidung bis hin zu Flugzeugteilen \u2013 \u00fcberall finden wir Kunststoff. Doch die dunkle Seite dieser Allgegenw\u00e4rtigkeit ist die immense Umweltverschmutzung. Plastikberge schwimmen in den Ozeanen, mikroskopisch kleine Partikel gelangen in unsere K\u00f6rper. Recycling scheint nicht die Antwort zu sein, denn nur neun Prozent der Kunststoffe werden tats\u00e4chlich recycelt. Der Rest wird verbrannt oder landet in der Natur, was katastrophale Folgen f\u00fcr die Umwelt hat.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"512\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/06\/kunststoff-gerste-transformed-1200x600-1-1024x512.jpeg\" alt=\"Die Kunststofffolie des d\u00e4nischen Forschungsteams aus Gerstenst\u00e4rke\" class=\"wp-image-146949\" style=\"aspect-ratio:2;width:755px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/06\/kunststoff-gerste-transformed-1200x600-1-1024x512.jpeg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/06\/kunststoff-gerste-transformed-1200x600-1-300x150.jpeg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/06\/kunststoff-gerste-transformed-1200x600-1-150x75.jpeg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/06\/kunststoff-gerste-transformed-1200x600-1-768x384.jpeg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/06\/kunststoff-gerste-transformed-1200x600-1-400x200.jpeg 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/06\/kunststoff-gerste-transformed-1200x600-1.jpeg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Kunststofffolie des d\u00e4nischen Forschungsteams aus Gerstenst\u00e4rke.\u00a0\u00a9 Andreas Blennow\u00a0<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Eine vielversprechende L\u00f6sung kommt nun von der Universit\u00e4t Kopenhagen. Forscher haben dort ein innovatives Material entwickelt, das aus Gerstenst\u00e4rke und Zuckerr\u00fcbenabf\u00e4llen besteht. Dieser Biokunststoff ist nicht nur widerstandsf\u00e4hig, sondern auch vollst\u00e4ndig biologisch abbaubar. Innerhalb von nur zwei Monaten wird er in der Natur zu Kompost. Professor Andreas Blennow vom Fachbereich Pflanzen- und Umweltwissenschaften erkl\u00e4rt: \u201eUnser neues Material ist st\u00e4rker und wasserbest\u00e4ndiger als bisherige Biokunststoffe und kann komplett von Mikroorganismen zersetzt werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Weg zur Entwicklung<\/h3>\n\n\n\n<p>Das Forschungsteam hat sich der Herausforderung gestellt, ein Material zu schaffen, das nicht nur biologisch abbaubar, sondern auch praktisch und vielseitig einsetzbar ist. Sie verwendeten daf\u00fcr Amylose und Zellulose, zwei nat\u00fcrliche Substanzen, die in der Pflanzenwelt weit verbreitet sind. Amylose wird aus Pflanzen wie Mais, Kartoffeln, Weizen und Gerste gewonnen, w\u00e4hrend Zellulose ein Kohlenhydrat ist, das in allen Pflanzen vorkommt. Besonders innovativ ist der Einsatz von Nanocellulose, die aus Abf\u00e4llen der Zuckerindustrie hergestellt wird und f\u00fcr die mechanische Festigkeit des neuen Materials sorgt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein entscheidender Schritt war die Entwicklung einer speziellen Gerstensorte, die reine Amylose produziert. Reine Amylose verwandelt sich im Gegensatz zu herk\u00f6mmlicher St\u00e4rke nicht in Brei, wenn es mit Wasser interagiert \u2013 was f\u00fcr die Herstellung von robusten Biokunststoffen essentiell ist. Diese Zusammenarbeit mit der Universit\u00e4t Aarhus f\u00fchrte zur Gr\u00fcndung eines Spin-off-Unternehmens, das die Produktion und Weiterentwicklung vorantreibt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"nachhaltige-produktion-und-verwendung\">Nachhaltige Produktion und Verwendung<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Rohstoffe f\u00fcr den neuen Biokunststoff werden entweder in Wasser gel\u00f6st und vermischt oder unter Druck erhitzt. Das Ergebnis sind kleine Pellets, die weiterverarbeitet und in verschiedene Formen gepresst werden k\u00f6nnen. Diese Methode ist nicht nur effektiv, sondern k\u00f6nnte auch problemlos weltweit eingesetzt werden. \u201eDie gesamte Produktionskette f\u00fcr amylosereiche St\u00e4rke existiert bereits\u201c, betont Blennow. Millionen Tonnen reiner Kartoffel- und Maisst\u00e4rke werden j\u00e4hrlich produziert, was die Skalierbarkeit des neuen Materials erm\u00f6glicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Anwendungsm\u00f6glichkeiten des neuen Biokunststoffs sind vielf\u00e4ltig. Besonders interessant ist sein Einsatz in der Verpackungsindustrie. Lebensmittelverpackungen k\u00f6nnten in Zukunft aus diesem umweltfreundlichen Material bestehen. Aber auch in anderen Bereichen, wie der Automobilindustrie f\u00fcr die Innenverkleidung von Autos, sieht Blennow gro\u00dfes Potenzial.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"herausforderungen-und-zukunftsperspektiven\">Herausforderungen und Zukunftsperspektiven<\/h3>\n\n\n\n<p>Trotz der vielversprechenden Ergebnisse gibt es noch einige H\u00fcrden zu \u00fcberwinden. Der Weg von der Laborproduktion zur gro\u00dffl\u00e4chigen industriellen Fertigung ist lang. Doch Blennow und sein Team sind optimistisch. Derzeit arbeiten sie an der Patentanmeldung, die den Weg f\u00fcr die Produktion ebnen soll. Auch die Zusammenarbeit mit d\u00e4nischen Verpackungsunternehmen zeigt, dass die Industrie bereit ist, neue Wege zu gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Recycling allein wird das Plastikproblem nicht l\u00f6sen. Die verschiedenen Kunststoffarten m\u00fcssen sorgf\u00e4ltig getrennt werden, um Schadstoffe zu vermeiden. Dies ist ein aufwendiger und oft ineffizienter Prozess. Daher pl\u00e4diert Blennow f\u00fcr ein Umdenken: \u201eWir sollten Materialien verwenden, die wie Plastik funktionieren, aber die Umwelt nicht verschmutzen.\u201c Der Biokunststoff aus Gerstenst\u00e4rke k\u00f6nnte ein wichtiger Schritt in diese Richtung sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Plastik dominiert unser Leben. Von Verpackungen \u00fcber Kleidung bis hin zu Flugzeugteilen \u2013 \u00fcberall finden wir Kunststoff. Doch die dunkle Seite dieser Allgegenw\u00e4rtigkeit ist die immense Umweltverschmutzung. Plastikberge schwimmen in den Ozeanen, mikroskopisch kleine Partikel gelangen in unsere K\u00f6rper. Recycling scheint nicht die Antwort zu sein, denn nur neun Prozent der Kunststoffe werden tats\u00e4chlich recycelt. 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