{"id":146769,"date":"2024-06-28T07:26:00","date_gmt":"2024-06-28T05:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=146769"},"modified":"2024-06-28T09:54:58","modified_gmt":"2024-06-28T07:54:58","slug":"wie-aus-schlachtabfallen-biofasern-gewonnen-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wie-aus-schlachtabfallen-biofasern-gewonnen-werden\/","title":{"rendered":"Wie aus Schlachtabf\u00e4llen Biofasern gewonnen werden"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p>Gummib\u00e4rchen, Wackelpudding und jetzt auch noch Textilien: US-Forscher haben ein Verfahren entwickelt, um aus Gelatine nachhaltige Fasern zu spinnen. Daraus gefertigte Kleidungsst\u00fccke sind nicht f\u00fcr die Ewigkeit gedacht, ganz im Gegenteil \u2013 sie sollen sich aufl\u00f6sen.&nbsp;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"489\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/06\/Close-up-of-colorful-t-shirts-hanging-on-rack-1024x489.jpg\" alt=\"K\u00fcnftig k\u00f6nnten bunte T-Shirts auch aus Gelatine bestehen\" class=\"wp-image-146788\" style=\"aspect-ratio:2.094069529652352;width:744px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/06\/Close-up-of-colorful-t-shirts-hanging-on-rack-1024x489.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/06\/Close-up-of-colorful-t-shirts-hanging-on-rack-300x143.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/06\/Close-up-of-colorful-t-shirts-hanging-on-rack-150x72.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/06\/Close-up-of-colorful-t-shirts-hanging-on-rack-768x367.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/06\/Close-up-of-colorful-t-shirts-hanging-on-rack-400x191.jpg 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/06\/Close-up-of-colorful-t-shirts-hanging-on-rack.jpg 1136w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">K\u00fcnftig k\u00f6nnten bunte T-Shirts auch aus Gelatine bestehen.&nbsp;\u00a9 Getty Images\/500px Plus\/Prakasit Khuansuwan\/500px<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Ein erwachsener Bundesb\u00fcrger besitzt im<a href=\"https:\/\/www.textilwaren24.eu\/magazin\/wie-viele-t-shirts-braucht-man\/#:~:text=Eine%20bundesweite%20Studie%20fand%20heraus,pro%20Person%2018%20T%2DShirts.\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">&nbsp;Durchschnitt<\/a>&nbsp;18 T-Shirts, doch wahre Fashionistas begn\u00fcgen sich wohl nicht damit: Mode ist vielf\u00e4ltig und wandelt sich inzwischen rasant. Neue Klamotten sollen au\u00dferdem g\u00fcnstig sein, dazu am liebsten nachhaltig, wom\u00f6glich sogar schon smart.<\/p>\n\n\n\n<p>Um solchen Anspr\u00fcchen gerecht zu werden, suchen Textilingenieure und Designer nach geeigneten Materialien \u2013 und Herstellungsmethoden. Daher haben US-Forscher eine Maschine entwickelt, mit der Biofasern kosteng\u00fcnstig hergestellt werden k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Clou: Das Ausgangsmaterial ist Gelatine, der Stoff aus dem auch Gummib\u00e4rchen sind. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWenn man diese Textilien nicht mehr braucht, kann man sie aufl\u00f6sen und die Gelatine recyceln, um neue Fasern herzustellen\u201c, erkl\u00e4rt Michael Rivera, Assistenzprofessor an der University of Colorado in Boulder, den Ansatz.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Auch f\u00fcr smarte Stoffe geeignet<\/h3>\n\n\n\n<p>Das Team um Rivera und Eldy L\u00e1zaro V\u00e1squez, Doktorandin am ATLAS-Institut der Universit\u00e4t, hat diese Entwicklung k\u00fcrzlich auf einer Konferenz in Honolulu&nbsp;<a href=\"https:\/\/dl.acm.org\/doi\/abs\/10.1145\/3613904.3642387\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">vorgestellt<\/a>. Die neue Spinn-Maschine basiert auf einer gro\u00dfen Plastikspritze, aus der eine Gelatinel\u00f6sung gepresst wird, sowie zwei Walzen, \u00fcber die Gelatine zu langen, d\u00fcnnen Fasern gedehnt wird. \u00dcber spezielle B\u00e4der gelingt es, die Fasern biologisch zu f\u00e4rben und mit nat\u00fcrlichen Substanzen zu impr\u00e4gnieren.&nbsp;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/img.welt.de\/img\/wissenschaft\/mobile252099090\/5182504117-ci102l-w1024\/Biofibers-made-from-gelatin-in-a-rainbow.jpg\" alt=\"Bunt eingef\u00e4rbt lassen die Fasern schnell vergessen, dass sie aus Gelatine bestehen\" style=\"aspect-ratio:1.022977022977023;width:530px;height:auto\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bunt eingef\u00e4rbt lassen die Fasern schnell vergessen, dass sie wie Gummib\u00e4rchen aus Gelatine bestehen&nbsp;\u00a9 Utility Research Lab&nbsp;<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Der Bau des Prototyps kostete nur rund 560 Dollar, das entspricht derzeit etwa 521 Euro, und L\u00e1zaro V\u00e1squez hofft, dass das Ger\u00e4t Designern auf der ganzen Welt helfen wird, mit der Herstellung ihrer eigenen Biofasern zu experimentieren. \u201eMan k\u00f6nnte Fasern mit der gew\u00fcnschten Festigkeit und Elastizit\u00e4t sowie der gew\u00fcnschten Farbe herstellen\u201c, wird sie in einer Mitteilung zitiert.&nbsp;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/img.welt.de\/img\/wissenschaft\/mobile252099094\/7252502027-ci102l-w1024\/This-DIY-machine-for-spinning-gelatin-fi.jpg\" alt=\"Die Spinn-Maschine passt auf einen Schreibtisch, ihr Bau kostete rund 521 Euro\" style=\"aspect-ratio:1.022977022977023;width:340px;height:auto\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Spinn-Maschine passt auf einen Schreibtisch, ihr Bau kostete rund 521 Euro&nbsp;\u00a9 Utility Research Lab&nbsp;<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Ihr Ausgangsmaterial besorgte sich L\u00e1zaro V\u00e1squez bei einem Metzger als Pulver. Denn Gelatine, ein elastisches Protein, findet sich in Knochen von Schweinen und K\u00fchen, also in Schlachtresten, und au\u00dferdem in Fischabf\u00e4llen. Gelatine kommt traditionell in Kosmetika oder Lebensmitteln zum Einsatz, minderwertige Gelatine landet jedoch im Abfall \u2013 und k\u00f6nnte nun k\u00fcnftig Baumwolle ersetzen, somit helfen, Anbaufl\u00e4che und Wasser einzusparen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Herstellung nur eines T-Shirts werden&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.europarl.europa.eu\/topics\/de\/article\/20201208STO93327\/umweltauswirkungen-von-textilproduktion-und-abfallen-infografik\" target=\"_blank\">sch\u00e4tzungsweise<\/a>&nbsp;2.700 Liter Wasser verbraucht. Und nicht jedes Kleidungsst\u00fcck begleitet einen Besitzer \u00fcber Jahre: 2021 wurden rund 176.200 Tonnen Textil- und Bekleidungsabf\u00e4lle bei privaten Haushalten in Deutschland eingesammelt; hinzukommen noch Hunderttausende Tonnen von Altkleidern, die allj\u00e4hrlich ins Ausland exportiert werden. Handelt es sich noch dazu um Mischtextilien, ist das Recycling oft kompliziert und aufwendig, denn die verschiedenen Materialien lassen sich nur schwer trennen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Biofasern aus Gelatine w\u00e4re das aber kein Problem, sie l\u00f6sen sich restlos in hei\u00dfem Wasser auf, w\u00e4hrend zum Beispiel feine Silberf\u00e4den zur\u00fcckbleiben, wie die Forscher aus Boulder in einem&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=P7MAFol6q5U&amp;t=4s\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Video<\/a>&nbsp;anschaulich demonstrieren. Damit stellten sie ihr Konzept auf die Probe, denn solche Metallf\u00e4den dienen zum Beispiel zur Verdrahtung von Sensoren in smarten Kleidungsst\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwar ist Gelatine kein besonders robustes Material, doch die Zugabe von \u201eGenipin\u201c, das aus Fr\u00fcchten von Gardenien gewonnen wird, macht die Fasern zumindest etwas haltbarer. Designer k\u00f6nnten die Chemie der Fasern weiter optimieren, um sie widerstandsf\u00e4higer zu machen, so L\u00e1zaro V\u00e1squez, sie sollen sich ja nicht schon in einem lauen Sommerregen aufl\u00f6sen. Und diese Biofasern f\u00fchlen sich laut den Forschern wie Flachsfasern an, sprich Leinen.<\/p>\n\n\n\n<p>Man k\u00f6nnte auch versuchen, Fasern aus anderen nat\u00fcrlichen Bestandteilen zu spinnen, meint L\u00e1zaro V\u00e1squez. Zum Beispiel aus Chitin, dem Baustoff zum Beispiel von Krabbenschalen, dessen Materialeigenschaften und Nutzung man seit Jahren erforscht. Oder auch Agar-Agar, ein Zuckerpolymer, das aus Algen gewonnen wird \u2013 und vermutlich das bevorzugte Material f\u00fcr vegane Fast-Fashion-Fans sein d\u00fcrfte.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gummib\u00e4rchen, Wackelpudding und jetzt auch noch Textilien: US-Forscher haben ein Verfahren entwickelt, um aus Gelatine nachhaltige Fasern zu spinnen. Daraus gefertigte Kleidungsst\u00fccke sind nicht f\u00fcr die Ewigkeit gedacht, ganz im Gegenteil \u2013 sie sollen sich aufl\u00f6sen.&nbsp; Ein erwachsener Bundesb\u00fcrger besitzt im&nbsp;Durchschnitt&nbsp;18 T-Shirts, doch wahre Fashionistas begn\u00fcgen sich wohl nicht damit: Mode ist vielf\u00e4ltig und wandelt [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":146790,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","nova_meta_subtitle":"Die Zukunft der Mode: Du tr\u00e4gst ein T-Shirt einige Male, und wenn du davon genug hast, wird es aufgel\u00f6st, um ein neues daraus zu machen","footnotes":""},"categories":[5572,17143],"tags":[24397,13832,10527,10719,23771,24236,12644],"supplier":[5374],"class_list":["post-146769","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-bio-based","category-recycling","tag-gelatine","tag-mode","tag-nachhaltigkeit","tag-naturfasern","tag-proteinfasern","tag-recycelbarkeit","tag-textilien","supplier-university-of-colorado-boulder"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/146769","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=146769"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/146769\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/146790"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=146769"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=146769"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=146769"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=146769"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}