{"id":146318,"date":"2024-06-21T07:26:00","date_gmt":"2024-06-21T05:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=146318"},"modified":"2024-06-14T13:38:17","modified_gmt":"2024-06-14T11:38:17","slug":"ausschreibungshilfen-fur-biobasierte-kunststoffe-in-der-nachhaltigen-beschaffung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/ausschreibungshilfen-fur-biobasierte-kunststoffe-in-der-nachhaltigen-beschaffung\/","title":{"rendered":"Ausschreibungshilfen f\u00fcr biobasierte Kunststoffe in der nachhaltigen Beschaffung"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"803\" height=\"604\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/06\/Bildschirmfoto-2024-06-14-um-11.59.13.png\" alt=\"Viele konventionelle erd\u00f6lbasierte Verpackungen und Produkte k\u00f6nnen heute durch Alternativen aus biobasierten Kunststoffen ersetzt werden.\" class=\"wp-image-146347\" style=\"aspect-ratio:1.3294701986754967;width:709px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/06\/Bildschirmfoto-2024-06-14-um-11.59.13.png 803w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/06\/Bildschirmfoto-2024-06-14-um-11.59.13-300x226.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/06\/Bildschirmfoto-2024-06-14-um-11.59.13-150x113.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/06\/Bildschirmfoto-2024-06-14-um-11.59.13-768x578.png 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/06\/Bildschirmfoto-2024-06-14-um-11.59.13-359x270.png 359w\" sizes=\"auto, (max-width: 803px) 100vw, 803px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Viele konventionelle erd\u00f6lbasierte Verpackungen und Produkte k\u00f6nnen heute durch Alternativen aus biobasierten Kunststoffen ersetzt werden. \u00a9 FNR\/D\u00f6ring<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/biowerkstoffe.fnr.de\/fileadmin\/Projekte\/2023\/biowerkstoffe\/BioKS-10-Punkte-2023.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Biobasierte Kunststoffe<\/a>&nbsp;erobern den Markt \u2013 von Verpackungen, B\u00fcro- und Drogerieartikeln, K\u00fcchenutensilien bis hin zu Ger\u00e4tegeh\u00e4usen und Mobiliar. Sie gelten, neben Rezyklaten, als nachhaltige Alternative zu herk\u00f6mmlichen Kunststoffmaterialien aus Erd\u00f6l und eignen sich f\u00fcr nahezu alle Anwendungen.&nbsp;Um die Materialeigenschaft &#8220;biobasierter Kunststoff&#8221; in der Leistungsbeschreibung im Rahmen einer \u00f6ffentlichen Ausschreibung pr\u00e4zise zu formulieren, sollten folgende Aspekte ber\u00fccksichtigt werden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>1. Definition des Materials<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>&#8220;[Das Produkt] muss aus biobasiertem Kunststoff oder massenbilanziertem Kunststoff mit zugeordnetem biogenem\u00a0Anteil hergestellt sein.&#8221;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine klare und pr\u00e4zise Definition des biobasierten Kunststoffs sollte bereitgestellt werden, um Missverst\u00e4ndnisse zu vermeiden. Es wird zwischen rein biobasierten Kunststoffen und solchen auf Basis von\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/einkauf.fnr.de\/infothek\/archiv\/archiv-nachricht\/massenbilanzierung-biokunststoffe\" target=\"_blank\">Massenbilanzierung<\/a> unterschieden. Beide Varianten sind f\u00fcr den nachhaltigen Einkauf geeignet, denn sie unterst\u00fctzen jeweils einen Rohstoff- und Strukturwandel von einer erd\u00f6lbasierten hin zu einer biobasierten Wirtschaft.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>1.1. Definition biobasierter Kunststoff<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>&#8220;Unter biobasiertem Kunststoff wird ein Kunststoff verstanden, dessen Hauptbestandteile aus nachwachsenden Rohstoffen stammen. Hierzu z\u00e4hlen Polymere, die aus pflanzlichen Materialien wie Maisst\u00e4rke, Zuckerrohr, Cellulose oder anderen biogenen Quellen bzw. Reststoffen gewonnen werden.&#8221;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Hintergrund:<\/strong><\/em>\u00a0\u00a0Im Aufbau k\u00f6nnen biobasierte Kunststoffe\u00a0entweder komplett identisch sein mit herk\u00f6mmlichen Kunststoffen aus Erd\u00f6l (sie hei\u00dfen dann\u00a0<em>Drop-In-Biokunststoffe)\u00a0<\/em>oderaber eine neuartige Struktur aufweisen. Ein typisches Beispiel f\u00fcr einen identisch aufgebauten Kunststoff ist Polyethylen (PE). Es\u00a0kann gleicherma\u00dfen aus fossilen wie\u00a0aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden und l\u00e4sst sich deshalb genauso verarbeiten und einsetzen. Aus (Bio-)PE werden u.a. Verpackungsmaterialien, Flaschen und Baustoffe hergestellt. Zu den strukturell\u00a0<em>\u201eneuartigen\u201c biobasierten Kunststoffen\u00a0<\/em>geh\u00f6rt z.B. Polymilchs\u00e4ure (Polylactidacid \u2013 PLA). Dieser Kunststoff kann nur aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden und hat etwas andere Verarbeitungseigenschaften. Aus PLA werden ebenfalls Verpackungsmaterialien, aber auch B\u00fcroartikel produziert.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>1.2. Definition massenbilanzierter Kunststoff<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>&#8220;Unter massenbilanziertem\u00a0Kunststoff\u00a0mit zugeordnetem biogenen (bio-attributed) Anteil wird ein Kunststoff verstanden, der\u00a0durch einen zertifizierten Produktionsprozess hergestellt wird, bei dem sowohl fossile als auch biobasierte Rohstoffe eingesetzt und bilanziert werden.&#8221;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Hintergrund:<\/strong>\u00a0\u00a0<\/em>Die\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/einkauf.fnr.de\/infothek\/archiv\/archiv-nachricht\/massenbilanzierung-biokunststoffe\" target=\"_blank\">Massenbilanzierung<\/a>\u00a0erlaubt es dem Hersteller, den biobasierten Anteil der eingesetzten Rohstoffe rein rechnerisch nur einem Teil der produzierten Kunststoffe\/Produkte zuzuordnen. Dieser biogene Anteil wird rechnerisch ermittelt. Das garantiert, dass ein festgelegter Prozentsatz der eingesetzten Rohstoffe aus erneuerbaren Quellen stammt, ohne dass die gesamte Produktionsanlage\u00a0auf biobasierte Rohstoffe umgestellt werden muss, was oftmals unwirtschaftlich w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Achtung:<\/strong>\u00a0<\/em>Der Begriff &#8220;biobasiert&#8221; ist nicht zul\u00e4ssig im Zusammenhang mit massenbilanzierten Kunststoffen.\u00a0Das CEN (Europ\u00e4isches Komitee f\u00fcr Normung)\u00a0hat festgelegt, dass nur solche Kunststoffe als \u201ebiobasiert\u201c bezeichnet werden d\u00fcrfen, bei denen \u00fcber die\u00a0<sup>14<\/sup>C-Analyse nachzuweisen ist, dass der enthaltene Kohlenstoff ganz oder teilweise aus Biomasse stammt (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.cencenelec.eu\/news-and-events\/news\/2021\/briefnews\/2021-06-29-standards-biobased-products-new-infographic-nen\/\" target=\"_blank\">CEN TC 411<\/a>).\u00a0Bei massenbilanzierten Kunststoffen ist dies oft nicht mehr m\u00f6glich, da der biobasierte Anteil durch die Vermischung mit fossilbasierten Anteilen unter der Nachweisgrenze liegen kann. Daher d\u00fcrfen massenbilanzierte Kunststoffe (zurzeit noch) nicht mit &#8220;[x]% biobasiertes Plastik&#8221; beworben werden. Trotzdem tragen auch diese Produkte zur Entwicklung einer Bio\u00f6konomie bei und sind somit f\u00fcr die nachhaltige Beschaffung geeignet.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>2. Anforderungen an den biobasierten Anteil<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>&#8220;Bei biobasierten Kunststoffen muss der Anteil an biobasiertem Kohlenstoff (gemessen am gesamtorganischen Kohlenstoff [TOC] oder am Gesamtkohlenstoff [TC]) mindestens 20% betragen.* Der Anteil ist durch geeignete Nachweise (z.B. Pr\u00fcfberichte nach\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.astm.org\/d6866-22.html\" target=\"_blank\">ASTM 6866<\/a>,\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.din.de\/de\/mitwirken\/normenausschuesse\/nagus\/veroeffentlichungen\/wdc-beuth:din21:235553420\" target=\"_blank\">DIN EN 16785-1<\/a>\u00a0bzw. auf diesen Nachweisen basierende G\u00fctezeichen wie &#8220;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.dincertco.de\/media\/dincertco\/dokumente_1\/zertifizierungsprogramme\/biobasierte_produkte_zertifizierungsprogramm.pdf\" target=\"_blank\">DIN Gepr\u00fcft Biobased<\/a>&#8220;, &#8220;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.tuv-at.be\/fileadmin\/user_upload\/docs\/download-documents\/CS\/CS-OK20-EN_biobased.pdf\" target=\"_blank\">OK biobased<\/a>&#8221; oder vergleichbare) zu belegen.Massenbilanzierte\u00a0Kunststoffe\u00a0m\u00fcssen mindestens zu 50% (Masseanteil)* aus zugeordneten biobasierten Rohstoffen bestehen. Der Anteil ist durch geeignete Nachweise (z.B.\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.iscc-system.org\/certification\/chain-of-custody\/mass-balance\/\" target=\"_blank\">ISCC Plus<\/a>\u00a0und\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.redcert.org\/\" target=\"_blank\">REDcert<sup>2<\/sup><\/a>)\u00a0zu belegen.&#8221;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die spezifischen Anforderungen an den Anteil des biobasierten Materials sollten festgelegt werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>M\u00f6gliche Zuschlagskriterien<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>&#8211; * Anteil biobasierter Rohstoff<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Der biobasierte (bei Massenbilanzierung \u201azugeordnete\u2018) Rohstoff-Anteil kann als Zuschlagskriterium gewertet werden.&nbsp;Er kann bis zu 100 % betragen. Die biobasierte Herkunft des Kunststoffs und der Anteil biobasierter Rohstoffe sollte durch geeignete Zertifikate nachgewiesen werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>&#8211; Herkunft der biobasierten Rohstoffe aus zertifizierter nachhaltiger Landwirtschaft<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Sollen die Nachhaltigkeitskriterien entlang der Lieferkette noch weiter spezifiziert werden, kann gefordert werden, dass die eingesetzten biogenen Rohstoffe aus nachhaltiger Landwirtschaft stammen m\u00fcssen. Hierbei ist auf eine umweltfreundliche Bewirtschaftung und fairen Handel zu achten. Zertifikate wie&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.iscc-system.org\/certification\/chain-of-custody\/mass-balance\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ISCC Plus<\/a>,&nbsp;<a href=\"https:\/\/rsb.org\/certification\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">RSB<\/a>,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.fsc-deutschland.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">FSC<\/a>,&nbsp;<a href=\"https:\/\/foodsecuritystandard.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">FSS<\/a>&nbsp;oder vergleichbare Nachweise sind zu bevorzugen. Diese eignen sich ebenfalls als Zuschlagskriterium.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>3. Nachweise&nbsp;<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<div style=\"height:6px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>G\u00fctezeichen f\u00fcr rein&nbsp;biobasierten&nbsp;Kunststoff<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Im Wesentlichen gibt es zwei Zertifizierer, die ihre Label gestaffelt nach dem biobasierten Anteil in den Produkten vergeben:&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.dincertco.de\/media\/dincertco\/dokumente_1\/zertifizierungsprogramme\/biobasierte_produkte_zertifizierungsprogramm.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">DIN Certco<\/a>&nbsp;und&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.tuv-at.be\/fileadmin\/user_upload\/docs\/download-documents\/CS\/CS-OK20-EN_biobased.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">T\u00dcV Austria<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/einkauf.fnr.de\/fileadmin\/_processed_\/e\/7\/csm_csm_Label_Biokunststoff_Nachwachsende_Rohstoffe_FNR_70ce190ac4_bf72045ef3.png\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>G\u00fctezeichen f\u00fcr massenbilanzierten Kunststoff mit zugeordnetem biogenen Anteil<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Auf Basis der Norm zur R\u00fcckverfolgbarkeit von Lieferketten (<a href=\"https:\/\/www.iso.org\/standard\/72532.html?browse=tc\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ISO 22095:2020<\/a>) gibt es von zwei Zertifizierern (<a href=\"https:\/\/www.iscc-system.org\/certification\/chain-of-custody\/mass-balance\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ISCC Plus<\/a>&nbsp;und&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.redcert.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">REDcert<sup>2<\/sup><\/a>) erste Kennzeichen f\u00fcr massenbilanzierte Kunststoffe. Diese G\u00fctezeichen bringen zum Ausdruck, dass die Kunststoffe einen Bioanteil haben, der &#8220;zugeordnet&#8221; (bio-attributed) ist. Dieser zugeordnete Anteil wird entsprechend ausgewiesen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/einkauf.fnr.de\/fileadmin\/user_upload\/ISCC_Mass.png\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>4. Technische Spezifikationen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Neben produktbezogenen technischen Spezifikationen wie Temperaturbest\u00e4ndigkeit, Zugfestigkeit oder Bruchdehnung gibt es in diesem Bereich auch Aspekte, die in der nachhaltigen Beschaffung eine Rolle spielen, wie z.B. die Recyclingf\u00e4higkeit eines Materials.<\/p>\n\n\n\n<p>(Bio-)Kunststoffe sind Wertstoffe. F\u00fcr ihre Produktion wurden wertvolle Rohstoffe und Energie genutzt. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz hat daher Hierarchiestufen f\u00fcr die Vermeidung von unn\u00f6tigen Abf\u00e4llen aufgestellt: Vermeidung \u2013 Wiederverwendung \u2013 Recycling \u2013 Verbrennung \u2013 Deponierung. Dementsprechend ist auch f\u00fcr biobasierte Kunststoffe die angestrebte Verwertungsart das Recycling. Das ist derzeit jedoch nur bedingt m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong><a href=\"https:\/\/einkauf.fnr.de\/infothek\/aktuelles\/aktuelle-nachricht\/biokunststoffe-im-einkauf-recycling-verwertung\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Verwertung<\/a>: Recyclingf\u00e4higkeit und Entsorgung<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Stofflich recyclingf\u00e4hig \u2013 das hei\u00dft R\u00fcckf\u00fchrung in den Stoffkreislauf zum Zwecke der Herstellung neuer Kunststoff-Produkte \u2013 sind derzeit ausschlie\u00dflich Verpackungen. S\u00e4mtliche Kunststoff-Verpackungen sind deshalb \u00fcber die \u201egelbe Tonne\u201c zu entsorgen. Das gilt gleicherma\u00dfen f\u00fcr fossile, biobasierte sowie f\u00fcr massenbilanzierte Kunststoffe.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Recyclingkreisl\u00e4ufe f\u00fcr Verpackungen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Etablierte Recycling-Kreisl\u00e4ufe gibt es bereits f\u00fcr s\u00e4mtliche Drop-In-Biokunststoffe wie Bio-PE sowie f\u00fcr massenbilanzierte Kunststoffe. Theoretisch sind auch zahlreiche neuartige biobasierte Kunststoffe, wie PLA, recyclingf\u00e4hig. Jedoch sind ihre Mengenstr\u00f6me derzeit noch zu gering, so dass ein stoffliches Recycling noch nicht wirtschaftlich ist und somit noch nicht stattfindet. Nicht recyclingf\u00e4hige Materialien aus der \u201egelben Tonne\u201c werden der energetischen Nutzung zugef\u00fchrt \u2013 d.h. sie werden verbrannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle anderen Produkte sind \u00fcber den Restm\u00fcll (\u201eschwarze Tonne\u201c) zu entsorgen und werden ebenfalls verbrannt. Selbst bei der energetischen Nutzung haben biobasierte Kunststoffe eine bessere Klimabilanz als solche fossilen Ursprungs. Denn es entstehen erneuerbare W\u00e4rme und Strom. Dabei wird nur die Menge an CO<sub>2&nbsp;<\/sub>freigesetzt, die zuvor in kurzen Wachstumszyklen der nachwachsenden Rohstoff-Pflanzen gebunden wurde, was den Gehalt in der Atmosph\u00e4re nicht erh\u00f6ht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kompostierbarkeit<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Biobasierte Kunststoffe sind nicht automatisch biologisch abbaubar und damit auch nicht kompostierbar. Die Materialanforderung &#8220;kompostierbar&#8221; in einer Leistungsbeschreibung ist deshalb f\u00fcr die allermeisten Kunststoff-Warengruppen nicht zielf\u00fchrend.<\/p>\n\n\n\n<p>Biogene Herkunft und biologische Abbaubarkeit gehen nicht zwangsl\u00e4ufig einher. Zwar gibt es bei den neuartigen biobasierten Kunststoffen einige, die auch biologisch abbaubar sind. Jedoch erf\u00fcllten nur die Allerwenigsten die Anforderungen moderner industrieller Kompostierungsanlagen. Der Gesetzgeber untersagt deshalb aktuell ausdr\u00fccklich die Entsorgung s\u00e4mtlicher Kunststoffe \u2013 auch biologisch abbaubarer \u2013 \u00fcber die Biotonne.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Weitere Informationen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>FNR Blog-Artikel &#8220;Gelbe, braune, schwarze Tonne &#8211; Wie k\u00f6nnen Produkte aus Biokunststoffen verwertet werden?&#8221;&nbsp;<a href=\"https:\/\/einkauf.fnr.de\/infothek\/aktuelles\/aktuelle-nachricht\/biokunststoffe-im-einkauf-recycling-verwertung\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zum Beitrag<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>FNR Blog-Artikel &#8220;100 % biobasiert \u2013 oder doch nicht? Was bedeutet Massenbilanzierung bei biobasierten Kunststoffen?&#8221;&nbsp;<a href=\"https:\/\/einkauf.fnr.de\/infothek\/archiv\/archiv-nachricht\/massenbilanzierung-biokunststoffe\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zum Beitrag<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>FNR-Themenportal Biowerkstoffe:&nbsp;<a href=\"https:\/\/biowerkstoffe.fnr.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/biowerkstoffe.fnr.de\/<\/a>&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>FNR-Infoblatt &#8220;10 Punkte zu biobasierten Kunststoffen&#8221;&nbsp;<a href=\"https:\/\/biowerkstoffe.fnr.de\/fileadmin\/Projekte\/2023\/biowerkstoffe\/BioKS-10-Punkte-2023.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Download PDF<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>FNR Datenbank f\u00fcr biobasierte Kunststoffe:<a href=\"https:\/\/biowerkstoffe.fnr.de\/biokunststoffe\/datenbanken\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/biowerkstoffe.fnr.de\/biokunststoffe\/datenbanken<\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kontakt<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe<br>Dr. Gabriele Peterek<br>Tel.: 03843\/6930-119<br>E-Mail: <a href=\"mailto:g.peterek@fnr.de\">g.peterek@fnr.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Biobasierte Kunststoffe&nbsp;erobern den Markt \u2013 von Verpackungen, B\u00fcro- und Drogerieartikeln, K\u00fcchenutensilien bis hin zu Ger\u00e4tegeh\u00e4usen und Mobiliar. Sie gelten, neben Rezyklaten, als nachhaltige Alternative zu herk\u00f6mmlichen Kunststoffmaterialien aus Erd\u00f6l und eignen sich f\u00fcr nahezu alle Anwendungen.&nbsp;Um die Materialeigenschaft &#8220;biobasierter Kunststoff&#8221; in der Leistungsbeschreibung im Rahmen einer \u00f6ffentlichen Ausschreibung pr\u00e4zise zu formulieren, sollten folgende Aspekte ber\u00fccksichtigt [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":146348,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","nova_meta_subtitle":"Formulierungen f\u00fcr die Materialanforderung \"Biobasierter Kunststoff\" in einer Leistungsbeschreibung ","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[10763,10681,10608,23246,10527,24236,12344],"supplier":[6286,2160,19232,3532,22945,14040],"class_list":["post-146318","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-bio-based","tag-biokunststoffe","tag-biomasse","tag-biooekonomie","tag-massenbilanzierung","tag-nachhaltigkeit","tag-recycelbarkeit","tag-verpackungen","supplier-bundesministerium-ernahrung-landwirtschaft","supplier-din-certco-gesellschaft-fuer-konformitaetsbewertung","supplier-fachagentur-nachwachsende-rohstoffe-e-v-fnr","supplier-international-sustainability-carbon-certification-iscc","supplier-redcert-gmbh","supplier-tuev-austria-group"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/146318","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=146318"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/146318\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/146348"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=146318"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=146318"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=146318"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=146318"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}