{"id":145556,"date":"2024-06-11T07:32:00","date_gmt":"2024-06-11T05:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=145556"},"modified":"2024-06-04T15:09:17","modified_gmt":"2024-06-04T13:09:17","slug":"mit-mechanischem-textilrecycling-gegen-mode-mullberge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/mit-mechanischem-textilrecycling-gegen-mode-mullberge\/","title":{"rendered":"Mit mechanischem Textilrecycling gegen Mode-M\u00fcllberge"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"422\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/06\/csm_a354e8289f3a06852a668f3f1def25613f14489d-fp-16-9-0-0_4f7e8bf5a3.jpg\" alt=\"Auch bei der Satteltaschenproduktion entstehen Produktionsreste, die aufbereitet werden sollen\" class=\"wp-image-145570\" style=\"aspect-ratio:1.7772511848341233;width:773px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/06\/csm_a354e8289f3a06852a668f3f1def25613f14489d-fp-16-9-0-0_4f7e8bf5a3.jpg 750w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/06\/csm_a354e8289f3a06852a668f3f1def25613f14489d-fp-16-9-0-0_4f7e8bf5a3-300x169.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/06\/csm_a354e8289f3a06852a668f3f1def25613f14489d-fp-16-9-0-0_4f7e8bf5a3-150x84.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/06\/csm_a354e8289f3a06852a668f3f1def25613f14489d-fp-16-9-0-0_4f7e8bf5a3-400x225.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Auch bei der Satteltaschenproduktion entstehen Produktionsreste, die aufbereitet werden sollen. \u00a9 Pogrzeba (IKK)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Gerade mal drei Jahre dauert es im Schnitt, dann landen T-Shirts, Blusen und Pullover in der Kleidersammlung. Rund 113,8 Millionen Tonnen Textilfasern, davon 87,6 Millionen Tonnen chemische Fasern, wurden im Jahr 2022 weltweit laut statistischem Bundesamt produziert. Bislang k\u00f6nnen verschlissene Textilien allerdings nur schlecht recycelt werden. An diesem Punkt setzt das Projekt TexKreis am IKK &#8211; Institut f\u00fcr Kunststoff- und Kreislauftechnik der Leibniz Universit\u00e4t Hannover unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Hans-Josef Endres an. Das Ziel ist es, aus Textil- und Textilverbunden hochwertige und \u00f6kologisch nachhaltige Kunststoff-Rezyklate produzieren zu k\u00f6nnen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt f\u00f6rdert das Vorhaben mit rund 160.000 Euro.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts der steigenden Produktion von Kleidung, insbesondere durch Fast Fashion, dem damit verbundenen Ressourcenverbrauch sowie den Abfallmengen m\u00f6chte das Forschungsteam nachhaltige L\u00f6sungen finden, um den Umweltanforderungen, aber auch den versch\u00e4rften gesetzlichen Vorschriften in verschiedenen Branchen gerecht zu werden. Mechanisches Recycling von Textilien k\u00f6nnte eine nachhaltige L\u00f6sung darstellen, da es erm\u00f6glicht, gro\u00dfe Materialmengen mit minimalem logistischem Aufwand f\u00fcr die Weiternutzung zu verarbeiten. Herausforderungen sind dabei die bislang begrenzten technologischen M\u00f6glichkeiten und die h\u00e4ufig mangelnde Qualit\u00e4t der entstehenden Rezyklate.<\/p>\n\n\n\n<p>Um diesen Recyclingprozess zu innovieren, besch\u00e4ftigt sich das Projekt TexKreis insbesondere mit den Aufbereitungstechnischen Prozessen, sodass aus Textil- und Textilverbunden hochwertige und \u00f6kologisch nachhaltige Kunststoff-Rezyklate erzeugt werden k\u00f6nnen, die f\u00fcr ihren weiteren Einsatz anwendungsspezifisch optimierte Eigenschaften aufweisen.<\/p>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich zeichnen sich mechanische Recyclingverfahren durch einen deutlich geringeren Energie- und Ressourcenbedarf aus. Das Prinzip ist einfach und gilt auch f\u00fcr andere Materialien, die recycelt werden sollen: Der Kunststoffabfall wird zun\u00e4chst zerkleinert und aufgereinigt. In einem Extruder wird anschlie\u00dfend das so gewonnene Material mittels hohem Druck und hoher Temperaturen aufgeschmolzen, weiter gereinigt, durch Einarbeitung weiterer Komponenten im Bedarfsfall materialtechnisch additiviert und schlie\u00dflich zu einer Art Granulat verarbeitet. Dieses Rezyklat \u2013 feine K\u00f6rnchen aus Kunststoff \u2013 bildet dann die Basis f\u00fcr neue Bauteile, die an anderer Stelle wiedereingesetzt werden k\u00f6nnen. Im Zuge dessen werden dazu insbesondere thermoplastische Textilabf\u00e4lle aus Polyurethan\/Polyester (TPU\/PES)-Mischgeweben und sortenreinen Polyamid (PA) und PES-Geweben betrachtet, f\u00fcr die eine geeignete wirtschaftlich vertretbare und nachhaltige Recycling-Technologie entwickelt werden soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Zus\u00e4tzlich zum Recycling sollen die Transportwege kurz gehalten werden \u2013 das geht am einfachsten, wenn man wei\u00df, welche Stoffe genau recycelt werden sollen, wie diese zusammengesetzt sind, wo diese anfallen und wo im Anschluss Bedarf an diesem Rezyklat besteht. Das IKK kooperiert daher f\u00fcr TexKreis mit Vaude und Gerry Weber. Bei beiden Herstellern ist bekannt, aus welchem Material die Textilien bestehen, was insbesondere bei Verschnitt und Produktionsabf\u00e4llen eine gute Ausgangslage bietet.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Altkleidern gestaltet sich der Prozess schwieriger, da oftmals viele unterschiedliche, teilweise auch verschmutzte Materialien zusammen entsorgt werden. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eAm Institut betrachten wir die h\u00e4ufig aus Kunststofffasern bestehenden Textilien wie Kunststoffe oder Kunststoffgemische, eben so wie es auf dem Bekleidungsetiketten auch drauf steht\u201c, sagt <strong>Prof. Dr.-Ing. Hans-Josef Endres<\/strong>, \u201eweshalb auch hier gilt: Je sortenreiner wir die Materialien, in diesem Fall die Textilabf\u00e4lle von unseren Industriepartnern bekommen, desto hochwertiger k\u00f6nnen sie recycelt und wiederverwertet werden.\u201c <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Aus Textilien k\u00f6nnten so k\u00fcnftig Kunststoffe f\u00fcr die Herstellung neuer Textilfasern oder auch Kunststoffteile f\u00fcr neue Branchen wie Automobil-, M\u00f6bel- oder Freizeitindustrie oder der Transporttechnik entstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit Unternehmen aus verschiedenen Branchen wie Barlog Plastics, EREMA, Gross+Froelich und forbo durchgef\u00fchrt. Der Wissens- und Technologietransfer wird von TecPart &#8211; Verband Technische Kunststoff-Produkte und der Allianz Faserbasierte Werkstoffe Baden-W\u00fcrttemberg (AFBW) durchgef\u00fchrt. \u00dcbergeordnetes Ziel ist die Entwicklung effektiver und nachhaltiger Recyclingprozesse, die auch auf andere Inputstr\u00f6me f\u00fcr textile Materialverb\u00fcnde \u00fcbertragbar sind.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kontakt<\/h3>\n\n\n\n<p>Sahra Pogrzeba&nbsp;<br>E-Mail:&nbsp;<a href=\"mailto:pogrzeba@ikk.uni-hannover.de\">pogrzeba@ikk.uni-hannover.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerade mal drei Jahre dauert es im Schnitt, dann landen T-Shirts, Blusen und Pullover in der Kleidersammlung. Rund 113,8 Millionen Tonnen Textilfasern, davon 87,6 Millionen Tonnen chemische Fasern, wurden im Jahr 2022 weltweit laut statistischem Bundesamt produziert. Bislang k\u00f6nnen verschlissene Textilien allerdings nur schlecht recycelt werden. 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