{"id":14534,"date":"2008-05-28T00:00:00","date_gmt":"2008-05-27T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20080528-05n"},"modified":"2008-05-28T00:00:00","modified_gmt":"2008-05-27T22:00:00","slug":"grosse-chancen-fuer-gruene-chemie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/grosse-chancen-fuer-gruene-chemie\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfe Chancen f\u00fcr gr\u00fcne Chemie"},"content":{"rendered":"<p><b>Die <a href=\"http:\/\/partner.vhb.de\/euroforum\/1200125\/vision_01_ankuendigung.htm\" >9. Handelsblatt Jahrestagung Chemie 2008<\/a> in D\u00fcsseldorf fandvor rund 180 Teilnehmern fand statt. Schwerpunkt der Handelsblatt Tagung war eindeutig die Frage, was die Chemie-Industrie zum Klimaschutz beitragen kann und welche Innovationen zu erwarten sind. Weitere Themen waren die Herausforderungen bedingt durch die Globalisierung, kundenorientierte Technologien, Gr\u00fcne Chemie, der Einfluss von Private Equity in der Chemie, Bedeutung von Kohle und Gas f\u00fcr die Rohstoffversorgung in der chemischen Industrie sowie die politischen Vorgaben.<\/b><\/p>\n<p>Dr. Gottfried Zaby bewertete als Vorsitzender der Tagung die Situation der chemischen Industrie \u00fcberwiegend positiv, zumindest in den Bereichen, die die Branche selbst beeinflussen k\u00f6nne. Die Industrie habe ihre Hausaufgaben gemacht, stellte er fest. Die Konsolidierung schreite voran und neuen Herausforderungen stelle sich die Branche durch zahlreiche Innovationen. Allerdings seien auch \u00e4u\u00dfere Einfl\u00fcsse wie die Banken- und Immobilienkrise, der hohe \u00d6lpreis und eine weltweit anziehende Inflation f\u00fcr die chemische Industrie sp\u00fcrbar. Der Verband der Chemischen Industrie (<a href=\"http:\/\/www.vci.de\/\" >VCI<\/a>) prognostiziert aber trotzdem einen Umsatzzuwachs von rund 2,5 Prozent.<\/p>\n<p><b>Kein Tag ohne Chemie<\/b><br \/>&#8220;Ohne Energie geht nichts in der Chemiebranche und ohne Chemie geht nichts im Leben&#8221;, stellte Prof. Dr. Ulrich Lehner in seinem Vortrag dar. Die chemische Industrie ist mit 4,6 Milliarden Euro Energiekosten im Jahr die Branche mit dem h\u00f6chsten Energieverbrauch. Daher trage die Branche auch eine besondere Verantwortung, wenn es um Fragen des Klimaschutzes gehe. Hier k\u00f6nne die chemische Industrie durch ihre Innovationen dazu beitragen, dem Klimawandel zu begegnen. Drei wichtige Schl\u00fcsseltechnologien f\u00fcr innovative Produkte seien die Bio- und Nanotechnologie sowie die Katalyse. So arbeite man derzeit an Solarfolien, die kosteng\u00fcnstig und auf gro\u00dfen Fl\u00e4chen Sonnenenergie in Strom umwandeln k\u00f6nnen. Ein anderes Beispiel f\u00fcr innovative Produkte seien Tapeten mit so genannten OLEDs, die warmes Licht spenden und sogar weniger Strom verbrauchen als herk\u00f6mmliche Energiesparlampen. Mit einer speziellen Nanobeschichtung f\u00fcr Auto-Motoren und -Getriebe soll k\u00fcnftig die Reibung der beweglichen Teile verringert werden. Damit lie\u00dfe sich der Spritverbrauch um bis zu zehn Prozent senken, so VCI-Pr\u00e4sident Lehner.<\/p>\n<p>Damit Wasserstoff eines Tages eine Rolle bei der Energieversorgung spielen k\u00f6nne, werden Katalysatoren gebraucht, f\u00fchrte Lehner weiter aus. Will man Wasserstoff beispielsweise aus alternativen Energietr\u00e4gern wie Biomasse oder fotochemisch erzeugen, gehe das nicht ohne katalytische Prozesse. Auch beim Einsatz von Wasserstoff in einer Brennstoffzelle seien es Katalysatoren, die eine saubere und effiziente Umwandlung in Energie erm\u00f6glichen. Und durch neuartige Enzyme k\u00f6nne man die gleiche Waschkraft bei 30 Grad erreichen, f\u00fcr die sonst 90 Grad notwendig w\u00e4ren. Bei der W\u00e4rmed\u00e4mmung von H\u00e4usern und Wohnungen lasse sich in Deutschland der j\u00e4hrliche Energieverbrauch pro Quadratmeter von derzeit 25 Liter Heiz\u00f6l auf weniger als sieben Liter senken. Die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen k\u00f6nnte somit in Deutschland um mehr als 70 Millionen Tonnen verringert werden, f\u00fchrte Lehner aus.<\/p>\n<p>Lehner betonte die Bedeutung der europ\u00e4ischen Zusammenarbeit, um die Energieversorgung sicherzustellen: &#8220;Die Politik kann und muss das Innovationstempo beschleunigen&#8221;. Die EU-F\u00f6rderung der Energie- und Klimaforschung stimmten ihn zwar zuversichtlich, allerdings seien die Vorschl\u00e4ge der EU-Kommission zur CO<sub>2<\/sub>-Reduktion zu hoch. Die geplante CO<sub>2<\/sub>-Reduktion von 33 Prozent sei nur mit hohen Kosten erreichbar; diese w\u00fcrde sich wiederum negativ auf das Wachstum in Deutschland auswirken. Als einen unhaltbaren Zustand bezeichnete Lehner die Tatsache, dass die EU erst 2010 entscheiden wolle, ob die Chemieindustrie die CO<sub>2<\/sub>-Zertifikate kostenfrei erhalte oder nicht. Hier erfuhr Lehner Zustimmung von der Abgeordneten des Europ\u00e4ischen Parlaments Dr. Angelika Niebler, die als Vorsitzende des Ausschusses Industrie, Forschung und Energie ein Statement zum Klimaschutz abgab. &#8220;Die Entscheidung muss jetzt fallen&#8221;, erkl\u00e4rte Niebler auf der Tagung und sprach sich f\u00fcr eine kostenfreie Zuteilung der Zertifikate f\u00fcr die Chemiebranche aus. Niebler bescheinigte der Chemiebranche eine hohe Innovationskraft, vor allem im Bereich der Energieeffizienz, erkl\u00e4rte aber auch: &#8220;Jetzt sind drastische Ma\u00dfnahmen notwendig, um CO<sub>2<\/sub> zu senken.&#8221; Die Klimaschutzziele der EU-Kommission unterst\u00fctzte sie im Gegensatz zu Lehner vehement, erkl\u00e4rte Niebler.<\/p>\n<p><b>\u00dcberleben sichern durch Pflanzenbiotechnologie<\/b><br \/>Innovationen und Partnerschaften sind f\u00fcr Dr. Andreas Kreimeyer (<a href=\"http:\/\/www.corporate.basf.com\/de\/investor\/se\" >BASF SE<\/a>) die wesentlichen Faktoren, um organisch zu wachsen. F\u00fcr sein eigenes Unternehmen nannte Kreimeyer die Pflanzenbiotechnologie, die wei\u00dfe Biotechnologie, die Nanotechnologie, den Rohstoffwandel sowie das Energiemanagement als bedeutende Wachstumsfelder. Vor allem die Forschung im Bereich der Pflanzenbiotechnologie nannte Kreimeyer &#8220;unverzichtbar&#8221; und besonders f\u00fcr Schwellenl\u00e4nder &#8220;\u00fcberlebensnotwendig&#8221;. Er betonte, dass die Entwicklung neuer Effekte und Systeme nur interdisziplin\u00e4r m\u00f6glich seien und verwies auf zahlreiche internationale Forschungskooperationen, zum Beispiel mit der Harvard-Universit\u00e4t.<\/p>\n<p><b>&#8220;Gr\u00fcne Chemie&#8221; hat gro\u00dfe Chancen<\/b><br \/>Dr. Werner Breuers (<a href=\"http:\/\/www.lanxess.com\/\" >Lanxess<\/a>) wies in seinem Beitrag auf die zunehmende Abwanderung etablierter Bereiche der Chemie in Richtung Asien, Naher und Ferner Osten hin. Daher sei es besonders wichtig, sich auf innovative Produkte zu konzentrieren und das Engagement f\u00fcr Forschung und Entwicklung zu verst\u00e4rken. Ein hohes Erfolgspotenzial f\u00fcr die westliche Chemieindustrie sieht Vorstandsmitglied Breuers in der &#8220;Gr\u00fcnen Chemie&#8221;, zum Beispiel in der Wasseraufbereitung, in der Agroindustrie, aber auch in der Lebensmittel- und Mineral\u00f6lindustrie.<\/p>\n<p>Einen besonderen Schwerpunkt auf die &#8220;Gr\u00fcne Chemie&#8221; legt auch das Unternehmen <a href=\"http:\/\/www.cognis.com\/\" >Cognis<\/a>. Besonderen Wert lege man bei der Entwicklung neuer Produkte und Prozesse auf die Einhaltung der &#8220;12 Prinzipien Gr\u00fcner Chemie&#8221;, erl\u00e4uterte <a href=\"http:\/\/www.cognis.com\/company\/\" >Cognis<\/a>-CEO Dr. Antonius Trius. Hierunter falle beispielsweise die Abfallvermeidung, die Nutzung nachwachsender Rohstoffe, geringer Energieaufwand bei Reaktionen sowie die biologische Abbaubarkeit der Komponenten. Bereits im Jahr 2000 wurde <a href=\"http:\/\/www.cognis.com\/company\/\" >Cognis<\/a> mit dem W\u00f6hler-Preis f\u00fcr ressourcenschonende Prozesse bei der Herstellung von Alkylpolyglycosiden &#8211; kurz APG genannt &#8211; ausgezeichnet. Alle 12 Prinzipien Gr\u00fcner Chemie wurden hierbei eingehalten.<\/p>\n<p><b>Weitere Informationen<\/b><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.chemie.de\/news\/d\/82009\/\" >Vollst\u00e4ndige Meldung bei chemie.de<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/die-neue-chemie-natur-als-rohstofflieferant\/\" >2006-09-21<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Die 9. Handelsblatt Jahrestagung Chemie 2008 in D&uuml;sseldorf fandvor rund 180 Teilnehmern fand statt. 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