{"id":142836,"date":"2024-04-24T07:15:00","date_gmt":"2024-04-24T05:15:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=142836"},"modified":"2024-04-25T15:57:30","modified_gmt":"2024-04-25T13:57:30","slug":"nachhaltigen-rohstoffen-auf-der-spur-internationales-forschungsprojekt-zu-biobasierten-polyurethanschaumen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nachhaltigen-rohstoffen-auf-der-spur-internationales-forschungsprojekt-zu-biobasierten-polyurethanschaumen\/","title":{"rendered":"Nachhaltigen Rohstoffen auf der Spur: internationales Forschungsprojekt zu biobasierten Polyurethansch\u00e4umen"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p><strong>An der Hochschule Kaiserslautern, Fachbereich Angewandte Logistik- und Polymerwissenschaften, erforscht ein Team unter der Leitung von Prof. Dr. Gregor Grun und Prof. Dr. Sergiy Grishchuk im Rahmen des internationalen EU-Projektes BIOMAT den Einsatz von biobasierten oder recyclingbasierten Rohstoffen in der semi-industriellen Polyurethanverarbeitung. F\u00fcr die zahlreichen Praxistests wird die Pilotanlage LABFOAM von Hennecke eingesetzt.<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"475\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/04\/pm_hennecke_tracking-down-sustainable-raw-materials_01-3.jpg\" alt=\"Im Rahmen des internationalen EU-Projektes BIOMAT erforscht ein Team der Hochschule Kaiserslautern den Einsatz von biobasierten oder recyclingbasierten Rohstoffen in der Polyurethanverarbeitung. Die Praxistests werden mit der Pilotanlage LABFOAM von Hennecke durchgef\u00fchrt. \u00a9 Hennecke Group\" class=\"wp-image-142839\" style=\"aspect-ratio:1.894736842105263;width:442px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/04\/pm_hennecke_tracking-down-sustainable-raw-materials_01-3.jpg 900w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/04\/pm_hennecke_tracking-down-sustainable-raw-materials_01-3-300x158.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/04\/pm_hennecke_tracking-down-sustainable-raw-materials_01-3-150x79.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/04\/pm_hennecke_tracking-down-sustainable-raw-materials_01-3-768x405.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/04\/pm_hennecke_tracking-down-sustainable-raw-materials_01-3-400x211.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Im Rahmen des internationalen EU-Projektes BIOMAT erforscht ein Team der Hochschule Kaiserslautern den Einsatz von biobasierten oder recyclingbasierten Rohstoffen in der Polyurethanverarbeitung. Die Praxistests werden mit der Pilotanlage LABFOAM von Hennecke durchgef\u00fchrt. \u00a9 Hennecke Group<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Nachhaltige Rohstoffe und die Reduzierung von CO<sub>2<\/sub>-Emissionen bei der Herstellung von Weichschaumstoffen und anderen PUR-Produkten gewinnen zunehmend an Bedeutung. Viele Unternehmen aus Industrie und Handel fragen sich, wie sie den Anteil von Erd\u00f6l und umweltsch\u00e4dlichen Treibmitteln in ihrer Produktion verringern k\u00f6nnen. Aus diesem Grund wurde 2021 BIOMAT ins Leben gerufen. In dem von der EU gef\u00f6rderten Projekt forschen Wissenschaftler aus acht Nationen an der Entwicklung nachhaltiger Schaumstoffe und Verbundwerkstoffe mit einem hohen Anteil nachwachsender Rohstoffe. Ziel von BIOMAT ist es, die bei der Herstellung von Schaumstoffen und Verbundwerkstoffen entstehenden Treibhausgase um 30 bis 50 Prozent zu senken und mehr als die H\u00e4lfte des eingesetzten Materials durch nachwachsende Rohstoffe zu ersetzen. <\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Forschungsvorhaben erfordert zahlreiche Versuche mit verschiedenen neuen Rohstoffen in unterschiedlichsten Formulierungen, um das jeweilige Sch\u00e4umungsverhalten, die Haltbarkeit sowie weitere Eigenschaften der Produkte zu untersuchen. Um reproduzierbare Ergebnisse zu erhalten und insbesondere die althergebrachten \u201eBechertests\u201c zu vermeiden, wurde 2022 eine Hennecke LABFOAM am Campus Pirmasens der Hochschule Kaiserslautern in Betrieb genommen. Das Maschinensystem ist der ideale Partner f\u00fcr Versuchsreihen und Produkt-Innovationen im Bereich der Polyurethan-Verarbeitung.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"475\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/04\/pm_hennecke_tracking-down-sustainable-raw-materials_02-1.jpg\" alt=\"Der ideale Partner f\u00fcr Versuchsreihen und Produkt-Innovationen im Blockschaumbereich. \u00a9 Hennecke Group\" class=\"wp-image-142840\" style=\"aspect-ratio:1.894736842105263;width:441px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/04\/pm_hennecke_tracking-down-sustainable-raw-materials_02-1.jpg 900w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/04\/pm_hennecke_tracking-down-sustainable-raw-materials_02-1-300x158.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/04\/pm_hennecke_tracking-down-sustainable-raw-materials_02-1-150x79.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/04\/pm_hennecke_tracking-down-sustainable-raw-materials_02-1-768x405.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/04\/pm_hennecke_tracking-down-sustainable-raw-materials_02-1-400x211.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der ideale Partner f\u00fcr Versuchsreihen und Produkt-Innovationen im Blockschaumbereich. \u00a9 Hennecke Group<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Simulation einer industriellen Grossanlage<\/h3>\n\n\n\n<p>Neue Rezepturen auf einer herk\u00f6mmlichen Blockschaumanlage zu entwickeln und zu testen, ist ein ressourcenintensives Unterfangen. Deshalb hat Hennecke die LABFOAM entwickelt, die \u2013 vereinfacht gesagt \u2013 den Reaktivteil (Nassteil) einer kontinuierlichen Produktionsanlage im Kleinen nachbildet und so Versuchsreihen mit geringen Austragsmengen erm\u00f6glicht. Trotzdem erzielt sie Ergebnisse, die in ihrer Qualit\u00e4t nahezu denen einer kontinuierlichen Produktionsanlage entsprechen. Dabei kommen die hochpr\u00e4zisen Hochdruck-Dosierpumpen und die bew\u00e4hrte Hennecke-Mischtechnik zum Einsatz. Dar\u00fcber hinaus ist jede einzelne Dosierlinie f\u00fcr die Verarbeitung eines anwendungsspezifischen Rohstoffspektrums ausgelegt, sodass eine ebenso gro\u00dfe Bandbreite an m\u00f6glichen Versuchsreihen realisiert werden kann. Mit minimalem Rohstoffeinsatz k\u00f6nnen so pr\u00e4zise die Ergebnisse einer hochskalierbaren industriellen Produktion simuliert und getestet werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Biopolyole aus organischen Abf\u00e4llen<\/h3>\n\n\n\n<p>Am Campus Pirmasens werden nun die Materialeigenschaften und Einsatzm\u00f6glichkeiten von Biopolyolen untersucht \u2013 auch im konkreten Auftrag von Industrieunternehmen. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eBiopolyole werden vorzugsweise aus organischem Abfall gewonnen\u201c, erkl\u00e4rt <strong>Prof. Dr. Gregor Grun<\/strong>.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"600\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/04\/pm_hennecke_tracking-down-sustainable-raw-materials_03-2.jpg\" alt=\"Das BIOMAT-Team der Hochschule Kaiserslautern, Arbeitsgruppe Polymerchemie unter der Leitung von Prof. PhD Sergiy Grishchuk. \u00a9 Hennecke Group\" class=\"wp-image-142843\" style=\"aspect-ratio:1.5;width:391px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/04\/pm_hennecke_tracking-down-sustainable-raw-materials_03-2.jpg 900w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/04\/pm_hennecke_tracking-down-sustainable-raw-materials_03-2-300x200.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/04\/pm_hennecke_tracking-down-sustainable-raw-materials_03-2-150x100.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/04\/pm_hennecke_tracking-down-sustainable-raw-materials_03-2-768x512.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/04\/pm_hennecke_tracking-down-sustainable-raw-materials_03-2-400x267.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das BIOMAT-Team der Hochschule Kaiserslautern, Arbeitsgruppe Polymerchemie unter der Leitung von Prof. PhD Sergiy Grishchuk. \u00a9 Hennecke Group<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Dabei kann es sich um Fetts\u00e4uren, Triglyceride, Zucker oder andere geeignete organische Reststoffe handeln. Allerdings sind viele dieser Materialien derzeit noch schwierig kommerziell zu beziehen. Eine besondere Herausforderung beim Einsatz von Biopolyolen ist zudem, dass sie aus sekund\u00e4ren Hydroxylgruppen bestehen und daher vergleichsweise langsam reagieren. Gleichzeitig muss auf die geringe Flie\u00dff\u00e4higkeit vieler Biopolyole geachtet werden, f\u00fcr welche die LABFOAM jedoch hervorragend geeignet ist, da sie f\u00fcr Viskosit\u00e4ten bis zu 35.000 mPas ausgelegt ist. Neben der Gewinnung von Biopolyolen wird in der Polymer-Fachabteilung in Pirmasens unter anderem auch an der Synthetisierung von Biopolyestern geforscht, um m\u00f6glichst kompostierbare Materialien herzustellen oder das Recycling von Polyurethansch\u00e4umen zu verbessern.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">LABFOAM \u2013 eine gute Wahl<\/h3>\n\n\n\n<p>Dass die Wahl der Universit\u00e4t auf die Laboranlage LABFOAM von Hennecke fiel, hat mehrere gute Gr\u00fcnde. Besonders wichtig waren dem Forscherteam die Automatisierbarkeit, die voneinander unabh\u00e4ngigen Dosierlinien und die individuell einstellbaren Parameter f\u00fcr die bis zu 25 verschiedenen Rohstoff-Komponenten. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eEin besonderer Pluspunkt der LABFOAM ist zudem die patentierte NOVAFLEX-Technologie zur Herstellung von CO<sub>2<\/sub>-getriebenen Sch\u00e4umen, die den Verzicht auf umwelt- und gesundheitssch\u00e4dliche Treibmittel erm\u00f6glicht und bei Laboranlagen einzigartig ist\u201c, betont <strong>Prof. Dr. Sergiy Grishchuk<\/strong>. <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig \u00fcberzeugt die Anlage auch durch ihren geringen Platzbedarf. Die vielf\u00e4ltigen Anwendungsm\u00f6glichkeiten finden auf weniger als zehn Quadratmetern ausreichend Platz. Die Anlagensteuerung \u00fcber die FOAMWARE ist identisch mit der Bedienung von kontinuierlichen Produktionsanlagen. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMit wenigen Klicks k\u00f6nnen wir neue Rezepturen mit unterschiedlichsten Komponenten und Additiven erstellen, an die Maschine senden und mit den Tests beginnen\u201c, berichtet Philipp Haag, Doktorand im Team und einer der LABFOAM-Bediener. Gegen\u00fcber dem Mischen von Hand bedeutet dies einen erheblichen Vorteil in Bezug auf Genauigkeit, Zeitersparnis, Rohstoffverbrauch und Qualit\u00e4t des Schaums.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Schon 65 Prozent biobasierter Anteil m\u00f6glich<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Resultate des ersten Einsatzjahres sind vielversprechend. So ist es bereits jetzt m\u00f6glich, Weichschaum mit einem biobasierten Anteil von rund 65 Prozent herzustellen, ohne Qualit\u00e4tseinbu\u00dfen hinnehmen zu m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eEin weiterer entscheidender Aspekt der LABFOAM ist, dass sie sich nicht auf die Herstellung von Weichsch\u00e4umen beschr\u00e4nkt\u201c, erg\u00e4nzt <strong>Prof. Sergiy Grishchuk<\/strong>. <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Grund genug f\u00fcr die Forscher, auch den Einsatz von organischen Materialien in halbweichen PU-Sch\u00e4umen oder in Hartsch\u00e4umen zu untersuchen, wie sie zum Beispiel zur Isolierung in Bauelementen mit Sandwichstruktur verwendet werden. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eIch kann mir auch vorstellen, dass andere Arten von Prepolymeren, zum Beispiel Epoxid-Prepolymere, in der Anlage verarbeitet und untersucht werden\u201c, berichtet <strong>Prof. Sergiy Grishchuk<\/strong>. <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die BIOMAT-Projektleiter freuen sich, die Studierenden im Rahmen dieses Forschungs- und Entwicklungsprojektes auf dem Gebiet der Polymerchemie ausbilden zu k\u00f6nnen und ihnen die M\u00f6glichkeit zu geben, sich an der Anlage mit industrienahen Prozessen vertraut zu machen. Davon profitieren nicht nur die Studierenden, sondern auch zahlreiche Arbeitgeber im Bereich der polyurethanverarbeitenden Industrie, die hohen Wert auf praxisnahe Erfahrungen legen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch f\u00fcr Hennecke bietet der transparente Wissens- und Informationsaustausch mit der Hochschule Kaiserslautern einen wichtigen Mehrwert, insbesondere im Hinblick auf neue Marktanforderungen in Bezug auf nachhaltige Rohstoffl\u00f6sungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An der Hochschule Kaiserslautern, Fachbereich Angewandte Logistik- und Polymerwissenschaften, erforscht ein Team unter der Leitung von Prof. Dr. Gregor Grun und Prof. Dr. Sergiy Grishchuk im Rahmen des internationalen EU-Projektes BIOMAT den Einsatz von biobasierten oder recyclingbasierten Rohstoffen in der semi-industriellen Polyurethanverarbeitung. F\u00fcr die zahlreichen Praxistests wird die Pilotanlage LABFOAM von Hennecke eingesetzt. 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