{"id":142749,"date":"2024-04-25T07:26:00","date_gmt":"2024-04-25T05:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=142749"},"modified":"2024-04-22T13:19:57","modified_gmt":"2024-04-22T11:19:57","slug":"warum-sind-wir-in-deutschland-im-bereich-nachhaltigkeit-hinterher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/warum-sind-wir-in-deutschland-im-bereich-nachhaltigkeit-hinterher\/","title":{"rendered":"Warum sind wir in Deutschland im Bereich Nachhaltigkeit hinterher?"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"432\" height=\"400\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/04\/e23f7ea3.600x400.webp\" alt=\"Fristads schlie\u00dft den Kreislauf\" class=\"wp-image-142769\" style=\"aspect-ratio:1.08;width:390px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/04\/e23f7ea3.600x400.webp 432w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/04\/e23f7ea3.600x400-300x278.webp 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/04\/e23f7ea3.600x400-150x139.webp 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/04\/e23f7ea3.600x400-292x270.webp 292w\" sizes=\"auto, (max-width: 432px) 100vw, 432px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Fristads schlie\u00dft den Kreislauf \u00a9 Fristads<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>\u201eClosing the loop\u201c: Fristads, Hersteller von Workwear, nimmt in Verkehr gebrachte<\/strong> <strong>Kleidung zur\u00fcck und verwertet sie in neuen Kollektionen<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Schweden, Frankreich, Niederlande und Belgien: Verpflichtungen f\u00fcr Hersteller<\/strong> <strong>durch EPR (Extended Producer Responsibility) setzen hohe Ma\u00dfst\u00e4be durch<\/strong> <strong>erweiterte Herstellerverantwortung und Textilrecycling<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Gesetzeslage in Deutschland unter dem Standard der Nachbarl\u00e4nder:<\/strong> <strong>Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) bildet lediglich die rechtliche Grundlage f\u00fcr die<\/strong> <strong>Abfallwirtschaft und zielt auf Abfallvermeidung ab<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Weniger als 1% der produzierten Textilien werden derzeit zu neuen Textilien recycelt, und etwa 50% werden downgecycelt, verbrannt oder auf Deponien gelagert. Wie kann die Menge der recycelten Textilien erh\u00f6ht werden? Fristads, der f\u00fchrende nachhaltige Hersteller von Arbeitskleidung, demonstriert mit dem Projekt \u201eClose the Loop\u201c, wie durch das Recycling von alter Arbeitskleidung neue, nachhaltige Kleidungsst\u00fccke entstehen. Mit aktuell 15% recyceltem Material in der neuen Kollektion setzt Fristads ein starkes Zeichen f\u00fcr reduzierten Abfall, geringere Emissionen und Wasserverbrauch. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Modell, erfolgreich mit einem Kunden in den Niederlanden angewandt, illustriert den Weg zu einer vollst\u00e4ndig kreislauforientierten Wirtschaft. Schweden, die Heimat von Fristads, ist das zweite Land in der Europ\u00e4ischen Union, welches Gesetze zur erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) f\u00fcr Textilien und Bekleidung verabschiedet hat. Die neuen Richtlinien traten am 1. Januar 2022 in Kraft, wobei die Lizenzierung von Sammlungen seit Anfang diesen Jahres 2024 gestartet sind. Obwohl diese Ideen auch von vielen hierzulande unterst\u00fctzt werden, scheint der Weg dahin noch lang zu sein. Die Zerrissenheit zwischen dem Wunsch nach Nachhaltigkeit und der n\u00f6tigen Wettbewerbsf\u00e4higkeit wird auch in den kontroversen Diskussionen zum EU Lieferkettengesetz deutlich.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ein Vorbild f\u00fcr nachhaltiges Wirtschaften<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Auf mehreren M\u00e4rkten f\u00fchrt Fristads gemeinsam mit ausgew\u00e4hlten Kunden Initiativen durch, allen voran in den Niederlanden und Schweden. Dies sind auch die beiden M\u00e4rkte, in denen bisher das gr\u00f6\u00dfte Interesse besteht. Die Initiativen zielen darauf ab, abgenutzte Arbeitskleidung einem neuen Zweck zuzuf\u00fchren und das Potenzial der Ressourcen voll auszusch\u00f6pfen, entweder durch Upcycling oder Downcycling. Bis 2025 sollen 50% des Fristads Sortiments aus nachhaltigeren Materialien bestehen. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eDamit Fristads die Qualit\u00e4t liefern kann, die es derzeit bietet, ist jedoch mehr Innovation und Investition im Bereich des Recyclings erforderlich\u201c, sagt <strong>Lisa Rosengren, Raw Material Managerin und Nachhaltigkeitsexpertin bei Fristads<\/strong>. <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Mit heutigem technischen Stand k\u00f6nnen nur 15% der Abf\u00e4lle in einem neuen Kleidungsst\u00fcck verwenden, da die Spezifikationen f\u00fcr die St\u00e4rke des Garns festgelegt sind.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Den Kreislauf schlie\u00dfen \u2013 Pilotprojekt mit der PostNL<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Fristads beliefert das niederl\u00e4ndische Post- und Logistikunternehmen PostNL seit Jahren mit seinen Poloshirts. Dank eines Pilotprogramms werden diese Shirts nun gesammelt und zu neuen Kleidungsst\u00fccken recycled. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eDamit sind wir unserem Ziel, den Kreislauf unserer Kleidungsproduktion zu schlie\u00dfen, einen Schritt n\u00e4hergekommen\u201c, so <strong>Lisa Rosengren<\/strong>. <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Ungef\u00e4hr 15% des Materials der neuen Kollektion besteht aus alten PostNL-Hemden, die geschreddert und zu einem neuen Stoff recycelt wurden. Dieser Stoff mit geschlossenem Kreislauf reduziert die Gesamtumweltbelastung des Kleidungsst\u00fccks, indem sowohl Abf\u00e4lle vermieden als auch Emissionen und Wasserverbrauch reduziert werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der Weg unserer Nachbarl\u00e4nder zu mehr Nachhaltigkeit<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Dass wir die Ressourcen nicht weiter nutzen k\u00f6nnen, als ob sie unbegrenzt w\u00e4ren, wei\u00df eigentlich jeder. Aber nicht jeder ergreift die notwendigen Ma\u00dfnahmen, weil es wirtschaftlich noch nicht machbar ist. Die Gesetzgebung ist der einzige Weg, den Prozess zu beschleunigen. Das wird deutlich, wenn man einen Blick auf unsere Nachbarl\u00e4nder wirft. Seit Juli 2023 hat die erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) f\u00fcr Textilien in den Niederlanden weitreichende \u00c4nderungen f\u00fcr Produzenten und Importeure gebracht. <\/p>\n\n\n\n<p>Auch Belgien tr\u00e4gt mit Initiativen wie <a href=\"https:\/\/vlaanderen-circulair.be\/en\/cases\/detail\/circletex\">Circletex<\/a>, einer freiwilligen EPR, zur F\u00f6rderung der Kreislaufwirtschaft bei. Durch ein nationales Sammelsystem, das Textilabf\u00e4lle recycelt, positioniert sich Belgien als Vorreiter f\u00fcr nachhaltige Praktiken in Europa. Deutsche Unternehmen, die den belgischen Markt betreten m\u00f6chten, stehen vor spezifischen Herausforderungen und m\u00fcssen bereit sein, \u00e4hnliche Verpflichtungen einzugehen, um die Anforderungen der Kreislaufwirtschaft effektiv zu erf\u00fcllen. In Frankreich darf seit 2022 keine unverkaufte Ware mehr zerst\u00f6rt werden. Zuk\u00fcnftig darf nur derjenigen Textilien in Verkehr bringen, der seine Produkte lizenziert hat und die Verantwortung f\u00fcr den kompletten Lebenszyklus des Produkts \u00fcbernimmt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Deutschland auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Eine Kreislaufwirtschaft w\u00fcrde das lineare Modell von \u201eRessourcen in der Natur abbauen \u2013 verarbeiten \u2013 konsumieren \u2013 wegwerfen\u201c \u00fcberwinden. Allerdings werden Gesch\u00e4ftsmodelle ausgebremst, die auf einen stets wachsenden Absatz von physischen Produkten setzen. Doch auch in der Kreislaufwirtschaft k\u00f6nnen Unternehmen wachsen. Daf\u00fcr muss jedoch in langfristigen Modellen gedacht werden und nicht von einem Quartal ins n\u00e4chste, denn Kreislaufwirtschaft ist ein langfristiges Modell. Eine holistische Perspektive ist zwingend notwendig, auch Zulieferer und Co. m\u00fcssen mitspielen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG), das seit 2012 in Kraft ist, bildet in Deutschland die rechtliche Grundlage f\u00fcr die Abfallwirtschaft und zielt auf Abfallvermeidung sowie Recycling ab. Erweiterte Herstellerverantwortung und \u00e4hnliche Ma\u00dfnahmen erfolgen bisher nur auf freiwilliger Basis. <a href=\"https:\/\/www.fristads.com\/de-de\/produkt-info\/highlights\/close-the-loop\">Fristads Initiative \u201eClose the Loop\u201c<\/a> und die gesetzlichen Entwicklungen in den Nachbarl\u00e4ndern bieten wertvolle Lektionen f\u00fcr Deutschland und Textilunternehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch die \u00dcbernahme von Best Practices und die Anpassung an neue gesetzliche Rahmenbedingungen kann die deutsche Textilindustrie ihre Nachhaltigkeitsbem\u00fchungen verst\u00e4rken. Es zeigt sich, dass eine Verbindung von \u00f6konomischen Interessen mit Umweltschutz nicht nur m\u00f6glich, sondern auch f\u00f6rderlich f\u00fcr innovative Gesch\u00e4ftsmodelle ist.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u00dcber Fristads<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Fristads ist die f\u00fchrende Arbeitskleidungsmarke in Schweden und geh\u00f6rt zur Hultafors Group. Wie Fristads, so ist auch die Hultafors Group schon seit langem eine etablierte Gr\u00f6\u00dfe im Bereich der Berufsbekleidung. Die Historie der Hultafors Group reicht sogar bis ins Jahr 1883 zur\u00fcck. Innerhalb der Hultafors Group fungiert Fristads als eigenst\u00e4ndiges Unternehmen. Die Produkte werden unter eigenen Marken entwickelt, hergestellt und vertrieben. Diese sind in etwa 40 M\u00e4rkten, vor allem in Europa und Nordamerika, \u00fcber f\u00fchrende Distributoren erh\u00e4ltlich. Die Hultafors Group besch\u00e4ftigt mehr als 1.000 Mitarbeiter, und ihr Nettoumsatz betrug im Jahr 2020 3,6 Milliarden SEK. Die Zusammenarbeit mit der Hultafors Group erm\u00f6glicht es Fristads, ihre Fachkenntnisse in der Berufsbekleidungsbranche zu b\u00fcndeln und die Entwicklung der Branche mit einem besonderen Fokus auf Produktinnovation und Nachhaltigkeit voranzutreiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weniger als 1% der produzierten Textilien werden derzeit zu neuen Textilien recycelt, und etwa 50% werden downgecycelt, verbrannt oder auf Deponien gelagert. Wie kann die Menge der recycelten Textilien erh\u00f6ht werden? 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