{"id":142202,"date":"2024-04-11T07:05:00","date_gmt":"2024-04-11T05:05:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=142202"},"modified":"2024-04-17T23:16:30","modified_gmt":"2024-04-17T21:16:30","slug":"biobasierte-kreislaufwirtschaft-fraunhofer-wki-erforscht-wiederverwendung-von-holz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biobasierte-kreislaufwirtschaft-fraunhofer-wki-erforscht-wiederverwendung-von-holz\/","title":{"rendered":"Biobasierte Kreislaufwirtschaft: Fraunhofer WKI erforscht Wiederverwendung von Holz"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p><strong>Forschende des Fraunhofer WKI verfolgen das Ziel, Alternativen zur Nutzung fossiler Rohstoffe zu schaffen. Mit ihrer Arbeit legen sie wichtige Grundlagen f\u00fcr eine zirkul\u00e4re Bio\u00f6konomie \u2013 von den Rohstoffen \u00fcber die Entwicklung innovativer Materialien und deren Einsatz bis hin zum Recycling. Im Rahmen des F\u00f6rderaufrufs \u00bbRecyclinggerechte Verwendung von Holz\u00ab des Bundeslandwirtschaftsministeriums ist das Fraunhofer WKI an f\u00fcnf von sechs Forschungsvorhaben beteiligt. Im Fokus der Projekte steht die Entwicklung branchen\u00fcbergreifender L\u00f6sungen f\u00fcr eine ressourceneffiziente Holznutzung, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz.<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"426\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/04\/Holzrecycling-Kreislauf-c-Fraunhofer-WKI-Manuela-Lingnau.jpg\" alt=\"Der Weg des Holzes soll verl\u00e4ngert werden: K\u00fcnftig soll Holz nach seiner Nutzung, etwa im Bau- oder M\u00f6belbereich, recycelt werden k\u00f6nnen und so wieder f\u00fcr neue Anwendungen zur Verf\u00fcgung stehen, bevor es am Ende einer langen Nutzungsphase beispielsweise thermisch verwertet wird. \u00a9 Fraunhofer WKI | Manuela Lingnau\" class=\"wp-image-142204\" style=\"aspect-ratio:1.5023474178403755;width:291px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/04\/Holzrecycling-Kreislauf-c-Fraunhofer-WKI-Manuela-Lingnau.jpg 640w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/04\/Holzrecycling-Kreislauf-c-Fraunhofer-WKI-Manuela-Lingnau-300x200.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/04\/Holzrecycling-Kreislauf-c-Fraunhofer-WKI-Manuela-Lingnau-150x100.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/04\/Holzrecycling-Kreislauf-c-Fraunhofer-WKI-Manuela-Lingnau-400x266.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Weg des Holzes soll verl\u00e4ngert werden: K\u00fcnftig soll Holz nach seiner Nutzung, etwa im Bau- oder M\u00f6belbereich, recycelt werden k\u00f6nnen und so wieder f\u00fcr neue Anwendungen zur Verf\u00fcgung stehen, bevor es am Ende einer langen Nutzungsphase beispielsweise thermisch verwertet wird. \u00a9 Fraunhofer WKI | Manuela Lingnau<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Die Bauindustrie geh\u00f6rt zu den ressourcenintensivsten Wirtschaftssektoren. Insbesondere f\u00fcr die Herstellung von Beton und Stahl werden enorme Mengen endlicher Rohstoffe verbraucht und CO2 ausgesto\u00dfen. F\u00fcr ressourcenschonende und klimafreundliche Geb\u00e4ude setzt die Bauindustrie zunehmend auf Holz. Doch auch pflanzliche Rohstoffe sind nicht unendlich verf\u00fcgbar oder brauchen Zeit, um nachzuwachsen. Daher werden L\u00f6sungen immer wichtiger, die es erm\u00f6glichen, Holz und andere nachwachsende Rohstoffe nach der ersten Nutzung, etwa als Baustoff in einem Geb\u00e4ude, zu recyceln und wiederzuverwenden. Das ist das Ziel einer zirkul\u00e4ren Bio\u00f6konomie.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Forschenden des Fraunhofer WKI planen daher bereits bei der Entwicklung von neuen Materialien eine m\u00f6glichst hochwertige Recyclingf\u00e4higkeit nach dem Gebrauch ein. Au\u00dferdem entwerfen sie passgenaue Recyclingverfahren f\u00fcr bestehende Produkte, die Holz oder andere pflanzliche Stoffe enthalten \u2013 zum Beispiel Holzbauteile, Altholz oder Balsaholz aus Rotorbl\u00e4ttern von Windkraftanlagen. Ziel der Arbeiten am Fraunhofer WKI ist es, die eingesetzten Rohstoffe oder Basismaterialien mehrfach nutzbar zu machen (Kaskadennutzung) und so den Bedarf an neuen Ressourcen zu reduzieren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Projekt \u00bbHolztafel 2.0.\u00ab:<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Wie macht man Fertigbau-Holztafeln recyclingf\u00e4hig?<\/strong><br>Der Holztafelbau ist eine sehr ressourceneffiziente und technisch ausgereifte Bauweise und stellt daher die mit Abstand h\u00e4ufigste Bauweise im Holzbau dar. Der Materialmix aus metallischen, organischen und mineralischen Bestandteilen erschwert jedoch eine sortenreine Trennung in die einzelnen Bestandteile. Das wollen Forschenden des Fraunhofer WKI gemeinsam mit der Technischen Universit\u00e4t Braunschweig, der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum und vier Praxispartnern (Otto Baukmeier Holzbau-Fertigbau GmbH &amp; Co. KG, Sto SE &amp; Co. KGaA, Fermacell &#8211; James Hardie Europe GmbH und ALBA Braunschweig GmbH) \u00e4ndern. Bis Ende 2026 m\u00f6chte das Projektteam Holztafeln entwickeln, die sich deutlich einfacher sortenrein recyceln lassen. Die im Recyclingprozess zur\u00fcckgewonnenen Rohstoffe k\u00f6nnen als Ausgangsmaterial f\u00fcr neue Produkte genutzt werden. Am Ende des Projekts sollen mehrere Demonstratoren stehen, die die Machbarkeit des \u00bbDesign for Recycling\u00ab der Holztafel, der Recyclingprozesse und der Wiederverwendung der zur\u00fcckgewonnenen Rohstoffe in neuen Produkten demonstrieren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Projekt \u00bbDANSIZ\u00ab:<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Wie kann Altholz besser sortiert und verarbeitet werden, um es stofflich nutzbar zu machen?<br><\/strong>Forschende des Fraunhofer WKI und des Fraunhofer IOSB wollen gemeinsam mit der Firma Pallmann Wege finden, die stoffliche Verwertung von Altholz zu erh\u00f6hen. Bisher wird Altholz zu einem gro\u00dfen Teil nur thermisch verwertet, da durch falsch entsorgte Abf\u00e4lle (\u00bbFehlw\u00fcrfe\u00ab) kritische St\u00f6rstoffe im Altholz-Abfallstrom landen. Um diese k\u00fcnftig zuverl\u00e4ssig und automatisiert aussortieren zu k\u00f6nnen, entwickelt das Projektteam ein innovatives Sortierverfahren auf Basis von Nahinfrarotsensorik (NIR). Dadurch werden gro\u00dfe Mengen Altholz f\u00fcr h\u00f6herwertige Anwendungen nutzbar. Durch die Entwicklung von altholzspezifischen Zerkleinerungsverfahren soll die Rohstoffqualit\u00e4t zus\u00e4tzlich erh\u00f6ht werden. Beide Verfahren sollen den Einsatz von Altholz f\u00fcr die Holzwerkstoffindustrie deutlich attraktiver machen. Als Anwendungsbeispiel m\u00f6chte das Projektteam Spanplatten oder Wood-Plastic-Composites auf Basis von Altholz entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Projekt \u00bbRecycling for Reuse\u00ab:<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Wie lassen sich Altholzabf\u00e4lle von Schadstoffen und Metallresten reinigen?<br><\/strong>Forschende des Fraunhofer WKI wollen gemeinsam mit der Technischen Universit\u00e4t Braunschweig, der Hochschule f\u00fcr Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig und den Industriepartnern Ing.-Holzbau Schnoor GmbH, Rinntech-Metriwerk GmbH &amp; Co. KG und Schumann analytics herausfinden, wie Altholz so aufbereitet werden kann, dass es sich f\u00fcr die erneute Herstellung von Bauteilen eignet. Die Herausforderung besteht darin, dass Altholz h\u00e4ufig mit Schadstoffen belastet ist, zum Beispiel durch verwendete Holzschutzmittel oder Beschichtungen. Um Altholz erneut verwenden zu k\u00f6nnen, muss es daher zun\u00e4chst so gereinigt werden, dass es gem\u00e4\u00df Altholzverordnung als unbedenklich gilt. Daf\u00fcr wollen die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen gemeinsam mit den Industriepartnern zun\u00e4chst erfassen, in welchen Mengen potenziell wiederverwertbares Altholz anf\u00e4llt. Au\u00dferdem entwickeln sie mechanische Verfahren, um metallische Fremdk\u00f6rper (N\u00e4gel und Schrauben) und Holzschutzmittel im Altholz aufzusp\u00fcren und zu entfernen. Ziel ist es, Klassifizierungsregeln f\u00fcr die Wiederverwendung des Baustoffs und ein ganzheitliches Wiederverwendungskonzept in Form eines schematisierten Ablaufplans zu erarbeiten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Projekt \u00bbAltholzAerogel\u00ab:<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Eignet sich Altholz f\u00fcr die Herstellung von Aerogelen?<br><\/strong>Aerogele sind hochpor\u00f6se, federleichte Materialien mit au\u00dfergew\u00f6hnlichen Eigenschaften: extrem niedrige W\u00e4rmeleitf\u00e4higkeit, geringe Schall\u00fcbertragung und hohe Adsorptionsf\u00e4higkeit f\u00fcr fl\u00fcchtige organische Verbindungen. Sie eignen sich hervorragend sowohl f\u00fcr den Leichtbau als auch als Filtermaterial und gelten daher als Werkstoff der Zukunft. Gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum f\u00fcr Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) und acht Industriepartnern entwickeln Forschende des Fraunhofer WKI ein Verfahren zur Herstellung von Aerogelen auf Basis von Altholz. Aus den Aerogelen stellen die Projektpartner Prototypen von D\u00e4mmstoffen und schadstoffadsorbierenden Raumluftfiltern her, die in Geb\u00e4uden und Fahrzeugen eingesetzt werden k\u00f6nnen. Dar\u00fcber hinaus werden Transferm\u00f6glichkeiten zu Anwendungen in der Abgasreinigung aufgezeigt. Ein weiteres Projektziel ist die R\u00fcckgewinnung der f\u00fcr die Herstellung der Aerogele ben\u00f6tigten Rohstoffe aus den Produkten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Projekt \u00bbReKonFu\u00ab:<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Wie k\u00f6nnen M\u00f6bel leichter recycelt werden?<br><\/strong>Scharniere f\u00fcr Kastenm\u00f6bel werden derzeit \u00fcberwiegend aus Metall gefertigt. Das Fraunhofer WKI entwickelt gemeinsam mit dem Institut f\u00fcr Holztechnologie Dresden gemeinn\u00fctzige GmbH (IHD) und dem Wirtschaftspartner Topp Textil GmbH ein verstell- und l\u00f6sbares Textilscharnier f\u00fcr Holzm\u00f6bel auf Basis von Naturfasern. Damit soll einerseits der Verbrauch von Metallen reduziert und gleichzeitig die Recyclingf\u00e4higkeit der M\u00f6bel verbessert werden. Bisher m\u00fcssen die oftmals verschraubten oder eingepressten Metallscharniere im Recyclingprozess vom Altholz getrennt werden. Diese Trennung ist aufw\u00e4ndig und erfordert zum Teil komplexe Anlagentechnik. Die neuen textilen Beschl\u00e4ge sind nicht fest mit der Holzkonstruktion verbunden und somit verstell- und abnehmbar. Diese Flexibilit\u00e4t erm\u00f6glicht den Einsatz auch im Bereich der Mitnahme- und Selbstbaum\u00f6bel. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnten Bauteile, insbesondere die M\u00f6belt\u00fcren, leicht ausgetauscht werden. Das erleichtert Reparaturen oder die Anpassung der M\u00f6bel an neue Farbtrends und erh\u00f6ht somit die Lebensdauer der M\u00f6belkorpusse. Die Recyclingf\u00e4higkeit des Textilscharniers selbst soll ebenfalls im Rahmen des Projekts bewertet werden. Bei erfolgreichem Projektabschluss wird ein neuartiger Scharniertyp zur Verf\u00fcgung stehen, der unter dem Gesichtspunkt des \u00bbDesign for Recycling\u00ab entwickelt wurde und eine nachhaltige Alternative zu herk\u00f6mmlichen Metallbeschl\u00e4gen darstellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Forschende des Fraunhofer WKI verfolgen das Ziel, Alternativen zur Nutzung fossiler Rohstoffe zu schaffen. Mit ihrer Arbeit legen sie wichtige Grundlagen f\u00fcr eine zirkul\u00e4re Bio\u00f6konomie \u2013 von den Rohstoffen \u00fcber die Entwicklung innovativer Materialien und deren Einsatz bis hin zum Recycling. 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