{"id":142074,"date":"2024-04-16T07:26:00","date_gmt":"2024-04-16T05:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=142074"},"modified":"2024-04-14T11:29:49","modified_gmt":"2024-04-14T09:29:49","slug":"rematbuilt-wie-aus-reststoffen-hochleistungsfahige-bauprodukte-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/rematbuilt-wie-aus-reststoffen-hochleistungsfahige-bauprodukte-werden\/","title":{"rendered":"ReMatBuilt: Wie aus Reststoffen hochleistungsf\u00e4hige Bauprodukte werden"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.wki.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/2024\/presseinfo_2024-03_fraunhofer-wki-zeigt-bio-recycling-beton-baustoffe-auf-hannover-messe\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textwithinlinedimage\/imageComponent1\/image.img.4col.large.jpg\/1708674690853\/WKI-Project-ReMatBuilt-Bio-Recycling-Concrete-with-Straw-Insulation-c-Fraunhofer-WKI-Manuela-Lingnau.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.wki.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/2024\/presseinfo_2024-03_fraunhofer-wki-zeigt-bio-recycling-beton-baustoffe-auf-hannover-messe\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textwithinlinedimage\/imageComponent1\/image.img.jpg\/1708674690853\/WKI-Project-ReMatBuilt-Bio-Recycling-Concrete-with-Straw-Insulation-c-Fraunhofer-WKI-Manuela-Lingnau.jpg\" alt=\"Das Foto zeigt einen w\u00fcrfelf\u00f6rmigen Block aus grauem, k\u00f6rnigen Material, der innen hohl ist. Darin steckt ein Block aus br\u00e4unlichem, lockerem Material. \" style=\"aspect-ratio:1.3333333333333333;width:727px;height:auto\" title=\"Biobasierter Beton-Mauerstein mit integrierter Strohd\u00e4mmung\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Betonbaustein aus rezyklierten Zuschlagstoffen und Reish\u00fclsenasche mit einer Reisstroh-D\u00e4mmung. <br>\u00a9 Fraunhofer WKI | Manuela Lingnau<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung steht die Baubranche vor gro\u00dfen Herausforderungen. Dass die damit verbundenen Aufgaben l\u00f6sbar sind, stellen Expertinnen und Experten des Fraunhofer WKI und ihre Partner im Projekt \u00bbReMatBuilt\u00ab mit hochleistungsf\u00e4higen Baustoffen aus recycelten und Abfallmaterialien unter Beweis. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wer einen Schritt vor die Haust\u00fcre macht, steht aktuell oft gleich mittendrin, im ger\u00e4uschvollen Abbruch oder Aufbau: Baustellen pr\u00e4gen speziell in Ballungsr\u00e4umen unseren Alltag. Da f\u00e4llt es nicht schwer nachzuvollziehen, dass die Bauindustrie weltweit einer der gr\u00f6\u00dften Verbraucher nat\u00fcrlicher Ressourcen ist. Zeitgleich entstehen beim Abbruch bestehender Geb\u00e4ude und Strukturen Massen an Material, deren Recycling allein unter Nachhaltigkeitsaspekten dringend erforderlich wird.<\/p>\n\n\n\n<p>An diesen neuralgischen Punkten setzen Prof. Libo Yan und sein Team vom Fraunhofer WKI an. Im Forschungsprojekt ReMatBuilt entwickeln die Fachleute gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft nachhaltige Betonbaustoffe und leistungsstarke Bauelemente auf Basis von Bau- und Abbruchabf\u00e4llen sowie pflanzlichen Produktionsresten. Gef\u00f6rdert wird das Projekt durch das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Nationalen Bio\u00f6konomiestrategie.<\/p>\n\n\n\n<p>Die in Deutschland und China ans\u00e4ssigen Projektpartner legen besonderen Wert auf Praxisn\u00e4he und schnelle Umsetzbarkeit: Es geht ihnen zum einen darum, als internationales Team der globalen Verantwortung f\u00fcr biobasiertes, nachhaltiges Wirtschaften Rechnung zu tragen und passende Recycling- sowie Produktionsverfahren f\u00fcr die Baubranche zu identifizieren. Zum anderen gestalten sie die entstehenden Produkte und alle vorgelagerten Verfahrensschritte so, dass sie den landesspezifischen Regularien beider L\u00e4nder entsprechen. Die unter dieser Maxime entwickelten L\u00f6sungen k\u00f6nnen schnell eingesetzt werden und somit den Anteil erneuerbarer Rohstoffe im Bauwesen weltweit unmittelbar signifikant erh\u00f6hen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbDie Idee, Baumaterialien zu recyceln und mit alternativen Werkstoffen aus der Natur zu experimentieren, ist nicht neu. Was unser Vorhaben einzigartig macht, ist sein ganzheitlicher Ansatz\u00ab, verdeutlicht <strong>Projektleiter Yan<\/strong>. \u00bbWir kombinieren unser Wissen um die Verfahren und die Eigenschaften der verschiedenen Materialien, um die chemische, physikalische und mechanische Leistung von der Mikro- bis zur Makroskala zu verstehen und erreichen damit bereits ein sehr hohes Technology Readiness Level \u2013 ein wichtiger Aspekt im Hinblick auf die praktische Anwendung.\u00ab<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Weniger Abfall, geringerer Ressourcenverbrauch<\/h3>\n\n\n\n<p>Vergleicht man die herk\u00f6mmliche Herstellung und Zusammensetzung von Baustoffen mit der, die die ReMatBuilt-Projektpartner realisieren, werden die vielfachen Vorteile ihres Ansatzes rasch deutlich: Die Fachleute verwenden sogenannten Bauschutt, also Altbeton und Mauerwerksabf\u00e4lle, sowie landwirtschaftliche Reststoffe, um Recyclingbeton herzustellen. Diese Bestandteile verst\u00e4rken sie mit pflanzlichen Naturfasern wie Flachs, erg\u00e4nzt um forstwirtschaftliche Abfallprodukte, etwa Hackschnitzel aus Altholz.<\/p>\n\n\n\n<p>Handels\u00fcblicher Beton dagegen enth\u00e4lt Zement und meist Kies als Zuschlagstoff. Letzterer ist als Gesteinsk\u00f6rnung eine endliche Ressource, deren Abbau die Umwelt sch\u00e4digt. Zudem muss er oft \u00fcber weite Strecken transportiert werden. Bauschutt und Altholz fallen hingegen weltweit in den relevanten Arealen fl\u00e4chendeckend in hohen Mengen an und werden bislang kaum wiederverwertet. \u00d6kologisch wie \u00f6konomisch gesehen ein hoch attraktiver Ersatz.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit Zement. Das Bindemittel unter den Baustoffen entsteht aus nat\u00fcrlichen Rohstoffen wie Kalkstein, Ton und Quarzsand \u2013 und verursacht in seiner Herstellung hohe Kohlenstoffdioxid-Emissionen, die der Industrie zunehmend Kopfzerbrechen bereiten. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><strong>Dem Team um Prof. Yan<\/strong> ist es gelungen, einen mehr als vollwertigen Ersatzstoff zu identifizieren: \u00bbReis ist das meistverwendete Nahrungsmittel der Welt. Seine Schalen werden bisher kaum genutzt. Wir haben herausgefunden, dass sich die Reisschalenasche, die in einem speziellen Verbrennungsvorgang entsteht, bestens als Zementersatz eignet.\u00ab<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die Testergebnisse sprechen f\u00fcr sich: Der recycelte Beton schont nicht nur endliche \u00f6kologische Ressourcen, die aus ihm gefertigten Bausteine sind leichter als das traditionelle Pendant und \u00fcberzeugen mit einem Plus an Festigkeit, Haltbarkeit, W\u00e4rme- und Schalld\u00e4mmung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Expertinnen und Experten entwickeln im Rahmen des Projekts zudem D\u00e4mmstoffe aus pflanzlichen Abfallprodukten wie S\u00e4gesp\u00e4nen, Reis- und Weizenstrohhalmen als ressourcenschonende Alternative zu aktuell dominierenden Varianten, die aus erd\u00f6lbasiertem Kunststoff, Mineral- und Glaswolle oder Holzfaser bestehen. Mit diesen nachhaltigen D\u00e4mmplatten lassen sich die fertigen Betonbausteine zu Wandsystemen aus ged\u00e4mmten Bl\u00f6cken verbinden. Die Fachleute haben dar\u00fcber hinaus Verbundsysteme konzipiert, durch die sich der Recyclingbeton verbunden mit Furnierschicht- und Brettsperrholz als Geschossdecke nutzen l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p>Die hybriden Bauelemente kombinieren die Vorteile von herk\u00f6mmlichem Beton und pflanzlichen Baustoffen. Sie sind langlebig und weisen \u00fcberzeugende mechanische, Feuchte- und W\u00e4rmeschutz-Eigenschaften auf. Dar\u00fcber hinaus lassen sie sich leicht verarbeiten und erf\u00fcllen alle Brandschutzvorgaben. Auf diese Weise erweitern die Projektpartner mit ihren L\u00f6sungen die M\u00f6glichkeiten, unter zunehmend strengen Nachhaltigkeitsanforderungen kosteneffizient zu bauen \u2013 ganz gleich ob f\u00fcr Einfamilienh\u00e4user oder gro\u00dfe Geb\u00e4udekomplexe.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><strong>Projektleiter Yan<\/strong> freut sich \u00fcber die gelungene Zusammenarbeit der international agierenden Projektgruppe, die dank ihrer bereits erzielten Erfolge nun in die Verl\u00e4ngerung geht: \u00bbMit unserer Arbeit schaffen wir wirtschaftlich interessante Perspektiven \u2013 nicht nur f\u00fcr die D\u00e4mmstoff- und Bauindustrie: In Agrar- und Forstwirtschaft werden etwa Produktionsabf\u00e4lle zu wertvollen Baustoffen. Unsere Partner im Bereich Recycling und Maschinenbau entwickeln wiederum Methoden, mit denen Pflanzenabf\u00e4lle bestm\u00f6glich gewonnen und weiterverarbeitet werden, um die entsprechenden Vorprodukte herstellen zu k\u00f6nnen.\u00ab<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Mensch im Mittelpunkt<\/h3>\n\n\n\n<p>Ein Aspekt ist Libo Yan besonders wichtig: seine L\u00f6sungen sollen unmittelbar den Menschen zugutekommen und das schnellstm\u00f6glich. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Denn das Potenzial, das in den Ergebnissen der Projektpartner steckt, ist immens \u2013 gerade vor dem Hintergrund der aktuellen weltpolitischen Lage: \u00bbWir k\u00f6nnen mit unserer Arbeit einen signifikanten Beitrag zum Wiederaufbau der Ukraine leisten\u00ab, ist <strong>der Projektleiter<\/strong> \u00fcberzeugt und pr\u00e4zisiert: \u00bbEs ist schrecklich, aber Tag f\u00fcr Tag fallen hier riesige Mengen Bauschutt an. Zudem ist das Land reich an nat\u00fcrlichen Rohstoffen und einer der weltgr\u00f6\u00dften Exporteure von Agrarrohstoffen wie Getreide \u2013 Weizen, Mais oder Reis. Vor diesem Hintergrund arbeiten wir aktuell unter Hochdruck daran, unsere Ergebnisse in die Anwendung zu bringen. Mit Industriepartnern vor Ort k\u00f6nnen wir den Menschen in der Ukraine ma\u00dfgeblich helfen, den Wiederaufbau ihres Landes schnell, kosteng\u00fcnstig und nachhaltig zu bewerkstelligen. Mit recycelten Beton-Bausteinen und den entsprechenden Isolierungen aus nat\u00fcrlichen Materialien, die alle vor Ort reichlich vorhanden sind.\u00ab<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"Foerderung\">F\u00f6rderung<\/h3>\n\n\n\n<p>Das Projekt wird gef\u00f6rdert durch das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) \u00fcber den Projekttr\u00e4ger J\u00fclich (PtJ) im Rahmen der Nationalen Bio\u00f6konomiestrategie.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"485\" height=\"156\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/04\/Bildschirmfoto-2024-04-07-um-11.35.28.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-142090\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/04\/Bildschirmfoto-2024-04-07-um-11.35.28.png 485w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/04\/Bildschirmfoto-2024-04-07-um-11.35.28-300x96.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/04\/Bildschirmfoto-2024-04-07-um-11.35.28-150x48.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/04\/Bildschirmfoto-2024-04-07-um-11.35.28-400x129.png 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 485px) 100vw, 485px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"Zum-Hintergrund-des-Fraunhofer-WKI\">\u00dcber Fraunhofer WKI<\/h3>\n\n\n\n<p>Nachhaltigkeit durch Nutzung nachwachsender Rohstoffe steht seit \u00fcber 75 Jahren im Fokus des Fraunhofer WKI. Das Institut mit Standorten in Braunschweig, Hannover und Wolfsburg ist spezialisiert auf Verfahrenstechnik, Naturfaser-Verbundkunststoffe, Bindemittel und Beschichtungen, Holz- und Emissionsschutz, Qualit\u00e4tssicherung von Holzprodukten, Werkstoff- und Produktpr\u00fcfungen, Recyclingverfahren sowie den Einsatz von organischen Baustoffen und Holz im Bau. Nahezu alle Verfahren und Werkstoffe, die aus der Forschungst\u00e4tigkeit hervorgehen, werden industriell genutzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung steht die Baubranche vor gro\u00dfen Herausforderungen. Dass die damit verbundenen Aufgaben l\u00f6sbar sind, stellen Expertinnen und Experten des Fraunhofer WKI und ihre Partner im Projekt \u00bbReMatBuilt\u00ab mit hochleistungsf\u00e4higen Baustoffen aus recycelten und Abfallmaterialien unter Beweis. 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