{"id":140808,"date":"2024-03-19T07:07:00","date_gmt":"2024-03-19T06:07:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=140808"},"modified":"2024-03-18T16:26:28","modified_gmt":"2024-03-18T15:26:28","slug":"eu-parlament-billigt-vorschlag-zur-reduzierung-von-textil-und-lebensmittelabfallen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/eu-parlament-billigt-vorschlag-zur-reduzierung-von-textil-und-lebensmittelabfallen\/","title":{"rendered":"EU-Parlament billigt Vorschlag zur Reduzierung von Textil- und Lebensmittelabf\u00e4llen"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p>In erster Lesung nahm das Parlament seinen Standpunkt zur&nbsp;<a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/TodayOJ\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">vorgeschlagenen \u00dcberarbeitung<\/a>&nbsp;der Abfallrahmenrichtlinie zur Vermeidung und Verringerung von Lebensmittel- und Textilabf\u00e4llen in der EU an.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"450\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/03\/shutterstock_2147180803-1-800x450-2.jpg\" alt=\"Jedes Jahr produziert ein Europ\u00e4er im Durchschnitt etwa elf Kilogramm Textilabf\u00e4lle, die\u00a0nach Angaben des Europ\u00e4ischen Parlaments\u00a0in 87 Prozent der F\u00e4lle verbrannt oder deponiert werden.\" class=\"wp-image-141072\" style=\"aspect-ratio:1.7777777777777777;width:338px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/03\/shutterstock_2147180803-1-800x450-2.jpg 800w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/03\/shutterstock_2147180803-1-800x450-2-300x169.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/03\/shutterstock_2147180803-1-800x450-2-150x84.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/03\/shutterstock_2147180803-1-800x450-2-768x432.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/03\/shutterstock_2147180803-1-800x450-2-400x225.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Jedes Jahr produziert ein Europ\u00e4er im Durchschnitt etwa elf Kilogramm Textilabf\u00e4lle, die\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.europarl.europa.eu\/topics\/de\/article\/20201208STO93327\/umweltauswirkungen-von-textilproduktion-und-abfallen-infografik\" target=\"_blank\">nach Angaben des Europ\u00e4ischen Parlaments<\/a>\u00a0in 87 Prozent der F\u00e4lle verbrannt oder deponiert werden. \u00a9 Mariia Korneeva\/shutterstock.com<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Der mit 514 Ja-Stimmen angenommene Bericht von Anna Zalewska (EKR, PL) schl\u00e4gt vor, die bisherigen europ\u00e4ischen Rechtsvorschriften \u00fcber Abf\u00e4lle zu \u00e4ndern. Der Schwerpunkt liegt dabei auf zwei gro\u00dfen Abfall produzierenden Sektoren: Textilien und Lebensmittel.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bek\u00e4mpfung von Textilabf\u00e4llen<\/h3>\n\n\n\n<p>Jedes Jahr produziert ein Europ\u00e4er im Durchschnitt etwa elf Kilogramm Textilabf\u00e4lle, die&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.europarl.europa.eu\/topics\/de\/article\/20201208STO93327\/umweltauswirkungen-von-textilproduktion-und-abfallen-infografik\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">nach Angaben des Europ\u00e4ischen Parlaments<\/a>&nbsp;in 87 Prozent der F\u00e4lle verbrannt oder deponiert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 2022 ver\u00f6ffentlichte die Kommission ihre&nbsp;<a href=\"https:\/\/environment.ec.europa.eu\/strategy\/textiles-strategy_en?prefLang=de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Strategie f\u00fcr nachhaltige und kreislauff\u00e4hige Textilien<\/a>. Diese umfasst Ma\u00dfnahmen in den Bereichen Design, Etikettierung, Informationsanforderungen, Lieferkette, Wiederverwendung und erweiterte Herstellerverantwortung (EPR).<\/p>\n\n\n\n<p>Der vom Parlament angenommene Text greift die Idee der erweiterten Herstellerverantwortung auf. Er fordert die Mitgliedstaaten auf, Systeme einzurichten, bei denen die Wirtschaftsakteure, die Textilien auf dem EU-Markt anbieten, die Kosten f\u00fcr das Sammeln, Sortieren und Recyceln der Textilien selbst tragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Europ\u00e4ische Verband der Bekleidungs- und Textilindustrie (EURATEX) erkl\u00e4rte gegen\u00fcber Euractiv, dass \u201eeine europ\u00e4ische Harmonisierung der erweiterten Herstellerverantwortung f\u00fcr Textilien unerl\u00e4sslich ist, um das Abfallproblem zu l\u00f6sen, die Kreislaufwirtschaft f\u00fcr Textilien zu verwirklichen und die Einhaltung durch die Unternehmen zu erleichtern.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Systeme der erweiterten Herstellerverantwortung m\u00fcssten 18 Monate nach Inkrafttreten der \u00fcberarbeiteten Richtlinie eingef\u00fchrt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssten die Mitgliedstaaten bis zum 1. Januar 2025 die getrennte Sammlung von Textilien zur Wiederverwendung, die Vorbereitung zur Wiederverwendung und das Recycling gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n\n\n\n<p>EURATEX ist jedoch der Ansicht, dass \u201edie kurze Umsetzungsfrist nicht ausreicht, um wirksame nationale EPR-Systeme aufzubauen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Zero Waste Europe hingegen bem\u00e4ngelte \u201edas v\u00f6llige Fehlen von Zielvorgaben f\u00fcr den Umgang mit und die Vermeidung von Textilabf\u00e4llen.\u201c Und das, obwohl sich das Parlament verpflichtet hat, im Rahmen seiner&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.europarl.europa.eu\/doceo\/document\/TA-9-2023-0215_DE.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">EU-Textilstrategie 2023<\/a>&nbsp;Zielvorgaben f\u00fcr die Vermeidung von Textilien einzuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr dieses europ\u00e4ische Netzwerk, das sich f\u00fcr die Abfallvermeidung einsetzt, sollte das Ziel f\u00fcr die Vermeidung von Textilabf\u00e4llen f\u00fcr 2030 auf zehn bis 15 Prozent festgelegt werden. Bis 2040 soll es auf 33 Prozent ansteigen, ausgehend von den im Jahr 2020 auf den Markt gebrachten Mengen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Verringerung der Lebensmittelabf\u00e4lle<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Vorschlag des Parlaments fordert die EU-Staaten auf, geeignete Ma\u00dfnahmen zu ergreifen, um Lebensmittelabf\u00e4lle auf den Ebenen der Produktion, der Verarbeitung, der Herstellung, des Handels und des Vertriebs zu vermeiden. Dies betrifft auch Restaurants, Cateringdienste und Haushalte.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu den Ma\u00dfnahmen, die in dem Bericht hervorgehoben werden, geh\u00f6ren die F\u00f6rderung von Obst und Gem\u00fcse mit \u00e4u\u00dferen M\u00e4ngeln (die sogenannten \u201eH\u00e4sslichen\u201c) und die Verwendung intelligenterer Verpackungen, um die Haltbarkeit zu verl\u00e4ngern. Dar\u00fcber hinaus soll das Mindesthaltbarkeitsdatum klarer gekennzeichnet werden und unverkaufte, zum Verzehr geeignete Lebensmittel sollen gespendet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Zero Waste Europe \u201ekann ein entschiedeneres Vorgehen zur Verringerung der Lebensmittelabf\u00e4lle dazu beitragen, Fl\u00e4chen f\u00fcr die Artenvielfalt und als CO2-Senken freizugeben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Annahme durch den Umweltausschuss (ENVI) best\u00e4tigte das Parlament die verbindlichen Ziele f\u00fcr die Verringerung der Lebensmittelabf\u00e4lle bis Ende 2030. Diese betragen mindestens 20 Prozent in der Lebensmittelverarbeitung und -herstellung (statt zehn Prozent) und 40 Prozent pro Kopf im Einzelhandel, im Catering, in der Lebensmittelversorgung und in den Haushalten (statt 30 Prozent).<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kommission pr\u00fcft die M\u00f6glichkeit, f\u00fcr 2035 h\u00f6here Ziele einzuf\u00fchren, n\u00e4mlich mindestens 30 Prozent beziehungsweise 50 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Prevent Waste Coalition ist jedoch entt\u00e4uscht, dass das Europ\u00e4ische Parlament seinen Verpflichtungen gegen\u00fcber dem&nbsp;<a href=\"https:\/\/sdgs.un.org\/goals\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Ziel der Vereinten Nationen f\u00fcr nachhaltige Entwicklung<\/a>&nbsp;nicht nachkommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Vereinten Nationen haben sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 \u201edie weltweite Pro-Kopf-Verschwendung von Lebensmitteln auf der Ebene des Einzelhandels und der Verbraucher zu halbieren und die Lebensmittelverluste entlang der Produktions- und Lieferketten, einschlie\u00dflich der Nachernteverluste, zu verringern.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Prevent Waste Coalition, die Teil einer gr\u00f6\u00dferen Gruppe von 65 Organisationen aus 22 verschiedenen Staaten ist, hat eine gemeinsame Erkl\u00e4rung unterzeichnet. Darin werden die politischen Entscheidungstr\u00e4ger in der EU aufgefordert, das Ziel einer Reduzierung um 50 Prozent zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als N\u00e4chstes m\u00fcssen sich die Mitgliedstaaten auf ihre grunds\u00e4tzliche Position zu dem Entwurf einigen. Im Anschluss daran werden die Positionen nach den Europawahlen im Juni in den Trilogverhandlungen diskutiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In erster Lesung nahm das Parlament seinen Standpunkt zur&nbsp;vorgeschlagenen \u00dcberarbeitung&nbsp;der Abfallrahmenrichtlinie zur Vermeidung und Verringerung von Lebensmittel- und Textilabf\u00e4llen in der EU an. Der mit 514 Ja-Stimmen angenommene Bericht von Anna Zalewska (EKR, PL) schl\u00e4gt vor, die bisherigen europ\u00e4ischen Rechtsvorschriften \u00fcber Abf\u00e4lle zu \u00e4ndern. 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