{"id":140243,"date":"2024-03-11T07:13:00","date_gmt":"2024-03-11T06:13:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=140243"},"modified":"2024-03-06T11:22:05","modified_gmt":"2024-03-06T10:22:05","slug":"co2-aus-der-luft-filtern-bleibt-teurer-als-erhofft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/co2-aus-der-luft-filtern-bleibt-teurer-als-erhofft\/","title":{"rendered":"CO2\u00a0aus der Luft filtern bleibt teurer als erhofft"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"511\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/03\/image.imageformat.carousel.945464866-1-1024x511.jpg\" alt=\"Das ETH Spin-\u200boff Climeworks betreibt in Island eine Anlage, die heute rund 4000 Tonnen CO2\u00a0pro Jahr absaugt.\" class=\"wp-image-140249\" style=\"aspect-ratio:2.003913894324853;width:794px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/03\/image.imageformat.carousel.945464866-1-1024x511.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/03\/image.imageformat.carousel.945464866-1-300x150.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/03\/image.imageformat.carousel.945464866-1-150x75.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/03\/image.imageformat.carousel.945464866-1-768x383.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/03\/image.imageformat.carousel.945464866-1-1536x766.jpg 1536w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/03\/image.imageformat.carousel.945464866-1-2048x1021.jpg 2048w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/03\/image.imageformat.carousel.945464866-1-400x199.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das ETH Spin-\u200boff Climeworks betreibt in Island eine Anlage, die heute rund 4.000 Tonnen CO<sub>2<\/sub>\u00a0pro Jahr absaugt. \u00a9 Climeworks<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Die Forschenden vergleichen die potenziellen Kosten von drei Technologien, die bereits heute im Einsatz sind: jene des ETH-\u200bSpin-offs Climeworks sowie die Abscheidung von CO<sub>2<\/sub>&nbsp;in w\u00e4ssriger L\u00f6sung und durch Kalziumoxid.<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Mit Blick auf die m\u00f6glichen Kosten hat aus heutiger Sicht keine dieser Technologien klare Vorteile gegen\u00fcber den anderen. Alle drei sollten daher laut den Forschenden weiterentwickelt werden.<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>CO<sub>2<\/sub>&nbsp;in grossem Stil aus der Luft zu filtern, wird zwar mittelfristig g\u00fcnstiger, aber nicht so g\u00fcnstig wie bisher angenommen. Zu diesem Schluss kommen ETH-\u200bForschende aufgrund einer neuen Sch\u00e4tzung. Die Anstrengungen zur Vermeidung von CO<sub>2<\/sub>-\u200bEmissionen sollten daher keinesfalls reduziert werden, schreiben sie.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Schweiz will bis sp\u00e4testens 2050 klimaneutral werden. Dazu muss sie ihre Treibhausgasemissionen deutlich senken. Gem\u00e4ss der Klimastrategie des Bundes gilt ein Teil dieser Emissionen \u2013 vor allem in der Landwirtschaft oder in der Industrie \u2013 als kaum vermeidbar. Die Schweizer Klimapolitik sieht deshalb vor, f\u00fcnf Millionen Tonnen CO<sub>2<\/sub>&nbsp;aktiv aus der Luft zu filtern und dauerhaft unterirdisch zu speichern. Zum Vergleich: Weltweit m\u00fcssten nach Berechnungen des Weltklimarats IPCC ab 2050 bis zu 13 Milliarden Tonnen CO<sub>2<\/sub>&nbsp;j\u00e4hrlich aus der Atmosph\u00e4re entfernt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie einfach diese Ziele zu erreichen sind, h\u00e4ngt davon ab, ob es gelingt, die Kosten der als Direct Air Capture (DAC) bezeichneten Technologien zu senken. Das ETH-\u200bSpin-off Climeworks betreibt eine Anlage in Island, die heute 4.000 Tonnen CO<sub>2<\/sub>\u00a0pro Jahr absaugt. Die Kosten pro Tonne liegen dabei etwa zwischen 1.000 und 1.300 Dollar. Doch wie schnell werden diese Kosten durch Skaleneffekte sinken?<\/p>\n\n\n\n<p>ETH-\u200bForschende haben eine neue Methode entwickelt, um die zuk\u00fcnftigen Kosten verschiedener DAC-\u200bTechnologien besser absch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen. CO<sub>2<\/sub>&nbsp;aus der Luft zu filtern wird mit zunehmender Skalierung der Technologien zwar deutlich billiger werden, aber nicht so billig, wie das manche Akteure erwarten. Statt der oft kolportierten 100 bis 300 Dollar pro Tonne CO<sub>2<\/sub>&nbsp;d\u00fcrfte der Preis eher bei 230 bis 540 Dollar liegen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00abDie Verf\u00fcgbarkeit von DAC-\u200bTechnologien sollte auf keinen Fall unsere Anstrengungen reduzieren, CO<sub>2<\/sub>-\u200bEmissionen zu vermeiden. Gleichzeitig d\u00fcrfen wir aber auch nicht mit dem Ausbau von DAC-\u200bAnlagen warten, da wir diese Technologien f\u00fcr kaum vermeidbare Emissionen brauchen\u00bb, sagt <strong>Bjarne Steffen<\/strong>. Der ETH-\u200bProfessor f\u00fcr Klimafinanzierung hat die Methode gemeinsam mit Katrin Sievert, Doktorandin an seiner Forschungsgruppe, und ETH-\u200bProfessor Tobias Schmidt entwickelt.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Drei Technologien und ihre Kosten<\/h3>\n\n\n\n<p>Die ETH-\u200bForschenden vergleichen mit ihrer neuen Methode die m\u00f6gliche Kostenentwicklung von drei Technologien, die bereits heute CO<sub>2<\/sub>&nbsp;aus der Luft filtern. Das Verfahren der Schweizer Firma Climeworks, bei dem ein festes Filtermaterial mit einer grossen Oberfl\u00e4che CO<sub>2<\/sub>&nbsp;bindet, k\u00f6nnte bis 2050 zwischen 280 und 580 Dollar pro Tonne kosten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die gesch\u00e4tzten Kosten der beiden anderen DAC-\u200bTechnologien liegen in \u00e4hnlichen Bereichen: F\u00fcr die Abscheidung von CO<sub>2<\/sub>&nbsp;als w\u00e4ssrige L\u00f6sung mit Kaliumhydroxid \u2013 ein Verfahren das zum Beispiel die kanadische Firma Carbon Engineering kommerzialisiert hat \u2013 nennen die Forschenden eine Spanne von 230 bis 540 Dollar pro Tonne. Und f\u00fcr die Abscheidung mit Kalziumoxid, das aus Kalkstein gewonnen wird, liegen die gesch\u00e4tzten Kosten zwischen 230 und 835 Dollar. Dieses Verfahren wird zum Beispiel von der US-\u200bamerikanischen Firma Heirloom Carbon Technologies angeboten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Komponenten im Fokus<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Kostenentwicklung neuer Technologien ist vor allem dann schwer abzusch\u00e4tzen, wenn es daf\u00fcr kaum Erfahrungswerte gibt. Dies trifft auf DAC-\u200bTechnologien zu: Sie sind noch nicht lange genug im Einsatz, um die zuk\u00fcnftige Kostenentwicklung auf der Grundlage vergangener Daten vorhersagen zu k\u00f6nnen. Die ETH-\u200bForschenden l\u00f6sen dieses Problem, indem sie sich auf die Komponenten der verschiedenen DAC-\u200bAnlagen konzentrieren und deren Kosten einzeln sch\u00e4tzen. Diese Komponenten liessen sie dann von 30 Expert:innen aus der Industrie daraufhin bewerten, wie komplex ihr technologisches Design ist und wie gut sie standardisierbar sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei wenig komplexen Komponenten, die sich f\u00fcr die Massenproduktion eignen, gehen die Forschenden davon aus, dass die Kosten st\u00e4rker fallen. Bei komplexen Teilen hingegen, die f\u00fcr jede Anlage neu angepasst werden m\u00fcssen, d\u00fcrften die Kosten nur langsam sinken. Zudem werden in DAC-\u200bAnlagen auch bereits ausgereifte Komponenten wie Kompressoren eingesetzt, deren Kosten sich kaum mehr senken lassen. Zu den gesch\u00e4tzten Kosten f\u00fcr die einzelnen Teile kommen dann noch die Kosten f\u00fcr die Integration aller Komponenten sowie die Energie-\u200b und Betriebskosten hinzu.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Trotz der grossen Unsicherheiten in den Sch\u00e4tzungen ist die Botschaft der Forschenden klar: \u00abAus heutiger Sicht ist nicht absch\u00e4tzbar, welche der verf\u00fcgbaren Technologien sich durchsetzen werden. Es ist daher entscheidend, alle Optionen weiterhin zu verfolgen\u00bb, sagt <strong>Katrin Sievert, die Erstautorin der Studie<\/strong>, die k\u00fcrzlich in der Fachzeitschrift Joule erschienen ist.\u00a0<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Literaturhinweis<\/h3>\n\n\n\n<p>Sievert K, Schmidt T, Steffen B: Considering technology characteristics to project future costs of direct air capture, Joule, 01.03.2024, doi:&nbsp;<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.joule.2024.02.005\">externe Seite10.1016\/j.joule.<\/a><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.joule.2024.02.005\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">2024.02.005call_made<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>CO2&nbsp;in grossem Stil aus der Luft zu filtern, wird zwar mittelfristig g\u00fcnstiger, aber nicht so g\u00fcnstig wie bisher angenommen. Zu diesem Schluss kommen ETH-\u200bForschende aufgrund einer neuen Sch\u00e4tzung. Die Anstrengungen zur Vermeidung von CO2-\u200bEmissionen sollten daher keinesfalls reduziert werden, schreiben sie. Die Schweiz will bis sp\u00e4testens 2050 klimaneutral werden. Dazu muss sie ihre Treibhausgasemissionen deutlich [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":140251,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","nova_meta_subtitle":"ETH-\u200bForschende berechnen, dass es im Jahr 2050 zwischen 230 und 540 Dollar kosten k\u00f6nnte, eine Tonne CO2 aus der Luft zu entfernen. Bisher ging man von halb so hohen Kosten aus","footnotes":""},"categories":[5571],"tags":[10744,15355,15357,11841,10743],"supplier":[10148,5419,277,18636],"class_list":["post-140243","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-co2-based","tag-carboncapture","tag-emissionen","tag-klima","tag-kreislaufwirtschaft","tag-useco2","supplier-carbon-engineering","supplier-climeworks","supplier-eidgenoessische-technische-hochschule-zuerich-eth-zuerich","supplier-heirloom-technologies"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/140243","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=140243"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/140243\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/140251"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=140243"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=140243"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=140243"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=140243"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}