{"id":13863,"date":"2004-10-19T00:00:00","date_gmt":"2004-10-18T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20041019-06n"},"modified":"2004-10-19T00:00:00","modified_gmt":"2004-10-18T22:00:00","slug":"kommission-legt-einspruch-gegen-wto-entscheidung-ueber-zucker-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/kommission-legt-einspruch-gegen-wto-entscheidung-ueber-zucker-ein\/","title":{"rendered":"Kommission legt Einspruch gegen WTO-Entscheidung \u00fcber Zucker ein"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Welthandelsorganisation (WTO) hat heute die Panelberichte \u00fcber die von Australien, Brasilien und Thailand gegen die EU-Zuckerregelung vorgebrachte Beschwerde ver\u00f6ffentlicht und verbreitet. Als Reaktion darauf hat die Kommission angek\u00fcndigt, gegen die Entscheidung Einspruch einzulegen. Das Panel kommt zu dem Schluss, dass die EU mehr Zucker mit Ausfuhrhilfen exportiert hat, als im Rahmen des WTO-\u00dcbereinkommens zul\u00e4ssig ist. Das Panel ist der Auffassung, dass eine Fu\u00dfnote im WTO-Kalender der EU im Hinblick auf die Ausfuhr von den aus den AKP-Staaten und Indien eingef\u00fchrten Mengen entsprechendem Zucker mit Ausfuhrhilfen keine rechtliche Wirkung hat. Dar\u00fcber hinaus ist es der Meinung, dass Ausfuhren von au\u00dferhalb der Quoten erzeugtem EU-Zucker (&#8220;C-Zucker\u201d) Ausfuhrsubventionen genie\u00dfen. Der starke Einspruch der AKP-Staaten gegen diese Herausforderung deutet darauf hin, dass hier auch der Wert der geltenden, von der EU seit Jahrzehnten praktizierten Pr\u00e4ferenzregelungen in Frage gestellt wird.<\/b><\/p>\n<p>EU-Landwirtschaftskommissar Franz Fischler sagte dazu: &#8220;Wir sind unzufrieden mit dieser Entscheidung und werden Einspruch dagegen einlegen. Der Einspruch der EU wird diese jedoch nicht daran hindern, ihren Zuckersektor radikal zu reformieren. Diese Reform ist aus internen Gr\u00fcnden erforderlich. Sie wird den EU-Zuckersektor wettbewerbsf\u00e4higer und handelsorientierter machen.\u201d<\/p>\n<p>EU-Handelskommissar Pascal Lamy f\u00fcgte hinzu: &#8220;Die WTO-Entscheidung stellt die von allen WTO-Mitgliedern w\u00e4hrend der Uruguay-Runde einstimmig vereinbarten Texte und Verpflichtungen in Frage. Die EU wird ihre internationalen Verpflichtungen einhalten. Gleichzeitig werden wir jedoch die legitimen Interessen der EU-Zuckererzeuger und die Pr\u00e4ferenzregelungen f\u00fcr den Zugang zum EU-Markt f\u00fcr Entwicklungsl\u00e4nder verteidigen.\u201d<\/p>\n<p>Die EU hat stets deutlich gemacht, dass Australien, Brasilien und Thailand die Texte und Verpflichtungen in Frage stellen, die w\u00e4hrend der Uruguay-Runde von allen WTO-Mitgliedern verhandelt und vereinbart worden sind. Die EU hat au\u00dferdem darauf hingewiesen, dass die Forderungen der Beschwerdef\u00fchrer nicht mit der Struktur ihrer eigenen fr\u00fcheren und heutigen Zuckerregelungen vereinbar sind.<\/p>\n<p> In ihrer Beschwerde behaupten Australien, Brasilien und Thailand, dass zwei Arten von EU-Zuckerausfuhren trotz gegenteiliger Vereinbarungen im WTO-\u00dcbereinkommen subventioniert w\u00fcrden.<\/p>\n<p> Im ersten Fall handelt es sich um die Ausfuhr des so genannten &#8220;C-Zuckers&#8221;. Die Beschwerdef\u00fchrer haben behauptet, dass diese Ausfuhren aus Eink\u00fcnften aus der Erzeugung im Rahmen der A- und B-Quoten quersubventioniert w\u00fcrden.<\/p>\n<p> Der zweite Fall bezieht sich auf Ausfuhrerstattungen f\u00fcr 1,6 Mio. Tonnen Zucker, die den pr\u00e4ferenziellen EU-Einfuhren aus den AKP-Staaten und Indien entsprechen. Die Beschwerdef\u00fchrer sind der Auffassung, dass die EU als Folge ihre Verpflichtungen zur Reduzierung der Ausfuhrerstattungen \u00fcberschreitet und somit gegen das WTO-\u00dcbereinkommen verst\u00f6\u00dft.<\/p>\n<p> Die EU vertritt die Position, dass die Ausfuhren von &#8220;C-Zucker&#8221; nicht subventioniert werden, unter anderem deshalb weil die entsprechende Behauptung auf einer f\u00e4lschlichen Interpretation der WTO-Bestimmungen \u00fcber Ausfuhrsubventionen in der Landwirtschaft beruht und gegen den Grundsatz des guten Glaubens verst\u00f6\u00dft. Die EU besteht au\u00dferdem darauf, dass die Ausfuhren von AKP\/Indien-\u00e4quivalentem Zucker vollst\u00e4ndig mit den EU-Verpflichtungen und den WTO-Bestimmungen im Hinblick auf Ausfuhrhilfen im Agrarbereich \u00fcbereinstimmen.<\/p>\n<p> Weitere Information \u00fcber den Vorschlag der Kommission zur Reform des Zuckersektors und den EU-Zuckermarkt sind den Dokumenten <a href=\"http:\/\/europa.eu.int\/rapid\/pressReleasesAction.do?reference=IP\/04\/915&#038;format=HTML&#038;aged=1&#038;language=DE&#038;guiLanguage=en\" >IP\/04\/915<\/a> und <a href=\"http:\/\/europa.eu.int\/rapid\/pressReleasesAction.do?reference=MEMO\/04\/177&#038;format=HTML&#038;aged=1&#038;language=EN&#038;guiLanguage=en\" >MEMO\/04\/177<\/a> zu entnehmen.<\/p>\n<p><b>Background<\/b><\/p>\n<p>The main conclusions of the panel are that:\t<\/p>\n<ul>\n<li>Since 1995, the EU\u2019s total exports of sugar exceed its final quantity commitment level for export subsidies, which is 1,273.500 tonnes per year, because Footnote 1 to the respective part of the WTO schedule (on exports equivalent to ACP\/Indian imports of sugar) is without legal effect.\t<\/li>\n<li>There is prima facie evidence that, since 1995, the EC has been providing export subsidies on exports of &#8220;ACP\/India equivalent sugar\u201d as well as on exports of C sugar and that this is inconsistent with the EU\u2019s obligations under the Agreement on Agriculture.\t<\/li>\n<li>The panel recommends that the EC brings its sugar regime into conformity with its obligations under the Agreement on Agriculture<\/li>\n<\/ul>\n<p>The appellate review of the panel reports must start before their adoption in the WTO Dispute Settlement Body, for which there is a deadline of 60 days from today. The duration of the appellate procedure is 90 days, after which the (modified) panel reports and the Appellate Body\u2019s report must be adopted within 30 days.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wto-entscheidet-im-zuckerstreit-zu-gunsten-von-brasilien-australien-und-thailand\/\" >2004-09-13<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Die Welthandelsorganisation (WTO) hat heute die Panelberichte &uuml;ber die von Australien, Brasilien und Thailand gegen die EU-Zuckerregelung vorgebrachte Beschwerde ver&ouml;ffentlicht und verbreitet. 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