{"id":138542,"date":"2024-02-13T07:32:00","date_gmt":"2024-02-13T06:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=138542"},"modified":"2024-02-04T14:10:21","modified_gmt":"2024-02-04T13:10:21","slug":"wasserstoff-erreicht-kleine-verbraucher-auch-ohne-pipelines","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wasserstoff-erreicht-kleine-verbraucher-auch-ohne-pipelines\/","title":{"rendered":"Wasserstoff erreicht kleine Verbraucher auch ohne Pipelines"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.ieg.fraunhofer.de\/de\/presse\/pressemitteilungen\/2024\/wasserstoff-verbraucher\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textwithinlinedimage\/imageComponent1\/image.img.jpg\/1706099720773\/Tankschiffe-fuer-gruenen-Wasserstoff.jpg\" alt=\"Hochseet\u00fcchtige Tankschiffe sind nur ein Teil der Transportkette f\u00fcr gr\u00fcnen Wasserstoff. Neben Pipelines k\u00f6nnen Binnenschiffe, Z\u00fcge und LKW viele industrielle Verbraucher versorgen. \" style=\"aspect-ratio:1.25;width:388px;height:auto\" title=\"Tankschiffe f\u00fcr gr\u00fcnen Wasserstoff\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Hochseet\u00fcchtige Tankschiffe sind nur ein Teil der Transportkette f\u00fcr gr\u00fcnen Wasserstoff. Neben Pipelines k\u00f6nnen Binnenschiffe, Z\u00fcge und LKW viele industrielle Verbraucher versorgen.&nbsp;\u00a9 istock.com\/Willy Photograph<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Industriebetriebe in Deutschland importieren schon heute relevante Energiemengen f\u00fcr ihre Produktion \u2013 meist in Form von Erd\u00f6l und Erdgas. Auch die kommende Wasserstoffwirtschaft wird mittel- bis langfristig auf Wasserstoffimporte angewiesen sein, etwa pipelinebasiert aus europ\u00e4ischer Herstellung, oder in Form von Derivaten aus \u00dcbersee.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"http:\/\/ieg.fraunhofer.de\/content\/dam\/ieg\/deutsch\/dokumente\/ver\u00f6ffentlichungen\/Wasserstoff-Verteiloptionen 2035.pdf\">In der vorliegenden Studie<\/a> hat Fraunhofer IEG erstmals alle wesentlichen Wasserstoffderivate und deren Transportoptionen zwischen Importhub und Verbrauchern fl\u00e4chendeckend und umfassend analysiert, bewertet und verglichen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbInsbesondere f\u00fcr Standorte, die nicht Wasserstoff, sondern dessen Folgeprodukte verarbeiten, ist deren direkter Bezug unter Umst\u00e4nden kosteng\u00fcnstiger\u00ab, erkl\u00e4ren <strong>Christoph Nolden und Thorsten Spillmann vom Fraunhofer IEG<\/strong>, die Erstautoren der Studie. Schon heute seien Binnenschiffe eine etablierte Transportoption f\u00fcr Stoffe wie Ammoniak, Methanol oder fl\u00fcssige Kraftstoffe. Die meisten der betrachteten Standorte weisen Wasserstoffbedarfe auf, die \u00fcber einen gro\u00dfen G\u00fcterzug transportierbar w\u00e4ren. Da der Inlandstransport nur einen Teil der gesamten Versorgungskette ausmacht, f\u00fchren die unterschiedlichen Transportoptionen nur zu geringen Differenzen in den Gesamtkosten. \u00bbDie derzeitige Diskussion um den Anschluss an das k\u00fcnftige Pipeline-Netz greift zu kurz. Andere Infrastrukturen, wie das Schienennetz oder die Wasserstra\u00dfen k\u00f6nnen insbesondere in der Hochlaufphase eine flexible Alternative f\u00fcr zahlreiche Standorte darstellen.\u00ab<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p><strong>Daher schl\u00e4gt die Studie parallel zum Ausbau des geplanten Wasserstoff-Kern-Pipeline-Netzes flankierende Ma\u00dfnahmen vor. Unter Anderem:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Ausbau des Schienennetzes, da der Wegfall des Transportes von fossilen Energietr\u00e4gern durch Wasserstoff-Derivate \u00fcberkompensiert wird.<\/li>\n\n\n\n<li>Die baldige Ver\u00f6ffentlichung einer differenzierten Wasserstoff-Importstrategie, die einen klaren Rahmen schafft f\u00fcr die Bezugsm\u00f6glichkeiten und Verwendung von importiertem Wasserstoff in seinen verschiedenen Formen etwa als Ammoniak, Methanol oder andere Basischemikalien.<\/li>\n\n\n\n<li>Zertifizierung der Nachhaltigkeit von Energietr\u00e4gern und internationale Standards<\/li>\n\n\n\n<li>Eine kontinuierliche integrierte Planung und Adaption der Transportinfrastrukturen f\u00fcr Wasserstoff und andere Stoffe, wie beispielsweise CO<sub>2<\/sub>.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Die Studie analysiert die technischen und \u00f6konomischen Aspekte der Verkehrstr\u00e4ger, die Wasserstoffderivate bis zum industriellen Endverbraucher liefern k\u00f6nnen, wenn im Jahre 2035 das Wasserstoff-Kernnetz installiert ist, und beleuchtet drei Fragen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Wann ist der Transport von Wasserstoffderivaten jenseits des Wasserstoff-Kernnetz sinnvoll?<\/li>\n\n\n\n<li>Was folgt daraus f\u00fcr die nationale Importstrategie?<\/li>\n\n\n\n<li>Wo gilt es die bestehende Transportinfrastrukturen zu st\u00e4rken?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Die Analyse hat 543 Nachfragestandorte in Deutschland den verschiedenen Anwendungsf\u00e4llen zugeordnet und hinsichtlich der Versorgungsm\u00f6glichkeiten mit Wasserstoff bzw. dessen Derivaten untersucht. Die Anwendungsf\u00e4lle sind die Herstellung von Ammoniak, Stahl, petrochemischen Basischemikalien und synthetischen Flugturbinenkraftstoffen sowie die Bereitstellung von Prozessw\u00e4rme in der Metallerzeugung und -bearbeitung, der Herstellung von Glas und Keramik sowie der Papierindustrie. Aus einer Szenarioanalyse wird die branchenspezifische Wasserstoffnachfrage abgeleitet und regionalisiert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>F\u00fcr die Ermittlung der standortspezifischen Versorgungsoptionen sind im Wesentlichen zwei Aspekte relevant:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Welches Wasserstoffprodukt wird f\u00fcr die Anwendung ben\u00f6tigt: gasf\u00f6rmiger oder fl\u00fcssiger Wasserstoff, Ammoniak, Methanol oder und Fischer-Tropsch-Produkte?<\/li>\n\n\n\n<li>Durch welche Infrastruktur ist der Standort erreichbar: Binnenschifffahrtsstra\u00dfen, Schienennetz, Wasserstoffkernnetz oder Produktpipelines?<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>In die \u00f6konomische Bewertung flossen die Kosten f\u00fcr die Bereitstellung von Wasserstoff und seinen Derivaten sowie spezifische Transport- und Umwandlungskosten ein. Derivate k\u00f6nnen dabei entweder als Tr\u00e4germedien eingesetzt werden, aus denen der Wasserstoff nach dem Import wieder extrahiert wird, oder direkt verwendet werden. Dabei w\u00fcrden sie bislang auf fossiler Basis bereitgestellte Produkte ersetzen und im Wettbewerb mit existierenden, inl\u00e4ndischen Produktionen stehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die in der Studie modellierten Bereitstellungskosten variieren zwischen 3.400 und 16.000 Euro pro Tonne Wasserstoff\u00e4quivalent (EUR\/tH\u2082eq). Mit einem Kostenanteil zwischen 41 Prozent und 100 Prozent stellen die Importkosten die dominierende Kostenkomponente dar. Die inl\u00e4ndischen Transportkosten stellen mit einem mittleren Kostenanteil von 5 Prozent in den meisten F\u00e4llen einen untergeordneten Kostenfaktor dar. Ein Gro\u00dfteil (85 Prozent) der betrachteten Standorte weisen eine vergleichsweise geringe j\u00e4hrliche Nachfrage von unter 150 Gigawattstunden Wasserstoff\u00e4quivalent (GWhH\u2082eq) auf. Etwa 11 Prozent der Standorte weisen eine j\u00e4hrliche Nachfrage von \u00fcber 500 GWhH\u2082eq auf. Hierunter fallen die Industriellen Gro\u00dfanwendungen in der Herstellung von Basischemikalien und Stahl sowie dem Einsatz von Ammoniak und synthetischen Flugturbinenkraftstoffen. Der Transport von Wasserstoff(derivaten) per Binnenschiff oder Bahn stellt in vielen F\u00e4llen eine m\u00f6gliche Alternative oder Erg\u00e4nzung zur pipelinegebundenen Standortversorgung dar.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Studie wurde im Rahmen des Projekts &#8220;HySupply &#8211; Deutsch-Australische Machbarkeitsstudie zu Wasserstoff aus erneuerbaren Energien&#8221; in Auftrag gegeben und gef\u00f6rdert durch das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung unter dem F\u00f6rderkennzeichen 03EW0027.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Weiterf\u00fchrender Link<\/h3>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.ieg.fraunhofer.de\/content\/dam\/ieg\/deutsch\/dokumente\/ver%C3%B6ffentlichungen\/Wasserstoff-Verteiloptionen%202035.pdf\"><strong>Studie<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kontakte<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"143\" height=\"202\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/02\/Bildschirmfoto-2024-02-01-um-13.40.56.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-138561\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/02\/Bildschirmfoto-2024-02-01-um-13.40.56.png 143w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/02\/Bildschirmfoto-2024-02-01-um-13.40.56-106x150.png 106w\" sizes=\"auto, (max-width: 143px) 100vw, 143px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Dr. Christoph Nolden<br>Leitung Erdgas-, Wasserstoff- und stoffliche Infrastrukturen<br>Tel.:&nbsp;+49 355 35540-142&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/www.ieg.fraunhofer.de\/de\/send-mail?l=de&amp;m=1.8d186ea2ecb984744cecf298f09e6d03&amp;k=4368726973746f7068204e6f6c64656e&amp;r=2f64652f7072657373652f7072657373656d69747465696c756e67656e2f323032342f77617373657273746f66662d76657262726175636865722e68746d6c\">E-Mail senden<\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:12px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"151\" height=\"202\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/02\/Bildschirmfoto-2024-02-01-um-13.41.10.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-138562\" style=\"aspect-ratio:0.7475247524752475;width:142px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/02\/Bildschirmfoto-2024-02-01-um-13.41.10.png 151w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/02\/Bildschirmfoto-2024-02-01-um-13.41.10-112x150.png 112w\" sizes=\"auto, (max-width: 151px) 100vw, 151px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Dr. Thorsten Spillmann<br>Referent der Institutsleitung<br>Tel.:&nbsp;+49 355 35540-170<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/www.ieg.fraunhofer.de\/de\/send-mail?l=de&amp;m=1.7b349f9daffad3adb4f8b45ddeba1de3&amp;k=54686f727374656e205370696c6c6d616e6e&amp;r=2f64652f7072657373652f7072657373656d69747465696c756e67656e2f323032342f77617373657273746f66662d76657262726175636865722e68746d6c\">E-Mail senden<\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:16px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Industriebetriebe in Deutschland importieren schon heute relevante Energiemengen f\u00fcr ihre Produktion \u2013 meist in Form von Erd\u00f6l und Erdgas. 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