{"id":138143,"date":"2024-01-29T07:01:00","date_gmt":"2024-01-29T06:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=138143"},"modified":"2024-01-24T11:06:03","modified_gmt":"2024-01-24T10:06:03","slug":"eu-klimabeirat-co2-bepreisung-im-agrarsektor-ist-schlussel-zur-emissionsreduzierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/eu-klimabeirat-co2-bepreisung-im-agrarsektor-ist-schlussel-zur-emissionsreduzierung\/","title":{"rendered":"EU-Klimabeirat: CO2-Bepreisung im Agrarsektor ist Schl\u00fcssel zur Emissionsreduzierung"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p>\u201eLandwirte und Landbewirtschafter m\u00fcssen st\u00e4rker zur Reduzierung von Emissionen motiviert werden\u201c, sagte Jette Bredahl Jacobsen, stellvertretende Vorsitzende des ESABCC, in einer Pressemitteilung. \u201eDies k\u00f6nnte erreicht werden, indem man Emissionen mit einem Preis belegt und den Abbau belohnt.\u201c<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.euractiv.de\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2024\/01\/shutterstock_2231283723-800x450.jpg\" alt=\"\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Laut dem ESABCC reiche die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP), das Agrarsubventionsprogramm der EU, nicht aus, um zus\u00e4tzliche Klimaschutzma\u00dfnahmen zu ergreifen. <strong>\u00a9<\/strong> SHUTTERSTOCK\/salarko<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Der&nbsp;<a href=\"https:\/\/climate-advisory-board.europa.eu\/news\/eu-climate-advisory-board-focus-on-immediate-implementation-and-continued-action-to-achieve-eu-climate-goals\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bericht<\/a>&nbsp;wurde am Donnerstag (18. Januar) vom ESABCC ver\u00f6ffentlicht. Dieses beratende Gremium wurde durch das Europ\u00e4ische Klimagesetz 2021 eingerichtet. Der Bericht untersuchte die wichtigsten L\u00fccken in der gr\u00fcnen Politik der EU und stellte fest, dass es den Landwirten an angemessenen finanziellen Anreizen fehlt, um ihre Emissionen zu reduzieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Emissionen des Sektors seien seit 2005 \u201eweitgehend unver\u00e4ndert geblieben\u201c, wobei zwei Drittel der Emissionen aus der Viehzucht stammen.<\/p>\n\n\n\n<p>Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sollte \u201esp\u00e4testens 2031\u201c ein CO2-Bepreisungssystem eingef\u00fchrt werden, so die Empfehlung der Experten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ziel der EU ist es, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 55 Prozent gegen\u00fcber dem Stand von 1990 zu senken und bis 2050 Klimaneutralit\u00e4t zu erreichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Bericht des ESABCC wurde ver\u00f6ffentlicht, w\u00e4hrend die EU-Kommission ein neues Dokument vorbereite, in dem ein Zwischenziel f\u00fcr die Emissionsreduzierung bis 2040 festgelegt werden solle, sagte der Sprecher der Kommission f\u00fcr Klima und Energie, Tim McPhie, auf einer Pressekonferenz nach Ver\u00f6ffentlichung des Berichts.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Defizite der GAP<\/h3>\n\n\n\n<p>Laut dem ESABCC reiche die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP), das Agrarsubventionsprogramm der EU, nicht aus, um zus\u00e4tzliche Klimaschutzma\u00dfnahmen zu ergreifen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie GAP basiert in erster Linie auf freiwilligen Ma\u00dfnahmen, die wahrscheinlich nicht wirksam sind\u201c, hei\u00dft es in dem Bericht. Die meisten Klimaziele der GAP seien eher qualitativ als quantitativ.<\/p>\n\n\n\n<p>Der EU-Rahmen f\u00fcr Agrarsubventionen, so f\u00fcgen die Klimaexperten hinzu, gebe den Mitgliedstaaten \u201ewenig Anreiz, ehrgeizig zu sein\u201c, da er ihnen ein hohes Ma\u00df an Flexibilit\u00e4t und weitreichende Ausnahmen erlaube.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Beirat sagte auch, dass die GAP durch die Direktzahlungen, die an die Landwirte auf der Grundlage der landwirtschaftlichen Fl\u00e4che gezahlt werden, \u201egr\u00f6\u00dfere Betriebe beg\u00fcnstigt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das \u201aVerursacherprinzip\u2018<\/h3>\n\n\n\n<p>Der ESABCC forderte ein CO<sub>2<\/sub>-Bepreisungssystem, das das \u201eVerursacherprinzip\u201c auf die Landwirtschaft anwendet, um Anreize f\u00fcr die Landwirte zu schaffen, ihre Emissionen zu reduzieren. Dies sollte sich an dem Emissionshandelssystem orientieren, das haupts\u00e4chlich f\u00fcr die Energie- und Fertigungsindustrie gilt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Europ\u00e4ische Kommission befasst sich bereits mit der Einf\u00fchrung eines Preises f\u00fcr landwirtschaftliche Emissionen. Die EU-Institutionen verhandeln derzeit \u00fcber Kriterien f\u00fcr die Einf\u00fchrung zertifizierter und zuverl\u00e4ssiger \u201eCO<sub>2<\/sub>-Landwirtschaft\u201c-Systeme, mit denen Landwirte f\u00fcr ihren Beitrag zum CO<sub>2<\/sub>-Abbau in Feldern und W\u00e4ldern entlohnt werden sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Um einen echten Markt f\u00fcr landwirtschaftliche Emissionen zu erhalten, m\u00fcsste man allerdings noch einen Schritt weiter gehen. Denn daf\u00fcr w\u00fcrde man eine Verpflichtung zur Nutzung von Emissionszertifikaten ben\u00f6tigen. Die gr\u00f6\u00dfte Schwierigkeit besteht darin, dass die EU entscheiden m\u00fcsste, wo die \u201eVerpflichtungspunkte\u201c liegen sollen, also wer f\u00fcr die Verschmutzung zahlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das k\u00f6nnten zum Beispiel alle Arten von landwirtschaftlichen Betrieben oder nur die Viehzucht, die Lebensmittelindustrie oder die Hersteller von Betriebsmitteln sein, zu denen auch die Hersteller von D\u00fcnge- und Futtermitteln sowie Importeure geh\u00f6ren w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vorsitzende des Umweltausschusses des Europ\u00e4ischen Parlaments, Pascal Canfin, und der Europaabgeordnete J\u00e9r\u00e9my Cerle (beide von der zentristischen Renew-Fraktion) schlugen ein Emissionshandelssystem f\u00fcr das Lebensmittelsystem vor, das Landwirte und Verarbeiter einbezieht.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine von der Generaldirektion f\u00fcr Klimapolitik in Auftrag gegebene&nbsp;<a href=\"https:\/\/climate.ec.europa.eu\/document\/996c24d8-9004-4c4e-b637-60b384ae4814_en\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Studie<\/a>&nbsp;aus dem Jahr 2023 ergab, dass es spezifische Herausforderungen f\u00fcr den Agrarsektor gibt, die bei der Gestaltung einer \u201eVerursacherpolitik\u201c ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu geh\u00f6ren die gro\u00dfe Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in der EU (\u00fcber neun Millionen) und die Heterogenit\u00e4t der Treibhausgasemissionen der Betriebe.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Studie zufolge besteht auch die Gefahr, dass ein solches System die Produktion in der EU verringern und zu vermehrten Importen aus L\u00e4ndern f\u00fchren w\u00fcrde, in denen die Agrar- und Lebensmittelproduktion CO<sub>2<\/sub>-intensiver ist, was als \u201eCO<sub>2<\/sub>-Verlagerung\u201c bezeichnet wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eLandwirte und Landbewirtschafter m\u00fcssen st\u00e4rker zur Reduzierung von Emissionen motiviert werden\u201c, sagte Jette Bredahl Jacobsen, stellvertretende Vorsitzende des ESABCC, in einer Pressemitteilung. \u201eDies k\u00f6nnte erreicht werden, indem man Emissionen mit einem Preis belegt und den Abbau belohnt.\u201c Der&nbsp;Bericht&nbsp;wurde am Donnerstag (18. 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