{"id":137759,"date":"2024-01-25T07:34:00","date_gmt":"2024-01-25T06:34:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=137759"},"modified":"2024-01-22T13:11:42","modified_gmt":"2024-01-22T12:11:42","slug":"altkleidersortierung-4-0","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/altkleidersortierung-4-0\/","title":{"rendered":"Altkleidersortierung 4.0"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"427\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/01\/csm_Wollen_die_Altkleidersortierung_revolutionieren__Karsten_Pufahl__Katharina_Rudisch_und_Marco_Jagodzinski_-_Copyright_Christian_Kielmann_20230713-8311_3add5f5cde.webp\" alt=\"Wollen die Altkleidersortierung revolutionieren: Karsten Pufahl, Katharina Rudisch und Marco Jagodzinski. \" class=\"wp-image-137814\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/01\/csm_Wollen_die_Altkleidersortierung_revolutionieren__Karsten_Pufahl__Katharina_Rudisch_und_Marco_Jagodzinski_-_Copyright_Christian_Kielmann_20230713-8311_3add5f5cde.webp 640w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/01\/csm_Wollen_die_Altkleidersortierung_revolutionieren__Karsten_Pufahl__Katharina_Rudisch_und_Marco_Jagodzinski_-_Copyright_Christian_Kielmann_20230713-8311_3add5f5cde-300x200.webp 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/01\/csm_Wollen_die_Altkleidersortierung_revolutionieren__Karsten_Pufahl__Katharina_Rudisch_und_Marco_Jagodzinski_-_Copyright_Christian_Kielmann_20230713-8311_3add5f5cde-150x100.webp 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/01\/csm_Wollen_die_Altkleidersortierung_revolutionieren__Karsten_Pufahl__Katharina_Rudisch_und_Marco_Jagodzinski_-_Copyright_Christian_Kielmann_20230713-8311_3add5f5cde-400x267.webp 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Wollen die Altkleidersortierung revolutionieren: Karsten Pufahl, Katharina Rudisch und Marco Jagodzinski. <br>\u00a9 Christian Kleinmann<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Das F\u00f6rderband beschleunigt stark. Ein breiter Lichtstreifen f\u00e4llt auf eine wei\u00dfe Bluse bevor sie in einen Korb f\u00e4llt. Ein gelber Pullover rollt an, wird gescannt, dann eine blaue Jeans und ein roter Mantel. Fotos der gescannten Kleidungsst\u00fccken erscheinen auf einem Bildschirm sowie Informationen \u00fcber den Produkttyp, Farbe und Zielgruppe. Der schwarze Textilscanner, entwickelt von einem Forscher*innenteam von TU Berlin, FU Berlin und der Firma circular.fashion, hat das Potential, die Altkleidersortierung zu revolutionieren und so das Second-Hand-Gesch\u00e4ft deutlich attraktiver zu machen. Ein dringend notwendiger Schritt, schaut man sich die Klimabilanz von Kleidung an. Ausgel\u00f6st durch den Fast-Fashion-Trend verursacht die Modebranche sch\u00e4tzungsweise acht Prozent der weltweiten CO<sub>2<\/sub> Emissionen.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eBisher werden Altkleider h\u00e4ndisch sortiert. Ein zeitaufw\u00e4ndiger Prozess, jedes Kleidungsst\u00fcck muss zwei bis drei Mal in die Hand genommen werden, bis Produktart und Qualit\u00e4tszustand feststehen\u201c, sagt <strong>Karsten Pufahl vom TU-Fachgebiet f\u00fcr Nichtlineare Optik, der die Forschung im Projekt leitet<\/strong>. <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Ist der gelbe Pullover in einem guten Zustand, stammt von einer hochwertigen Marke oder entspricht den aktuellen Modetrends, eignet er sich f\u00fcr den inl\u00e4ndischen oder westeurop\u00e4ischen Second-Hand-Markt. Diese Ware wird laut Pufahl in der Branche Creme-Ware genannt, mit der sich das meiste Geld verdienen l\u00e4sst. Die Nachfrage nach Second-Hand-Kleidung steigt, Flohm\u00e4rkte, Online-Verkaufsplattformen und auch gro\u00dfe Modeketten bieten bereits getragene Kleidung an. Was nicht mehr tragbar ist, wird zu Wischlappen, Malerflie\u00df oder Autositzf\u00fcllungen verarbeitet. Der Rest der deutschen und europ\u00e4ischen Alttextilien wird haupts\u00e4chlich nach Afrika exportiert, oft auch unbrauchbare Kleidung. Das wird sich wohl in naher Zukunft \u00e4ndern. Die Europ\u00e4ische Union will durchsetzen, dass nicht mehr nutzbare Kleidung nicht mehr in Drittstaaten exportiert wird und dort Abfall verursacht. So muss zuk\u00fcnftig in Europa mehr sortiert werden, wof\u00fcr es aktuell zu wenig Fachpersonal gibt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">KI gest\u00fctzten Bildanalyse<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"961\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/01\/csm_Der_Prototyp_des_neu_entwickelten_Textilscanners_-_Copyright_Christian_Kielmann_20230713-8400_6ba1f79a6a.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-137816\" style=\"aspect-ratio:0.6659729448491155;width:345px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/01\/csm_Der_Prototyp_des_neu_entwickelten_Textilscanners_-_Copyright_Christian_Kielmann_20230713-8400_6ba1f79a6a.webp 640w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/01\/csm_Der_Prototyp_des_neu_entwickelten_Textilscanners_-_Copyright_Christian_Kielmann_20230713-8400_6ba1f79a6a-200x300.webp 200w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/01\/csm_Der_Prototyp_des_neu_entwickelten_Textilscanners_-_Copyright_Christian_Kielmann_20230713-8400_6ba1f79a6a-100x150.webp 100w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2024\/01\/csm_Der_Prototyp_des_neu_entwickelten_Textilscanners_-_Copyright_Christian_Kielmann_20230713-8400_6ba1f79a6a-180x270.webp 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Prototyp des neu entwickelten Textilscanners. \u00a9 Christian Kleinmann<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Genau hier setzt das <a href=\"https:\/\/crtx.ai\/\">Projekt CRTX<\/a> an. Der schwarze Scanner ist mit einer KI gest\u00fctzten Bildanalyse ausgestattet, die schon jetzt sekundenschnell die Produktart erkennt und ob sich das Kleidungsst\u00fcck f\u00fcr den Second-Hand-Markt eignet oder eher recycelt werden soll. Ein weiterer Vorteil: Das Team um Karsten Pufahl beobachtet den aktuellen Modemarkt um Trends zu erkennen, trainiert damit die KI und hilft so den Second-Hand-H\u00e4ndlern, auf die W\u00fcnsche der Kund*innen direkt eingehen zu k\u00f6nnen. Dadurch sollen Kleidungsst\u00fccke vermehrt ein zweites Leben finden. In Zukunft soll der Scanner noch weitere Produktmerkmale erkennen und so eine bestm\u00f6gliche Verwertung erm\u00f6glichen. An dieser hochwertigen Sortierung wird <a href=\"https:\/\/fashionsort.ai\/\">im Folgeprojekt<\/a> gearbeitet, dass seit Mitte des Jahres l\u00e4uft und durch das Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Klima mit rund 2,3 Millionen Euro gef\u00f6rdert wird, davon 1,3 Miollionen Euro f\u00fcr die TU Berlin. Aktuell steht der Scanner bei einem gro\u00dfen Recyclingunternehmen in Hamburg, wo die KI anhand von tausenden Kleidungsst\u00fccken verschiedene Qualit\u00e4tsstufen lernen soll. Interessenten f\u00fcr das Endprodukt gibt es bereits, eine Patentanmeldung l\u00e4uft ebenfalls.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Faser-zu-Faser-Recycling<\/h3>\n\n\n\n<p>In einem zweiten Teil des Projekts hat sich das Team der Sortierung f\u00fcr das Faser-zu-Faser-Recycling gewidmet, bei dem aus Alttextilien Garn von gleicher Qualit\u00e4t gewonnen wird und danach zu einem neuen Textilprodukt verarbeitet werden kann. Diese hochwertige Recyclingmethode wird bisher noch wenig genutzt, weil die Fasererkennung mit der bisher genutzten Nahinfrarot-Spektroskopie zu ungenau ist. Bei wenigen Textilien, wie wei\u00dfen Bettlaken oder Jeans, l\u00e4sst sich mit einiger Gewissheit sagen, aus welchem Material sie bestehen und welche Schadstoffe sie beinhalten, sodass daraus neue Textilien entstehen k\u00f6nnen. Schwieriger ist das bei Kleidung, die oft aus einem Gemisch unterschiedlicher Fasern besteht. Im Rahmen von CRTX hat Karsten Pufahl mit seinen Kolleg*innen ein Verfahren entwickelt, das mittels Raman-Spektroskopie jede Textilart pr\u00e4zise erkennen kann. Die Raman-Spektroskopie, die h\u00e4ufig in der Laboranalytik verwendet wird, hatte bisher ein Problem mit Fluoreszenz. Weil organische Materialien, aus denen auch Textilien bestehen, fluoreszieren, st\u00f6ren sie die Messung. Das Forscher*innenteam hat das Verfahren derart weiterentwickelt, dass diese St\u00f6rung nicht mehr besteht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Schadstofferkennung<\/h3>\n\n\n\n<p>Sogar bestimmte Schadstoffe k\u00f6nnen nun in den Textilien gemessen werden. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eDas ist nicht ganz so trivial, weil es kompliziert ist, sowohl die Schadstoffe zu besorgen, als auch belastete Kleidung zu finden, die man zum antrainieren der Software auf die Erkennung von Schadstoffen ben\u00f6tigt\u201c, sagt <strong>Karsten Pufahl<\/strong>. <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Noch sei zudem nicht klar, welches konkrete Verfahren sich f\u00fcr Faser-zu-Faser-Recycling durchsetzen werde. Aktuell gibt es eine klaffende L\u00fccke zwischen den Sortieranforderungen seitens der Recycler*innen und dem technisch Machbaren in der Materialerkennung. Hier brauche es, laut Pufahl, mehr Offenheit und weiteren Austausch auf beiden Seiten, um herauszufinden, wie genau die L\u00fccke geschlossen werden kann. Es w\u00e4re ein wichtiger Schritt, um Fasern gleicher Qualit\u00e4t und frei von Schadstoffen zur\u00fcckzugewinnen und daraus neue, schadstofffreie Textilprodukte anfertigen zu k\u00f6nnen \u2013 ganz im Sinne der Kreislaufwirtschaft.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kontakt<\/h3>\n\n\n\n<p>Dr. Karsten Pufahl<br>E-Mail: <a href=\"https:\/\/www.tu.berlin\/ueber-die-tu-berlin\/profil\/pressemitteilungen-nachrichten\/altkleidersortierung-40#\">info@fashionsort.ai<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das F\u00f6rderband beschleunigt stark. Ein breiter Lichtstreifen f\u00e4llt auf eine wei\u00dfe Bluse bevor sie in einen Korb f\u00e4llt. Ein gelber Pullover rollt an, wird gescannt, dann eine blaue Jeans und ein roter Mantel. 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