{"id":137113,"date":"2024-01-11T07:03:00","date_gmt":"2024-01-11T06:03:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=137113"},"modified":"2024-01-09T09:11:08","modified_gmt":"2024-01-09T08:11:08","slug":"bvse-fordern-co2-bepreisung-fur-neuware","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bvse-fordern-co2-bepreisung-fur-neuware\/","title":{"rendered":"BVSE fordern CO2-Bepreisung f\u00fcr Neuware"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p><strong>Das machte bvse-Vizepr\u00e4sident Dr. Herbert Snell auf der 6. Konferenz Verpackungsrecycling, einer Veranstaltung von AGVU, BDE und bvse, am 5. Dezember in Berlin deutlich.<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignright is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bvse.de\/dateien2020\/1-Bilder\/02-Presse\/03-Kunststoff\/2023\/1214-BDE-AGVU-bvse2023-8856.png\" alt=\"\" style=\"width:350px\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">bvse-Pr\u00e4sident Herbert Snell warnte in Berlin vor einer bedrohlichen Situation, die das gesamte Recycling gef\u00e4hrdet.\u00a0\u00a0<strong>\u00a9<\/strong> BVSE<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>&#8220;Ich kann mich nicht erinnern, dass die Lage jemals so prek\u00e4r war, wie in den letzten Wochen und Monaten&#8221;, so Herbert Snell. In einer Umfrage unter den im bvse organisierten Kunststoffrecyclingunternehmen gaben 30 % an, dass sie ihre wirtschaftliche Situation als mangelhaft oder ungen\u00fcgend einsch\u00e4tzen. Auch der Ausblick ins n\u00e4chste Jahr l\u00e4sst nichts Gutes erwarten, denn 25 % der Unternehmen erwarten keine Verbesserung ihrer Situation.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Entwicklung kommt nicht von ungef\u00e4hr. Die hohen Energiekosten treffen die Recyclingbranche stark. In den letzten beiden Jahren mussten die Unternehmen eine 60%ige Energiekostensteigerung verkraften. Die Rezession und die damit verbundene Konsumzur\u00fcckhaltung in Deutschland trifft die Branche ebenso.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kunststoffrecyclingunternehmen bewegen sich in einem Markt mit fixen bzw. steigenden Kosten auf der Beschaffungsseite: Sammlung, Sortierung und massiv steigenden Prozesskosten.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>&#8220;Auf der Absatzseite k\u00e4mpfen wir mit dem Problem, dass die Absatzpreise f\u00fcr Recyclate massiv eingebrochen sind. Zum Beispiel PP Copolymer, schwarz, laut Kunststoff Information von Juni\/Juli letzten Jahres um 36 % bis letzten Monat oder klare PET Flakes von August 22 um 42 % zum November 23&#8221;, f\u00fchrte Snell in Berlin aus.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die Neuwarepreise richten sich nach Angebot und Nachfrage der kunststoffverarbeitenden Industrie sowie nach Kosten f\u00fcr Energie und Rohstoffe. Fehlende Nachfrage, wie zurzeit weltweit, f\u00fchrt zu einem Verfall der Neuwarepreise.<\/p>\n\n\n\n<p>Momentan tobt ein brutaler Preiskampf zwischen Neuware und Kunststoffrecyclaten. Der Absatz von Mahlg\u00fctern, Regranulaten und Compounds stockt. Die Kunststoffrecycler laufen im Input mit Verarbeitungsware voll und finden f\u00fcr ihre Produkte im Warenausgang keine Abnehmer.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf die Frage, wann rechnen die Kunststoffrecycler damit, dass sich der Recyclat-Absatz wieder bessert, haben 37 % geantwortet, dass sie im n\u00e4chsten Jahr keine Besserung erwarten. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>&#8220;Das zeigt: Die Branche steht mit dem R\u00fccken zur Wand. Der dauerhafte wirtschaftliche Betrieb der Recyclinganlagen ist kaum noch m\u00f6glich. Wir sehen eine bedrohliche Situation, die das gesamte Recycling gef\u00e4hrdet&#8221;, warnte der bvse-Vizepr\u00e4sident.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Entscheidend f\u00fcr die prek\u00e4re Situation ist laut Herbert Snell jedoch ein strukturelles Problem, das angepackt werden muss. Die Jahre 2021 und 2022 h\u00e4tten gezeigt, dass es nicht an der Qualit\u00e4t oder Verf\u00fcgbarkeit von Recyclaten liegen kann, denn in diesen Jahren konnten die Kunststoffverarbeiter alles gebrauchen und einsetzen. Die jahrelangen Beschwerden \u00fcber die Qualit\u00e4t verstummten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das strukturelle Problem liegt offensichtlich darin, das Recyclate nicht eingesetzt werden, wenn Neuware preisg\u00fcnstiger ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Allein im zweiten Quartal dieses Jahres ist die Menge der in die EU eingef\u00fchrten PETs gegen\u00fcber dem Vorjahr um 20 % gestiegen, weil PET-Neuware aus dem Ausland billiger ist. Weil der klimasch\u00e4dliche CO<sub>2<\/sub>-Rucksack, der bei der Produktion von Kunststoffneuware entsteht, bei der Preisbildung v\u00f6llig au\u00dfen vor bleibt \u2013 erst recht bei der importierten Neuware.<\/p>\n\n\n\n<p>Der CO<sub>2<\/sub>-Rucksack von Recyclaten ist im Verh\u00e4ltnis zur Neuware um 1,5 bis 3,2 t leichter pro Tonne Kunststoff. Vereinfacht gesagt, f\u00fcr die Herstellung von Recyclaten wird nur die H\u00e4lfte an Energie genutzt wie f\u00fcr Neuware. W\u00fcrde diese positive Klimabilanz eingerechnet werden, k\u00f6nnte eine Parit\u00e4t zwischen Recyclaten und aus fossilen Rohstoffen gewonnenen Kunststoffen hergestellt werden. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>&#8220;Wir sind uns deshalb mit vielen Akteuren einig, dass eine angemessene CO<sub>2<\/sub>-Bepreisung als wirksames marktwirtschaftliches Instrument das dringend ben\u00f6tigte Level-Playing Field schaffen kann&#8221;, erkl\u00e4rte der bvse-Vizepr\u00e4sident.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Wenn mehr Recyclate und weniger Kunststoffneuware eingesetzt werden, reduzieren sich die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen. Wer darauf aus Kostengr\u00fcnden verzichtet, darf nicht belohnt, sondern muss mit einem deutlichen Preisaufschlag sanktioniert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Gesetzgeber, ob in Berlin oder in Br\u00fcssel, ist aufgefordert, das Ziel einer echten Kreislaufwirtschaft f\u00fcr Kunststoffe beizubehalten, ohne die Wettbewerbsf\u00e4higkeit und Widerstandsf\u00e4higkeit der M\u00e4rkte zu gef\u00e4hrden.<\/p>\n\n\n\n<p>Es m\u00fcssen die notwendigen Anreize gesetzt werden, die auf die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette abzielen, um Investitionen in Recyclingkapazit\u00e4ten und technologische Entwicklungen voranzutreiben. Zu diesem Zweck m\u00fcssen die St\u00e4rkung der Recycling- und Recyclateinsatzziele, die F\u00f6rderung von Design-for-Recycling und die Bew\u00e4ltigung verbleibender Herausforderungen in der Abfallwirtschaft, z. B. die Qualit\u00e4t der dem Recycling zur Verf\u00fcgung gestellten Rohstoffe, wie z. B. aus den dualen Systemen, ganz oben auf der politischen Agenda stehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Herunterladen:\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.bvse.de\/dateien2020\/2-PDF\/02-Presse\/03-Kunststoff\/2023\/231205_VerpackKonf_Statement_Snell.pdf\" target=\"_blank\">Vortrag \u201eKunststoffrecycling in Bedr\u00e4ngnis\u201c<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das machte bvse-Vizepr\u00e4sident Dr. Herbert Snell auf der 6. Konferenz Verpackungsrecycling, einer Veranstaltung von AGVU, BDE und bvse, am 5. Dezember in Berlin deutlich. &#8220;Ich kann mich nicht erinnern, dass die Lage jemals so prek\u00e4r war, wie in den letzten Wochen und Monaten&#8221;, so Herbert Snell. 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