{"id":136037,"date":"2023-12-07T07:04:00","date_gmt":"2023-12-07T06:04:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=136037"},"modified":"2023-12-06T09:36:46","modified_gmt":"2023-12-06T08:36:46","slug":"elf-eu-lander-fordern-mehr-flexibilitat-bei-gap-regeln-fur-brachflachen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/elf-eu-lander-fordern-mehr-flexibilitat-bei-gap-regeln-fur-brachflachen\/","title":{"rendered":"Elf EU-L\u00e4nder fordern mehr \u201eFlexibilit\u00e4t\u201c bei GAP-Regeln f\u00fcr Brachfl\u00e4chen"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p>Der Vorschlag, der auf einem informellen Treffen der EU-Agrarminister Anfang September in Spanien angek\u00fcndigt wurde, wurde am Montag (20. November) dem Ministerrat f\u00fcr Landwirtschaft und Fischerei vorgelegt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignright is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.euractiv.de\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2023\/11\/1ebb3a1e-b285-4dd0-9b34-32d352985136-800x450.jpg\" alt=\"\" style=\"width:350px\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Vorschlag, der auf einem informellen Treffen der EU-Agrarminister Anfang September in Spanien angek\u00fcndigt wurde, wurde am Montag (20. November) dem Ministerrat f\u00fcr Landwirtschaft und Fischerei vorgelegt. <strong> \u00a9 <\/strong>Union europ\u00e9enne<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Die Idee ist, den Anbau von Pflanzen auf Brachfl\u00e4chen zu erlauben, um \u201edie biologische Vielfalt und die Produktionsziele auf dem europ\u00e4ischen Kontinent zu erhalten\u201c, sagte der franz\u00f6sische Landwirtschaftsminister Marc Fesneau bei seiner Ankunft in Br\u00fcssel.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Rahmen der aktuellen GAP-Strategie, die dieses Jahr in Kraft getreten ist, m\u00fcssen die Landwirte theoretisch vier Prozent ihres Ackerlands als nicht-produktive Fl\u00e4chen anlegen. Diese Fl\u00e4chen k\u00f6nnen beispielsweise mit Hecken oder Hainen bepflanzt werden oder als Brachland genutzt werden, um die GL\u00d6Z-Standards zu erf\u00fcllen, welche die Basisanforderungen an Landwirte vorschreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Wert kann auf drei Prozent gesenkt werden, wenn sie anderweitig vier Prozent Zwischenfr\u00fcchte oder stickstoffbindende Pflanzen ohne Einsatz von Pestiziden anbauen, um insgesamt einen Anteil von sieben Prozent an biodiversit\u00e4tsfreundlichen Pflanzen zu erreichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgrund der Folgen des Krieges in der Ukraine und der notwendigen Aufrechterhaltung der Ern\u00e4hrungssicherheit in Europa hatte die EU-Kommission jedoch bereits zugestimmt, den Mitgliedstaaten zwei j\u00e4hrliche Ausnahmeregelungen f\u00fcr den Anbau dieser stillgelegten Fl\u00e4chen zu gew\u00e4hren. Eine Ausnahmeregelung galt f\u00fcr das Jahr 2023 und eine f\u00fcr das Jahr 2022 im Rahmen der vorherigen GAP-Strategie.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Partielle Ausnahmeregelung<\/h3>\n\n\n\n<p>Die EU-Agrarverordnungen sind in Bezug auf Ausnahmeregelungen jedoch eindeutig: Sie d\u00fcrfen nicht l\u00e4nger als ein Jahr gelten. Das bedeutet, dass brachliegende Fl\u00e4chen im Jahr 2024 wieder respektiert werden m\u00fcssen, um Subventionen im Rahmen der neuen GAP zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Um diese Einschr\u00e4nkung zu umgehen, schl\u00e4gt Fesneau, unterst\u00fctzt von etwa zehn EU-L\u00e4ndern, eine \u201eteilweise Anwendung\u201c dieser Regelung vor.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDer Anteil von sieben Prozent an biodiversit\u00e4tsfreundlichen Elementen w\u00fcrde beibehalten werden, aber die Landwirte k\u00f6nnten diesen Wert ohne Einhaltung des Mindestanteils an stillgelegten oder nicht-produktiven Fl\u00e4chen erreichen\u201c, schlug Fesneau seinen europ\u00e4ischen Amtskollegen vor.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit anderen Worten, die Vorschriften, um weiterhin F\u00f6rdergelder zu erhalten, w\u00fcrde beibehalten werden, aber allein Zwischenfr\u00fcchte und stickstoffbindende Pflanzen w\u00e4ren ausreichend.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Ansicht des franz\u00f6sischen Ministers w\u00fcrde diese Flexibilit\u00e4tsma\u00dfnahme die Ern\u00e4hrungssicherheit der EU st\u00e4rken und den R\u00fcckgang der ukrainischen Getreideexporte sowie den Produktionsr\u00fcckgang der europ\u00e4ischen Landwirte, die in den letzten zwei Jahren von extremen Wetterereignissen betroffen waren, kompensieren.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs ist unerl\u00e4sslich, dass wir das europ\u00e4ische Produktionspotenzial weiterhin unterst\u00fctzen. Die Getreideeinfuhren [Weizen, Gerste und Mais] d\u00fcrften im Jahr 2022 bei 22 Millionen Tonnen liegen, w\u00e4hrend wir in diesem Jahr bereits 40 Millionen Tonnen erreicht haben\u201c, betonte Fesneau und forderte, die heimische Produktion wieder unter Kontrolle zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">EU-Kommission ist skeptisch<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Initiative, die von rund zehn L\u00e4ndern mitunterzeichnet wurde, wurde von den meisten EU-Delegationen begr\u00fc\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige L\u00e4nder wollen jedoch noch weiter gehen und die F\u00f6rderregelungen oder den Fruchtwechsel (GL\u00d6Z7) g\u00e4nzlich abschaffen, wie der italienische Landwirtschaftsminister Francesco Lollobrigida vorschlug.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend sein niederl\u00e4ndischer Amtskollege Piet Adema die Idee hat, diesen Prozess zu beschleunigen und bis 2024 umzusetzen, fordert Bundeslandwirtschaftsminister Cem \u00d6zdemir \u201emehr Informationen\u201c, um sicherzustellen, dass das Ziel des Schutzes der biologischen Vielfalt insgesamt erhalten bleibt.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Europ\u00e4ische Kommission sind die Dinge weniger klar.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem sie im August eine umfassende Ausnahmeregelung f\u00fcr ein weiteres Jahr aus regulatorischen Gr\u00fcnden abgelehnt hatte, blieb Kommissar Janusz Wojciechowski am Montag (20. November) skeptisch gegen\u00fcber diesem neuen Antrag.<\/p>\n\n\n\n<p>Seiner Ansicht nach w\u00e4ren die Ausnahmeregelungen in den letzten beiden Jahren aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Lebensmittelsicherheit in der EU und weltweit gerechtfertigt gewesen. \u201eHeute ist die Situation jedoch eine ganz andere.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDer Markt hat wieder seinen Stand von vor dem Krieg erreicht [\u2026] Wir befinden uns weder in der EU noch weltweit in einer kritischen Situation\u201c, betonte er und wies darauf hin, dass die Prognosen f\u00fcr die Produktionsmengen von Eiwei\u00dfpflanzen und \u00d6lsaaten in der EU stabil sind.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Wojciechowski ist die Sorge jetzt der Preisverfall, der durch eine h\u00f6here landwirtschaftliche Produktion noch versch\u00e4rft werden k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Vorschlag \u201esteht jedoch im Einklang mit dem, was bereits gew\u00e4hrt wurde, sodass die \u00c4nderung nicht durch einen Durchf\u00fchrungsrechtsakt der Kommission, sondern durch eine umfassendere Gesetzes\u00e4nderung erfolgen kann\u201c, f\u00fcgte er hinzu und verwies darauf, dass eine weitere Ausnahmeregelung auch das Europ\u00e4ische Parlament und die EU-Minister einbeziehen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch versprach der Kommissar, den Vorschlag zu pr\u00fcfen und seine m\u00f6glichen Auswirkungen, insbesondere auf den Markt und die Einkommen der Landwirte, zu bewerten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Vorschlag, der auf einem informellen Treffen der EU-Agrarminister Anfang September in Spanien angek\u00fcndigt wurde, wurde am Montag (20. 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