{"id":135477,"date":"2023-11-30T07:02:00","date_gmt":"2023-11-30T06:02:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=135477"},"modified":"2023-11-29T11:14:35","modified_gmt":"2023-11-29T10:14:35","slug":"startschuss-fur-weltweit-erste-pilotanlage-zur-kosteneffizienten-produktion-von-grunem-methanol","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/startschuss-fur-weltweit-erste-pilotanlage-zur-kosteneffizienten-produktion-von-grunem-methanol\/","title":{"rendered":"Startschuss f\u00fcr weltweit erste Pilotanlage zur kosteneffizienten Produktion von gr\u00fcnem Methanol"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p><strong>Dahinter steht ein Forschungskonsortium bestehend aus dem Climate-Tech-Start-up C1 Green Chemicals AG und seinen Partnern, dem Fraunhofer-Institut f\u00fcr Windenergiesysteme IWES, dem Fraunhofer-Institut f\u00fcr Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT, der DBI-Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg sowie der Technischen Universit\u00e4t Berlin. Ziel ist es, mit einem fundamental neuen Herstellungsverfahren den kosteneffizienten Markthochlauf von gr\u00fcnem Methanol zu erm\u00f6glichen und damit der Containerschifffahrt eine klimaneutrale Kraftstoffalternative zu er\u00f6ffnen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Neuartiges Verfahren zur Herstellung von gr\u00fcnem Methanol<\/strong><\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignleft is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.iwes.fraunhofer.de\/de\/presse\/startschuss-fuer-weltweit-erste-pilotanlage-zur-kosteneffiziente\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textwithinlinedimage\/imageComponent1\/image.img.jpg\/1700487761692\/IWES-HLL-02-Projekt-Leuna100-PPBraun.jpg\" alt=\"\" style=\"width:430px\" title=\"078A9565.JPG\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00dcbergabe F\u00f6rdermittelbescheid durch Verkehrsminister Dr. Volker Wissing an Projektpartner (v.l.): Prof. Dr.-Ing. Christian Doetsch, Institutsleiter Fraunhofer UMSICHT, Prof. Dr. Andreas Reuter, Institutsleiter Fraunhofer IWES, Prof. Dr.-Ing. Jens-Uwe Repke, Fachgebietsleiter TU Berlin, Fachgebiet Dynamik und Betrieb technischer Anlagen, Dr.-Ing. J\u00f6rg Nitzsche, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer DBI-Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg, Dr. Volker Wissing, Verkehrsminister, Christian Vollmann, CEO C1 Green Chemicals AG. \u00a9 PPBraun <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Grundlage f\u00fcr die Herstellung von gr\u00fcnem Methanol ist ein Synthesegas aus Kohlenmonoxid und gr\u00fcnem, also durch erneuerbaren Strom erzeugtem Wasserstoff. Die gr\u00fcne Methanolherstellung im Projekt \u00bb<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.leuna100.de\/de\" target=\"_blank\">Leuna100<\/a>\u00ab\u00a0besteht aus drei Schritten: der sogenannten Synthesegaserzeugung, der Methanolproduktion und der Aufreinigung des produzierten Rohmethanols. Die innovative Technologie von C<sub>1<\/sub>\u00a0erm\u00f6glicht eine effiziente niedertemperatur- und niederdruckbasierte Methanolproduktion. M\u00f6glich wird dieses Verfahren durch den Einsatz eines homogenen, Mangan-basierten Katalysatorsystems, welches C<sub>1<\/sub>\u00a0zusammen mit dem Leibniz-Institut f\u00fcr Katalyse e.V. entwickelt hat. Die strombasierte und lastflexible Nutzung der Synthesegaserzeugung sowie die homogene Katalyse f\u00fcr die Methanolerzeugung sind zusammen die zentrale Innovation.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Pilotanlage werden zwei unterschiedliche Technologien zur CO<sub>2<\/sub>-basierten Erzeugung von Synthesegas gekoppelt: Das Fraunhofer UMSICHT liefert eine neue Niedertemperatur-Co-Elektrolyse, DBI &#8211; Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg setzt eine Reverse-Water-Gas-Shift-Anlage ein. C<sub>1<\/sub>&nbsp;liefert den neuen Katalysator sowie den eigens entwickelten Reaktor zur homogenen Katalyse von Methanol. Fraunhofer IWES stellt den Standort und die Infrastruktur im Hydrogen Lab Leuna zur Verf\u00fcgung und evaluiert die Lastflexibilit\u00e4t. Die TU Berlin entwickelt ein effizientes, lastflexibles Betriebskonzept auf Basis eines dynamischen Gesamtprozessmodells.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Industriegeschichte im Chemiepark Leuna<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Das Projekt wird vom Bundesministerium f\u00fcr Digitales und Verkehr (BMDV) \u00fcber die n\u00e4chsten drei Jahre mit insgesamt 10,4 Millionen Euro gef\u00f6rdert. Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing sagte bei der Er\u00f6ffnung vor Ort: \u00bbIn Leuna wird heute Industriegeschichte geschrieben. Das Projekt bedeutet einen Meilenstein f\u00fcr das post-fossile Zeitalter in der Schiff- und Luftfahrt. Wir sind stolz darauf, dieses Forschungsprojekt \u2018made in Germany\u2018 mit Mitteln im Rahmen des Gesamtkonzepts Erneuerbare Kraftstoffe zu f\u00f6rdern. Mit dem Gesamtkonzept unterst\u00fctzt das BMDV die Weiterentwicklung und den Markthochlauf von erneuerbaren Kraftstoffen und damit auch das Erreichen der Klimaziele im Verkehrssektor.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Die BASF erbaute 1923 die weltweit erste Methanolanlage in Leuna. Ministerpr\u00e4sident des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff, betonte mit Blick auf diesen historischen Zusammenhang: \u00bbDer Chemiestandort Leuna blickt auf eine \u00fcber hundertj\u00e4hrige Tradition zur\u00fcck. Er hat sich in dieser Zeit selbstbewusst Herausforderungen gestellt und immer wieder seine Innovationskraft bewiesen. Nun bietet sich die Chance, abermals zum Schauplatz f\u00fcr den Beginn einer neuen \u00c4ra zu werden. Das Projekt \u2018Leuna100\u2019 leistet einen wichtigen Beitrag f\u00fcr den Einstieg in die zirkul\u00e4re Chemieproduktion nicht nur in Sachsen-Anhalt.\u00ab<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Tanker, Containerfrachter und Kreuzfahrtschiffe sind derzeit f\u00fcr knapp drei Prozent des weltweiten j\u00e4hrlichen CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00dfes verantwortlich. Die im Sommer 2023 verabschiedete neue Klimastrategie der internationalen Schifffahrtsorganisation IMO sieht vor, das Ziel der Klimaneutralit\u00e4t bis etwa 2050 zu erreichen. Bis 2030 sollen die Emissionen um mindestens ein F\u00fcnftel gegen\u00fcber 2008 verringert werden, bis 2040 sogar um mindestens 70 Prozent. Gro\u00dfe Reedereien wie Maersk haben bereits Methanol-f\u00e4hige Schiffe bestellt, von denen die ersten bereits in Betrieb genommen wurden. Auch f\u00fcr die Luftfahrtindustrie bieten regenerative Kraftstoffe auf Basis von gr\u00fcnem Wasserstoff und CO<sub>2<\/sub>&nbsp;eine Alternative. Mit einem weiteren Verarbeitungsschritt l\u00e4sst sich \u00fcber das \u00bbAlcohol-to-jet\u00ab-Verfahren aus gr\u00fcnem Methanol potenziell Kerosin herstellen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Christian Vollmann, Vorstand der C<sub>1<\/sub>&nbsp;Green Chemicals AG: \u00bbUnser innovatives Verfahren bietet das Potenzial, gr\u00fcnes Methanol kosteng\u00fcnstiger herzustellen. Wir freuen uns \u00fcber die Chance, unsere Technologie im Rahmen der Pilotanlage auf das n\u00e4chste Level zu heben und damit der Markteinf\u00fchrung einen entscheidenden Schritt n\u00e4herzukommen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Prof. Dr. Andreas Reuter, Institutsleiter Fraunhofer IWES sagt: \u00bbMit unserer langj\u00e4hrigenwissenschaftlichen Expertise und einer komplexen Forschungsinfrastruktur f\u00fcr erneuerbare Energien, wie das Hydrogen Lab in Leuna, ist das Fraunhofer IWES der ideale Partner, um erfolgreich Projekte zur Erzeugung gr\u00fcner Kraftstoffe f\u00fcr die Schiff- und Luftfahrt zu realisieren.\u00ab<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Hintergrund <\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Das Projekt \u00bbLeuna100\u00ab startete im August 2023 im Chemiepark Leuna und ist auf drei Jahre angelegt. Es wird im Rahmen des Gesamtkonzepts Erneuerbare Kraftstoffe mit insgesamt 10,4 Millionen Euro durch das Bundesministerium f\u00fcr Digitales und Verkehr gef\u00f6rdert. Die F\u00f6rderrichtlinie f\u00fcr die Entwicklung regenerativer Kraftstoffe wird von der NOW GmbH koordiniert und durch die Projekttr\u00e4ger VDI\/VDE Innovation + Technik GmbH sowie die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. umgesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Matthias Beller vom Leibniz-Institut f\u00fcr Katalyse e.V. (LIKAT), Rostock, unterst\u00fctzt das Projekt \u00bbLeuna100\u00ab als Forschungspartner.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u00dcber C<sub>1<\/sub><\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>C<sub>1<\/sub>\u00a0entwickelt neuartige chemische Produktionsprozesse, indem diese von der atomaren Ebene bis hin zum Produktionsma\u00dfstab neu gedacht werden. Die chemischen Verfahren werden mit Hilfe quantenchemischer Simulationen konzipiert und zu firmeneigenen Produktionstechnologien umgesetzt. C<sub>1<\/sub>\u00a0hat eine grundlegend neue, homogene Katalyse zur Herstellung von Methanol entwickelt und patentiert. Das C<sub>1<\/sub>\u00a0Verfahren ist wesentlich selektiver, produktiver und effizienter als die bisher im Einsatz befindliche heterogene Katalyse, welche auf ein Patent aus dem Jahr 1921 zur\u00fcckgeht. Das Berliner Unternehmen entwickelt und skaliert dabei ausschlie\u00dflich auf Grundlage von regenerativen Rohstoffen und erneuerbarer Energie. Von den ersten Schritten der Entwicklung eines Produktionsprozesses an werden alle Prozesse so konzipiert, dass ein geschlossener Kohlenstoffkreislauf m\u00f6glich ist. Damit unterst\u00fctzt C<sub>1<\/sub>\u00a0die Industrie auf ihrem Weg aus der Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Rohstoffen wie \u00d6l, Gas und Kohle.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u00dcber DBI-Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>DBI-Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg ist als gemeinn\u00fctzige Einrichtung im Bereich anwendungsorientierter Forschung aktiv. Insbesondere im Bereich des Transfers verfahrenstechnischer Prozesse vom Labor- in den Demonstrationsma\u00dfstab ist das DBI-Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg in mehreren Projekten f\u00fchrend.\u00a0 Hierbei kann auf eine Vielzahl erfolgreich abgeschlossener und laufender Forschungsprojekte und ein breites Spektrum an fachlich versierten Mitarbeitern zur\u00fcckgegriffen werden. Unterst\u00fctzt wird dies durch Expertise im Bereich der Synthesegaserzeugung, wobei dem DBI-Gastechnologischen Institut gGmbH Freiberg mehrere Testanlagen zur Untersuchung reaktionstechnischer Prozesse sowie entsprechende Analysetechnik zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u00dcber Fraunhofer UMSICHT<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Das Fraunhofer UMSICHT ist Wegbereiter in eine nachhaltige Welt. Mit unserer Forschung in den Bereichen klimaneutrale Energiesysteme, ressourceneffiziente Prozesse und zirkul\u00e4re Produkte leisten wir konkrete Beitr\u00e4ge zum Erreichen der 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen. Wir entwickeln innovative, industriell umsetzbare Technologien, Produkte und Services f\u00fcr die zirkul\u00e4re Wirtschaft und bringen diese mit aller Kraft zur Anwendung. Die Balance von wirtschaftlich erfolgreichen, sozial gerechten und umweltvertr\u00e4glichen Entwicklungen steht dabei im Fokus.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u00dcber Fraunhofer IWES<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Das Fraunhofer IWES sichert Investitionen in technologische Weiterentwicklungen durch Validierung ab, verk\u00fcrzt Innovationszyklen, beschleunigt Zertifizierungsvorg\u00e4nge und erh\u00f6ht die Planungsgenauigkeit durch innovative Messmethoden im Bereich der Wind- und Wasserstofftechnologie.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u00dcber TU Berlin<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Das Fachgebiet Dynamik und Betrieb technischer Anlagen der TUB besch\u00e4ftigt sich intensiv mit der Modellierung, Simulation und der Optimierung f\u00fcr Design und Betrieb von vielf\u00e4ltigen Prozessen der Verfahrenstechnik. Dabei stehen Wirtschaftlichkeit, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit im Fokus der Forschungsarbeiten. Neben der Systemverfahrenstechnik stellt die Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Fluiddynamik und Trenneffizienz, wie in thermischen Trennverfahren anzutreffen, eine weitere Kernkompetenz dar. Am Fachgebiet werden vielf\u00e4ltige Anstrengungen im Bereich intensivierter Prozesse unternommen, wobei beispielsweise neuartige Konzepte zur homogenen Katalyse in innovativen schaltbaren L\u00f6semittelsystemen (Mikroemulsionen) sowie neuartige Reaktor- und Betriebskonzepte f\u00fcr die heterogene Katalyse bis zur Prozessreife gebracht werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u00dcber Leibniz-Institut f\u00fcr Katalyse e.V. (LIKAT)<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>\u00dcber 70 Jahre Katalyse-\u201eKnow How\u201c bildet die Basis des Leibniz-Instituts f\u00fcr Katalyse e.V. an der Universit\u00e4t Rostock (LIKAT). Das urspr\u00fcnglich einzige ausschlie\u00dflich der Katalyse gewidmete Institut, ist heute eines der gr\u00f6\u00dften \u00f6ffentlich gef\u00f6rderten Forschungsinstitute im Bereich der angewandten Katalyse in Europa. Die Methoden- und Materialkompetenz der mehr als 300 Mitarbeiter konzentriert sich auf die Entwicklung ressourcenschonender Verfahren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dahinter steht ein Forschungskonsortium bestehend aus dem Climate-Tech-Start-up C1 Green Chemicals AG und seinen Partnern, dem Fraunhofer-Institut f\u00fcr Windenergiesysteme IWES, dem Fraunhofer-Institut f\u00fcr Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT, der DBI-Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg sowie der Technischen Universit\u00e4t Berlin. 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