{"id":134615,"date":"2023-11-22T07:23:00","date_gmt":"2023-11-22T06:23:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=134615"},"modified":"2023-11-16T15:17:08","modified_gmt":"2023-11-16T14:17:08","slug":"mikroplastik-aus-wasser-nachhaltig-entfernen-und-wiederverwerten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/mikroplastik-aus-wasser-nachhaltig-entfernen-und-wiederverwerten\/","title":{"rendered":"Mikroplastik aus Wasser nachhaltig entfernen und wiederverwerten"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p><strong>Wir alle verschmutzen unser Wasser mit den Dingen unseres Alltags &#8211; ob wir wollen oder nicht. Dabei sammeln sich Mikroplastik und Mikroschadstoffe in teils erheblichen Ausma\u00dfen an und sind nur schwer wieder zu entfernen. Mit zunehmend verheerenden Folgen f\u00fcr Umwelt und Gesundheit. Das gemeinn\u00fctzige Start-up Wasser 3.0 aus Karlsruhe hat dem den Kampf angesagt und ein Verfahren entwickelt, um diese Verschmutzungen ma\u00dfgeschneidert aufzusp\u00fcren, zu entfernen und anschlie\u00dfend sogar wiederverwerten zu k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Normalerweise denken wir nicht viel dar\u00fcber nach: sauberes Wasser ist dank Kl\u00e4ranlagen v\u00f6llig normal f\u00fcr uns in Deutschland. Zunehmend erzeugen Industrie und Haushalte mehr und mehr Verunreinigungen, die schwer aufzusp\u00fcren \u2013 geschweige denn zu entfernen \u2013 sind, darunter auch: Mikroplastik und Mikroschadstoffe.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.biooekonomie-bw.de\/download_file\/view_inline\/f909b0d3-0a50-4516-ba35-0a69014886fc\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.biooekonomie-bw.de\/application\/files\/5216\/9501\/9850\/Pressefoto_Team_Schuhen_Schober_Myers_Sturm_Korzin.jpg\" alt=\"Die f\u00fcnf Abwasserexpertinnen und -experten in schwarzen Sweatshirts vor der Abwasseranlage.\" style=\"aspect-ratio:1.5;width:709px;height:auto\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das Team von Wasser 3.0: von links: Dr. Katrin Schuhen, Dennis Schober, Erika Myers, Dr. Michael Sturm, Anika Korzin&nbsp;\u00a9&nbsp;Wasser 3.0<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Bei Ersterem handelt es sich um kleinste Kunststoffteilchen von weniger als f\u00fcnf Millimetern Gr\u00f6\u00dfe, die durch viele Produkte und Gewohnheiten unseres Alltags in die Umwelt gelangen, etwa aus Plastikm\u00fcll, durch W\u00e4schewaschen, Reifenabrieb beim Autofahren, beim Z\u00e4hneputzen oder Duschen oder auch beim Fu\u00dfballspielen auf Kunstrasensportpl\u00e4tzen \u2013 die Liste l\u00e4sst sich noch beliebig verl\u00e4ngern. Noch schwieriger zu fassen sind Mikroschadstoffe, denn sie sind im Wasser gel\u00f6st, beispielsweise Arzneimittel, Medikamentenr\u00fcckst\u00e4nde, die Ewigkeitschemikalien PFAS (Per- und Polyfluorierte Alkylverbindungen) oder auch Pestizide.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Verschmutzungen \u2013 allen voran Mikroplastik &#8211; sind als globales Umweltproblem im \u00f6ffentlichen Bewusstsein mittlerweile zwar fest verankert. Gesetzliche Regulationen wurden jedoch bisher ausschlie\u00dflich diskutiert, aber weder verabschiedet noch umgesetzt. Bleibt derzeit also nur die M\u00f6glichkeit, das eingebrachte Mikroplastik wieder zu entfernen. Besser gesagt als getan, denn Wasser von Mikroplastik zu befreien, stellt Wissenschaft und Industrie vor enorme Herausforderungen. Deshalb entwickelt das Green Tech Start-up Wasser 3.0 aus Karlsruhe bereits seit einigen Jahren effiziente, kosteng\u00fcnstige und kreislaufwirtschaftliche L\u00f6sungen, um Mikroplastik in (Ab-)W\u00e4ssern zu detektieren sowie anschlie\u00dfend zu entfernen und wiederzuverwerten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"660249\">Green Chemistry entfernt Mikroplastik<\/h3>\n\n\n\n<p>Erfinderin und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Unternehmens ist Dr. Katrin Schuhen, promovierte Chemikerin und ehemalige Juniorprofessorin f\u00fcr Organische und \u00d6kologische Chemie. Bereits seit \u00fcber zehn Jahren erforscht und entwickelt sie mit ihrem Team auf Green Chemistry basierende Hybridkieselgele zur (Ab-)Wasserreinigung. Dabei handelt es sich um Hightech-Materialkompositionen, die von den Expertinnen und Experten bereits erfolgreich in der Praxis eingesetzt werden. Ein mitentwickelter fluoreszenzbasierter Schnelltest f\u00fcr Mikroplastik erlaubt es bereits im Vorfeld, Prozesse individuell aufzusetzen, zu steuern und Entfernungseffizienzen zu bestimmen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.biooekonomie-bw.de\/application\/files\/7016\/9477\/2736\/Bild_1_Wasser_30.jpg\" alt=\"Zwei Teammitglieder von hinten vor einem Computerbildschirm mit fluoreszenzgef\u00e4rbten Verschmutzungen.\" style=\"aspect-ratio:1.502705953096813;width:346px;height:auto\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Mikroplastik detektieren, entfernen und wiederverwerten: #detect|remove|reuse nennt das Unternehmen seine Strategie zur Abwasserreinigung.&nbsp;\u00a9&nbsp;Wasser 3.0<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>\u201e#detect|remove|reuse\u201c nennt das Start-up seine Strategie im Kampf gegen Mikroplastik. Zu den ersten Anwendern geh\u00f6ren kunststoffproduzierende, -verarbeitende und -recycelnde Unternehmen. Zus\u00e4tzlich zur Mikroplastikentfernung werden Prozesschemikalien und -w\u00e4sser mit gew\u00fcnschtem pH-Wert und Temperatur zur\u00fcckgewonnen oder Abw\u00e4sser mikroplastikfrei und CSB-reduziert ausgeleitet (CSB steht f\u00fcr: Chemischer Sauerstoffbedarf und ist ein theoretischer Wert, der angibt, wie viel Sauerstoff n\u00f6tig w\u00e4re, um alle Schadstoffe abzubauen).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"660251\">Viel mehr als &#8220;nur&#8221; Technologie und Anwendung<\/h3>\n\n\n\n<p>Neben der Weiterentwicklung und Skalierung ihrer Technologie sind Bildung und Forschung rund um Mikroplastik ein weiterer Schwerpunkt von Wasser 3.0, das kein klassisches Technologie-Start-up ist: Die gemeinn\u00fctzige GmbH steht f\u00fcr Wasser ohne Mikroplastik und Mikroschadstoffe im Sinne der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Das hei\u00dft, Gewinne werden zu 100 Prozent wieder in Forschungs- und Bildungsprojekte investiert, wie beispielsweise der digital-reale Bildungsraum WASoMI (WASser ohne Mikroplastik) zeigt, der allen Interessierten kosten- und werbungsfrei offensteht. Aber auch in weiteren Lernprojekten setzen die Verantwortlichen auf eine Strategie der Wissensvermittlung in kleinen Einheiten von wenigen Minuten, dem Microlearning, in Form von Texten, Videos, Animationen oder Grafiken.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Bereich Wissenschaft und Forschung werden aktuell in f\u00fcnf Projekten verschiedene Aspekte zu Wasser ohne Mikroplastik erarbeitet, zum Beispiel wie viel Mikroplastik beim Waschen entsteht oder w\u00e4hrend des Sports aus synthetischer Funktionskleidung in die Umwelt abgegeben wird. Hierf\u00fcr steht dem Wasser-3.0-Team zus\u00e4tzlich zu den B\u00fcror\u00e4umen in Karlsruhe ein firmeneigenes Forschungszentrum mit Servicelab und Testcenter auf dem Gel\u00e4nde der Kl\u00e4ranlage Landau zur Verf\u00fcgung. Dort k\u00f6nnen unter anderem technologie\u00fcbergreifende Prozessbewertungen, Validierungen und Machbarkeitsstudien durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"660254\">Behandeltes Mikroplastik schwimmt wie Popcorn auf dem Wasser<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Name des Start-ups \u2013 Wasser 3.0 \u2013 steht f\u00fcr die Arbeit mit drei chemischen Konzepten zur Entfernung der drei gro\u00dfen Schadstoffklassen, also von anorganischen, organischen und Mikroplastik-Verunreinigungen aus W\u00e4ssern mit dem Ziel: null Schadstoffe. Dies funktioniert nach einem einfachen Prinzip, der Clump-und-Skim-Technologie (\u201eVerklumpen und Absch\u00f6pfen\u201c). Dabei werden dem verschmutzten Wasser gesundheitlich unbedenkliche Hybridkieselgele zugegeben. Diese Siliziumverbindungen mit organischem Anteil verklumpen durch Umr\u00fchren mit Mikroplastik und Mikroschadstoffen zu popcornartigen Klumpen \u2013 Mikroplastikagglomeraten \u2013, die an die Wasseroberfl\u00e4che schwimmen und dort je nach Gr\u00f6\u00dfe entweder mit einem Skimmer oder grobporigen Filtern abgesch\u00f6pft werden. Nebenprodukte entstehen nicht. Die Klumpen aus Mikroplastik, die durch die Behandlung mit Hybridkieselgel als eine Art Kleber entstehen, k\u00f6nnen recycelt werden und beispielsweise als Ersatzstoffe f\u00fcr D\u00e4mm- und Baumaterialien zum Einsatz kommen. Weitere Produktanwendungen werden derzeit evaluiert.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.biooekonomie-bw.de\/application\/files\/3516\/9477\/2736\/Bild_3_Wasser_30.jpg\" alt=\"Wei\u00df-beige Plastikklumpen auf einem schwarzen Sieb.\" style=\"aspect-ratio:1.3333333333333333;width:635px;height:auto\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Agglomerate nach erfolgreichem Entfernungsprozess mit Wasser 3.0 PE-X\u00ae.&nbsp;\u00a9&nbsp;Wasser 3.0<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Die Technologie \u2013 Wasser 3.0 PE-X<sup>\u00ae<\/sup>&nbsp;\u2013, mit denen das Team bei der Abwasserbehandlung vorgeht, betrachtet jedes Abwasser und jeden Prozess individuell und wird von Fall zu Fall angepasst. Dies erm\u00f6glicht es, passgenaue L\u00f6sungen nach Kriterien der Kreislaufwirtschaft und nachhaltigem Prozessdesign aufzusetzen und diese somit immer im h\u00f6chsten Ma\u00dfe an der \u00f6kologisch-sozialen und \u00f6konomischen Effizienz auszurichten. Der L\u00f6sungsprozess startet immer mit einer eingehenden Analyse der Gesamtschadstofffracht (IST-Analyse) anhand bereits vorhandener oder neu zu erhebender Daten. Je nach identifizierter Belastungsart, -menge und Fragestellung k\u00f6nnen die Hybridkieselgele und auch der Prozess entsprechend angepasst werden. Dabei hat das Unternehmen die klare Zielsetzung, im Bereich Mikroplastik mehr als 95 Prozent und bei Mikroschadstoffen mehr als 80 Prozent der Schadstofffracht reproduzierbar zu reduzieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Erfolg gibt dem jungen Unternehmen recht: Die Idee wurde bereits mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet, beispielsweise mit dem Landes-Innovationspreis Baden-W\u00fcrttemberg 2022, dem Next Economy Award der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2022 oder dem Aqua Tech Innovation Award 2021.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir alle verschmutzen unser Wasser mit den Dingen unseres Alltags &#8211; ob wir wollen oder nicht. Dabei sammeln sich Mikroplastik und Mikroschadstoffe in teils erheblichen Ausma\u00dfen an und sind nur schwer wieder zu entfernen. Mit zunehmend verheerenden Folgen f\u00fcr Umwelt und Gesundheit. 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