{"id":13410,"date":"2013-09-25T00:00:00","date_gmt":"2013-09-24T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20130925-05n"},"modified":"2013-09-25T00:00:00","modified_gmt":"2013-09-24T22:00:00","slug":"energieholz-hilft-artenvielfalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/energieholz-hilft-artenvielfalt\/","title":{"rendered":"Energieholz hilft Artenvielfalt"},"content":{"rendered":"<p><b>Den Erhalt der Artenvielfalt und den Klimaschutz miteinander zu verbinden \u2013 das war und ist die Idee des 6-j\u00e4hrigen Forschungsprojektes &#8220;Biodiversit\u00e4t und Energieholz&#8221; der Naturstiftung David, welches in Erfurt seinen Abschluss fand. Rund 70 Fachleute aus Politik, Forschung und Verwaltung diskutierten im Th\u00fcringer Landtag die Projektergebnisse und die daraus abgeleiteten Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die Umsetzung in die Praxis.<\/b><\/p>\n<p>Um unter Naturschutz stehende Trockenrasen mit ihrem Artenreichtum langfristig zu erhalten, m\u00fcssen diese entbuscht und anschlie\u00dfend beweidet werden. Zur Reduzierung der Kosten f\u00fcr die Pflege dieser Fl\u00e4chen ist es sinnvoll, das geerntete Strauchwerk als Hackschnitzel energetisch zu nutzen. Im Rahmen des Projektes wurden seit dem Jahr 2007 in Th\u00fcringen und Brandenburg insgesamt 37 Naturschutzfl\u00e4chen entbuscht und das geerntete Holz als Hackschnitzel verkauft. Dabei wurden unterschiedliche Ernte- und Hackverfahren getestet. <\/p>\n<p>Jeder einzelne Arbeitsschritt wurde umfassend \u00f6konomisch bilanziert, um Einspar- und Optimierungspotenziale aufzuzeigen. Die Qualit\u00e4t der Hackschnitzel wurde ebenso untersucht wie die Auswirkungen des Technikeinsatzes in den sensiblen Lebensr\u00e4umen sowie die Treibhausgasbilanz. Ein weiteres Teilprojekt besch\u00e4ftigte sich mit der Absch\u00e4tzung der auf der freizustellenden Fl\u00e4che stockenden Geh\u00f6lzmenge \u2013 um damit vorab Holz- und Energieertrag kalkulieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&#8220;Die Ergebnisse des Projektes sind insgesamt sehr positiv&#8221;, so Projektleiter Dr. Dierk Conrady bei der Abschlussveranstaltung. &#8220;Durch die Hackschnitzelnutzung lie\u00dfen sich die Kosten f\u00fcr die Landschaftspflege reduzieren \u2013 im Durchschnitt um 25 Prozent.&#8221; Es konnten keine negativen Auswirkungen des Technikeinsatzes festgestellt werden \u2013 allerdings besteht weiterer Optimierungsbedarf bei der Ber\u00e4umung der Naturschutzfl\u00e4chen von holzigem und teilweise dornigem Restmaterial. <\/p>\n<p>Sehr positiv ist die Klimabilanz: Mit dem Landschaftspflegeholz einer etwa 4 Hektar gro\u00dfen durchschnittlich verbuschten Fl\u00e4che k\u00f6nnen insgesamt gut 80.000 Liter Heiz\u00f6l und damit rund 200 Tonnen CO<sub>2<\/sub> eingespart werden \u2013 der zus\u00e4tzliche CO<sub>2<\/sub>-Ausstoss f\u00fcr das Ernten, Hacken sowie den Transport zum Heizkraftwerk liegt im konkreten Fall hingegen nur bei 3,8 Tonnen CO<sub>2<\/sub>. Auch die Qualit\u00e4t der Hackschnitzel ist in der Regel sehr gut: &#8220;Trockenrasen sind oft nach S\u00fcden ausgerichtet \u2013 damit ist das  Strauchwerk einer starken Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Bei l\u00e4ngerer Lagerung ist der Wassergehalt des geernteten Holzes gering, was sich positiv auf den Energiegehalt auswirkt&#8221;, so Dr. Conrady.<\/p>\n<p>&#8220;Die Projektergebnisse m\u00fcssen nun Eingang in die Praxis finden&#8221;, fordert Adrian Johst, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Naturstiftung David. Konkret sollte \u00fcberlegt werden, ob F\u00f6rdermittel f\u00fcr die Entbuschung erst dann ausgereicht werden, wenn vorab eine energetische Verwendung gepr\u00fcft worden sei. Adrian Johst verweist ferner darauf, dass das Th\u00fcringer Waldgesetz dem Erhalt der offenen Lebensr\u00e4ume noch oft entgegensteht: &#8220;Ist eine Fl\u00e4che zu stark zugewachsen, wird sie als Wald deklariert. Um die Fl\u00e4che freistellen zu k\u00f6nnen, ist ein sehr hoher b\u00fcrokratischer Aufwand erforderlich. Wenn die im Projekt aufgezeigten Synergien zwischen Naturschutz und Klimaschutz tats\u00e4chlich genutzt werden sollen, ist hier eine Vereinfachung dringend erforderlich \u2013 so wie dies im Land Brandenburg bereits realisiert wird!&#8221;<\/p>\n<p>Das Forschungsprojekt &#8220;Biodiversit\u00e4t und Energieholz&#8221; (FKZ: 03KB020) wurde und wird im Rahmen der Klimaschutzinitiative der Bundesregierung mit Mitteln aus dem F\u00f6rderprogramm &#8220;Energetische Biomassenutzung&#8221; finanziert. Weitere  Finanzierungspartner sind der Freistaat Th\u00fcringen (F\u00f6rderprogramm Entwicklung Natur und Landschaft \u2013 ENL), das Land Brandenburg (F\u00f6rderprogramm Integrierte L\u00e4ndliche Entwicklung \u2013 ILE) und der NaturSchutzFonds Brandenburg. Tr\u00e4ger des Projektes ist die Naturstiftung David. <\/p>\n<p>Die \u00f6kologischen Begleituntersuchungen erfolgten durch die Hochschule Anhalt (Vegetation) und die Fachhochschule Erfurt (Fauna). Die Entwicklung effektiver Verfahrensketten wurden durch das Forsttechnische Ingenieur- und Sachverst\u00e4ndigenb\u00fcro Findeisen &#038; Partner durchgef\u00fchrt. Die Hackschnitzelqualit\u00e4t untersuchte die Th\u00fcringer Landesanstalt f\u00fcr Landwirtschaft (TLL), die Treibhausgasbilanzierung erfolgte durch das Deutsche Biomasseforschungszentrum gemeinn\u00fctzige GmbH (DBFZ) in Leipzig.<\/p>\n<p><b><i>\u00dcber das F\u00f6rderprogramm<\/i><\/b><br \/>Im Juni 2008 startete das im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative mit insgesamt 48 Millionen Euro unterst\u00fctzte F\u00f6rderprogramm zur Optimierung der energetischen Nutzung von Biomasse. Nach f\u00fcnfj\u00e4hriger Laufzeit werden 90 Projekte bzw. 225 Einzelprojekte mit rund 41.6 Millionen Euro gef\u00f6rdert. Im Fokus der F\u00f6rderung stehen insbesondere Forschungs- und Entwicklungsprojekte zur praxistauglichen Weiterentwicklung wettbewerbsf\u00e4higer Technologien, systemflexibler Anlagenkonzepte und Produkte f\u00fcr eine nachhaltige und effiziente Erzeugung von Strom und W\u00e4rme aus Biomasse, hier vor allem aus biogenen Rest- und Abfallstoffen. <br \/>J\u00e4hrlich findet eine gro\u00dfe Statuskonferenz der F\u00f6rdernehmer statt, auf der die Forschungsergebnisse vorgestellt werden. Das DBFZ ist f\u00fcr die wissenschaftliche Begleitung des F\u00f6rderprogramms zust\u00e4ndig. Mit der fachlichen und administrativen Koordination desselben hat das BMU den Projekttr\u00e4ger J\u00fclich (PtJ) beauftragt. Stichtag f\u00fcr die Einreichung neuer Projektskizzen beim PtJ ist der 22. November 2013.<br \/><b><\/p>\n<ul>\n<li>Weitere Informationen<\/li>\n<\/ul>\n<p><\/b><br \/>&#8211; <a href=\"http:\/\/ww.naturstiftung.de\/energieholz\" >www.naturstiftung.de\/energieholz<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Den Erhalt der Artenvielfalt und den Klimaschutz miteinander zu verbinden &ndash; das war und ist die Idee des 6-j&auml;hrigen Forschungsprojektes &#8220;Biodiversit&auml;t und Energieholz&#8221; der Naturstiftung<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[279,112,1923,535,191,1489,307],"class_list":["post-13410","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-bundesministerium-fuer-umwelt-naturschutz-und-reaktorsicherheit","supplier-deutsches-biomasseforschungszentrum-gmbh-dbfz","supplier-fachhochschule-erfurt","supplier-forschungszentrum-juelich","supplier-hochschule-anhalt","supplier-naturstiftung-david","supplier-thueringer-landesanstalt-fuer-landwirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13410","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13410"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13410\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13410"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13410"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13410"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=13410"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}