{"id":134089,"date":"2023-11-06T07:03:00","date_gmt":"2023-11-06T06:03:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=134089"},"modified":"2023-10-31T12:58:57","modified_gmt":"2023-10-31T11:58:57","slug":"mit-geringem-iq-zur-klugen-verpackung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/mit-geringem-iq-zur-klugen-verpackung\/","title":{"rendered":"Mit geringem IQ zur klugen Verpackung"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"790\" height=\"783\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/10\/Screenshot-2023-10-31-at-08.53.08.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-134091\" style=\"width:330px\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/10\/Screenshot-2023-10-31-at-08.53.08.png 790w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/10\/Screenshot-2023-10-31-at-08.53.08-300x297.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/10\/Screenshot-2023-10-31-at-08.53.08-150x150.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/10\/Screenshot-2023-10-31-at-08.53.08-768x761.png 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/10\/Screenshot-2023-10-31-at-08.53.08-272x270.png 272w\" sizes=\"auto, (max-width: 790px) 100vw, 790px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>\u00a9&nbsp;<\/strong>Gemeinschaft Papiersackindustrie e.V.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Denn sie wirkt sich auch auf den CO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdruck des verpackten Produkts aus. Was hat das mit dem IQ zu tun? Eine Menge! Der so genannte Impact Quotient ist der Anteil der \u00f6kologischen Aufwendungen f\u00fcr die Herstellung der Verpackung in Relation zum F\u00fcllgut. Je kleiner der IQ, desto \u00f6kologisch sinnvoller die Verpackung.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eDer CO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdruck ist ein wichtiges Ma\u00df, das den Einfluss eines Unternehmens oder Produkts auf den Klimawandel quantifiziert. Er liefert uns die M\u00f6glichkeit, die spezifischen Bereiche zu ermitteln, in denen die h\u00f6chsten Emissionen entstehen. So k\u00f6nnen wir Strategien entwickeln, um diese effizient zu reduzieren und nachhaltigere Gesch\u00e4ftspraktiken zu f\u00f6rdern\u201c, erkl\u00e4rt Wilhelm Dyckerhoff, Mitglied der Gemeinschaft Papiersackindustrie e.V. (GemPSI). \u201eEin Papiersack hat im Vergleich zu anderen Verpackungen bereits einen sehr niedrigen, sogar teilweise auch negativen CO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdruck.\u201c Bei einem Papiersack f\u00fcr 25 kg Nahrungsmittel sind es beispielweise nur 6 g CO<sub>2<\/sub>e\/kg F\u00fcllgewicht. Im Vergleich dazu hat eine 1 Liter Einweg PET-Flasche f\u00fcr Wasser einen CO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdruck von durchschnittlich 96,5 g CO<sub>2<\/sub>e\/kg F\u00fcllgewicht (1), und eine Verpackung f\u00fcr Scheibenk\u00e4se 313 g CO<sub>2<\/sub>e\/kg F\u00fcllgewicht (2). \u201eOb eine Verpackung \u00f6kologisch sinnvoll ist, kann beurteilt werden, wenn das Zusammenspiel von Verpackung und abgef\u00fclltem Produkt betrachtet wird\u201c, so Dyckerhoff. \u201eSo ist bei Verpackungen f\u00fcr hochwertige Produkte nicht allein der CO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdruck der Verpackung entscheidend, sondern auch die Einsparungen, die durch den Produktschutz erzielt werden.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Verpackung bietet umfassenden Schutz<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Verpackung nimmt verschiedene Schutzfunktionen ein. In erster Linie sch\u00fctzt sie das abgepackte Produkt mechanisch beim Transport und der Lagerung, aber auch vor Sch\u00e4den durch Feuchtigkeit oder Sauerstoff. Daher sollte die Verpackung auf die gesamte Lieferkette des abgef\u00fcllten Produkts zugeschnitten werden. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eUm einen \u00f6kologisch sinnvollen Papiersack zu entwickeln, macht es in manchen F\u00e4llen sogar Sinn, mehr Material einzusetzen, um \u00fcber einen besseren Produktschutz CO<sub>2<\/sub> zu sparen\u201c, sagt Dyckerhoff. \u201eWir handhaben es nach der Devise: So viel wie n\u00f6tig, aber so wenig wie m\u00f6glich. Als unabh\u00e4ngiger Verarbeiter beraten wir unsere Kunden, welches Material und wieviel davon jeweils zweckm\u00e4\u00dfig ist.\u201c&nbsp;<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>CO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdruck eines Papiersacks<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>In die Berechnung des CO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdrucks eines Papiersacks flie\u00dfen sogenannte Scope 1, 2 und 3 Emissionen ein. Scope 1 betrifft alle Emissionen, die im Unternehmen erzeugt werden, zum Beispiel durch Betriebsanlagen und Fahrzeuge. Scope 2 beschreibt indirekt erzeugte Emissionen durch Nutzung eingekaufter Energie. Auf Scope 1 und 2 k\u00f6nnen Papiersackhersteller am einfachsten Einfluss nehmen. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eInnerhalb der GemPSI-Mitgliedsunternehmen gibt es verschiedene Initiativen, zum Beispiel durch Modernisierung der Anlagen, Nutzung von E-Fahrzeugen sowie ein stromsparendes Energiemanagement\u201c, erkl\u00e4rt Dyckerhoff. \u201eJedoch machen Scope 1 und 2 nur zwei bis vier Prozent des CO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdrucks eines Papiersacks aus. Den gr\u00f6\u00dften Anteil hat Scope 3 mit rund 90 Prozent.\u201c <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Dieser umfasst alle indirekten Emissionen in der vor- und nachgelagerten Lieferkette, von den zugekauften Rohstoffen und deren Herstellung und Transport bis hin zum Lebenszyklusende eines Produkts. Die entsprechenden Daten f\u00fcr den Papiersack k\u00f6nnen Verarbeiter mit dem CO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdruckrechner von RISE f\u00fcr ihre Kunden verwenden (3).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Einflussfaktor Rohstoff auf Scope 3 Emissionen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Von den eingekauften Rohstoffen nimmt Papier als Hauptbestandteil des Papiersacks einen gro\u00dfen Einfluss auf dessen Scope 3 Emissionen. Das verwendete Sackkraftpapier besteht aus nachwachsenden Rohstoffen, die aus nachhaltig bewirtschafteten W\u00e4ldern gewonnen werden. Allein in Deutschland hat die Waldfl\u00e4che trotz einer intensiven wirtschaftlichen Nutzung dank nachhaltiger Forstwirtschaft in den letzten 50 Jahren um mehr als 1 Mio. ha zugenommen. \u201eUnsere Branche setzt sich aktiv f\u00fcr nachhaltige Forstwirtschaft und Wiederaufforstung ein\u201c, so Dyckerhoff. Nicht zuletzt leistet die Vergr\u00f6\u00dferung des Waldbestands einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Denn W\u00e4lder agieren als Kohlenstoffsenke.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Negativer CO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdruck \u2013 positiv f\u00fcrs Klima<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Ein Gro\u00dfteil dieser CO<sub>2<\/sub>-Speichereigenschaft bleibt bei der Weiterverarbeitung von Holz zu Papier erhalten. Papiers\u00e4cke sind demnach w\u00e4hrend ihres gesamten Lebenszyklus an der Speicherung von CO<sub>2<\/sub> beteiligt. W\u00fcrde man unter anderem diese Speichereigenschaft mit in die Berechnung des CO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdrucks eines durchschnittlichen Papiersacks einbeziehen, so w\u00e4re er laut einer Studie von RISE aus 2020 mit minus 35 g CO<sub>2<\/sub>e pro Papiersack schon heute positiv f\u00fcrs Klima (4). Dar\u00fcber hinaus hat die GemPSI bereits vor 30 Jahren das R\u00fccknahmesystem REPASACK f\u00fcr das Recycling von Kraftpapiers\u00e4cken eingef\u00fchrt. Aus dem wertvollen langfaserigen Rohstoff der Papiers\u00e4cke lassen sich durch das Recycling andere Packmittel herstellen. Einer Studie (5) der Technischen Universit\u00e4t Graz aus 2021 zufolge lassen sich Verpackungen auf Holzfaserbasis mehr als 25-mal recyceln, ohne dass ihre mechanischen Eigenschaften wesentlich abnehmen. Gem\u00e4\u00df Fraunhofer-Institut UMSICHT (6) wurden im Jahr 2021 beim Recycling von einer Tonne Kraftpapiers\u00e4cken durchschnittlich 183 kg Klimagase sowie 3.150 kg Prim\u00e4rressourcen (Holz) eingespart.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die richtige Auswahl treffen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eBeim Papiersack lassen sich mit einer sorgf\u00e4ltigen und klugen Auswahl der eingesetzten Rohstoffe und deren Lieferanten sowie cleveren Konstruktionsvarianten die Emissionswerte noch weiter verringern\u201c, sagt Dyckerhoff. \u201eDank der Bem\u00fchungen unserer Rohstoff-Lieferanten werden wir k\u00fcnftig noch mehr M\u00f6glichkeiten haben, unsere Scope 3 Emissionen zu verringern.\u201c <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Ob Papier oder Barriereschutzfolie \u2013 durch die Auswahl der jeweils besten Materialien sowie durch konstruktive Raffinessen gibt es viele M\u00f6glichkeiten, den CO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdruck des Papiersacks weiter zu senken.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Produktschutz entlang der Lieferkette<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Einen guten Indikator, das Minimum des CO<sub>2<\/sub>-Aufwands f\u00fcr das Gesamtsystem \u201eVerpackung und Packgut\u201c zu finden, liefert der von der Hochschule M\u00fcnchen definierte IQ (7). Er beschreibt, wieviel Prozent der verpackten Produkte vor Schaden gesch\u00fctzt werden m\u00fcssen, damit die dadurch erzielte CO<sub>2<\/sub>-Einsparung gr\u00f6\u00dfer ist als der Aufwand f\u00fcr die Herstellung der eingesetzten Verpackungen. \u201eDie Einbeziehung des Packguts in die Verpackungsauslegung ist f\u00fcr die Entwicklung des \u00f6kologisch optimalen Papiersacks sinnvoll, aber auch anspruchsvoll, denn sie erfordert viel Wissen. Wir k\u00f6nnen unsere jeweiligen Kunden am besten beraten, wenn wir die nachgelagerte Lieferkette ihres Produkts verstehen\u201c, erkl\u00e4rt Dyckerhoff. \u201eDann k\u00f6nnen wir f\u00fcr sie einen Papiersack mit m\u00f6glichst geringem CO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdruck konfigurieren.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Niedriger Impact Quotient von Papiers\u00e4cken<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Papiers\u00e4cke sind extrem strapazierf\u00e4hig und rei\u00dffest. Bei einem geringen Eigengewicht der Verpackung fassen sie typischerweise 15 bis 25 kg an F\u00fcllgewicht. Daher f\u00e4llt ihr IQ generell niedrig aus. Ein typischer Nahrungsmittelsack weist beispielweise einen IQ von 0,16 % auf. Das bedeutet, wenn einer von 625 Papiers\u00e4cken vor einem Schaden bewahrt wird, hat er weniger CO<sub>2<\/sub> verursacht als durch einen Produktverlust entstehen w\u00fcrde. Beim Chemiesack m\u00fcsste sogar nur rund jeder zweitausendste Sack vor Schaden bewahrt werden. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eGenerell weisen besonders kleine IQ-Werte darauf hin, dass dem Schutz des verpackten Produkts ein besonders hoher Stellenwert zukommt\u201c, erkl\u00e4rt Prof. Dr. Dirk Burth, Hochschule M\u00fcnchen. \u201eDie CO<sub>2<\/sub>-Emissionen durch einen m\u00f6glichen Produktverlust sind in diesem Fall schnell h\u00f6her als die durch die Verpackung entstandenen Emissionen.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>1 https:\/\/www.oesterreich-isst-informiert.at\/verantwortung\/oekobilanz-von-mineralwasserflaschen\/, besucht am 20.10.2023<\/p>\n\n\n\n<p>2 https:\/\/www.neue-verpackung.de\/food\/gesamtsystem-aus-verpackung-und-lebensmittel-272.html, besucht am 20.10.2023<\/p>\n\n\n\n<p>3 RISE, Paper Sack Carbon Footprint Calculator, 2021<\/p>\n\n\n\n<p>4 RISE bioeconomy, The carbon footprint of kraft sack paper and kraft paper sacks 2018, November 2020. Biogene Emissionen entstehen bei der Verbrennung oder der Zersetzung von Biobrennstoffen und biobasierten Produkten. Die biogene Entnahme bezieht sich auf die Kohlenstoffbindung, die mit der Forstwirtschaft, der Produktion von Biobrennstoffen und biobasierten nicht faserhaltigen Einsatzstoffen zusammenh\u00e4ngt. 2018 betrug die biogene Kohlenstoffbilanz in der Produktionsphase \u2013120 g CO2e pro Papiersack. Zusammen mit der fossilen CO2-Bilanz in der Produktionsphase von 85 g CO2e pro Sack l\u00e4ge das Ergebnis sogar bei \u201335 g CO2e pro Papiersack, was eine positive Auswirkung auf das Klima bedeutet.<\/p>\n\n\n\n<p>5 Dr Rene Eckhart, Technische Universit\u00e4t Graz, Recyclability of cartonboard and carton, 2021<\/p>\n\n\n\n<p>6 Fraunhofer UMSICHT, Resources SAVED by Recycling, 2022<\/p>\n\n\n\n<p>7 https:\/\/www.neue-verpackung.de\/food\/gesamtsystem-aus-verpackung-und-lebensmittel-272.htm und https:\/\/www.chemietechnik.de\/anlagentechnik\/abfuellen-verpacken\/industrieverpackungen-produktschutz-entscheidet-ueber-die-umweltwirkung-122.html, besucht am 20.10.2023<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Denn sie wirkt sich auch auf den CO2-Fu\u00dfabdruck des verpackten Produkts aus. Was hat das mit dem IQ zu tun? Eine Menge! 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