{"id":13408,"date":"2013-09-27T00:00:00","date_gmt":"2013-09-26T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20130927-02n"},"modified":"2013-09-27T00:00:00","modified_gmt":"2013-09-26T22:00:00","slug":"erstmals-benzin-am-kit-hergestellt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/erstmals-benzin-am-kit-hergestellt\/","title":{"rendered":"Erstmals Benzin am KIT hergestellt"},"content":{"rendered":"<p><b>Zum ersten Mal wird am Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie (KIT) Benzin hergestellt: Die Synthesestufe der bioliq\u00ae-Pilotanlage ging erfolgreich in Betrieb. Damit ist das KIT gemeinsam mit der Chemieanlagenbau Chemnitz GmbH bei der Herstellung umweltfreundlicher Kraftstoffe aus Restbiomasse weiter vorangekommen. Vom bioliq\u00ae-Prozess sind nun die Schnellpyrolyse und die Hochdruck-Flugstromvergasung sowie die Synthese verwirklicht. Damit ist die gesamte bioliq\u00ae-Anlage komplett. Der abschlie\u00dfende Schritt wird sein, nun die vollst\u00e4ndige Prozesskette im Zusammenspiel zu erproben und f\u00fcr die industrielle Gro\u00dfanwendung zu optimieren.<\/b><\/p>\n<p>Sobald alle Stufen des bioliq\u00ae-Prozesses miteinander verbunden sind, wird die Pilotanlage hochwertigen Treibstoff aus Stroh liefern. Dies wird voraussichtlich Mitte 2014 sein. Das am KIT entwickelte vierstufige bioliq\u00ae-Verfahren ber\u00fccksichtigt, dass Stroh, wie auch andere biogene Reststoffe, eine geringe Energiedichte aufweisen und r\u00e4umlich weit verteilt anfallen. Zugleich erm\u00f6glicht es eine wirtschaftliche gro\u00dftechnische Produktion von hochwertigen motorvertr\u00e4glichen Designerkraftstoffen.<\/p>\n<p>Mit der bioliq\u00ae-Synthesestufe ging nun die letzte der gro\u00dfen Teilanlagen der bioliq\u00ae-Pilotanlage am KIT-Campus Nord erfolgreich in Betrieb. Die Synthesestufe setzt &#8211; anschlie\u00dfend an die Hei\u00dfgasreinigung &#8211; Synthesegas in zwei Reaktionsstufen zu hochwertigem Ottokraftstoff um. Die Anlage ist in ihrem Design speziell an die Randbedingungen von CO-reichem Synthesegas angepasst, wie es aus der Vergasung nachhaltiger Biomasse erzeugt wird. Durch die direkte Umsetzung des Synthesegases in der ersten Reaktionsstufe zu Dimethylether l\u00e4sst sich der in der Biomasse enthaltene Kohlenstoff bei minimalem Investitionsaufwand maximal ausnutzen.<\/p>\n<p>&#8220;Mit der Verfahrenskette der Teilanlagen, die bereits in Betrieb sind, und der jetzt gestarteten Synthesestufe der bioliq\u00ae-Pilotanlage verf\u00fcgt das KIT \u00fcber die einzige Demonstrationsanlage dieser Art, erkl\u00e4rt der KIT-Vizepr\u00e4sident f\u00fcr Forschung und Innovation, Dr. Peter Fritz. &#8220;Gleichzeitig ist bioliq\u00ae auch eine hervorragende Forschungsplattform f\u00fcr die Nutzung nachhaltiger Biomasse, die nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion steht.&#8221; Professor J\u00f6rg Sauer, Leiter des Instituts f\u00fcr Katalyseforschung und -technologie (IKFT) des KIT, erl\u00e4utert: &#8220;Wir k\u00f6nnen unsere Neuentwicklungen direkt in der Pilotanlage im industrie-relevanten Ma\u00dfstab erproben. So ist es m\u00f6glich, unsere Forschungsergebnisse in Zukunft wesentlich schneller kommerziell umzusetzen.&#8221; Von einem gro\u00dfen Interesse internationaler Kunden am bioliq\u00ae-Verfahren berichtet Joachim Engelmann, Sprecher der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der Chemieanlagenbau Chemnitz GmbH. &#8220;Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit unserem Kooperationspartner KIT hat f\u00fcr uns auch eine wichtige strategische Bedeutung f\u00fcr unsere Zukunft&#8221;, sagt Engelmann.<\/p>\n<p>Der Aufbau der Pilotanlage am KIT Campus Nord wurde vom Bund, vom Land Baden-W\u00fcrttemberg und der EU gef\u00f6rdert. Neben zahlreichen Instituten und Dienstleistungseinheiten des KIT sind mehrere Industriepartner an bioliq\u00ae beteiligt.<\/p>\n<p>Die Errichtung der bioliq\u00ae-Synthesestufe hat ein Investitionsvolumen von rund 22 Millionen Euro. 50 Prozent davon wurden durch das Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) sowie Mitteln des Europ\u00e4ischen Fonds f\u00fcr regionale Entwicklung (EFRE) finanziert. Die Mittel des BMELV wurden \u00fcber die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), die Mittel des EFRE \u00fcber das Wirtschaftsministerium Baden-W\u00fcrttemberg zur Verf\u00fcgung gestellt. Die verbleibenden Investitionskosten \u00fcbernahmen das KIT und der Industriepartner Chemieanlagenbau Chemnitz GmbH. Dieser hat die bioliq\u00ae-Synthesestufe projektiert, geliefert, montiert und in Betrieb genommen und wird sich als Partner des KIT im Rahmen eines gemeinsamen Kooperationsvertrags auch an den weiteren Forschungs- und Entwicklungsarbeiten beteiligen.<\/p>\n<p><b><i>Der bioliq\u00ae-Prozess<\/i><\/b><br \/>Der gesamte bioliq\u00ae-Prozess (Biomass to Liquid Karlsruhe) besteht aus vier Stufen. In der ersten Stufe wird die trockene Restbiomasse, die r\u00e4umlich weit verteilt anf\u00e4llt und einen niedrigen Energiegehalt hat, dezentral durch Schnellpyrolyse in eine roh\u00f6lartige Substanz von hoher Energiedichte umgewandelt. Diese Substanz, der sogenannte bioliqSynCrude\u00ae, l\u00e4sst sich wirtschaftlich \u00fcber gro\u00dfe Strecken transportieren und zentral weiterverarbeiten. Ein Hochdruck-Flugstromvergaser setzt den bioliqSynCrude\u00ae bei Temperaturen \u00fcber 1 200 Grad Celsius und Dr\u00fccken bis zu 80 bar zu einem teerfreien Synthesegas um. Dieses Synthesegas besteht zum Gro\u00dfteil aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff. Bei der anschlie\u00dfenden Hei\u00dfgasreinigung geht es darum, St\u00f6rstoffe wie Partikel, Chlor- und Stickstoff-Verbindungen aus dem Synthesegas abzutrennen, das in der Synthesestufe gezielt zu ma\u00dfgeschneiderte hochwertigen Kraftstoffen zusammengesetzt wird.<\/p>\n<p><b>\u00dcber das Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie (KIT)<\/b><br \/>In der Energieforschung ist das Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie (KIT) eine der europaweit f\u00fchrenden Einrichtungen. Das KIT unterst\u00fctzt die Energiewende und den Umbau des Energiesystems in Deutschland durch seine Aktivit\u00e4ten in Forschung, Lehre und Innovation. Hier verbindet das KIT exzellente technik- und naturwissenschaftliche Kompetenzen mit wirtschafts-, geistes- und sozialwissenschaftlichem sowie rechtswissenschaftlichem Fachwissen. Die Arbeit des KIT-Zentrums Energie gliedert sich in sieben Topics: Energieumwandlung, erneuerbare Energien, Energiespeicherung und Energieverteilung, effiziente Energienutzung, Fusionstechnologie, Kernenergie und Sicherheit sowie Energiesystemanalyse. Klare Priorit\u00e4ten liegen in den Bereichen Energieeffizienz und erneuerbare Energien, Energiespeicher und Netze, Elektromobilit\u00e4t sowie dem Ausbau der internationalen Forschungszusammenarbeit.<\/p>\n<p>Das Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie (KIT) ist eine K\u00f6rperschaft des \u00f6ffentlichen Rechts nach den Gesetzen des Landes Baden-W\u00fcrttemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universit\u00e4t als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Thematische Schwerpunkte der Forschung sind Energie, nat\u00fcrliche und gebaute Umwelt sowie Gesellschaft und Technik, von fundamentalen Fragen bis zur Anwendung. Mit rund 9000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, darunter knapp 6000 in Wissenschaft und Lehre, sowie 24 000 Studierenden ist das KIT eine der gr\u00f6\u00dften Forschungs- und Lehreinrichtungen Europas. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung \u2013 Lehre \u2013 Innovation.<\/p>\n<ul>\n<li><b>Weitere Informationen<\/b><br \/><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20130927-02\/2013_119_Erstmals_Benzin_am_KIT_hergestellt_1_72dpi.jpg\" align=\"left\" style=\"margin-right:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"Grafik\"\/><br style=\"clear:left;\"\/><br \/>&#8211; Grafik in druckf\u00e4higer Qualit\u00e4t <a href=\"http:\/\/www.kit.edu\/downloads\/pi_bilder\/2013_119_Erstmals_Benzin_am_KIT_hergestellt_1.jpg\" >zum Download<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Zum ersten Mal wird am Karlsruher Institut f&uuml;r Technologie (KIT) Benzin hergestellt: Die Synthesestufe der bioliq&reg;-Pilotanlage ging erfolgreich in Betrieb. 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