{"id":133907,"date":"2023-11-06T07:32:00","date_gmt":"2023-11-06T06:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=133907"},"modified":"2023-10-31T17:33:27","modified_gmt":"2023-10-31T16:33:27","slug":"cafipla-projekt-entwickelt-innovatives-verfahren-zur-vorbehandlung-von-biomasse-fur-die-biookonomie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/cafipla-projekt-entwickelt-innovatives-verfahren-zur-vorbehandlung-von-biomasse-fur-die-biookonomie\/","title":{"rendered":"CAFIPLA-Projekt entwickelt innovatives Verfahren zur Vorbehandlung von Biomasse f\u00fcr die Bio\u00f6konomie"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p><strong>Die Verwendung von Biomasse f\u00fcr die Bio\u00f6konomie konzentriert sich bislang vornehmlich auf Rohstoffe auf Zucker- oder St\u00e4rkebasis, die mit hohen Kosten f\u00fcr die Umwelt im Hinblick auf die Landnutzung sowie auf den Energie- und Ressourcenverbrauch verbunden sind. Ziel des <a href=\"https:\/\/cafipla.eu\/\">Forschungsprojekts \u201eCAFIPLA\u201c<\/a> mit Beteiligung des Deutschen Biomasseforschungszentrums (DBFZ) war es vor diesem Hintergrund, mindestens 80 Prozent biogenen Abfalls aus Haushalten als gemischte Eingangsbiomasse zur Erzeugung von Plattformchemikalien und zur Faserr\u00fcckgewinnung zu nutzen. Hierf\u00fcr konnte im Vorhaben ein pragmatischer Ansatz f\u00fcr die Vorbehandlung von Biomasse umgesetzt werden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im dreij\u00e4hrigen EU-Vorhaben \u201eCombining carboxylic acid production and fibre recovery as an innovative, cost-effective and sustainable pre-treatment process for heterogeneous bio-waste\u201c (CAFIPLA) wurde das Potenzial biogener Abfallstr\u00f6me als Ausgangsmaterial f\u00fcr die Bio\u00f6konomie erschlossen. Im Gegensatz zu den derzeitigen Bio\u00f6konomiesystemen, die von zuckerbasierten Umwandlungen dominiert werden, st\u00fctzt sich das CAFIPLA-Projekt dabei auf die Kombination einer Carbons\u00e4ureplattform (CAP) sowie einer Faserr\u00fcckgewinnungsplattform (FRP), um Biomasse zu Biochemikalien, Bioprodukten, Futtermitteln und Biomaterialien aufzuwerten.<\/p>\n\n\n\n<p>In der in Teneville (S\u00fcdbelgien) errichteten Pilotanlage k\u00f6nnen parallel zwei Fraktionen von Biomasse (trocken und feucht) im sogenannten \u201eCAFIPLA LOOP\u201c fermentiert bzw. zu Faserstoffen verarbeitet werden. Der \u201eNasse Weg\u201c fermentiert die Biomasse, der G\u00e4rrest wird anschlie\u00dfend gepresst und filtriert. Die resultierende Fl\u00fcssigkeit ist ein SCCA-Konzentrat, welches als Ausgangsstoff f\u00fcr die Produktion von Bioplastik, mittelkettigen Milchs\u00e4uren und mikrobiellem Protein dient. Die kurzkettigen Carboxyls\u00e4uren k\u00f6nnen dar\u00fcber hinaus zu mikrobiellem Proteinpulver f\u00fcr Nahrungs- und Futtermittelzusatz und D\u00fcnger weiterverarbeitet werden. Die faserr\u00fcckst\u00e4nde des G\u00e4rrestes sowie zerkleinerte Gr\u00fcn- und Papierabf\u00e4lle dienen als Zuschlagstoff f\u00fcr biogene Verbandstoffe, Isolier- und D\u00e4mmmaterialien, die \u00fcber den \u201etrockenen Weg\u201c aus Gr\u00fcnschnitt gewonnen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Projektpartner haben Wissenschaftler:innen des DBFZ technisch und legal nutzbaren Biomassen rund um die Pilotanlage kartiert und quantifiziert. F\u00fcr die EU-weite Etablierung der Technologie wurde zudem ein Dashboard, der EU-Potential-Atlas (siehe Link) entwickelt. Im interaktiven Tool werden nicht nur die Gebiete mit hohem theoretischem Potential der einzelnen Biomassen visualisiert, sondern auch die zeitliche Entwicklung von 2010 bis 2020 der Mengen angeben und Regionen verglichen. Der Nutzende kann europaweit zwischen L\u00e4ndern (NUTS 0) und Gemeindeebene (NUTS 3) w\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"473\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/10\/Cafipla_Loup-1024x473.jpg\" alt=\"Bioabfallverwertung im CAFIPLA-LOOP; \n\" class=\"wp-image-133933\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/10\/Cafipla_Loup-1024x473.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/10\/Cafipla_Loup-300x139.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/10\/Cafipla_Loup-150x69.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/10\/Cafipla_Loup-768x355.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/10\/Cafipla_Loup-1536x710.jpg 1536w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/10\/Cafipla_Loup-2048x946.jpg 2048w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/10\/Cafipla_Loup-400x185.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><small>Bioabfallverwertung im CAFIPLA-LOOP; Quelle: CAFIPLA\/Deliverable D4.6<\/small><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Im Zuge des Biomasse-Screenings haben Wissenschaftler:innen des DBFZ auch die Verwertungskette von der Biomassequelle bis hin zum CAFIPLA LOOP auf seine sozio-\u00f6konomischen Aspekte untersucht. Hierf\u00fcr wurden unter anderem Workshops mit Abfallunternehmen, Biomassebesitzer:innen, Wissenschaftler:innen, Technologieunternehmen, Organisationen im Bereich Biomassenutzung sowie mit politischen Entscheidungstragenden durchgef\u00fchrt. Hierbei fiel insbesondere die ungenaue und sich stetig \u00e4ndernde Gesetzgebung in der EU, aber auch einzelner Regionen auf, die eine schnellere Etablierung neuer Verwertungspfade von Bioabf\u00e4llen behindert. Zudem brauche es, so die Erkenntnis der beteiligten Wissenschaftler, Zertifizierungsverfahren, um die Einhaltung von Standards abfallbasierten Produkte zu gew\u00e4hrleisten und eine noch fehlende Akzeptanz der Bev\u00f6lkerung zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Weitere Informationen<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>EU Potential-Atlas (BETA)<\/strong><br><a href=\"https:\/\/datalab.dbfz.de\/resdb\/maps?lang=en\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/datalab.dbfz.de\/resdb\/maps?lang=en<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Methodenpaper zum Biomassepotential (Preprint):<\/strong><br><a href=\"https:\/\/essd.copernicus.org\/preprints\/essd-2023-179\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/essd.copernicus.org\/preprints\/essd-2023-179\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Recomendation Paper wie Bioabfall zuk\u00fcnftig besser genutzt werden kann:<\/strong><br><a href=\"https:\/\/www.mdpi.com\/2071-1050\/15\/17\/13147\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.mdpi.com\/2071-1050\/15\/17\/13147<\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Smart Bioenergy \u2013 Innovationen f\u00fcr eine nachhaltige Zukunft<\/strong> &#8211; \u00fcber das Deutsche Biomasseforschungszentrum<\/h3>\n\n\n\n<p>Das Deutsche Biomasseforschungszentrum arbeitet als zentraler und unabh\u00e4ngiger Vordenker im Bereich der energetischen und stofflichen Biomassenutzung an der Frage, wie die begrenzt verf\u00fcgbaren Biomasseressourcen nachhaltig und mit h\u00f6chster Effizienz und Effektivit\u00e4t zum bestehenden und zuk\u00fcnftigen Energiesystem beitragen k\u00f6nnen. Im Rahmen der Forschungst\u00e4tigkeit identifiziert, entwickelt, begleitet, evaluiert und demonstriert das DBFZ die vielversprechendsten Anwendungsfelder f\u00fcr Bioenergie und die besonders positiv herausragenden Beispiele gemeinsam mit Partnern aus Forschung, Wirtschaft und \u00d6ffentlichkeit. Mit der Arbeit des DBFZ soll das Wissen \u00fcber die M\u00f6glichkeiten und Grenzen einer energetischen und integrierten stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe in einer biobasierten Wirtschaft insgesamt erweitert und die herausragende Stellung des Industriestandortes Deutschland in diesem Sektor dauerhaft abgesichert werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kontakt<\/h3>\n\n\n\n<p>Susann G\u00fcnther<br>Tel.:&nbsp;(0)341 2434-589<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Verwendung von Biomasse f\u00fcr die Bio\u00f6konomie konzentriert sich bislang vornehmlich auf Rohstoffe auf Zucker- oder St\u00e4rkebasis, die mit hohen Kosten f\u00fcr die Umwelt im Hinblick auf die Landnutzung sowie auf den Energie- und Ressourcenverbrauch verbunden sind. 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