{"id":13358,"date":"2013-06-19T00:00:00","date_gmt":"2013-06-18T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20130627-02n"},"modified":"2013-06-19T00:00:00","modified_gmt":"2013-06-18T22:00:00","slug":"leguminosen-projekt-zum-vielfaeltigen-eiweisspflanzenanbau-gestartet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/leguminosen-projekt-zum-vielfaeltigen-eiweisspflanzenanbau-gestartet\/","title":{"rendered":"Leguminosen: Projekt zum vielf\u00e4ltigen Eiwei\u00dfpflanzenanbau gestartet"},"content":{"rendered":"<p><b>Eiwei\u00dfpflanzen, auch Leguminosen genannt, tragen in hohem Ma\u00dfe zur Vielfalt auf heimischen \u00c4ckern bei: Es gibt eine gro\u00dfe Bandbreite an Sorten, die in unterschiedlichen Anbausystemen als Futter- oder K\u00f6rnerleguminosen, als Untersaat, Zwischen- oder Hauptfrucht oder zusammen mit Gemengepartnern angebaut werden k\u00f6nnen. Daneben bieten sie eine Reihe von Verwertungsm\u00f6glichkeiten. Leguminosen eigenen sich besonders f\u00fcr einen natur- und ressourcenschonenden Anbau. Weil sie Luftstickstoff binden, wird der Boden, auf dem sie wachsen, mit Stickstoff angereichert. In der Fruchtfolge verbessern sie die Bodenstruktur. Dar\u00fcber hinaus bietet der Leguminosenanbau Nahrung sowie R\u00fcckzugs- und Lebensraum f\u00fcr eine Vielzahl von wildlebenden Insekten, V\u00f6geln und anderen Tieren.<\/b><\/p>\n<p>Aufgrund der vielf\u00e4ltigen positiven Leistungen der Leguminosen hat das Bundesamt f\u00fcr Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums f\u00fcr Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) ein Forschungs- und Entwicklungsvorhaben ins Leben gerufen. Es soll praxistaugliche Anbaukonzepte sammeln, mit denen der Leguminosenanbau nachhaltig und naturvertr\u00e4glich in vielf\u00e4ltige Fruchtfolgen integriert werden kann. Dazu werden Wissen und Erfahrungen sowohl aus der Forschung als auch aus der landwirtschaftlichen Praxis zusammengetragen. Sogenannte &#8220;Best-Practice-Betriebe&#8221; sollen ihre erfolgreichen Ideen an andere weitergeben. Es handelt sich um Betriebe, die auf unterschiedlichen Standorten verschiedene Leguminosen und Gemenge in ihren Betriebsablauf integrieren. <\/p>\n<p>Die im Projekt zusammengetragenen Konzepte sollen das Interesse wecken, den Leguminosenanbau auf dem eigenen Betrieb auszuweiten beziehungsweise \u00fcberhaupt auszuprobieren. Das Ziel ist, zu zeigen, dass es f\u00fcr (fast) jeden Betrieb eine passende Leguminose gibt, die in das Anbau- und Verwertungskonzept passt und sich gleichzeitig positiv auf die Biodiversit\u00e4t auswirkt. Am Ende der Projektlaufzeit Mitte 2014 werden die naturvertr\u00e4glichen Anbaukonzepte dieser Modellbetriebe in einem Praxishandbuch ver\u00f6ffentlicht. Das Projekt wird von einem Team aus Agrarwissenschaftlern des Forschungsinstituts f\u00fcr biologischen Landbau (FiBL) und des Fachgebiets \u00d6kologischer Land- und Pflanzenbau der Universit\u00e4t Kassel-Witzenhausen bearbeitet.<\/p>\n<p><b>Hintergrund<\/b><br \/>Der Anbau von Leguminosen ist in Deutschland in den vergangenen Jahren kontinuierlich zur\u00fcckgegangen. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind vielf\u00e4ltig: Mais-, Raps oder Getreideanbau sind kurzfristig betrachtet oftmals wirtschaftlicher f\u00fcr den Betrieb. Unkraut, Krankheiten sowie Sch\u00e4dlinge k\u00f6nnen beim Leguminosenanbau Probleme bereiten und die Ertr\u00e4ge, vor allem bei K\u00f6rnerleguminosen, schwanken in Abh\u00e4ngigkeit von den Witterungsbedingungen betr\u00e4chtlich. Dar\u00fcber hinaus ist die Verwendung von Import-Soja als hochwertiger Eiwei\u00dftr\u00e4ger in der Futtermittelproduktion einfach zu handhaben und immer noch vergleichsweise preisg\u00fcnstig.<\/p>\n<p>Wer so kalkuliert, rechnet allerdings einseitig. Denn mit fundiertem Hintergrundwissen und der f\u00fcr den Standort und den f\u00fcr die betrieblichen Gegebenheiten geeigneten Anbautechnik kann der Anbau von Luzerne, Klee, Ackerbohne, K\u00f6rnererbse, Lupine und Co. nicht nur eine spannende anbautechnische Herausforderung sein, sondern auch eine durchaus wirtschaftlich lohnende Option. Einerseits, weil der Trend zu regionaler und gentechnikfreier F\u00fctterung von Milch- und Fleisch produzierenden Tieren immer st\u00e4rker wird. Andererseits, weil der Leguminosenanbau mehr leistet, als zun\u00e4chst am jeweiligen Ertrag erkennbar ist: Der Anbau von heimischen Eiwei\u00dfpflanzen kann die nat\u00fcrliche Biodiversit\u00e4t sowie die genetische Vielfalt in der Agrarlandschaft erh\u00f6hen und tr\u00e4gt zugleich zu wichtigen \u00d6kosystemdienstleistungen bei. Denn Leguminosen ben\u00f6tigen z.B. keinen energieaufwendig hergestellten Stickstoffd\u00fcnger, um gut zu gedeihen. <\/p>\n<p>Durch den Eintrag von Luftstickstoff in den Boden f\u00fchrt der Leguminosenanbau \u00fcber das eigene Wachstum hinaus auch zu h\u00f6heren Ertr\u00e4gen mit vermindertem D\u00fcngerbedarf in der Folgefrucht. Durch die Pfahlwurzeln der Leguminosen wird der Boden auch in tieferen Schichten gelockert. So werden f\u00fcr andere Pflanzen nicht erreichbare N\u00e4hrstoffe wieder verf\u00fcgbar gemacht. Der Anbau von Leguminosen lockert auch die Fruchtfolge auf, was wiederum dazu beitr\u00e4gt, Vermehrungszyklen von Sch\u00e4dlingen und Krankheiten zu durchbrechen und manchem hartn\u00e4ckigen Unkraut auch ohne Pflanzenschutzmitteleinsatz wieder Herr zu werden.<\/p>\n<p><b>Feldtage<\/b><br \/>In diesem Jahr finden zwei Feldtage statt: Auf der Dom\u00e4ne Frankenhausen in Grebenstein am 26. Juni 2013 und im Klettgau auf dem Hof Gasswies am 30. Juli 2013. Interessierte Landwirte und Berater sind herzlich eingeladen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fibl.org\/fileadmin\/documents\/de\/news\/2013\/Einladung_Feldtag_Leguminosen_Frankenhausen130626.pdf\" >Einladung zum Feldtag auf der Dom\u00e4ne Frankenhausen (209 KB)<\/a><\/p>\n<p>Die Termine f\u00fcr das n\u00e4chste Jahr werden noch bekannt gegeben.<\/p>\n<p><b>Demonstrationsbetriebe: Vielfalt jederzeit erleben<\/b><br \/>Die Dom\u00e4ne Frankenhausen und der Hof Gasswies sind gleichzeitig auch Demonstrationsbetriebe, auf denen Schauparzellen mit einer gro\u00dfen Vielzahl verschiedener Leguminosen zu sehen sind. Abgesehen von den Feldtagen k\u00f6nnen diese beiden Betriebe auch w\u00e4hrend der gesamten Vegetationsperiode ohne Voranmeldung besucht werden. Informationen zu den Parzellen sind vor Ort vorhanden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Eiwei&szlig;pflanzen, auch Leguminosen genannt, tragen in hohem Ma&szlig;e zur Vielfalt auf heimischen &Auml;ckern bei: Es gibt eine gro&szlig;e Bandbreite an Sorten, die in unterschiedlichen Anbausystemen<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[1151,279,5161,1833],"class_list":["post-13358","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-bundesamt-fuer-naturschutz-bfn","supplier-bundesministerium-fuer-umwelt-naturschutz-und-reaktorsicherheit","supplier-forschungsinstitut-fuer-biologischen-landbau-fibl-","supplier-universitaet-kassel"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13358","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13358"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13358\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13358"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13358"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13358"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=13358"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}