{"id":133402,"date":"2023-10-20T07:32:00","date_gmt":"2023-10-20T05:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=133402"},"modified":"2023-10-16T13:51:03","modified_gmt":"2023-10-16T11:51:03","slug":"bcg-studie-gruner-wasserstoff-ist-deutlich-teurer-als-gedacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bcg-studie-gruner-wasserstoff-ist-deutlich-teurer-als-gedacht\/","title":{"rendered":"BCG-Studie: Gr\u00fcner Wasserstoff ist deutlich teurer als gedacht"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p>Gr\u00fcner Wasserstoff ist deutlich teurer als angenommen.&nbsp;Das ergab eine Analyse der Beratungsagentur BCG, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.&nbsp;\u201eEine Mischung aus mehreren Entwicklungen sorgt daf\u00fcr, dass die Kosten f\u00fcr tats\u00e4chliche Wasserstoffprojekte gerade h\u00f6her sind als fr\u00fcher angenommen\u201c, sagt Jens Burchardt, Energieexperte bei BCG.&nbsp;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"799\" height=\"483\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/10\/Bildschirmfoto-2023-10-16-um-13.08.11.png\" alt=\"Gr\u00fcner Wasserstoff wird teurer\" class=\"wp-image-133405\" style=\"aspect-ratio:1.6542443064182195;width:698px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/10\/Bildschirmfoto-2023-10-16-um-13.08.11.png 799w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/10\/Bildschirmfoto-2023-10-16-um-13.08.11-300x181.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/10\/Bildschirmfoto-2023-10-16-um-13.08.11-150x91.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/10\/Bildschirmfoto-2023-10-16-um-13.08.11-768x464.png 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/10\/Bildschirmfoto-2023-10-16-um-13.08.11-400x242.png 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 799px) 100vw, 799px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Gr\u00fcner Wasserstoff wird teurer. Foto: IMAGO\/Jochen Tack\u00a0<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Statt drei Euro pro Kilogramm w\u00fcrden f\u00fcr gr\u00fcnen Wasserstoff ab 2030 voraussichtlich Preise zwischen f\u00fcnf bis acht Euro aufgerufen.&nbsp;Auch der tagesaktuelle Wasserstoffpreisindex Hydex schwankt aktuell zwischen vier bis acht Euro je Kilogramm. Branchenteilnehmer berichten dem Handelsblatt teilweise sogar von Preisen&nbsp;bis zu zehn Euro. Erste Projekte w\u00fcrden bereits auf den Pr\u00fcfstand gestellt.&nbsp;\u201eWenn hier nichts passiert, werden viele dieser Projekte nicht umgesetzt\u201c, glaubt auch Burchardt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Energiewende w\u00e4re das eine katastrophale Nachricht.&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/energie\/energie-neuer-geldgeber-fuer-mega-wasserstoffprojekt-in-hamburg\/29399680.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Gr\u00fcner Wasserstoff gilt als wichtiger Baustein&nbsp;<\/a>f\u00fcr den Umbruch von fossilen Brennstoffen zu erneuerbaren Energien. \u00dcberall dort, wo \u00d6kostrom keine L\u00f6sung ist, soll gr\u00fcner Wasserstoff helfen, die Industrie zu dekarbonisieren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In manchen Branchen gilt der gr\u00fcne Wasserstoff sogar als die einzige Alternative, beispielsweise in der Chemie-, Zement- oder Stahlindustrie. Auch\u00a0im Schwerlastverkehr soll gr\u00fcner Wasserstoff eingesetzt werden. Der Bedarf ist riesig. Die Bundesregierung will bis 2030 zehn Gigawatt an gr\u00fcnem Wasserstoff hierzulande produzieren. Noch sind die Mengen auf dem Markt allerdings verschwindend gering.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Wasser und dem Verfahren der Elektrolyse wird gr\u00fcner Wasserstoff aus gr\u00fcnem Strom\u00a0hergestellt. Die Wasserstoffwirtschaft steht dabei allerdings erst am Anfang. Projekte gibt es bislang nur auf Pilotbasis. Bis 2030 sind dagegen allein in\u00a0<a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/themen\/deutschland\">Deutschland<\/a>\u00a0und den Niederlanden Projekte mit einer Kapazit\u00e4t von 23 Gigawatt angek\u00fcndigt. Eine finale Investitionsentscheidung steht in den meisten F\u00e4llen allerdings noch aus.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWie in allen anderen Branchen&nbsp;haben Inflation, steigende Zinsen und hohe Strompreise auch Projekte f\u00fcr gr\u00fcnen Wasserstoff deutlich teurer werden lassen\u201c, best\u00e4tigt Nils Aldag, Mitgr\u00fcnder und CEO des Elektrolyseur-Herstellers Sunfire, im Gespr\u00e4ch mit dem Handelsblatt. Hinzu kommen laut Experten untersch\u00e4tzte Gesamtkosten f\u00fcr Projekte mit gr\u00fcnem Wasserstoff und eine langsamere Lernkurve bei der Entwicklung von Elektrolyseuren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Jahrelanges Warten auf politische Entscheidungen<\/h3>\n\n\n\n<p>Vor allem f\u00fcr zuk\u00fcnftige Abnehmer\u00a0k\u00f6nnte das zum Problem werden. Zu solchen Kosten werde gr\u00fcner Wasserstoff in Deutschland kaum Nachfrage finden, ist auch Burchardt \u00fcberzeugt. Unternehmen berichten\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/29228444\/energie\/nucera-boersengang-unsicherer-markt-bremst-investitionen-in-wasserstoff\/29228444.html\" target=\"_blank\">von Unsicherheiten bei ihren Kunden.<\/a>\u00a0Das liege aber auch daran, dass teilweise Entscheidungen \u00fcber finanzielle Hilfen aus Br\u00fcssel auch nach mehreren Jahren noch immer ausstehen und regulatorische Instrumente wie die Wasserstoffbank der Europ\u00e4ischen Union gerade erst anlaufen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wasserstoffbank&nbsp;soll f\u00fcr gr\u00fcnen Wasserstoff in der EU eine&nbsp;Umweltpr\u00e4mie an&nbsp;die Industrie auszahlen und so die Preisdifferenz zwischen fossilem und gr\u00fcnem Wasserstoff&nbsp;ausgleichen. Das Budget ist zum Start allerdings begrenzt: Gerade mal 800 Millionen Euro stehen aktuell zur Verf\u00fcgung. Das sei viel zu wenig, kritisieren Branchenteilnehmer.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Sunfire-Chef Aldag zeigt sich trotzdem optimistisch: \u201eJa, es ist teurer geworden, aber es gibt auch Mechanismen, die uns helfen, und dann lassen sich die h\u00f6heren Preise auch in den Griff bekommen\u201c, ist er \u00fcberzeugt.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor allem die deutschen Klimaschutzvertr\u00e4ge, die Wirtschaftsminister Robert Habeck ausgearbeitet hat, k\u00f6nnten den Kostenanstieg d\u00e4mpfen. Darin sind zus\u00e4tzliche F\u00f6rderungen f\u00fcr die Industrie vorgesehen.&nbsp;Das Geld soll dabei vor allem h\u00f6here Kosten durch die Umstellung auf eine klimafreundliche Produktion ausgleichen. Voraussetzung sind der Einsatz von 100 Prozent \u00d6kostrom und bisherige Emissionen von zehn Kilotonnen CO2 pro Jahr und Firma.<\/p>\n\n\n\n<p>Energieexperte Burchardt ist \u00fcberzeugt, dass das nicht ausreicht. Vor allem f\u00fcr Projekte in dieser Dekade&nbsp;brauche es Subventionen, um die hohen Produktionskosten abzufedern. \u201eWir glauben weiterhin, dass die Preise in den 30er-Jahren deutlich sinken\u201c, so Burchardt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts der hohen Preise sei die&nbsp;Frage nach der zuk\u00fcnftigen Rolle von Wasserstoff aber trotzdem beantwortet:&nbsp;\u201eIn Sektoren, die eine Alternative haben, wird Wasserstoff bei solchen Kosten keine gro\u00dfe Rolle spielen, zum Beispiel f\u00fcr Gasheizungen in Privathaushalten\u201c, ist Burchardt \u00fcberzeugt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gr\u00fcner Wasserstoff ist deutlich teurer als angenommen.&nbsp;Das ergab eine Analyse der Beratungsagentur BCG, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.&nbsp;\u201eEine Mischung aus mehreren Entwicklungen sorgt daf\u00fcr, dass die Kosten f\u00fcr tats\u00e4chliche Wasserstoffprojekte gerade h\u00f6her sind als fr\u00fcher angenommen\u201c, sagt Jens Burchardt, Energieexperte bei BCG.&nbsp; Statt drei Euro pro Kilogramm w\u00fcrden f\u00fcr gr\u00fcnen Wasserstoff ab 2030 voraussichtlich Preise [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","nova_meta_subtitle":"Wasserstoff aus erneuerbarer Energie gilt wichtigen Industrien als einzige L\u00f6sung gegen CO2-Emissionen. 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