{"id":13254,"date":"2013-02-28T00:00:00","date_gmt":"2013-02-27T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20130228-02n"},"modified":"2013-02-28T00:00:00","modified_gmt":"2013-02-27T22:00:00","slug":"bioliq-pilotanlage-hochdruck-flugstromvergasung-erfolgreich-in-betrieb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bioliq-pilotanlage-hochdruck-flugstromvergasung-erfolgreich-in-betrieb\/","title":{"rendered":"bioliq\u00ae-Pilotanlage: Hochdruck-Flugstromvergasung erfolgreich in Betrieb"},"content":{"rendered":"<p><b>Auf dem Weg zur Herstellung umweltfreundlicher Kraftstoffe aus Restbiomasse hat das Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie (KIT) zusammen mit dem Technologiepartner Air Liquide Global E&#038;C Solutions einen weiteren wesentlichen Schritt verwirklicht: Die zweite Prozessstufe der bioliq\u00ae-Pilotanlage ist fertig \u2013 heute wurde der aufw\u00e4ndige Hochdruck-Flugstromvergaser bioliq\u00ae II an den Betrieb \u00fcbergeben. Das am KIT entwickelte Verfahren, das in vier Stufen abl\u00e4uft, erlaubt es, hochwertige und motorenvertr\u00e4gliche Designerkraftstoffe f\u00fcr Diesel- und Ottomotoren herzustellen.<\/b><\/p>\n<p>Der Flugstromvergaser der Stufe II setzt das in der ersten Prozessstufe erzeugte fl\u00fcssige Zwischenprodukt bioliqSyncrude\u00ae zu einem teerfreien Synthesegas um. Da er im Versuchsbetrieb wahlweise bei zwei Druckstufen (40 bar und 80 bar) betrieben werden kann, bedeutet dies maximale Flexibilit\u00e4t f\u00fcr die nachgeschalteten Prozesstufen. Mit der Fertigstellung von bioliq\u00ae II ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Betrieb der gesamten Prozesskette von der Biomasse zum Kraftstoff erreicht.<\/p>\n<p>Der Flugstromvergaser wurde mit einem speziellen Anlagendesign ausgestattet. Dies hat den Vorteil, dass sich unterschiedliche Biomassen, selbst mit einem hohen Ascheanteil, verwerten lassen. Die verwendeten Werkstoffe halten korrosiven Einfl\u00fcssen aus Bestandteilen der Biomasse stand und erlauben einen Betrieb bei hohen Dr\u00fccken. Dies gew\u00e4hrleistet einen industrienahen Betrieb des Flugstromvergasers &#8211; er wird somit zu einer wichtigen Forschungsplattform am KIT.<\/p>\n<p>&#8220;Der gesamte bioliq\u00ae-Prozess ist exemplarisch f\u00fcr die nachhaltige Nutzung von Biomasse und tr\u00e4gt wesentlich dazu bei, fossile Energietr\u00e4ger zu ersetzen und die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen im Verkehrssektor zu verringern&#8221;, erkl\u00e4rte der KIT-Vizepr\u00e4sident f\u00fcr Forschung und Innovation, Dr. Peter Fritz.<\/p>\n<p>&#8220;Mit dem Hochdruck-Flugstromvergaser steht dem KIT-Zentrum Energie nun ein hervorragendes Instrument zur Verf\u00fcgung, das nicht nur die Industrietauglichkeit des bioliq\u00ae-Verfahrens beweisen kann&#8221;, erl\u00e4utert der Projektleiter von bioliq\u00ae II, Professor Thomas Kolb. &#8220;Es wird auch wichtige Forschungsergebnisse im Bereich der Hochtemperaturverfahren generieren und damit zur Entwicklung neuer Technologien beitragen.&#8221; Kolb verweist auf bereits w\u00e4hrend der Bauzeit gegr\u00fcndete Forschungskooperationen wie das virtuelle Helmholtz-Institut HVIGasTech (www.hvigastech.org), das die wissenschaftlichen und technischen Kompetenzen der Partner b\u00fcndelt und in neue Erkenntnisse \u00fcber thermochemische Prozesse bei hohen Dr\u00fccken umsetzt.<\/p>\n<p>&#8220;Da das bioliq\u00ae-Verfahren auf Stroh und weitere biogene Reststoffe zur\u00fcckgreift, die nicht in Konkurrenz zur Nahrungs- oder Futtermittelproduktion stehen, sind wir somit in der Lage, einen wichtigen Teil zur Entwicklung alternativer Energiel\u00f6sungen beizutragen&#8221;, so Francois Venet, Vice President Air Liquide Global E&#038;C Solutions. &#8220;Wir sind stolz, mit unserem Kooperationspartner KIT diese herausfordernde und strategisch wichtige neue Technologie zur Umsetzung von Biomasse in Synthesegas erfolgreich fertig gestellt zu haben, und freuen uns, unser Portfolio im Bereich der &#8220;Erneuerbaren Rohstoffe&#8221; weiter st\u00e4rken zu k\u00f6nnen.&#8221;<\/p>\n<p>Der mehrstufige Prozess ber\u00fccksichtigt sowohl die Tatsache, dass das Stroh und andere biogene Reststoffe r\u00e4umlich weit verteilt anfallen, als auch die Notwendigkeit einer wirtschaftlichen gro\u00dftechnischen Produktion. Der Aufbau der Pilotanlage am KIT Campus Nord wird vom Bund und vom Land Baden-W\u00fcrttemberg gef\u00f6rdert. Neben zahlreichen Instituten und Dienstleistungseinheiten des KIT sind mehrere Industriepartner an bioliq\u00ae beteiligt. Die Errichtung der bioliq\u00ae-Prozessstufe II hat ein Investitionsvolumen von rund 28 Millionen Euro. 50 Prozent davon tr\u00e4gt das Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Diese Mittel werden \u00fcber die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n<p>Die verbleibenden Investitionskosten \u00fcbernehmen das KIT und der Industriepartner AirLiquide Global E&#038;C Solutions je zur H\u00e4lfte. AirLiquide Global E&#038;C Solutions hat die bioliq\u00ae-Prozessstufe II nicht nur projektiert, geliefert, montiert und in Betrieb genommen, sondern wird sich auch an den weiteren Forschungs- und Entwicklungsarbeiten beteiligen.<\/p>\n<div style=\"float:left;margin-right:10px;\">\n<table border=\"0\">\n<tr>\n<td><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20130228-02\/bioliq-Anlage_am_KIT_kl.jpg\" align=\"left\" BORDER=\"0\" ALT=\"Die bioliq\u00ae-Anlage am KIT: In einem mehrstufigen Prozess entstehen aus Stroh und anderen biogenen Reststoffen hochwertige <br \/>synthetische Kraftstoffe. Foto: Markus Breig, KIT&#8221;><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"font-size:10px\" align=\"left\">Die bioliq\u00ae-Anlage am KIT: In einem mehrstufigen Prozess entstehen aus Stroh und anderen biogenen Reststoffen hochwertige <br \/>synthetische Kraftstoffe. Foto: Markus Breig, KIT<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><br style=\"clear:left;\"\/><br \/><b>Der bioliq\u00ae-Prozess<\/b><br \/>Der gesamte bioliq\u00ae-Prozess (Biomass to Liquid Karlsruhe) besteht aus vier Stufen. In Stufe I wird die trockene Restbiomasse, die r\u00e4umlich weit verteilt anf\u00e4llt und einen niedrigen Energiegehalt hat, dezentral durch Schnellpyrolyse in eine roh\u00f6lartige Substanz von hoher Energiedichte umgewandelt. Der sogenannte bioliqSyncrude\u00ae l\u00e4sst sich wirtschaftlich \u00fcber lange Strecken transportieren und zentral weiterverarbeiten. In der zweiten Prozessstufe setzt der Hochdruck-Flugstromvergaser den bioliqSyncrude\u00ae bei Temperaturen \u00fcber 1.200 Grad Celsius und Dr\u00fccken bis zu 80 bar zu einem teerfreien Synthesegas um. Dieses Synthesegas besteht zum Gro\u00dfteil aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff. In dieser Stufe II stellen die hohen Temperaturen, der hohe Druck und die reaktiven Produkte gro\u00dfe Anforderungen an den Prozess, die Instrumentierung, die Steuerung und die Sicherheitstechnik der Anlage. Bei der anschlie\u00dfenden Hei\u00dfgasreinigung \u2013 Stufe III \u2013 geht es darum, St\u00f6rstoffe wie Partikel, Chlor- und Stickstoff-Verbindungen aus dem Synthesegas abzutrennen. In der vierten und letzten Prozessstufe werden die Gasmolek\u00fcle gezielt zu ma\u00dfgeschneiderten Kraftstoffen zusammengesetzt.<\/p>\n<div style=\"float:left;margin-right:10px;\">\n<table border=\"0\">\n<tr>\n<td><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20130228-02\/vergasung_kit.jpg\" align=\"left\" BORDER=\"0\" ALT=\"Der bioliq\u00ae-Prozess \"\/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"font-size:10px\" align=\"left\">Der bioliq\u00ae-Prozess <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><br style=\"clear:left;\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Auf dem Weg zur Herstellung umweltfreundlicher Kraftstoffe aus Restbiomasse hat das Karlsruher Institut f&uuml;r Technologie (KIT) zusammen mit dem Technologiepartner Air Liquide Global E&amp;C Solutions<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[19232,1563],"class_list":["post-13254","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-fachagentur-nachwachsende-rohstoffe-e-v-fnr","supplier-karlsruher-institut-fuer-technologie-kit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13254","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13254"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13254\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13254"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13254"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13254"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=13254"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}