{"id":13195,"date":"2012-10-02T00:00:00","date_gmt":"2012-10-01T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20121002-01n"},"modified":"2012-10-02T00:00:00","modified_gmt":"2012-10-01T22:00:00","slug":"schmierstoffe-aus-pflanzenoel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/schmierstoffe-aus-pflanzenoel\/","title":{"rendered":"Schmierstoffe aus Pflanzen\u00f6l"},"content":{"rendered":"<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20121002-01\/pi63_g_Leuna_Epoxide.jpg\" align=\"right\" style=\"margin-left:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"pi63_g_Leuna_Epoxide.jpg\"\/><b>Unabh\u00e4ngigkeit vom Erd\u00f6l ist der Traum vieler rohstoffarmer L\u00e4nder. Doch das schwarze Gold nimmt nach wie vor nicht nur eine dominante Rolle als Energietr\u00e4ger, sondern auch als Material f\u00fcr die chemische Industrie ein. Um das zu \u00e4ndern, haben Forscher das Projekt \u00bbIntegrierte BioProduktion\u00ab gestartet. Im Fraunhofer-Zentrum f\u00fcr Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP in Leuna beginnt ab Anfang Oktober die Herstellung von Epoxiden aus heimischen pflanzlichen \u00d6len im Pilotma\u00dfstab. Die chemischen Zwischenprodukte dienen zur Herstellung von Schmierstoffen, Tensiden oder Emulgatoren.<\/b><\/p>\n<p>Epoxide sind sehr reaktionsf\u00e4hige organische Verbindungen, die aus einem Dreiring mit zwei Kohlenstoff- und einem Sauerstoffatom bestehen. Die chemische Industrie nutzt sie unter anderem zur Herstellung von Schmier\u00f6len f\u00fcr Fahrzeuge und Motoren oder von Tensiden und Emulgatoren f\u00fcr Wasch- und Reinigungsmittel. Bisher basieren Epoxide meist auf Ausgangsstoffen, die aus Erd\u00f6l gewonnen werden. Forscher am Fraunhofer-Institut f\u00fcr Grenzfl\u00e4chen- und Bioverfahrenstechnik IGB haben ein chemo-enzymatisches Verfahren entwickelt, dass deren Herstellung jetzt auch auf Basis pflanzlicher \u00d6le bei niedriger Temperatur und umweltfreundlicheren Bedingungen erlaubt.<\/p>\n<p>Das Fraunhofer-Zentrum f\u00fcr Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP in Leuna macht diese Technologie nun reif f\u00fcr die industrielle Anwendung. Ab Oktober 2012 werden hier die im Labor gewonnen Erkenntnisse auf einen gr\u00f6\u00dferen Ma\u00dfstab hochskaliert. In dem neuen Zentrum sind Volumen von bis zu 100 Litern m\u00f6glich. Das entspricht einer Menge von bis zu 70 Kilogramm an Epoxiden. Bislang konnte diese Reaktion lediglich im Gramm-Bereich realisiert werden. Bis April 2014 entwickeln die 14 Partner des Projekts \u00bbIntegrierte BioProduktion\u00ab ein Verfahren zur Gewinnung von Epoxiden aus heimischen Pflanzen\u00f6len f\u00fcr die Industrie.<\/p>\n<p><b>Nebenprodukte der Lebensmittelindustrie nutzen<\/b><br \/>Zur Herstellung von Epoxiden eignen sich zum Beispiel Senf-, Holunderkern-, Krambe- oder Drachenkopf\u00f6l. Teilweise fallen diese \u00d6le als Nebenprodukte in der Lebensmittelproduktion an, werden selbst aber nicht als Lebensmittel genutzt. Das Epoxid wird in Leuna aus den fl\u00fcssigen \u00d6len oder auch Fetts\u00e4uren mit Hilfe der chemo-enzymatischen Epoxidierung gewonnen. Im Unterschied zu der etablierten rein chemischen Variante katalysiert hier das Enzym Lipase das Epoxidierungsmittel Pers\u00e4ure. Die wesentlichen Vorteile liegen in der einfacheren und effizienteren Handhabung der Enzyme. Im Vergleich zu vielen anderen chemischen Reaktionen arbeiten sie bei moderateren Temperaturen, Normaldruck und neutralem pH-Wert. Gleichzeitig f\u00fchren Enzyme die Epoxidierung nur an der gew\u00fcnschten Stelle im Molek\u00fcl ohne Nebenreaktionen aus.<\/p>\n<p>\u00bbAuch wenn sich die petrochemischen Verfahren nie vollst\u00e4ndig ersetzen lassen \u2013 das Potential von nachwachsenden Rohstoffen f\u00fcr die chemische Industrie ist enorm. 2009 wurden etwa 14 Millionen Tonnen Pflanzen\u00f6l f\u00fcr chemisch-technische Produkte verwendet, im Vergleich zu ca. 400 Millionen Tonnen Mineral\u00f6l im gleichen Jahr. Um die Abh\u00e4ngigkeit vom Erd\u00f6l zu reduzieren und Einsparpotentiale an CO<sub>2<\/sub>-\u00c4quivalenten auszusch\u00f6pfen, ben\u00f6tigt die Industrie hochmoderne Bioraffinerien. Wir entwickeln in Leuna daf\u00fcr die geeigneten Prozesse\u00ab, erkl\u00e4rt Dr. Katja Patzsch, Gruppenleiterin Biotechnologische Verfahren am CBP.<\/p>\n<p><b>Projekt \u00bbIntegrierte BioProduktion\u00ab<\/b><br \/>Das Verbundvorhaben \u00bbIntegrierte BioProduktion\u00ab wird vom Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) gef\u00f6rdert. Im Mittelpunkt der Forschungsaktivit\u00e4ten steht die Steigerung des Einsatzes nachwachsender Rohstoffe, vor allem heimischer pflanzlicher \u00d6le, zur Herstellung von Synthesebausteinen f\u00fcr die chemische Industrie. In der 1. Phase bis April 2012 wurden relevante Pflanzen\u00f6le ausgew\u00e4hlt und bewertet, chemische und biotechnologische Konversionsverfahren im Laborma\u00dfstab entwickelt und getestet sowie geeignete Katalysatoren identifiziert. In der bis 2014 angesetzten 2. Phase liegt der Fokus auf der Optimierung und der Skalierung ausgew\u00e4hlter Prozesse in industriell relevante Ma\u00dfst\u00e4be, wobei das Fraunhofer-Zentrum CBP den Schnittpunkt darstellt. Ab Oktober 2012 testet es die hochskalierten Anlagen und Prozesse zusammen mit den Projektpartnern Addinol Lube Oil GmbH, Dracosa AG, DHW Deutsche Hydrierwerke GmbH Rodleben, Taminco GmbH, Umicore AG &#038; Co. KG, Linde Engineering Dresden GmbH, Eucodis Bioscience GmbH, Th\u00fcringer Landesanstalt f\u00fcr Landwirtschaft, InfraLeuna GmbH, Martin-Luther-Universit\u00e4t Halle-Wittenberg, Fraunhofer-Institut f\u00fcr Grenzfl\u00e4chen- und Bioverfahrenstechnik IGB, Fraunhofer-Institut f\u00fcr Chemische Technologie ICT und Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie KIT.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Unabh&auml;ngigkeit vom Erd&ouml;l ist der Traum vieler rohstoffarmer L&auml;nder. 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