{"id":13187,"date":"2012-10-08T00:00:00","date_gmt":"2012-10-07T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20121008-05n"},"modified":"2012-10-08T00:00:00","modified_gmt":"2012-10-07T22:00:00","slug":"studie-im-auftrag-des-umweltbundesamtes-veroeffentlicht-biokunststoffe-nicht-besser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/studie-im-auftrag-des-umweltbundesamtes-veroeffentlicht-biokunststoffe-nicht-besser\/","title":{"rendered":"Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes ver\u00f6ffentlicht: Biokunststoffe nicht besser"},"content":{"rendered":"<p><b>Biologisch abbaubare Kunststoffe f\u00fcr Verpackungen, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden, haben insgesamt keinen \u00f6kologischen Vorteil. Durch den Anbau und die Verarbeitung von Pflanzen f\u00fcr diese Verpackungen versauern B\u00f6den und eutrophieren Gew\u00e4sser st\u00e4rker als durch die Herstellung herk\u00f6mmlicher Kunststoffverpackungen. Zudem entstehen h\u00f6here Feinstaubemissionen. Auch die vermehrt angebotenen Bioplastikt\u00fcten haben damit keinen Umweltvorteil. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes. Diese sollte vor allem ermitteln, ob die Erleichterungen in der Verpackungsverordnung f\u00fcr bioabbaubare Kunststoffverpackungen aus \u00f6kologischer Sicht weiterhin gerechtfertigt sind. Eine entsprechende Sonderregelung l\u00e4uft Ende des Jahres aus. &#8220;Verpackungen auf der Basis von so genannten Biokunststoffen haben unter dem Strich keine Umweltvorteile. Die Klimabilanz von Biokunststoffen ist zwar g\u00fcnstiger, daf\u00fcr gibt es Nachteile bei anderen Umweltbelastungen,&#8221; sagt Jochen Flasbarth, Pr\u00e4sident des Umweltbundesamtes (UBA). &#8220;Die Ergebnisse sprechen daf\u00fcr, die Sonderregelung f\u00fcr solche Verpackungen, wie etwa die Befreiung von der R\u00fccknahmepflicht des Handels, nicht zu verl\u00e4ngern.&#8221;<\/b><\/p>\n<p>Betrachtet man den gesamten Lebensweg biologisch abbaubarer Kunststoffverpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen \u2013 von der Herstellung bis zur Entsorgung \u2013 schneiden diese nicht g\u00fcnstiger als Verpackungen herk\u00f6mmlicher Kunststoffe ab. Der CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00df f\u00e4llt zwar geringer aus, ebenso der Verbrauch von Erd\u00f6l. In anderen Umweltbereichen kommt es aber zu gr\u00f6\u00dferen Belastungen \u2013 vor allem durch D\u00fcngemittel. Verwendet werden diese f\u00fcr die Pflanzen, aus denen die Kunststoffe gewonnen werden. Sie f\u00fchren zur Eutrophierung von Gew\u00e4ssern und sauren B\u00f6den, und zwar in einem in st\u00e4rkerem Umfang als bei der Herstellung herk\u00f6mmlicher Kunststoffe.<\/p>\n<p>Damit ist auch klar, dass die derzeit vielfach angepriesenen Bioplastikt\u00fcten keine Umweltvorteile gegen\u00fcber herk\u00f6mmlichen Plastikt\u00fcten bieten. Wirklich umweltfreundlich sind nur Mehrwegtaschen, etwa Stoffbeutel und Taschen aus anderen langlebigen Materialien.<\/p>\n<p>Verpackungen aus biologisch abbaubaren Kunststoffen konnten sich im Einzelhandel auch nicht durchsetzen. Im Bezugszeitraum der Studie 2009 hatten die Biokunststoffverpackungen einen Marktanteil von maximal 0,5 Prozent. Insgesamt wurden in Deutschland in 2009 2.645 kt Kunststoffverpackungen verbraucht.<\/p>\n<p>UBA-Pr\u00e4sident Flasbarth: &#8220;Das Umweltbundesamt empfiehlt, zuk\u00fcnftig Biokunststoffe nur dann zu f\u00f6rdern, wenn deren \u00f6kologische \u00dcberlegenheit im Vergleich zu herk\u00f6mmlichen Kunststoffen belegt ist.&#8221; Auch neuartige Kunststoffe wie Bio-Polyethylen, die unter anderem aus Zuckerrohr hergestellt werden, erf\u00fcllen diese Kriterien noch nicht in ausreichendem Ma\u00dfe. Ihre Herstellung muss noch weiter optimiert werden. Einen wesentlichen Beitrag kann dabei auch die Verwendung pflanzlicher Reststoffe leisten. K\u00fcnftig k\u00f6nnten solche Kunststoffe aber Vorteile gegen\u00fcber herk\u00f6mmlichen Kunststoffen aufweisen. In geringen Mengen werden sie derzeit f\u00fcr Flaschen und T\u00fcten eingesetzt. Biokunststoffe sollten nach ihrem Gebrauch einfach und ohne gro\u00dfen Energieaufwand recycelt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Verpackungen aus biologisch abbaubaren Kunststoffen gilt nach \u00a7 16 Absatz 2 der Verpackungsverordnung derzeit eine Sonderregelung, die ihre Markteinf\u00fchrung erleichtern soll: Hersteller und Vertreiber solcher Verpackungen m\u00fcssen sich nicht an den vorhandenen R\u00fccknahmesystemen f\u00fcr Verpackungen beteiligen. Als Getr\u00e4nkeverpackungen unterliegen sie auch nicht der Pfandpflicht, wenn sie zu mindestens 75 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt sind. Vielmehr ist es Herstellern und Vertreibern \u00fcberlassen, wie sie am effektivsten die von der Verpackungsverordnung geforderte m\u00f6glichst hohe Verwertungsquote sicherstellen. Diese Erleichterungen sind bis zum 31. Dezember 2012 befristet. Die Studie des Institutes f\u00fcr Energie-und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) im Auftrag des UBA, sollte kl\u00e4ren, ob dies aus Sicht des Umweltschutzes weiter gerechtfertigt sind. Jochen Flasbarth: &#8220;Die Studie zeigt, dass sich die Sonderregeln f\u00fcr Biokunststoffe in \u00a7 16 Absatz 2 der Verpackungsverordnung nicht bew\u00e4hrt haben. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts sprechen daf\u00fcr, die Sonderregelungen f\u00fcr Verpackungen aus diesen Kunststoffen nicht fortzuf\u00fchren.&#8221;<\/p>\n<p><b>Weitere Informationen und Links:<\/b><br \/>Die Studie &#8220;Untersuchung der Umweltwirkungen von Verpackungen aus biologisch abbaubaren Kunststoffen&#8221; hat insgesamt 85 \u00d6kobilanzen, Studien und Fachartikel ausgewertet. Dabei wurden alle Umwelt bezogenen Vor- und Nachteile der jeweiligen Verpackungen ber\u00fccksichtigt. Dar\u00fcber hinaus analysiert die Studie die Verwendung von Verpackungen im Einzelhandel, wobei sie die aktuelle Situation, aber auch Prognosen mit einbezieht.<\/p>\n<p>Studie: <a href=\"http:\/\/www.umweltbundesamt.de\/uba-info-medien\/3986.html\" >http:\/\/www.umweltbundesamt.de\/uba-info-medien\/3986.html<\/a><br \/>FAQs: <a href=\"http:\/\/www.umweltbundesamt.de\/abfallwirtschaft\/faq-biokunststoff.htm\" >http:\/\/www.umweltbundesamt.de\/abfallwirtschaft\/faq-biokunststoff.htm<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Biologisch abbaubare Kunststoffe f&uuml;r Verpackungen, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden, haben insgesamt keinen &ouml;kologischen Vorteil. 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