{"id":13167,"date":"2012-10-25T00:00:00","date_gmt":"2012-10-24T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20121025-07n"},"modified":"2012-10-25T00:00:00","modified_gmt":"2012-10-24T22:00:00","slug":"biomasse-nachhaltig-bewirtschaften-oekologische-grenzen-der-flaechennutzung-einhalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biomasse-nachhaltig-bewirtschaften-oekologische-grenzen-der-flaechennutzung-einhalten\/","title":{"rendered":"Biomasse nachhaltig bewirtschaften \u2013 \u00f6kologische Grenzen der Fl\u00e4chennutzung einhalten!"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Nutzungskonkurrenzen um Landfl\u00e4chen versch\u00e4rfen sich. Ein entscheidender Ausl\u00f6ser daf\u00fcr ist die steigende Nachfrage nach Biomasse f\u00fcr Nahrungsmittel, Energie oder Baustoffe. Gleichzeitig ist die globale Landnutzung von gravierenden \u00f6kologischen und sozialen Problemen gekennzeichnet. Hunger und Ern\u00e4hrungsunsicherheit sind ein ungel\u00f6stes Problem, die Bodendegradation schreitet voran, Wasserressourcen werden knapper. Das Umweltbundesamt ist darum der Ansicht, dass die energetische Nutzung von Anbaubiomasse, inklusive Rohholz, nicht weiter ausgebaut werden sollte. &#8220;Die Landnutzung ist global noch weit davon entfernt, nachhaltig zu sein. B\u00f6den werden \u00fcbernutzt, Natur wird zerst\u00f6rt und gleichzeitig hungern 1 Milliarde Menschen. Diese Missst\u00e4nde m\u00fcssen dringend beseitigt werden&#8221;, erkl\u00e4rt Jochen Flasbarth bei der Vorstellung des Positionspapieres &#8220;Globale Landfl\u00e4chen und Biomasse nachhaltig und ressourcenschonend nutzen&#8221;.<\/b><\/p>\n<p>Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen des Umweltbundesamtes sollte die Energieversorgung in Deutschland auf l\u00e4ngere Sicht weitgehend auf Anbaubiomasse verzichten. Dies gilt sowohl f\u00fcr die Strom- und W\u00e4rmeversorgung als auch f\u00fcr den Verkehrsbereich. Insbesondere f\u00fcr den Verkehr sollten andere Wege verfolgt werden. So kann die Effizienz herk\u00f6mmlicher Antriebe verbessert und die Entwicklung synthetischer Kraftstoffe aus Strom von Wind- und Photovoltaikanlagen st\u00e4rker voran getrieben werden. Jochen Flasbarth: &#8220;Wir begr\u00fc\u00dfen den Vorschlag der EU-Kommission, die bereits eingef\u00fchrte Quote f\u00fcr Biosprit aus Anbaubiomasse einzufrieren. Mittelfristig sollte die Quote auf ein Niveau gebracht werden, das ausschlie\u00dflich durch unkritische Rohstoffe erreicht werden kann.&#8221; Generell empfiehlt das Umweltbundesamt schrittweise auf Anbaubiomasse der \u00fcblichen Energiepflanzen wie Mais, Raps  oder Palm\u00f6l zu verzichten. F\u00f6rderungsw\u00fcrdig sind stattdessen Technologien und Konzepte, die Alt- und Reststoffe wie Lebensmittel- oder Holzabf\u00e4lle zuerst stofflich und erst im Anschluss daran energetisch nutzen.<\/p>\n<p>Entscheidend f\u00fcr die Einsch\u00e4tzung des Umweltbundesamtes ist die weltweit nur begrenzt zur Verf\u00fcgung stehende Fl\u00e4che f\u00fcr die landwirtschaftliche Produktion. Diese m\u00fcsse in erster Linie f\u00fcr die Ern\u00e4hrung genutzt werden. &#8220;Selbst wenn die Produktivit\u00e4t in der Landwirtschaft steigt und nur \u00f6kologisch vertretbar gewirtschaftet wird, brauchen wir die global verf\u00fcgbare Fl\u00e4che mittelfristig zur Ern\u00e4hrung von mehr als 9 Milliarden Menschen. F\u00fcr den Anbau von Biomasse zur energetischen Nutzung steht daher nur in geringem Umfang Land zur Verf\u00fcgung.&#8221;<\/p>\n<p>Sollten Ackerfl\u00e4chen nicht f\u00fcr Nahrungsmittel ben\u00f6tigt werden, kann es sinnvoll sein f\u00fcr bestimmte Zwecke Energiepflanzen anzubauen, zum Beispiel weil derzeit noch keine alternativen L\u00f6sungen absehbar sind. Ob Fl\u00e4chen f\u00fcr andere Zwecke als den Nahrungsmittelanbau genutzt werden k\u00f6nnen, h\u00e4ngt auch davon ab, wie fleischreich die Ern\u00e4hrung ist. Nimmt der Fleischkonsums weiter zu, vergr\u00f6\u00dfert sich auch der Fl\u00e4chenbedarf f\u00fcr Futtermittel. Eine pflanzlichere Ern\u00e4hrungsweise in den Industrie- und Schwellenl\u00e4ndern lieferte darum einen entscheidenden Beitrag, um die Ern\u00e4hrung der Weltbev\u00f6lkerung zu sichern. Um dieses Ziel wirklich erreichen zu k\u00f6nnen, ist es notwendig, die Bodendegradation zu stoppen, die Nahrungsmittelverschwendung zu reduzieren sowie Landgrabbing und Spekulation mit Agrarrohstoffen zu regulieren.<\/p>\n<p>Generell und insbesondere dort, wo Biomasse f\u00fcr Energie oder Kraftstoff hergestellt wird, ist es notwendig, \u00f6kologische und soziale Mindeststandards einzuhalten. Daf\u00fcr ist eine funktionierende Zertifizierung erforderlich, die auf Basis anspruchsvoller Kriterien, die umweltvertr\u00e4gliche Produktion nachweist.<br \/><b><\/p>\n<ul>\n<li>Weitere Informationen<\/li>\n<\/ul>\n<p><\/b><\/p>\n<p>Download:<br \/>Das Positionspapier des Umweltbundesamtes: &#8220;<a href=\"http:\/\/www.umweltbundesamt.de\/uba-info-medien\/4321.html\" >Globale Landfl\u00e4chen und Biomasse nachhaltig und ressourcenschonend nutzen<\/a>&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Die Nutzungskonkurrenzen um Landfl&auml;chen versch&auml;rfen sich. 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