{"id":131607,"date":"2023-09-13T07:32:00","date_gmt":"2023-09-13T05:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=131607"},"modified":"2023-09-08T16:18:15","modified_gmt":"2023-09-08T14:18:15","slug":"neue-naturfaser-im-test-heute-das-t-shirt-fur-morgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/neue-naturfaser-im-test-heute-das-t-shirt-fur-morgen\/","title":{"rendered":"Neue Naturfaser im Test:\u00a0Heute das T-Shirt f\u00fcr morgen"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p id=\"pageIndex_1\">Es f\u00fchlt sich anders an, so viel ist klar. Irgendwie griffiger, trockener, fester als andere T-Shirts. Das f\u00e4llt sofort auf. Und die Farbe nat\u00fcrlich: ein zartes Beige, kein strahlendes Wei\u00df. \u201eT-Shirt of Tomorrow\u201c nennt die Schweizer Marke Qwstion ihr neues Produkt, ein einfaches, klassisches Kurzarm-Shirt. Mit einem entscheidenden Unterschied: Es besteht eben nicht aus dem typischen T-Shirt-Material Baumwolle, sondern aus Bananatex, einer Eigenentwicklung von Qwstion aus der Faser der Abac\u00e1-Palme. Noch gibt es das Shirt nicht zu kaufen, aber das Z\u00fcrcher Unternehmen hat einen ersten Satz von hundert St\u00fcck zum Testen verteilt, rechtzeitig zur Hochsaison des T-Shirt-Wetters. Das Feedback der Testtr\u00e4gerinnen und -tr\u00e4ger soll bei der Gestaltung der finalen Version ber\u00fccksichtigt werden, die 2024 auf den Markt kommen soll.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/09\/der-sommer-bietet-das-ideale.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-131644\" style=\"width:747px;height:335px\" width=\"747\" height=\"335\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/09\/der-sommer-bietet-das-ideale.jpg 960w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/09\/der-sommer-bietet-das-ideale-300x134.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/09\/der-sommer-bietet-das-ideale-150x67.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/09\/der-sommer-bietet-das-ideale-768x344.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/09\/der-sommer-bietet-das-ideale-400x179.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 747px) 100vw, 747px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Also ab in den Koffer mit dem \u201eT-Shirt for Tomorrow\u201c. Eine Reise in den S\u00fcden Frankreichs steht an, Hochsommer, mit warmen Tagen und lauen N\u00e4chte. Die idealen Bedingungen, um die Qualit\u00e4ten des Shirts f\u00fcr morgen schon heute zu \u00fcberpr\u00fcfen. <\/p>\n\n\n\n<p>Bei der \u00dcbergabe des Testexemplars hatte Qwstions Mitgr\u00fcnder und Kreativdirektor Christian Kaegi noch die Vorz\u00fcge des Bananatex-Stoffs gerade bei hei\u00dfem Wetter ger\u00fchmt: \u201eEs ist langlebig, schnell trocknend, k\u00fchlend im Sommer.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst einmal ist das Shirt in Gr\u00f6\u00dfe S aber ein bisschen zu gro\u00df. Doch das muss so sein, denn Bananatex l\u00e4uft beim ersten Waschen deutlich ein. Danach sitzt es gut, gerader Schnitt, nicht zu lang, nicht zu kurz, bequem, aber nicht over-sized. Und tats\u00e4chlich: Selbst bei \u00fcber 30 Grad unter provenzalischer Sonne tr\u00e4gt es sich leicht und luftig. Das mag an der festeren, strukturierteren Qualit\u00e4t des Stoffs liegen, der anders als die weichere Baumwolle nicht anliegt und auch nicht auf der Haut klebt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/stil\/mode-design\/t-shirt-aus-bananatex-von-qwiston-so-traegt-sich-die-naturfaser-19124556\/der-stoff-ist-fester-die-19124569.html\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/media1.faz.net\/ppmedia\/aktuell\/3910828050\/1.9124569\/media_in_article_small_original\/der-stoff-ist-fester-die-farbe.jpg\" alt=\"Der Stoff ist fester, die Farbe dunkler als das \u00fcbliche Wei\u00df\" title=\"Der Stoff ist fester, die Farbe dunkler als das \u00fcbliche Wei\u00df\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Stoff ist fester, die Farbe dunkler als das \u00fcbliche Wei\u00df. Bild: Qwestion<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Doch warum bringt ein Taschenhersteller wie Qwstion \u00fcberhaupt ein T-Shirt heraus und wagt sich damit in einen ganz anderen, viel schnelleren Markt? Die Z\u00fcrcher Kollegen vom Taschenlabel Freitag haben ihre vor einigen Jahren lancierte Bekleidungslinie aus Naturfasern mittlerweile wieder eingestellt. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDesign f\u00fcr Kreisl\u00e4ufe ist der gemeinsame Nenner\u201c, erkl\u00e4rt Christian Kaegi. \u201eWie die Tasche ist das T-Shirt ein universelles Alltagsprodukt \u2013 und leider meistens dazu bestimmt, im M\u00fcll zu landen.\u201c Zudem basiere der gr\u00f6\u00dfte Teil der Textilien heute auf Kunststoff. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNaturfasern wie Baumwolle machen den kleineren Anteil aus, und weniger als ein Prozent der gesamten Baumwolle ist aus kontrolliert biologischem Anbau.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p> Wenn Naturfasern mit Kunstfasern gemischt werden, wie das bei vielen Kleidungst\u00fccken der Fall ist, sind sie kaum recycelbar, geschweige denn biologisch abbaubar. Das \u201eT-Shirt of Tomorrow\u201c dagegen besteht zu 100 Prozent aus Bananatex, ist nicht gebleicht, ungef\u00e4rbt und frei von chemischen Zusatzstoffen. Man k\u00f6nnte es am Ende seines Lebens sogar im Blumentopf auf dem Balkon vergraben, wenn man wollte. Verspricht jedenfalls Qwstion \u2013 das Team hat es in Z\u00fcrich selbst ausprobiert. Bereits nach zwei Wochen im Topf habe der Stoff sich teilweise zersetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch ein T-Shirt aus Baumwolle lie\u00dfe sich nat\u00fcrlich kompostieren \u2013 doch davon abgesehen, dass nur die wenigsten Textilien aus der reinen, unbehandelten Faser bestehen, ist der Anbau der Baumwolle auch mit hohen Belastungen f\u00fcr die Umwelt verbunden. Die Pflanzen wachsen auf Plantagen, brauchen sehr viel Wasser und werden im konventionellen Anbau extrem stark mit Pestiziden behandelt, so viel wie kaum eine andere Nutzpflanze. Deswegen begann sich Qwstion schon vor einigen Jahren nach Materialalternativen f\u00fcr seine Taschen umzusehen \u2013 und stie\u00df auf die Fasern der Abac\u00e1, auch bekannt unter dem Namen \u201eManilahanf\u201c. Die Bananenpflanze wird auf den Philippinen zusammen mit B\u00e4umen und anderen Pflanzen in einem nat\u00fcrlichen \u00d6kosystem kultiviert und braucht weder D\u00fcnger noch Bew\u00e4sserung und wird auch nicht mit Pestiziden behandelt. Qwstion stellt schon seit einigen Jahren Taschen und Accessoires aus dem robusten Bananatex her. Besonders stolz ist das Unternehmen darauf, dass seine Eigenentwicklung mittlerweile nach den Prinzipien des \u201eCradle-to-Cradle\u201c zertifiziert ist. <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/stil\/mode-design\/t-shirt-aus-bananatex-von-qwiston-so-traegt-sich-die-naturfaser-19124556\/in-der-erde-vergraben-setzt-19124570.html\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/media0.faz.net\/ppmedia\/aktuell\/227941070\/1.9124570\/media_in_article_medium_original\/in-der-erde-vergraben-setzt.jpg\" alt=\"In der Erde vergraben, setzt sich das T-Shirt irgendwann komplett.\" style=\"width:333px;height:500px\" width=\"333\" height=\"500\" title=\"In der Erde vergraben, setzt sich das T-Shirt irgendwann komplett.\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">In der Erde vergraben, zersetzt sich das T-Shirt irgendwann komplett. Bild: Qwestion<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Wie die Zertifizierung beweise, so Christian Kaegi, \u201eist das vollst\u00e4ndig regenerierbare Textil revolution\u00e4r, weil es von Anfang an zu Ende gedacht ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Eines aber hat das \u201eT-Shirt of Tomorrow\u201c mit den meisten anderen Kleidungsst\u00fccken gemeinsam: Bis es bei uns zuhause im Schrank landet, hat es bereits einen weiten Weg zur\u00fcckgelegt. Die auf den Philippinen geernteten Bananenfasern schickt Qwstion zu einem Textilunternehmen nach Taiwan, mit dem es Bananatex auch entwickelt hat. Dort werden die Fasern zu Garn versponnen und zu Jersey verstrickt. Danach geht es weiter nach Kroatien, wo aus dem Stoff die T-Shirts gen\u00e4ht werden. Christian Kaegi ist sich der Probleme, die die globalisierte Produktionsweise mit sich bringt, nat\u00fcrlich bewusst \u2013 etwa die Emissionen, die durch die Transporte entstehen. <\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings: \u201eZurzeit k\u00f6nnen wir nur in Asien auf Fasern eines komplett nat\u00fcrlichen, regenerativen \u00d6kosystems zur\u00fcckgreifen\u201c, erkl\u00e4rt der Schweizer. <\/p>\n\n\n\n<p>Laut ihren Berechnungen erg\u00e4be sich so eine bessere \u00d6kobilanz f\u00fcr das T-Shirt als bei einer rein europ\u00e4ischen Lieferkette.<\/p>\n\n\n\n<p>Qwstion hatte bereits vor einigen Jahren versucht, eine komplett in Europa hergestellte Tasche \u2013 von der Faserpflanze bis zur Fertigung \u2013 zu entwickeln, war aber gescheitert. Unter anderem an nicht mehr vorhandenen Produktionsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Textilien und an einem letztlich utopisch hohen Preis. Auch das \u201eT-Shirt of Tomorrow\u201c wird signifikant mehr kosten als das durchschnittliche Baumwollleibchen. Zu aufw\u00e4ndig die Gewinnung des Materials, zu gering die Mengen. Aber dank der robusten Faser soll es auch deutlich l\u00e4nger halten. Das Testmodell jedenfalls hat den Urlaub in S\u00fcdfrankreich und die ersten Runden in der Waschmaschine tadellos \u00fcberstanden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es f\u00fchlt sich anders an, so viel ist klar. Irgendwie griffiger, trockener, fester als andere T-Shirts. Das f\u00e4llt sofort auf. Und die Farbe nat\u00fcrlich: ein zartes Beige, kein strahlendes Wei\u00df. \u201eT-Shirt of Tomorrow\u201c nennt die Schweizer Marke Qwstion ihr neues Produkt, ein einfaches, klassisches Kurzarm-Shirt. 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