{"id":13155,"date":"2012-11-08T00:00:00","date_gmt":"2012-11-07T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20121108-02n"},"modified":"2012-11-08T00:00:00","modified_gmt":"2012-11-07T22:00:00","slug":"brennholznutzung-am-limit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/brennholznutzung-am-limit\/","title":{"rendered":"Brennholznutzung am Limit"},"content":{"rendered":"<p><b>Eine aktuelle Studie des Hamburger Wissenschaftlers Professor Dr. Udo Mantau belegt den zunehmenden Einfluss der Energiepolitik und der Energiepreise auf die Holznachfrage. Eine wichtige Erkenntnis aus der laut Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e.V. (AGR) bedeutendsten Untersuchung zu Aufkommen und Verwendung von holzartiger Biomasse: Im Jahr 2010, fr\u00fcher als urspr\u00fcnglich erwartet, wurde in Deutschland erstmals mehr Holz energetisch verwendet als stofflich in Holzprodukten genutzt. &#8220;Das sind brisante Erkenntnisse im Hinblick auf die anstehende Novelle der F\u00f6rderprogramme im Strom- und W\u00e4rmemarkt&#8221;, kommentiert Dr. Denny Ohnesorge, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der AGR, die Ergebnisse der Untersuchung. Seiner Ansicht nach gef\u00e4hrde die weitere F\u00f6rderung der energetischen Nutzung von Holz nicht nur auf lange Sicht die deutsche Holzwirtschaft, sondern sei auch aus \u00f6kologischen Gesichtspunkten mehr als fraglich.<\/p>\n<p>Holz wird knapp \u2013 Branche unter Druck<\/b><br \/>Die Holzrohstoffbilanz \u2013 ein Teil der umfangreichen Studie \u2013 offenbart f\u00fcr das Jahr 2010 einen gestiegenen Holzverbrauch von insgesamt 135 Millionen Kubikmeter. Die energetische Verwendung erreichte mit einem Verbrauchsanteil von 50,5 Prozent im Jahr 2010 (2005: 38,9 Prozent) einen neuen H\u00f6chststand. Die stoffliche Nutzung fiel im Gegensatz dazu innerhalb von f\u00fcnf Jahren von 61,1 Prozent auf 49,5 Prozent zur\u00fcck. Nach Einsch\u00e4tzung von Mantau werde sich die Entwicklung weiter fortsetzen. Die zus\u00e4tzliche Nachfrage nach Holz versch\u00e4rft den Wettbewerb um den Rohstoff in Deutschland. &#8220;Die Unternehmen der Holzindustrie sp\u00fcren die Auswirkungen der Holzverknappung und den damit verbundenen Preisdruck bereits deutlich&#8221;, sagt Ohnesorge. Sein Verband macht daf\u00fcr im Wesentlichen die Energiepolitik und die steigenden Energiepreise der letzten zehn Jahre verantwortlich.<\/p>\n<p><b>Staat soll Ausbau der Verbrennung von Holz nicht weiter f\u00f6rdern<\/b><br \/>Die Bundesregierung hat ein Ziel: Sie will die Holzverbrennung weiter f\u00f6rdern und den Anteil am Energiemix steigern. Bei der AGR st\u00f6\u00dft dieses Vorhaben auf Unverst\u00e4ndnis. Die Politik solle nach Ansicht des Verbandes Rahmenbedingungen schaffen, die auf einen effizienteren Einsatz des nachwachsenden Roh- und Werkstoffes Holz zielen. &#8220;Der Ausbau der Holzverbrennung darf nicht weiter gef\u00f6rdert werden&#8221;, so die Forderung an die Politik. Die AGR ist nicht grunds\u00e4tzlich gegen eine Verbrennung von Holz. Der knappe Rohstoff solle jedoch m\u00f6glichst effizient und wertsch\u00f6pfend eingesetzt werden. &#8220;Erst verwerten, dann verbrennen&#8221;, so die Devise der AGR. F\u00f6rderinstrumente sollten demnach die vorrangig stoffliche Verwendung forcieren und weitere Kapazit\u00e4tssteigerungen bei der Biomasseverbrennung vermeiden. Diese w\u00fcrden zu Lasten der Rohstoffverf\u00fcgbarkeit der Holzindustrie gehen und den Standort Deutschland mittelfristig in Frage stellen.<\/p>\n<p><b>Trotz Waldzuwachs keine Reserven<\/b><br \/>In der Holzrohstoffbilanz werden neben frischem Holz aus dem Wald auch die Holzmengen erfasst, die aus Landschaftspflegeholz, Energieholzplantagen sowie S\u00e4gesp\u00e4nen, Verarbeitungsresten und Altholz stammen. F\u00fcr das Jahr 2010 wurde in Summe ein Holzaufkommen in H\u00f6he von etwa 135 Millionen Kubikmetern errechnet. Aus dem Wald stammen davon 86 Millionen Kubikmeter, bei einem j\u00e4hrlichen Zuwachs von etwa 100 Millionen Kubikmetern auf der gesamten deutschen Waldfl\u00e4che. Damit wurde in Deutschland weiterhin weniger Holz geerntet als im Durchschnitt pro Jahr zuw\u00e4chst \u2013 ein Beleg f\u00fcr die nachhaltige Forst- und Waldbewirtschaftung hierzulande. Dennoch bestehen nach Ansicht der AGR unter den aktuellen Rahmenbedingungen \u2013 wie Klimawandel, Naturschutzvorgaben und freiwilligen Nutzungsrestriktionen \u2013 keine ma\u00dfgeblichen Reserven f\u00fcr eine weitere nachhaltige Steigerung des Waldholzaufkommens.<\/p>\n<p><b>Zu viele heizen mit Holz<\/b><br \/>Von 2001 bis 2010 stieg der Verbrauch von Holz in privaten Haushalten von elf Millionen auf 34 Millionen Kubikmeter. Davon kommen 22 Millionen Kubikmeter frisch aus dem Wald, w\u00e4hrend sich zw\u00f6lf Millionen Kubikmeter auf weitere Sortimente verteilen wie Schnittholzprodukte, Gebrauchth\u00f6lzer oder Gartenholz. Als &#8220;sinnlos&#8221; und &#8220;zu viel&#8221; bezeichnet Ohnesorge diesen Rohstoffeinsatz. Besonders paradox: Nach Zahlen des Bundesministeriums f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) gelten von den 16 Millionen privaten \u00d6fen Dreiviertel als \u00fcberaltert. Erschwerend hinzu kommt die schlechte Isolierung vieler H\u00e4user. Unter wirtschaftlichen und klimaschutzpolitischen Gesichtspunkten mache es mehr Sinn, Holzprodukte langfristig zu verwenden, zu recyceln und erst am Ende zu verbrennen.<\/p>\n<p>Die Studie, bestehend aus sieben Einzelberichten und der Holzrohstoffbilanz, steht unter <a href=\"http:\/\/bitly.com\/Z3QTNt\" >http:\/\/bitly.com\/Z3QTNt<\/a> zum Download zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Eine aktuelle Studie des Hamburger Wissenschaftlers Professor Dr. Udo Mantau belegt den zunehmenden Einfluss der Energiepolitik und der Energiepreise auf die Holznachfrage. 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