{"id":13147,"date":"2012-11-16T00:00:00","date_gmt":"2012-11-15T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20121116-02n"},"modified":"2012-11-16T00:00:00","modified_gmt":"2012-11-15T22:00:00","slug":"kleiner-pilz-mit-grossen-chancen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/kleiner-pilz-mit-grossen-chancen\/","title":{"rendered":"Kleiner Pilz mit gro\u00dfen Chancen"},"content":{"rendered":"<p><b>Der Gemeine Spaltbl\u00e4ttling (<i>Schizophyllum commune<\/i>) ist ein Pilz, der meist auf Totholz siedelt. Er kommt weltweit vor, steht jedoch bei Pilzsammlern nicht auf der Wunschliste. Zudem wird er aufgrund massenhaften Auftretens f\u00fcr Waldsch\u00e4den verantwortlich gemacht. Der Pilz frisst n\u00e4mlich Lignin, den f\u00fcr die Verholzung von Zellen ma\u00dfgeblichen Stoff. Dennoch k\u00f6nnte der Spaltbl\u00e4ttling nun eine gro\u00dfe Karriere vor sich haben. Der Pilz lagert n\u00e4mlich in und an seine Zellw\u00e4nde gro\u00dfe Mengen eines Schleims ab, der ganz besondere Eigenschaften hat.<\/b><\/p>\n<p>&#8220;Der Schleim dieses Pilzes kann so eingestellt werden, dass er Wasser die gleiche Viskosit\u00e4t wie Erd\u00f6l verleiht&#8221;, sagt Prof. Dr. Erika Kothe von der Friedrich-Schiller-Universit\u00e4t Jena. Wird er in ausreichender Menge ins Gestein gepresst, kann er noch vorhandenes Erd\u00f6l aus den Poren des Muttergesteines verdr\u00e4ngen. So lie\u00dfe sich der Ausbeutungsgrad von Lagerst\u00e4tten von derzeit 30 auf 45 Prozent erh\u00f6hen, sch\u00e4tzt die Jenaer Professorin f\u00fcr Mikrobielle Kommunikation. Das versuchten die \u00d6lfirmen bislang mit Wasserdampf und Tensiden, die das \u00d6l jedoch schlechter verdr\u00e4ngen, die Erfolge blieben bescheiden. Der Pilzschleim \u2013 ein Exopolysaccharid oder Glucan namens Schizophyllan \u2013 bietet nun in mehrfacher Hinsicht eine Alternative.<\/p>\n<p>Die Idee, den Pilzschleim f\u00fcr die Erd\u00f6lf\u00f6rderung einzusetzen, stammt von dem deutschen Unternehmen Wintershall. Prof. Kothe hat gemeinsam mit ihren Kolleginnen Daniela Freihorst und Nicole Knabe im Rahmen eines Kooperationsprojektes mit der biotechnologischen Forschungseinheit der BASF zum Gelingen des Vorhabens beigetragen. Die Wissenschaftlerinnen vom Institut f\u00fcr Mikrobiologie haben dabei mitgewirkt, die Pilzst\u00e4mme zu verbessern, um deren Schleimproduktion anzuregen. <\/p>\n<p>&#8220;Das Glucan kann in gro\u00dfem Ma\u00dfstab im Fermenter effizient hergestellt werden&#8221;, sagt Prof. Kothe. Ein weiterer Vorteil: Die Substanz ist biologisch abbaubar. Ergo k\u00f6nnte sie auch in \u00f6kologisch sensiblen Gebieten eingesetzt werden. Damit das Glucan nicht zu fr\u00fch abgebaut wird, m\u00fcssen ihm allerdings geeignete biozide Substanzen hinzugef\u00fcgt werden. <\/p>\n<p>Wintershall m\u00f6chte noch in diesem Jahr einen ersten gro\u00dfen Test beginnen. Das Schizophyllan soll in eine ersch\u00f6pfte Lagerst\u00e4tte in Niedersachsen gepumpt werden. Etwa zwei Jahre lang durchstr\u00f6mt die w\u00e4ssrige L\u00f6sung die unterirdischen Hohlr\u00e4ume der Lagerst\u00e4tte. Gelingt das Experiment, dann kommt der Gemeine Spaltbl\u00e4ttling wohl ganz gro\u00df heraus.<\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>Prof. Dr. Erika Kothe <br \/>Institut f\u00fcr Mikrobiologie der Friedrich-Schiller-Universit\u00e4t Jena<br \/>Neugasse 25, 07743 Jena<br \/>Tel.: 03641 \/ 949291<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:erika.kothe@uni-jena.de\">erika.kothe@uni-jena.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Der Gemeine Spaltbl&auml;ttling (<i>Schizophyllum commune<\/i>) ist ein Pilz, der meist auf Totholz siedelt. 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