{"id":13120,"date":"2012-12-27T00:00:00","date_gmt":"2012-12-26T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20121227-01n"},"modified":"2012-12-27T00:00:00","modified_gmt":"2012-12-26T22:00:00","slug":"35-forschungsprojekte-zur-biotechnologie-der-zukunft-gestartet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/35-forschungsprojekte-zur-biotechnologie-der-zukunft-gestartet\/","title":{"rendered":"35 Forschungsprojekte zur Biotechnologie der Zukunft gestartet"},"content":{"rendered":"<p><b>Biotechnologische Produktionsverfahren sind in vielen Bereichen der Industrie l\u00e4ngst Standard. Doch bisherige Verfahren, bei denen Biomolek\u00fcle oder Zellen im Einsatz sind, sto\u00dfen vielfach an technische Grenzen, die es zu umgehen gilt. Gerade in Feldern, in denen sich Wissen und M\u00f6glichkeiten von Biowissenschaften und Ingenieursdisziplinen \u00fcberlappen, schlummert jede Menge Potenzial f\u00fcr die n\u00e4chste Generation biotechnologischer Verfahren. Das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) will mit der F\u00f6rderma\u00dfnahme &#8220;Basistechnologien&#8221; die Entwicklung der Grundlagen f\u00fcr neuartige Verfahren vorantreiben. Dazu werden in den kommenden Jahren 35 Projekte mit insgesamt 42 Millionen Euro gef\u00f6rdert. In den ehrw\u00fcrdigen Gem\u00e4uern des Robert-Koch-Forums in Berlin trafen sich die Projektleiter am 12. Dezember, um ihre Vorhaben einander vorzustellen. Sie reichen thematisch von der Bioelektrochemie \u00fcber die Synthetische Biologie bis hin zur lichtgetriebenen Stoffproduktion.<\/b><\/p>\n<p>Schon heute die Weichen stellen f\u00fcr die Biotechnologie von morgen \u2013 das ist das Ziel des Strategieprozesses &#8220;N\u00e4chste Generation biotechnologischer Verfahren \u2013 Biotechnologie 2020+&#8221;. 2010 hat das BMBF diese Initiative ins Leben gerufen, um gemeinsam mit den Hochschulen und den au\u00dferuniversit\u00e4ren Forschungsorganisationen die notwendigen Schritte auf dem Weg der Biotechnologie der Zukunft einzuleiten (<a href=\"http:\/\/www.biotechnologie.de\/BIO\/Navigation\/DE\/Service\/suche,did=113362.html\" >mehr&#8230;<\/a>). Der Strategieprozess f\u00fchrt Fachleute aus den Biowissenschaften und aus Chemie, Physik, Medizin und Ingenieurswissenschaften in Kongressen und themenbezogenen Fachgespr\u00e4chen zusammen. In den vergangenen Jahren ist es hierbei gelungen, notwendige Basistechnologien f\u00fcr die Biotechnologie der Zukunft abzustecken.<\/p>\n<p><b>Zwei F\u00f6rderma\u00dfnahmen gestartet<\/b><br \/>Doch im Strategieprozess wird nicht nur diskutiert: Auf den Ergebnissen der  Fachgespr\u00e4che fu\u00dfen inzwischen zwei konkrete BMBF-F\u00f6rderma\u00dfnahmen, die 2011 gestartet sind: &#8220;Basistechnologien&#8221; und der &#8220;Forschungspreis&#8221;. In beiden F\u00e4llen sollen Forschungsans\u00e4tze gef\u00f6rdert werden, die an der Entwicklung von v\u00f6llig neuartigen, heute noch nicht realisierbaren  biotechnischen Produktionsverfahren arbeiten (<a href=\"http:\/\/www.biotechnologie.de\/BIO\/Navigation\/DE\/root,did=152704.html\" >mehr&#8230;<\/a>). Am 12. Dezember trafen sich nun erstmals alle frischgek\u00fcrten Projektleiter in Berlin, um ihre Vorhaben einander vorzustellen. Zum Auftakt hatte das BMBF die T\u00fcftler an der Zukunft der Biotechnologie in die geschichtstr\u00e4chtigen Gem\u00e4uer des Robert-Koch-Forums in Berlin. Hier hatte Robert Koch 1882 seinen bahnbrechenden Vortrag \u00fcber die Ursache der Tuberkulose gehalten, ein Durchbruch, der ihm sp\u00e4ter den Medizinnobelpreis einbrachte.<\/p>\n<p><b>42 Millionen Euro f\u00fcr originelle und zukunftstr\u00e4chtige Ans\u00e4tze<\/b><br \/>Matthias K\u00f6lbel aus dem Referat Bio\u00f6konomie des BMBF verwies zum Auftakt vor den 80 Teilnehmern in Berlin auf die gro\u00dfe Resonanz an der Ausschreibung zu den Basistechnologien. &#8220;Insgesamt sind 118 Projektskizzen eingereicht worden, davon wurden nun 35 Projekte zur F\u00f6rderung ausgew\u00e4hlt&#8221;, bilanzierte er. &#8220;Insgesamt gibt das BMBF in den kommenden Jahren daf\u00fcr 42 Millionen Euro aus&#8221;. K\u00f6lbel betonte, dass es sich bei den Vorhaben um explorative, originelle und risikoreiche Projekte handele, die bewusst auch langfristig angelegt seien.<\/p>\n<p>Es folgte ein sportlich getaktetes Programm, der holzget\u00e4ftelte Robert-Koch-Saal wurde zur Vortragsarena. Die Forscher hatten jeweils zehn Minuten Zeit, um ihre Ziele, Visionen und H\u00fcrden ihren Kollegen aus dem Publikum vorzustellen. Hierbei offenbarte sich nicht nur die gro\u00dfe Bandbreite an innovativen Ans\u00e4tzen. Je nach Idee und Bedarf sind bestimmte F\u00f6rderformate entstanden, die sowohl Einzelprojekte wie auch Verbundvorhaben umfassen.<\/p>\n<p><b>Von der molekularen Zuckerfabrik bis zur Naturstoff-Synthesemaschine<\/b><br \/>Zum Beispiel die &#8220;explorativen Einzelprojekte&#8221; (insgesamt werden sieben gef\u00f6rdert): Der Biotechnologe An-Ping Zeng von der Technischen Universit\u00e4t Hamburg m\u00f6chte ein System entwickeln, mit dem sich der Grundstoff 1,3-Propandiol zellfrei herstellen l\u00e4sst. &#8220;Mit Hilfe von Enzymmodulen wollen wir die Produktausbeute um 100 Prozent erh\u00f6hen im Vergleich zu herk\u00f6mmlichen Fermentations-Verfahren.&#8221; Eine hochspezialisierte Zuckerfabrik f\u00fcr die ma\u00dfgeschneiderte Herstellung von sogenannten Glykanen hat sich indes der Aachener Forscher Lothar Elling vorgenommen. Dazu will er ein System nach dem Baukastenprinzip entwickeln, in dem Schritt f\u00fcr Schritt Zuckerstrukturen zusammengesetzt werden \u2013 \u00e4hnlich wie es die Zelle in dem Golgi-Apparat genannten Organ vollf\u00fchrt.<\/p>\n<p><b>Partner kennen sich schon seit vielen Jahren<\/b><br \/>Mit insgesamt 14 gef\u00f6rderten Projekten ist das Format &#8220;Kooperationsprojekte&#8221; das am h\u00e4ufigsten vergebene. Hier arbeiten Partner aus verschiedenen Hochschulen und Forschungseinrichtungen zusammen. Zum Beispiel der Verbund &#8220;BactoCat&#8221;, den Michael K\u00f6hler von der TU Ilmenau vorstellte. &#8220;Wir suchen mit neuester Mikrosystemtechnik nach Mikroorganismen, die tolerant gegen\u00fcber Metallnanopartikeln sind&#8221;, erl\u00e4uterte K\u00f6hler. Solche Organismen k\u00f6nnten sich dann, so die Hoffnung, f\u00fcr die Produktion innovativer Wirk- und Werkstoffe eignen. Der Forscher betonte, die Partner im Konsortium w\u00fcrden sich schon seit langem kennen \u2013 ein wichtiges Pfund f\u00fcr den anvisierten Projekterfolg. <\/p>\n<p><b>F\u00f6rderung: Auftakt zum Strategieprozess: Ideen f\u00fcr die Biotechnologie der Zukunft gefragt<\/b><br \/>Das gilt auch f\u00fcr ein Forscherverbund von dem Biotechnologen Hubert Bernauer (Freiburg) und dem Pharmakologen Rolf M\u00fcller (Saarbr\u00fccken). Ihr neues Projekt mit dem Titel &#8220;Synthetische Biologie zum Design von Produktionssystemen f\u00fcr komplexe Naturstoffe&#8221; baut auf einem gemeinsamen Vorl\u00e4uferprojekt auf (<a href=\"http:\/\/www.biotechnologie.de\/BIO\/Navigation\/DE\/Foerderung\/foerderbeispiele,did=129570.html\" >mehr&#8230;<\/a>). Das Ziel: Die Forscher wollen bestimmte Gencluster von Myxobakterien k\u00fcnstlich herstellen und so Biosynthesemaschinen entwickeln, die neuartige Wirkstoffe erzeugen k\u00f6nnen. Forschungsans\u00e4tze aus der Synthetischen Biologie verfolgt auch Katrin Castiglione von der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen. Im Rahmen einer f\u00fcr die n\u00e4chsten vier Jahre finanzierten Nachwuchsgruppe m\u00f6chte sie k\u00fcnstliche Reaktionsr\u00e4ume entwickeln, in denen Enzyme einmal ganz gezielt und stabil bestimmte Produkte herstellen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><b>Tandemprojekte \u2013 Expertisen kombinieren<\/b><br \/>Als \u00e4u\u00dferst beliebtes F\u00f6rderformat haben sich die &#8220;Tandemprojekte&#8221; entpuppt. Die Idee: Im Duett arbeiten zwei Spezialisten aus v\u00f6llig unterschiedlichen Fachdisziplinen an einem Projekt. Insgesamt elf solcher Tandems gehen nun an den Start. So etwa der Regensburger Chemiker Burkard K\u00f6nig und der Biotechnologe Volker Sieber von der TU M\u00fcnchen. &#8220;Wir wollen photochemische Prozesse mit der Biokatalyse koppeln&#8221;, erl\u00e4uterte K\u00f6nig. Dazu sollen in einem lichtgetriebenen Prozess (Photokatalyse) sogenannte Reduktions\u00e4quivalente gewonnen werden, die dann auf neu zu entwickelnde Enzyme \u00fcbertragen werden. &#8220;Mit einem solchen System k\u00f6nnte man zum Beispiel artifizielle Pflanzen entwickeln, die Licht in Form von chemischer Energie speichern&#8221;, visionierte Volker Sieber.<\/p>\n<p>In einem Jahr werden die an den 35 Projekten beteiligten Forscher wieder zusammenkommen, um eine erste Bilanz zu ziehen, wie weit sie auf ihrem Weg in die Zukunft der Biotechnologie gekommen sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Biotechnologische Produktionsverfahren sind in vielen Bereichen der Industrie l&auml;ngst Standard. Doch bisherige Verfahren, bei denen Biomolek&uuml;le oder Zellen im Einsatz sind, sto&szlig;en vielfach an technische<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[187,4284,263],"class_list":["post-13120","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-bundesministerium-fuer-bildung-und-forschung-bmbf","supplier-technische-universitaet-ilmenau","supplier-technische-universitaet-muenchen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13120","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13120"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13120\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13120"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13120"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13120"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=13120"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}