{"id":13099,"date":"2012-06-11T00:00:00","date_gmt":"2012-06-10T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20120611-01n"},"modified":"2012-06-11T00:00:00","modified_gmt":"2012-06-10T22:00:00","slug":"deutschland-keine-mitverbrennung-von-holz-in-kohlekraftwerken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/deutschland-keine-mitverbrennung-von-holz-in-kohlekraftwerken\/","title":{"rendered":"Deutschland: Keine Mitverbrennung von Holz in Kohlekraftwerken"},"content":{"rendered":"<p><b>Die von einigen Energiekonzernen vorangetriebene Mitverbrennung von Holz in Kohlekraftwerken lehnen viele Umwelt- und Holzwirtschaftsverb\u00e4nde ab. Besonders kritisch wird in diesem Zusammenhang eine m\u00f6gliche F\u00f6rderung der Mitverbrennung von Holz gesehen. Mangelnde Effizienz, Ressourcenverschwendung, die Verknappung des einheimischen Rohstoffs Holz sowie \u00f6kologisch und wirtschaftlich sinnvollere Alternativen (insbesondere des Recyclings) sind die Hauptgr\u00fcnde, weshalb sich Umweltverb\u00e4nde und Verb\u00e4nde der deutschen Holzwirtschaft gegen die Mitverbrennung stemmen.<\/b><\/p>\n<p>&#8220;Das in Deutschland verf\u00fcgbare Holzaufkommen wird bereits vollst\u00e4ndig durch stoffliche und energetische Holzverbraucher verwertet&#8221;, sagt Denny Ohnesorge von der Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e.V. (AGR). &#8220;Die H\u00e4lfte des Holzaufkommens wird energetisch genutzt. Dabei ist die stoffliche Holzverwendung auch aus klimapolitischer Sicht viel g\u00fcnstiger zu bewerten. Die Politik sollte daher nicht auch noch Anreize f\u00fcr eine Mitverbrennung von Holz in Kohlekraftwerken schaffen.&#8221; J\u00fcrgen Maier vom Forum Umwelt und Entwicklung erg\u00e4nzt: &#8220;Wir k\u00f6nnen es uns nicht leisten, Holz in Gro\u00dfkraftwerken mit Wirkungsgraden von h\u00f6chstens 45 Prozent zu verbrennen, statt es dezentral und effizient f\u00fcr die stoffliche Nutzung und \u2013 in geringem Umfang \u2013 auch f\u00fcr die Raumheizung und in Kraft-W\u00e4rme-Kopplung zu nutzen. Der Bedarf solcher Kraftwerke w\u00fcrde zus\u00e4tzlichen Druck auf die W\u00e4lder verursachen und den Spielraum f\u00fcr eine \u00f6kologischere Waldnutzung und Waldschutz verringern.&#8221;<\/p>\n<p>Bekr\u00e4ftigt wurden die Pl\u00e4ne einiger Energieversorger zur Holzmitverbrennung in konventionellen Kohlekraftwerken durch eine Studie der Deutschen Energieagentur (DENA), die durch die Vattenfall Europe AG unterst\u00fctzt wurde. Hierin wird unter anderem davon ausgegangen, dass bis zu 50 Prozent der derzeit eingesetzten Kohle durch holzhaltige Biomasse in Kohlekraftwerken ersetzt werden k\u00f6nne. Studien der Europ\u00e4ischen Union (zum Beispiel Mantau, Uni Hamburg) zeigen jedoch, dass Westeuropa \u2013 unter Beibehaltung der energiepolitischen Ziele zum weiteren Ausbau der Biomassenutzung \u2013 auf eine massive Deckungsl\u00fccke in der Holzversorgung zusteuert.<\/p>\n<p>Der Deutsche Naturschutzring (DNR), die Deutsche Umwelthilfe und das Forum Umwelt und Entwicklung lehnen eine F\u00f6rderung der Mitverbrennung von Holz jedoch ebenso ab wie nachfolgende Verb\u00e4nde des Deutschen Holzwirtschaftsrats e.V. (DHWR): Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie e.V. (VHI), Bundesverband S\u00e4ge- und Holzindustrie Deutschland e.V. (BSHD), Bundesverband der Altholzaufbereiter und Verwerter e.V. (BAV) und Verband der Deutschen S\u00e4ge- und Holzindustrie e.V. (VDS). \u00c4hnlich wie im Fall von Papier k\u00f6nnen heutzutage die meisten Holzreststoffe recycelt und wiederverwertet werden. Daher die Forderung der Verb\u00e4nde: Die Nutzung von Holz sollte ressourcen- und klimaschonend erfolgen und mit einer hohen Wertsch\u00f6pfung verbunden sein.<\/p>\n<p>DNR-Pr\u00e4sidiumsmitglied Elisabeth Emmert sagt: &#8220;Die steigende Nachfrage nach Energieholz f\u00fchrt \u2013 ebenso wie in anderen Bereichen der Bioenergieerzeugung \u2013 zu Konflikten mit dem Umwelt- und Naturschutz sowie sozialen und entwicklungspolitischen Zielen. Wer also in Deutschland auf Holz zur Mitverbrennung in Kohlekraftwerken setzt, setzt auf Holzimporte. Unabh\u00e4ngig von der Frage der Mengenverf\u00fcgbarkeit muss auch importiertes Energieholz die Einhaltung strenger Nachhaltigkeitskriterien gew\u00e4hrleisten.&#8221;<\/p>\n<p>Kohlekraftwerke befinden sich h\u00e4ufig an Standorten, die f\u00fcr die Versorgung mit Kohle g\u00fcnstig gew\u00e4hlt wurden, jedoch f\u00fcr die Versorgung mit holzartiger Biomasse \u2013 insbesondere aus den wenigen noch verf\u00fcgbaren Holzreserven wie aus \u00dcbersee \u2013 ungeeignet sind. Da die Mitverbrennung wegen des bereits gebundenen nationalen Marktes auf eine Belieferung mit importierter Biomasse ausgerichtet werden m\u00fcsste, stellt sich die Frage, wie sicher die kontinuierliche und langfristige Versorgung mit dem Rohstoff tats\u00e4chlich ist. Holzexperten gehen davon aus, dass sich die Energieversorger je nach Marktlage und Preisgef\u00fcge letztlich auf regionalen Rohholzm\u00e4rkten versorgen. Besonders kritisch w\u00e4re es bei abbrechenden Versorgungsstr\u00f6men aus \u00dcbersee, beispielsweise durch Zweifel an der Nachhaltigkeit der Waldbewirtschaftung in der Herkunftsregion. Dieser Zugriff der Mitverbrenner auf den nationalen Holzmarkt w\u00fcrde zu Verwerfungen auf dem Rohstoffmarkt zum Nachteil der holzbe- und verarbeitenden Industrie f\u00fchren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Die von einigen Energiekonzernen vorangetriebene Mitverbrennung von Holz in Kohlekraftwerken lehnen viele Umwelt- und Holzwirtschaftsverb&auml;nde ab. 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